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QAS-300 Multiroom-Speaker im Test: Alexa für Paranoide

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Der Versandhändler Pearl hat mit dem Auvisio QAS-300 einen WLAN-Multiroom-Lautsprecher mit Akku und Alexa-Spracherkennung für unter 100 Euro im Angebot, doch so wie die Konkurrenz funktioniert er nicht. Wir haben ihn getestet.

Der schwarze WLAN-Speaker QAS-300 kommt im Vergleich zur Konkurrenz verhältnismäßig einfach verpackt bei uns an. Zum Lieferumfang gehören eine Kurzanleitung, ein Micro-USB-Kabel und der Lautsprecher. Ein USB-Netzteil ist nicht beigepackt.

Der Lautsprecher ist bis auf die Tasten und den Auviso-Schriftzug komplett in schwarz gehalten. Auf der Oberseite befinden sich berührungsempfindliche Bedienelemente für Wiedergabe/Pause, Lautstärke, Wechsel zwischen WLAN und Bluetooth und die WLAN-Kopplung. Ein Touchfeld mit Mikrofon ist ebenfalls vorhanden.

Auf der Rückseite sitzen der Power-Button, der Micro-USB-Anschluss und eine Aux-In-Buchse, ein Ausgang für den Anschluss weiterer Lautsprecher ist nicht vorhanden. Der Lautsprecher ist gut 15 Zentimeter hoch und wiegt mit 470 Gramm nur etwa halb soviel wie der ähnlich große Echo-2-Lautsprecher von Amazon.

Die Verarbeitung ist insgesamt gut, das Touchfeld ist aber extrem anfällig für unschöne Fingerabdrücke.

Das Bedienfeld zieht Fingerabdrücke magisch an; ist aber übersichtlich und funktional.

Der QAS-300 ist ein echtes Multitalent und bietet den selben Funktionsumfang wie der Link 20 von JBL: Er arbeitet sowohl als klassischer Bluetooth-Speaker als auch als WLAN-Multiroom-Lautsprecher. Dabei unterstützt er Streamingportale wie beispielsweise Amazon Music, Pandora, TuneIn oder Spotify. Gestreamt wird per Android oder iOS Device. Zusätzlich verfügt er über Alexa-Voice-Control und einen internen Akku mit 1500 mAh.

Bis zu acht, in der Wohnung verteilte Lautsprecher werden synchron per WLAN bespielt und ermöglichen so eine einheitliche Beschallung. Das zumindest verspricht der Hersteller. Da wir nur einen Speaker zum testen haben, konnten wir das aber nicht überprüfen.

Aux- und MicroUSB-Buchsen verbergen sich hinter einer Gummiklappe neben dem ON/OFF-Button.

Im WLAN eingebunden ermöglicht die Alexa-Sprachsteuerung dem Benutzer, Fragen zu stellen oder Befehle zu erteilen. Ebenso klappt es, per Sprache bei Amazon zu bestellen oder Smart-Home-Komponenten zu steuern. Wer unterwegs ist, sendet seine Musik per Bluetooth an den QAS-300.

Um den Lautsprecher im vollen Umfang nutzen zu können, ist es erforderlich, neben der Alexa-App auch die Auvisio-App Cowin auf einem iOS- oder Android-Smartphone zu installieren. Obwohl der Hersteller eine Kompatibilität zum iPhone 6s verspricht, haben wir es nicht geschafft, die Cowin-App damit herunterzuladen. Mit einem aktuellen Android-Smartphone gab es keine Probleme. Die Einrichtung selbst funktioniert, wie in der Anleitung beschrieben, innerhalb von wenigen Minuten. Anschließend erscheint der QAS-300 in der Alexa-App. Einstellungen wie Benennung, Zeitzonen oder Einheiten-Settings funktionieren genauso wie bei Echo-Speakern von Amazon.

In der Praxis zeigen sich dann einige Besonderheiten des QAS-300. Er teilt dem Nutzer nach dem Einschalten auf Englisch mit, in welchem Modus er sich aktuell befindet: WLAN oder Bluetooth. Das ist grundsätzlich in Ordnung, allerdings macht der Auvisio-Speaker das mit voller Lautstärke. Das nervt.

Im Bluetooth-Betrieb und bei 50 Prozent Lautstärke soll der Akku laut Hersteller 6 Stunden durchhalten. Bei etwas höherer Lautstärke hält er im Test allerdings gerade einmal halb so lang durch. Für einen kurzen Ausflug ist das okay, als Musikquelle im Urlaub aber zu schwach.

Gealden wird per MicroUSB-Kabel. Das passende Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang.

Die größte Besonderheit für einen sprachgesteuerten Lautsprecher ist die Funktion der Mikrofontaste. Während diese bei der Konkurrenz (Google-Home-Mini, Echo Plus, Echo 2, JBL Link 20, Sony LF-S50) die Mikrofone für die Sprachsteuerung deaktiviert, schaltet sie diese beim Auvisio erst auf Knopfdruck ein. Und das nur für wenige Sekunden und nicht dauerhaft, sozusagen eine Sprachsteuerung On-Demand. Ein sehr ungewöhnliches Konzept wie wir finden. Erst die Taste drücken, um dann per Sprache zu steuern, ist einfach unkomfortabel. Auf die typischen Keywords (“Alexa”) reagiert der Lautsprecher gar nicht, daher steht er eigentlich auch nicht in direkter Konkurrenz zu den Alternativen.

Wer Angst hat, von Alexa ausspioniert zu werden und keine potentielle Wanze im Haus haben möchte, hat so aber eine Alternative: Während Google-Home- und Alexa-Speaker immer zuhören, ist der QAS-300 standardmäßig taub und hört nur auf Knopfdruck.

Die Klangqualität des QAS-300 hat positiv überrascht. Bei geringer oder mittlerer Lautstärke ist der Sound erfreulich gut. Verglichen mit dem sehr guten Sound des JBL Link 20 fehlt es zwar an Bass, ansonsten ist das Klangbild aber sehr harmonisch. Bei hoher Lautstärke fehlt es dann deutlich an Bass und der Lautsprecher beginnt zu scheppern. Verglichen mit der Konkurrenz ist die Wiedergabequalität am ehesten mit dem Echo 2 vergleichbar. Für die Baugröße und den Preis ein ordentliches Ergebnis.

Wer in das Thema sprachgesteuerte Speaker einsteigen möchte, aber Angst um seine Privatsphäre hat, bekommt mit dem QAS-300 ein gutes Produkt mit vielen Funktionen und ausreichender Klangqualität. Wer allerdings eine echte Alternative zu Echo und Co. sucht, ist hier falsch. Der Umstand, die Sprachsteuerung erst händisch aktivieren zu müssen, schränkt den Nutzen einfach zu sehr ein. Für einen ähnlichen Preis bietet der Echo 2 eine dauerhafte Sprachsteuerungs-Funktion und verfügt sogar über einen Klinkenausgang für den Anschluss an die Stereoanlage. Allerdings ist beim Echo kein Akku verbaut. Wer einen akkubetriebenen Speaker mit Sprachsteuerung sucht, sollte sich die Modelle JBL Link 10 und Link 20 ansehen. Diese bieten dauerhafte Sprachsteuerung, Akkubetrieb und eine erstklassige Klangqualität. Allerdings nutzen die Google Home statt der Alexa und sind wesentlich teurer.

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