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RHA True Connect: True-Wireless-Kopfhörer im Test

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Seit ein paar Jahren baut die Soundschmiede RHA hervorragende In-Ear-Kopfhörer. Im Test verraten wir, ob die Schotten auch bei True Wireless punkten können.

True-Wireless-Kopfhörer sind bequem. Keine Kabel, nicht einmal zwischen den Geräten und eine praktische Aufbewahrungsbox, die die Geräte geladen hält. RHA hat sich Zeit gelassen, eigene Produkte zu entwickeln. Während die großen Kopfhörerhersteller schon seit einigen Jahren kabellose In-Ears im Sortiment haben, setzten die Soundtüftler aus Schottland noch lange aufs Kabel. Die True Connect sind die ersten True Wireless Kopfhörer des Herstellers.

Im Rahmen unserer Themenwelt True Wireless testen wir die RHA True Connect. Bereits erschienen sind Tests zu den Soundcore Liberty Air 2, den Huawei Freebuds 3, den Apple Airpods (2. Gen) oder den Sennheiser Momentum True Wireless.

Wer einen größeren Überblick möchte, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung zu True-Wireless-Kopfhörern.

Die 7 Gramm schweren Ohrstecker sind mattiert. Das sieht bei neuen Geräten sehr schön aus, kann aber mit der Zeit unansehnlich werden. Immerhin gibt es einen IPX5-Schutz gegen Wasser. Obwohl RHA für die In-Ears Kunststoff verwendet, wirken sie wie hochwertige Premium-Kopfhörer. Bei der minimalistischen Form geht RHA eigene Design-Wege. Der rundliche Korpus ist auf der Rückseite komplett flach, ein kurzes Stäbchen ragt heraus. Der Lautsprecher mit dem Silikon-Aufsatz sitzt an der Innenseite, ein wenig an die Seite gedrängt. An der Rückseite befindet sich jeweils ein großer, runder Button, der dezent ins Gehäuse integriert wurde. Das Design ist gleichzeitig edel und modern.

DIe RHA True Connect haben zahlreiche Silikonaufsätze, mit denen man sie für die meisten Gehörgänge anpassen kann.

Die recht große und 78 Gramm schwere Ladebox hat einen originellen Mechanismus zum Aufklappen: Ein Metall-Rahmen mit seitlichen Scharnieren hält die Schublade, die zum Öffnen nach oben gedrückt wird. Die Box selbst hat eine matte Oberfläche, was sich zwar gut anfühlt, aber auf Dauer sehr empfindlich gegen Kratzer ist. An der Rückseite befindet sich der USB-C-Ladeanschluss, an der Seite signalisieren drei kleine LED-Lichter den Ladestand. Die Ohrhörer werden magnetisch sicher in der Box gehalten. Praktisch: Am rechten Ohrhörer und am entsprechenden Einschub erkennt man einen roten Punkt. Unpraktisch: Schaut man in die geöffnete Box, steckt der linke Ohrhörer auf der rechten Seite – und umgekehrt. Nun gut, die Briten fahren schließlich mit ihren Autos auch auf der verkehrten Seite.

Die True Connect gibt es in den Farben Schwarz, Weiß und Blau. In der Verpackung liegen neben den Kopfhörern und der Ladebox auch ein USB-C-Ladekabel. Dazu gibt es – typisch RHA – unzählige Ohrstücke aus Silikon und Schaum in verschiedenen Größen, die auf einer Halterung aus Edelstahl stecken. Das sollte für jedes Ohr der passende Aufsatz dabei sein. Es dauert zwar eine Weile, bis man den richtigen Aufsatz gefunden hat. Aber sitzt dieser darauf, lässt sich der Ohrhörer sehr bequem einsetzen und tragen. Trotz der wuchtigen Optik bleiben die True Connect selbst bei ruckartigen Kopfbewegungen im Ohr, selbst nach längerem Tragen sitzen sie bequem.

Für die Bluetooth-Verbindung mit einem Zuspieler, muss der Button des rechten Ohrhörers etwa fünf Sekunden gedrückt werden. Sobald es auf der Innenseite abwechselnd rot und weiß blinkt, sind die True Connect zur Paarung bereit.

Zum Starten und Stoppen der Musik muss der rechte Button einmal gedrückt werden. Auch die Lautstärke lässt sich über die rechte Seite regulieren: Ein doppelter Druck macht es lauter, ein dreifacher Druck leiser. Es ist schön, dass diese Funktion integriert ist, allerdings macht es keinen Spaß, die Lautstärke so anzupassen.

Ein Druck auf der linken Seite startet und stoppt die Musik, ein doppelter Druck startet den nächsten Song, mit dem dreifachen Druck geht es zurück. Anrufe werden durch einen einfachen Druck angenommen oder beendet. Und das war es auch schon an Funktionen. Auch wenn die große Taste die Bedienung einfach macht, werden die meisten Nutzer wahrscheinlich damit lediglich die Musik starten oder stoppen. Ein Sensor, der die Musik automatisch stoppt, wenn der Kopfhörer aus dem Ohr genommen wird, ist nicht vorhanden. Leider fehlt eine App, mit der sich Tastenfunktionen anders belegen ließen. Wohlwollend kann man das auch mit Minimalismus erklären. Aber technisch wäre hier ein Tick mehr drin gewesen.

True Wireless: RHA TrueConnect (12 Bilder)

Leider spart RHA bei den Codecs: Die True Connect haben trotz Bluetooth 5.0 lediglich SBC an Bord, mehr als Standard ist also nicht drin. Obwohl das ein wenig enttäuschend ist, hat RHA immerhin viel aus der selbst gewählten Limitierung gemacht. "Bleed All Over" von Mark Lanegan beginnt ganz cool mit Schlagzeug und Percussions, der Klang ist hier schon sehr klar und voller Ausdruck. Der Bass und die Gitarre fügen sich ein, die Stimme hat dennoch genügend Raum, um sich voll zu entfalten. Nicht verquirlt, jedes Instrument bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient. Die Tiefen sind warm und soft, die Mitten sehr gut nuanciert, die Höhen allerdings ein wenig flach. Der Sound ist bei dem Stück zwar nicht unbedingt aufsehenerregend, aber sehr gefällig.

Die RHA True Connect samt Ladeschale

Heroist“ von Apparat beginnt mit diffusen Geräuschen und einem leichten Synthiesound, bis die Drums mit ihren ungewöhnlichen Rhythmen für wohlige Brüche sorgen. Die Stimme von Sascha Ring seufzt und ächzt sich durch die Zeilen, als wäre Thom Yorke von Radiohead kurz zu Besuch. Der Beat wird schneller, die Sound wird voller, im Hintergrund hört man Geräusche, eine hohe Frauenstimme singt dazu wortlos ihren Part. Jeder Klang, jeder spielerische Sound wird von den True Connect wunderbar wiedergeben. Ein wenig fehlt dem Bass allerdings die treibende Kraft, statt auf den Dancefloor lockt der Sound eher mit einem Glas Wein in die warme Badewanne – aber das muss kein Nachteil sein.

Bei „Sun“ von Christan Löffler geht es vor allem um Klänge. Der Bass hat die wummernde Hauptrolle und bildet das rhythmische Fundament. Die soften Ambient-Klänge stehen im totalen Kontrast und unterstreichen aber so noch einmal die Dynamik. Die Tiefen sind stark und warm, auch hier gelingt es den Mitten, den Klang sehr gut zu binden. Die Höhen sind klar, aber es fehlt ihnen an Präsenz.

Nächster Track. Philipp Poisel darf gemeinsam mit Selig deren Song „Ohne Dich“ neu einsingen. Die brüchige Stimme des Sängers wird sehr schön dargestellt, allerdings versuppen die Instrumente sehr stark. Der Sound klingt wie mit dem Pürierstab verarbeitet. Aber hier wollen wir mal nicht dem Kopfhörer die Schuld geben, sondern dem Tonmeister.

