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Rahmentasche: Fahrrad-Handyhalterung im Test

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Rahmentaschen mit Handy-Einschub für das Fahrrad sind günstig und praktisch. Doch beim Kauf gilt es ein paar Punkte zu beachten.

Rahmentaschen für das Fahrrad mit Handy-Einschub verbinden gleich mehrere Vorteile: Zum einen bietet die durch einen Reißverschluss geschützte Tasche Platz für Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens. Zum anderen zeigt das darin eingeschobene Smartphone durch die transparente, wasserabweisende Folie Nachrichten, eingehende Anrufe und Navigationshinweise.

Da das Handy auch weiterhin auf Touch-Eingaben reagiert, kann es so zum Beispiel für Google Maps genutzt werden – zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis schränken einige bauartbedingte Nachteile die tatsächliche Nutzbarkeit ein. Deutlich besser für diesen Einsatzzweck geeignet sind natürlich Fahrradcomputer mit GPS (Vergleichstest).

Die diesem Test zugrunde liegende Rahmentasche von Yanho haben wir mittlerweile seit fast zwei Jahren sporatisch im Einsatz. Sie kostete damals schlanke 15 Euro. Exakt dieses Modell ist nicht mehr verfügbar, funktionell vergleichbare Taschen für die Befestigung am Rahmen sind aber zu ähnlichen Preisen erhältlich. Tendenziell sind die neuen Rahmentaschen sogar etwas besser verarbeitet, beziehungsweise kommen mit mehr „Funktionen”. So bieten viele aktuelle Taschen eine Öffnung für ein Kopfhörerkabel, einen zusätzlichen Halteriemen oder eine Kunststoffblende gegen einfallendes Sonnenlicht.

Die bei der Yanho verwendeten Materialien wirken wenig hochwertig. Die Folie des Handy-Einschubs wirft Wellen, die Nähte sind stellenweise ungenau und das Kunstleder an der Unterseite, welche normalerweise auf dem Rahmen aufliegt, knittert leicht.

Immerhin: Der Reißverschluss bewahrt das Innere der Tasche zuverlässig vor Spritzwasser. Eine in die Tasche vernähte, wenige Millimeter dicke Schaumstoffpolsterung schützt das Innenleben vor leichten Stößen.

Trotz der billig wirkenden Materialien halten sich die Abnutzungserscheinungen auch nach knapp zwei Jahren noch in Grenzen. So ist die Folie auf der Oberseite etwas zerkratzt, die Befestigungsriemen an den Rändern teilweise ausgefranst und die Form leicht verzogen. Das ist für den Preispunkt absolut in Ordnung und schränkt die Funktionsfähigkeit nicht ein.

Der Reißverschluss scheuerte lange am Rahmen des Fahrrads, hier zeigen sich leichte Abnutzungserscheinungen. Dennoch funktioniert er noch tadellos.

Am unteren und vorderen Teil der Tasche befindet sich je ein Klettband mit Schlaufe. Die simple Konstruktion hält die Tasche sicher am Rahmen, allerdings schüttelt es sie vor allem Off-Road ordentlich durch.

Die Außenmaße betragen 18 cm in der Länge 9,5 cm in der Breite und 9 cm in der Höhe. Während Länge und Höhe eher unproblematisch sind, sollten Käufer darauf achten, dass die Breite unsere 9,5 cm nicht übersteigt, da sonst die Gefahr besteht, dass beim Radeln die Beine an der Tasche scheuern.

Die Maße der Innentasche betragen 15 cm in der Länge, 7 cm in der Breite und 5,5 cm in der Höhe. Da die Tasche aus einem flexiblen Material besteht, finden auch minimal größere Gegenstände darin Platz. Der Stauraum ist ideal, um Schlüssel, Sonnenbrille, Flickzeug, Pflaster, Sonnencreme und so weiter unterzubringen. Möglich wäre hier auch ein Akkupack, um das Smartphone während der Fahrt zu laden. Allzu viel Stauraum sollte jedoch niemand erwarten; es ist und bleibt eine kleine Tasche.

Die Rahmantasche von Yanho hält auch nach knapp zwei Jahren noch ihre Form.

Im Deckel der Tasche befindet sich ein breiter Klettverschluss mit Gummizug, hinter dem das Smartphone fixiert werden kann. Einmal dort eingespannt, hält das Handy zuverlässig seine Position und ist vor Regen geschützt. Allerdings ist es recht fummelig, das Smartphone dort hinein zu bekommen. Außerdem sind die meist seitlich angebrachten Handy-Tasten durch die Tasche nur mit Glück zu bedienen. Der Fingerabdrucksensor – egal ob auf Rück- oder Frontseite verbaut – funktioniert durch die Folie grundsätzlich nicht.

Damit offenbart sich auch schon das bauartbedingt größte Problem des Handy-Einschubs. Ja, es ist möglich, mit dem eingespannten Handy durch die Gegend zu navigieren. Das Display reagiert auf den Finger, wenn auch ungenau. Sobald das Handy jedoch mal ausgeht, beziehungsweise eine App mehr braucht als einen ungenauen Fingerwisch, muss es aus der Tasche, was auf Dauer nervt. Wer jedoch lediglich das Display im Blick behalten will, um eingehende Nachrichten oder Anrufe zu sehen, für den ist diese Lösung absolut ausreichend.

Der Einschub schützt das Smartphone zuverlässig vor Spritzwasser und Erschütterungen.

Einen großen Haken hat der Handy-Einschub noch: Er nimmt nur Geräte mit bis zu 5,5 Zoll auf, was einen großen Teil der derzeit verkauften Geräte ausschließt. Das ist vor allem schade, weil die Breite weniger das Problem ist. Der Hersteller hätte seine Tasche lediglich wenige Zentimeter länger konzipieren sollen, schon hätten die allermeisten Smartphones darin Platz gefunden. Viele der neueren Taschen sind allerdings größer, was das Problem löst. Beim Kauf sollte man dringend darauf achten, dass das eigene Handy auch passt.

Die hier getestete Rahmentasche von Yanho ist nicht mehr erhältlich. Allerdings gibt es zahlreiche Alternativen zwischen 15 und 21 Euro, von denen wir hier fünf exemplarisch herausgesucht haben.

In vielen Bereichen bieten sie sogar mehr als die Yanho-Rahmentasche. So passen in die Taschen von Speedspo und Furado Handys mit einer Bildschirmdiagonale von 6 Zoll. Allerdings gibt es auch Ausreißer nach unten. Die Vaude Fahrradtasche bietet lediglich Platz für ein 5,1-Zoll-Handy – ein Ausschlusskriterium für die meisten Nutzer.

Die Taschen von Furado, Yoofan und Vdealen kommen zusätzlich mit einer durch eine Gummilasche gegen eindringendes Wasser geschützten Öffnung, um ein Kopfhörerkabel in das Innere zu führen. Einen zusätzlichen Sonnenschutz aus Kunststoff bieten Speedspo, Furado und Vdealen.

Allen Taschen gemein ist ein im Vergleich zu Yanho zusätzlicher Befestigungsriemen. So sollten sie noch besser am Fahrradrahmen halten, das war aber schon bei unserer kein Problem.

YOOFAN Front Tube Oberrohrtasche

Yoofan Rahmentasche

Wheel Up Front Tube Oberrohrtasche

Furado Rahmentasche

Vdealen Front Tube Oberrohrtasche

Vdealen Rahmentasche

VauDe Carbo Guide Oberrohrtasche schwarz (12714-010)

Vaude Rahmentasche

Basecamp Sports Front Tube Oberrohrtasche

Speedpro Rahmentasche

Rahmentaschen für das Fahrrad sind praktisch, selbst wenn sie nur relativ wenig Stauraum bieten. Der zusätzliche Einschub für ein Smartphone, wie an der hier getesteten Yanho-Rahmentasche, hält es trocken und sicher fest. Außerdem ist so das weiterhin bedienbare Display für eingehende Nachrichten und ähnliches zu sehen. Wirklich sinnvoll lässt sich das Handy darin allerdings nicht bedienen, da die Touch-Eingabe ungenau ist und weder die seitlichen Knöpfe, noch der Fingerprintsensor gut erreichbar sind. Unter dieser Problematik leiden bauartbedingt alle oben aufgelisteten Alternativen.

Dafür hält die Yanho-Tasche trotz ihrer lediglich zwei Riemen sicher am Rahmen, auch wenn sie bei wilden Fahrten ordentlich hin und her wackelt. Erstaunlich, dass trotz des geringen Preises und der wenig wertig wirkenden Verarbeitung die Yanho-Tasche nach wie vor ordentlich aussieht und weiterhin sowohl den Stauraum, als auch das Handy, vor Spritzwasser schützt.

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