TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Proscenic Coco Smart 790T: Staubsauger mit Wischfunktion

von  // 

Wir haben den Roboter-Staubsauger Coco Smart 790T von Proscenic getestet. Mit einem Preis von unter 300 Euro ist er besonders günstig und verfügt trotzdem über Features wie App-Anbindung, Wischfunktion oder Absturzsicherung. Ob wir ihn empfehlen können, zeigt unser ausführlicher Testbericht.

Beim Öffnen des Kartons des Coco Smart 790T fällt zuerst das umfangreiche Zubehör ins Auge. Beigepackt sind insgesamt vier Aufsteckbürsten für die Kantenreinigung; zwei kommen an den Sauger, zwei dienen als Ersatz. Außerdem finden wir einen Wassertank, zwei Wischtücher, einen Sauger-Aufsatz für Hochflorteppiche, einen Bürstenaufsatz, die Ladestation inklusive Netzteil, Fernbedienung und einen Ersatzfilter vor.
Der Coco Smart hat ein Kunststoffgehäuse in den Farben Gold und Schwarz. Gold bei Smartphones mag ja noch in Ordnung sein, die Ausführung hier beim Staubsauger wirkt aber vor allem billig. Die glänzend schwarze Oberseite ist durch Folie gegen Kratzer beim Transport geschützt. Auf der rechten Seite sitzt der On-Off-Schalter, die eigentlichen Bedienfelder sind auf der Oberseite untergebracht. Sichtbar ist nur der Standby-Button. Die restlichen Touch-Elemente und die Statusanzeige sind erst nach dem Einschalten erkennbar. Unterhalb der Bedienelemente sitzt die Klappe für den Staubbehälter. Der vordere Teil des Staubsauger-Roboters ist ein druckempfindlicher Bumper mit drei integrierten Ultraschallsensoren. Auf der Rückseite ist ebenfalls ein Sensor zu erkennen.

Egal ob Teppichboden, Parkett oder Fliesen – der Coco Smart 790T ist ein Multitalent.

Außerdem befindet sich auf der linken Seite ein Anschluss für das Netzteil. Wir brauchen diesen Anschluss nicht, da der Coco Smart ja auch über eine Ladestation verfügt. Auf der Unterseite sitzt mittig der Einschub für den Bürsten- oder Langflorteppich-Aufsatz. Weiter vorne hat der Coco Smart links und rechts Bürsten für die Kantenreinigung. Ansonsten erkennen wir noch eine Laufrolle, die beiden Antriebsräder, die Kontakte für die Ladestation und insgesamt fünf optische Sensoren. Die Abmessungen betragen 33 × 33 cm. Die Höhe des Saugers liegt bei schlanken 9 cm. Damit passt der Sauger bequem unter die meisten Möbelstücke. Das Gewicht liegt bei 3,9 kg. Die Verarbeitung ist vollkommen in Ordnung, und der Roboter macht trotz der billig anmutenden goldenen Oberfläche einen soliden Eindruck.

Wie wir bereits am Lieferumfang bemerken, ist der Sauger von Proscenic ein Multitalent. Er verfügt über einen Aufsatz speziell für Hochflorteppiche und den Bürstenaufsatz für Teppich- und Hartböden. Zudem hat der Coco Smart einen Wischaufsatz zur Feuchtreinigung.
Um Abstürze zu verhindern, hat der Sauger mehrere optische Sensoren auf der Unterseite. Durch diese erkennt der Sauger Abgründe oder Treppenabsätze, zumindest während unseres Tests hat das immer zuverlässig funktioniert. Die seitlichen Reinigungsbürsten haben ausreichend lange Borsten und sorgen für eine ordentliche Reinigung von Kanten und Ecken. Die Kombination aus Gummilamelle und Rundbürste sorgt für eine gründliche Reinigung und nimmt sowohl lange Haare als auch kurze Tierhaare problemlos auf. Im inneren des Saugers sitzen der Staubbehälter und der eigentliche Luftfilter.

Nach dem Aufbau der Ladestation und dem Anbringen von Kanten-Bürsten und Kombiaufsatz laden wir zuerst den Akku unseres Testmodells auf. Anschließend installieren wir die kostenlose Proscenic App auf unser Smartphone (iOS- und Android-kompatibel) und verbinden es mit dem Sauger. Grundvoraussetzung ist, dass Smartphone und Sauger mit dem selben WLAN verbunden sind und der Sauger eingeschaltet ist. Zwar ist auch eine klassische Fernbedienung im Lieferumfang enthalten, aber die Nutzung des Smartphones erscheint uns einfach bequemer.
Die App ist einfach aufgebaut. Unter dem Punkt Home zeigt uns die Software den Status des Roboters und drei Bedienflächen. Hier können wir den Coco Smart entweder starten, stoppen oder manuell manövrieren. Außerdem wählen wir hier den Reinigungsmodus aus oder schicken den Roboter per Fingerzeig zurück zur Ladestation. Schalten wir nun den Sauger ein, ertönt eine Stimme aus dem Roboter und erklärt uns, dass dieser nun startet. Start oder Ende eines Reinigungsvorgangs quittiert der Sauger mit einem lauten Gong-Signal. Die Batterie hält bei unserem Test-Roboter knapp über 90 Minuten durch. Für unser Büro mit etwa 26 Quadratmetern braucht der Coco Smart 790T etwa 25 Minuten.

Die App ist funktional, aber lieblos aufgebaut.