Also weiter mit dem letzten Song unserer der Test-Playlist. Balbina zeigt mit „Wanderlust“ wieder einmal Ihre große Experimentierlust. Chöre, fette Bässe, aber vor allem die große Stimmgewalt der Sängerin sorgen wir permanente akustische Überraschungen. Hier gelingt es den True Connect, die höchst unterschiedlichen Sounds ganz brav unter ein Dach zu bringen. Der Bass wabert ohne großen Druck umher, die Höhen machen hier einen guten Job, indem Sie die hohen Frauenstimmen des Chors sehr prägnant hervorheben. Den Mitten gelingt es aber nicht immer, die ganz unterschiedlichen Klänge ausdrucksstark zusammenzuhalten.

Bei Hörbüchern und Podcast spielen die True Connect ein wenig mit den Muskeln, auch Ton und Soundtrack von Filmen wird ohne hörbare Verzögerung wiedergegeben. Telefonate klingen auf beiden Seiten der Leitung ganz passabel, hier wäre aber noch Luft nach oben gewesen.

Die Soundqualität der True Connect ist insgesamt gut. Auch wenn nicht jeder Song voll überzeugen kann, begeistert RHA bei den kabellosen In-Ears mit gutem Klang. Die Bässe sind warm und weich, ohne zu dominieren. Die Höhen können mehr Ausdruck vertragen und den Mitten fehlt das gewisse Etwas, aber im Zusammenspiel lassen die True Connect so manche teurere Konkurrenz locker hinter sich.

Die Akkus der Headsets halten laut Hersteller bis zu fünf Stunden durch, im Test wurde dieser Wert mehrfach nur knapp verfehlt. Die Ladebox bringt noch einmal bis zu 20 weitere Stunden Laufzeit. Ist der Akku leer, sorgen 15 Minuten am Strom für weitere zwei Stunden Laufzeit.

Die schicke Ladestation zieht leider auch Kratzer an.

Der UVP der RHA True Connect liegt bei knapp 180 Euro, der Straßenpreis ist deutlich geringer, teilweise gibt es sie unter 100 Euro. Gerade mit dem inzwischen deutlich reduzierten Preis können die In-Ears begeistern.

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RHA TrueConnect Carbon Black (602030)

RHA True Connect, schwarz

RHA TrueConnect Cloud White (602033)

RHA True Connect, weiß

RHA TrueConnect Navy Blue (602035)

RHA True Connect, blau

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Die True Connect von RHA sind in-Ear-Kopfhörer ohne Schnickschnack und das zeigt sich bereits beim klaren und minimalistischem Design. Die Bedienung ist durch die großen Buttons simpel, allerdings fehlt die Möglichkeit, die Funktionen der Tasten per App nach Bedarf zu belegen. Die Vielzahl an Aufsätzen sorgt für großen Komfort in jedem Ohr, der Tragekomfort ist gut.

Obwohl die True Connect Musik-Dateien lediglich im Standard-Format wiedergeben, ist der Sound insgesamt sehr gut. Die Tiefen sind warm und weich, allerdings gleichzeitig zu zurückhaltend. Die Mitten halten den Sound in jedem Genre hervorragend zusammen, allerdings sorgt das auch dafür, dass das Gesamtbild ein bisschen zu beliebig wirkt. Die Höhen bräuchten einen Tick mehr Präsenz. Sie sind flach, es wirkt in den Spitzen ein wenig fahrig, wodurch die Klarheit fehlt. Trotz der leichten Schwächen sind die True Connect insgesamt sehr gute Kopfhörer, die lange Zeit sehr viel Freude bereiten.

Übrigens: Künftig landen alle Test-Tracks zum Nachhören in der Spotify-Playlist „In the name of the review“.

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