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Realme C3 im Test: Schnäppchen mit doppelter Power

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Für 150 Euro gibt es nicht viel Smartphone, außerdem sieht man entsprechenden Modellen den Preis gleich an. Anders ist das beim Realme C3, das sich als echte Überraschung entpuppt.

Es ist wie immer: Ursprünglich weitgehend unbekannte Anbieter bringen günstige Produkte auf den Markt, um sich einen Namen zu machen. Sobald die Bekanntheit steigt, ziehen die Preise nach. Das wiederum macht Platz für neue Hersteller – und damit kommt Realme auf die europäische Smartphone-Bühne. Eines der ersten Modelle des jungen Unternehmens ist das günstige Einsteiger-Smartphone C3, um das es in diesem Test geht. Die anderen Modelle haben wir bereits in unserem Artikel Das neue Xiaomi? Realme C3, 6, 6 Pro und 6i im Vergleich beleuchtet. Was macht das C3 so besonders?

Neben dem zumindest nach Datenblatt gelungengen Preisleistungs-Verhältnis überrascht auch das Design positiv. Das fällt deshalb besonders positiv auf, weil in der Einstiegsklasse normalerweise wenig Wert auf Aussehen gelegt wird. Das C3 kommt aber erstaunlich schick daher – vorne und hinten. Die Rückseite unseres Testgerätes besteht aufgrund des niedrigen Verkaufspreises zwar aus Kunststoff, sieht aber in der roten Farbgebung mit feiner Ziselierung und dem daraus resultierend spannendem Lichtspiel richtig schick und durchaus hochwertig aus. Es wirkt beinahe so, als strahle die Kameraeinheit in der oberen linken Ecke geradezu. Ein weiterer Vorteil der geriffelten Oberfläche: Sie zieht keine Fingerabdrücke an. Aufgrund der flachen Bauweise und der ordentlichen Verarbeitung wirkt das Gerät alles andere als billig, zumal die Rückseite auch nicht so instabil und hohl wie bei anderen Modellen der untersten Preisklasse ausfällt. Dank der flachen Bauform und der Rundungen zu den Kanten liegt das Realme C3 angenehm in der Hand.

Alle Bilder zum Realme C3 (16 Bilder)

Vorn dominieren bei Smartphones unter 200 Euro oftmals auch im Jahr 2020 noch vergleichsweise breite Display-Ränder mit großen Notches, die zumindest gefühlt wenig Platz für den Screen übrig lassen. Auch das ist beim C3 anders. Dank der kleinen Waterdrop-Notch und dem erstaunlich schmalen Rahmen spricht der Hersteller von einem Display-Gehäuse-Verhältnis von fast 90 Prozent – sehr gut in Anbetracht des niedrigen Preises. Dadurch wirkt das Modell teurer, als es tatsächlich ist. Selbst die Verarbeitung ist sehr ordentlich und bietet kaum Grund für Kritik. Die Tasten – rechts Power, links Lautstärke – weisen einen ausreichend präzisen Druckpunkt und kurzen Tastenhub auf, viel besser ist das auch in der Mittelklasse nicht. Einziges Manko: Die ab Werk trotz Gorilla Glas 3 aufgebrachte Schutzfolie auf dem Touchscreen ist an den Rändern etwas scharfkantig. Unsauberkeiten bei der Verarbeitung sind dem günstigen Realme-Smartphone ansonsten fremd.

Käufer bekommen für rund 150 Euro ein 6,5-Zoll großes IPS-Display im 20:9-Format mit HD+-Auflösung (1600 × 720 Pixel, 270 PPI). Das mag auf dem Papier etwas wenig sein, im Alltag fällt das aber erst bei sehr genauer Betrachtung auf. Stattdessen überzeugt der Screen mit ausreichend lebendigen Farben und Kontrasten, die Helligkeit ist mit knapp 500 cd/m² gut. Ebenfalls positiv: Die Blickwinkelstabilität. Bei flachen Winkeln wird der dargestellte Farbton etwas wärmer, aber kaum dunkler, die Ablesbarkeit bleibt gut.

Viele Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht, neben einer automatischen Helligkeitssteuerung ist der angebotene Darkmode und die Option einer Farbtemperatur-Anpassung erwähnenswert. Kleine Einschränkung: Die Reaktionsfreudigkeit des Displays könnte bisweilen etwas besser sein, geht aber noch in Ordnung, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Anfangs muss man allerdings bewusst "fest" drücken, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Auf dem Papier hat das Realme C3 eine Triple-Cam, tatsächlich handelt es sich dabei aber nur um eine Hauptkamera mit 12 Megapixel und lichtempfindlicher f/1.8-Blende und je einem Macro- sowie Tiefensensor mit je 2 Megapixel. Die letzten beiden Module sehen wir kaum als sinnvolle und schon gar nicht zwingend nötige Technik, sie dient eher dem Aufhübschen auf dem Datenblatt. Einem 150-Euro-Modell verzeihen wir das aber lieber als doppelt so teuren Modellen. Oder sollte Realme hier besser sein und sich die beiden Alibilinsen gar lohnen?

Für den Preis gute Schönwetterkamera

Leider nein. Die Bildqualität der Hauptlinse ist bei Sonnenlicht noch in Ordnung, dank Auto-HDR ist die Bilddynamik akzeptabel, Farben werden ausreichend natürlich in den Speicher gebannt und Bildrauschen ist nicht zu sehen. Die Bildschärfe ist dem Preis angemessen, gute Mittelklassemodelle erzielen hier trotzdem sichtbar bessere Ergebnisse. Bei abnehmender Helligkeit schleicht sich wie immer in dieser Preisklasse Bildrauschen ein und die Schärfe sinkt – wenn auch langsamer als bei ähnlich teuren Modellen.

Fotos mit der Kamera des Realme C3 (12 Bilder)

Innenraum

Die Makrokamera kann uns wie erwartet nicht überzeugen, sie bietet mangels vernünftiger Bildqualität keinerlei Vorteile gegenüber einem Bildausschnitt einer Aufnahme der Hauptkamera. Aufnahmen mit der Frontkamera sind etwas blass, aber ausreichend scharf. Etwas überraschend ist die Möglichkeit des Kamera-UI, Fotos mit 2- und 4-facher Vergrößerung zu knipsen – ganz wie die „Großen“ mit optischem Zoom. Da das Realme C3 aber nur digital vergrößert, sollte man davon schnell Abstand nehmen. Diese „Mehr-Schein-als-Sein“-Nummer, die sich schon bei Makro- und Tiefensensor andeutete, hätte nicht sein müssen. Schließlich definiert sich das C3 über den Preis, nicht über Spitzen-Hardware.

Insgesamt hat das Realme C3 zwar eine für den aufgerufenen Preis leicht überdurchschnittliche Kamera, die aber mit guten Mittelklassecams nicht ganz mithalten kann.

Ein – zumindest preislich – Einsteiger-Smartphone mit einem Mittelklasse-Chipsatz – genau das ist das Realme C3. Der Mediatek Helio G70 liegt in etwa auf dem Niveau eines Snapdragon 665, meist sogar knapp darüber und ist entsprechend auch für 3D-Games gut aufgestellt. So viel Power bekommt man normalerweise für 150 Euro nicht. Im Antutu-Benchmarkt erreicht das Smartphone damit rund 190.000 Punkte – nicht schlecht. Größte Einschränkung ist da noch der Arbeitsspeicher mit 3 GByte – das ist zwar für die Preisklasse absolut in Ordnung, aber insgesamt eher ausreichend als überwältigend. Auch die internen 32 GByte unseres Testmodells sind – gerade für Gamer – nicht gerade berauschend, aber auch hier gilt: Der Preis macht die Musik, zumal der Speicher erweiterbar ist und das Gerät zusätzlich die Nutzung zweier SIM-Karten erlaubt.

Auch beim Rest ist das C3 von Realme gut aufgestellt: Bluetooth 5.0, WLAN nach 802.11n, GPS mit Support für Glonass und BDS sowie ein UKW-Radio sind an Bord. Problem hierbei: Im Lieferumfang gibt es kein Headset. Da das aber als Wurfantenne fungiert, können Käufer out of the Box kein Radio hören. Ansonsten fehlt eigentlich nur NFC und – eine mindestens genau so große Entäuschung – statt USB C setzt der Hersteller noch auf Micro-USB. Das muss in 2020 nun wirklich nicht mehr sein. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite funktioniert gut.

Als Oberfläche ist RealmeUI installiert, unter dem Android 10 arbeitet. Das UI kommt mit einigen Addons wie etwa einer seitlichen Schnellzugriffsleiste ähnlich wie bei Samsung und einem speziellen Game-Mode. Etwas erschreckend: Der Sicherheits-Patch stammt noch von Dezember 2019.

5000 mAh: Der Akku ist ein weiteres Highlight beim Realme C3. Das ist eine ganze Menge und überrascht durchaus, denn das Smartphone ist alles andere als dick. Damit schaffte das Modell im Battery Test von PCmark über 14 Stunden Dauernutzung, das ist ein richtig guter Wert. Eine Schnellladefunktion gibt es leider nicht, entsprechend dauert eine volle Ladung locker 2 Stunden, dafür hält die dann aber auch je nach Nutzung bis zu 3 Tage.

Bei Preisgestaltung und Ausstattungsvarianten ist sich der Hersteller offenbar selbst noch nicht ganz einig; das kann zur Markteinführung schon mal passieren. Offiziell gibt es in Deutschland nur die Version mit 3/32 GByte für knapp 160 Euro UVP, auf der Internet-Seite des Herstellers wird für Europa aber eine Version mit 3/64 GByte zum gleichen Preis gezeigt. Außerdem existiert eine version mit 4/64 GByte. Als Farben stehen Blau und das uns vorliegende Rot zur Verfügung.

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  • Knapp 160 Euro kostet das Realme C3 auf der Herstellerseite in der Konfiguration 3/64 GByte – das allein ist schon eine Ansage. Tatsächlich liefert unser Preisvergleich aber sogar Preise ab 150 Euro für die Variante mit 4/64 GByte, das ist überragend. Denn hinzu kommen ein in dieser Preisklasse unschlagbar starker Prozessor, ein gutes Display, schickes Design und eine bei gutem Licht durchaus brauchbare Kamera. Negativ schlagen vor allem fehlendes NFC und Micro-USB statt Typ C zu Buche. Auch einen derart überalteten Sicherheits-Patch sollte sich ein Hersteller, der sich hierzulande erst noch einen Namen machen will, nicht leisten. Davon abgesehen ist der Einstand im „Billig-Sektor“ ziemlich gelungen – vielleicht sollte es nach dem Realme C3 eher Günstig- statt Billigsektor heißen.

    Wie günstig das Realme C3 tatsächlich ist, zeigt etwa ein Blick auf unsere Bestenlisten. Bis 200 Euro rangiert mit dem Realme 5 Pro bereits ein weiteres Modell des Herstellers ganz weit oben, in unserer Bestenliste bis 500 Euro sind hingegen nur andere Anbieter vertreten. Auch in unserer Kaufberatung: Wieviel Smartphone gibt es für 100 Euro ist Realme noch nicht vertreten – das dürfte sich aber bald ändern.

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