Als Reinigungsmodi stehen ein automatischer Reinigungsmodus, eine Bereich-Reinigung und die sogenannte Grenz-Reinigung zur Verfügung. Automatischer Modus bedeutet, dass der Roboter solange saugt, bis er alle zugänglichen Räumlichkeiten abgefahren hat. Geht die Batterie während der Reinigung zu Neige, fährt der Roboter automatisch zur Ladestation und macht mit vollem Akku wieder dort weiter, wo er seine Tour abgebrochen hat. Bereichs-Reinigung bedeutet, dass der Coco Smart lediglich einen, zwei oder vier Quadratmeter vor dem Gerät saugt. Das eignet sich beispielsweise um den Bereich unter dem Esstisch oder den Boden im Windfang zu putzen. Bei Grenz-Reinigung fährt der Roboter nur die Wände ab und saugt nicht in der Raummitte – Stichwort Wollmäuse.

Auch unter dem Sofa macht der Coco Smart 790T einen guten Job.

Der zweite Menüpunkt der App heißt Karte. Dort sehen wir schemenhaft den Bereich, den der Roboter aktuell saugt. Die Darstellung ist allerdings sehr grob und nicht sonderlich genau, wer hier einen Grundriss des Raums mit Hindernissen und Möbeln erwartet, wird enttäuscht. Interessanter sind die Anzeigen unter der Karte: Fläche und Batterie. Im Feld Fläche zeigt uns die App, wie viele Quadratmeter der Coco bereits gereinigt hat. Unter Batterie erkennen wir den Ladezustand des Coco Smart. Der dritte Reiter heißt Termin. Dort können wir Tage und Zeiten hinterlegen, an denen der Sauger automatisch putzen soll. Praktisch, um ihn beispielsweise saugen zu lassen, während man außer Haus ist. Unter Einstellungen sehen wir die Software-Version, den Maschinenstatus (läd, saugt, Pause), Batteriestatus und können den Start-Stop-Gong stummschalten.

Der Roboter Coco Smart 790T fährt nicht ziellos durch die Räume. Er scheint die Räume in mehrere Abschnitte zu unterteilen und fährt diese nacheinander systematisch ab. Tischbeine oder andere Hindernisse erkennt der Sauger dank der Sensoren und umfährt diese, bevor er weiter seine Runden zieht. Dank der langen Borsten der seitlichen Bürsten kommt unser Testmodell tatsächlich bis an die Kanten und auch in die meisten Ecken. Die Reinigungsleistung ist erfreulich gut. Selbst lange Haare oder sehr kurze Tierhaare auf Teppichboden hat der Coco Smart früher oder später erwischt. im Inneren des Saugers. Auch mit Hochflorteppichen hat der Coco Smart 790T keine Probleme, wobei Hochflor sicher Definitionssache ist: Die maximale Teppich-Höhe ist mit 1,5 cm angegeben. In unserem Test schaffte der Sauger auch Schwellen mit knapp 2 cm Höhe. Die Lautstärke des Saugers ist leiser als bei anderen Modellen.
Dank der niedrigen Bauhöhe passt der Roboter unter die meisten Sofas und Möbel. Praktisch, denn gerade dort ist das Saugen mit normalem Equipment schwierig.

Wartung und Reinigung sind unkompliziert und schnell erledigt.

Die Wischfunktion des Saugers ist in Ordnung; zu viel darf man sich aber nicht erwarten. Eingetrocknete Saftflecken beispielsweise sind auch nach dem Wischen noch deutlich erkennbar. Um die Räume von Staub oder Pollen zu reinigen, ist dieses Feature durchaus sinnvoll, einen echten Wischroboter oder Handarbeit mit Krafteinsatz ersetzt der Coco Smart 790T aber nicht. Dazu ist die Reinigungsleistung beim Wischen einfach zu schwach. Die Wartung ist erfreulich einfach und das ist auch gut so. Denn bereits nach nur einer Batterieladung und gut 90 Minuten Betrieb ist der durchsichtige Staubbehälter fast voll. Zum Entleeren entnehmen wir die Staubbox, öffnen sie und entnehmen den Zwischenfilter. Anschließend kippen wir die Reste in den Müll. Sehr praktisch: Legoteile, Münzen oder Ähnliches fallen einem dabei sofort ins Auge und können aussortiert werden. Die Bürsten reinigen wir ebenfalls. Vor allem lange Haare haben sich darin verfangen. Die Reinigung ist aber wenig nervig und der gesamte Wartungs-Prozess ist nach zwei Minuten abgeschlossen.
Um unsere empfindliche Glasvase zu schützen, bleibt uns nichts anderes, als diese vom Boden weg zu stellen. Ebenso könnte man Stühle oder ähnliches davor platzieren. No-Go-Areas, die man mit technischen Hilfsmitteln markiert, sind bei diesem Roboter nicht vorgesehen.

Der Proscenic Coco Smart 790T ist mit knapp 300 Euro einer der günstigen Staubsauger-Roboter am Markt. Gerade bei der sehr einfach gestalteten App und beim billig anmutenden Kunststoffgehäuse bemerken wir auch deutliche Unterschiede zu teureren Modellen.

Auch die Übergänge zwischen Fliesen und Teppich sind kein Problem.

Was aber die Reinigungsleistung angeht, haben wir keinen Grund, uns zu beschweren. Zwar kommt auch der Coco Smart nicht in jede Ecke und vergisst hier und da mal ein Krümelchen; insgesamt ist die Reinigungsleistung aber überraschend gut. Die Arbeit komplett ersparen kann uns der Roboter zwar nicht, aber er nimmt uns einen großen Teil davon ab. Für den Preis und das Reinigungsergebnis eine absolute Kaufempfehlung.
Wer allerdings die maximale Saugkraft und eine ausgereifte App haben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen und beispielsweise einen Neato D5 kaufen. Wem es primär um die Wisch-Funktion geht, der sollte einen expliziten Wisch-Roboter kaufen. Deren Leistung ist der eines Kombi-Modells weit überlegen.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige