TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Polar A370 Fitness-Tracker im Test

1
von  //  Twitter

Der A370 von Polar ist ein angenehm zu tragender Fitness-Tracker mit sinnvollen Funktionen. Wo es dennoch hakt, zeigt unser Test.

Fitness-Tracker machen es Gelegenheitssportlern einfacher, die gesetzten Ziele zu erreichen. Interessant dabei ist, dass die Geräte nicht nur von etablierten Sport-Herstellern kommen, sondern auch andere Firmen, etwa Xiaomi oder Fitbit. Das sorgt für ordentlich Konkurrenz in diesem Segment und interessante Geräte. In diesem Einzeltest geht es um den Aktivitäts-Tracker A370 von Polar. Wie etwa Garmin (Übersicht) oder Suunto (Testbericht) kommt der Hersteller aus dem klassischen Sportbereich.

In dieser Themenwelt sind bereits folgende Tests erschienen:

Der A370 ist mit 24 mm deutlich breiter als etwa der Xiaomi Mi Band 3 (Testbericht). Auf den ersten Blick ist klar, dass es sich um ein Fitness-Geräte und nicht eine schicke Uhr handelt. Das liegt auch am breiten Silikonarmband. Der Vorteil daran ist, dass der Tracker angenehm zu tragen ist, auch wenn man ihn etwas fester zieht. Der eigentliche Tracker lässt sich einfach aus dem Armband herausnehmen. Sowohl Polar als auch andere Anbieter haben Alternativen (Übersicht Techstage Preisvergleich), etwa in Rot, im Angebot. Dabei sind die Armbänder aber immer aus Silikon, wer tagsüber lieber Leder, Metall oder ein Stoffarmband tragen möchte, der sollte eher zu einem Fitbit Charge 3 (Testbericht) greifen.

Der A370 lässt sich aus seinem Armband herauslösen.

Wie bei den meisten Trackern, mit Ausnahme des Samsung Gear Fit 2 Pro (Testbericht), geht ohne App erstmal gar nichts. Das Setup ist dabei einfach, die App für iOS und Android führt den Nutzer durch das Setup. Auch Firmware-Updates lassen sich direkt darüber installieren. Wer den Tracker verschenkt, der sollte also sicherstellen, dass der oder die Beschenkte ein vernünftiges WLAN besitzt, sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Neben der mobilen App lässt sich der Polar-Tracker auch über einen PC einrichten. Wem das vorinstallierte Design nicht gefällt, kann die Anzeige gegen ein anderes Watch-Face tauschen. Dazu muss man nur lange auf das Display drücken, nach ein paar Sekunden kann man durch alle hinterlegten Designs wechseln.

Die Polar Flow App für den Fitness-Tracker und alle anderen Polar-Geräte ist ziemlich minimalistisch. Sie setzt zwingend ein Nutzerkonto bei Polar voraus. Nachdem die App im letzten Jahr in die Schlagzeilen kam, weil sie die Position von (geheimen) Militäreinrichtungen (heise News) verriet, teilt sie inzwischen deutlich weniger Daten.

Die Startseite begrüßt den Nutzer mit einer Uhr, auf der die verschiedenen Informationen zu Aktivität, Training, Puls und Schlaf eingetragen sind. Tippt man auf die Uhr, schlüsselt die App die Daten weiter auf. Weiter unten stehen zusätzliche Details, etwa die Schritte, die Aktivitätszeit oder Informationen zum Schlaf.

Alles in Allem ist die App gut, im Test hatten wir aber immer wieder Probleme mit der automatischen Synchronisation von Daten. Dieser Abgleich lässt sich auch automatisch anstoßen, indem man die Zurück-Taste am Tracker gedrückt hält, dennoch verlor der Tracker immer wieder und nicht nachvollziehbar die Verbindung zum Smartphone. Mehr dazu im Bereich „Benachrichtigungen”.

Gut gefallen hat uns, dass man die Daten mit anderen Apps teilen kann. Dazu gehören MyFitnessPal, Strava, TrainingPeaks, Nike+ Run Club oder Google Fit. Sprich, die Informationen liegen nicht im Datensilo bei Polar, sondern lassen sich in anderen Apps nutzen.

Wie die meisten anderen Fitness-Tracker zählt der Polar A370 nicht nur die Schritte, sondern wertet auch andere Aktivität, etwa gemütliches Radfahren. Das führt dazu, dass sich das tägliche Ziel recht zügig erreichen lässt. Schön wäre gewesen, wenn die Polar App die Daten auswerten und die Ziele anpassen kann, wie es etwa Garmin tut.

Gut gefällt die dauerhafte Pulsmessung, hier leistet sich Polar keine Schwäche. Einzig im Wasser schaltet diese ab, das ist aber normal für fast alle Geräte, die am Handgelenk messen.

Ähnlich wie Garmin fährt auch Polar ein breites Programm an trackbaren Sportarten auf. Bis zu 20 lassen sich für den schnellen Zugriff auf dem Tracker hinterlegen. Deutlich mehr Profile gibt es in der App, darunter Exoten wie Trabrennen, Disc-Golf oder Finnisch Baseball.

Während des Trainings werden Schritte, Puls und die GPS-Koordinaten aufgezeichnet. Letzteres braucht allerdings ein mit dem Tracker verbundenes Smartphone, der A370 hat anders als der Huawei Band 3 Pro (Testbericht) kein eigenes GPS. Im Test mit drei Trainingsläufen hat die Aufzeichnung zweimal funktioniert, einmal hat der Tracker das Smartphone verloren. Das zieht sich überhaupt durch die Nutzung, die Software auf dem Tracker kann nur unzureichend mit der App auf dem Smartphone kommunizieren. Uns fiel dieses Verhalten mit zwei Smartphones mit Android 9 auf, obwohl sämtliche Einstellungen für die Kommunikation der beiden Geräte gesetzt waren. Schade, denn wenn man schon Connected GPS nutzt, dann muss dies auch funktionieren. Andere Hersteller, etwa Fitbit oder Garmin zeigen, wie das besser geht.

Ein anderes Manko ist das Display. Die Farben sehen zwar gut aus, in der prallen Sonne während des Trainings ist es aber schwer abzulesen.

Gut gefallen hat uns, dass man den Polar A370 mit einem externen Bluetooth-Pulsgurt koppeln und so dessen Daten nutzen kann. Das ist beispielsweise für Schwimmer interessant. Polar gibt dem A370 eine Wasserdichtigkeit von WR30. Das bedeutet, dass er bis 30 Meter gegen Wasser geschützt ist. Allerdings kann man damit nicht tauchen, sollte allenfalls schwimmen oder das Gerät mit unter die Dusche nehmen. Die Koppelung geht auch in die andere Richtung, der A370 kann beispielsweise Pulsdaten an einen Fahrradcomputer liefern.

Bei den Benachrichtigungen ist das Problem der verlorenen Verbindung noch klarer als beim Training. Eigentlich sollten die sogenannten Smart Notifications den Nutzer über alles informieren, was auf dem Gerät ankommt. Wenn die Verbindung steht, dann ist das auch problemlos möglich. Der Tracker vibriert kurz, auf dem Display werden seitlich laufende Songs, E-Mails, eingehende Anrufe oder WhatsApp-Nachrichten angezeigt. Soweit, so sinnvoll. Allerdings verlor auch hier der Tracker immer wieder die Verbindung zum Smartphone. Sie ließ sich nur wiederherstellen, indem man Polar Flow auf dem Smartphone öffnet und eine manuelle Synchronisation anstößt.

Es ist die Frage, ob es an Polar liegt oder an Android 9 Pie. Im Internet finden sich zahlreiche Meldungen von Besitzern eines Fitbit oder eines Xiaomi Mi Band 3, die immer wieder Probleme mit Verbindungen haben. Wir werden das Problem weiter im Auge behalten, dennoch wirkt es so, als würde Polars Software noch nicht ganz rund laufen.

Wer den Fitness-Tracker des Nachts trägt, bekommt am Morgen eine Übersicht zur Schlafzeit. Diese zeigt neben der Zeit, die man im Bett lag, auch die konkrete Schlafzeit an – oft gibt es hier deutliche Unterschiede. Die Auswertung in der App ist durchaus gelungen, allerdings weniger schön und aufschlussreich, als es etwa Fitbit beim Charge 3 (Testbericht) oder Huawei beim Band 3 Pro (Testbericht) macht. Gut gefällt aber, dass man bei Polar ein kurzes Feedback zum Schlaf erhält, etwa „Gewünschte Schlafmenge, schlechte Qualität”.

In den Einstellungen kann man nicht nur eine „Nicht stören”-Zeit einstellen, sondern auch den Wecker definieren. Dieser lässt das Armband zur angegebenen Zeit vibrieren. Die Vibration ist dabei stark genug, um auch den tief schlafenden Tester aufzuwecken.

Die Micro-USB-Ladebuchse findet sich unter einen kleinen, leicht zu verlierenden Abdeckung.

Mit der integrierten 100 mAh-Batterie hält der Polar-Tracker in der Praxis rund vier Tage durch, bevor er wieder an den Strom muss. Dann sind aber auch die kontinuierliche Pulsmessung, das Schlaftracking und die Benachrichtigungen aktiv. Das ist ein guter Wert, aber weit hinter den unglaublichen zwei Wochen des Mi Band 3.

Geladen ist der Tracker in knapp 90 Minuten. Etwas nervig ist, dass Polar den Micro-USB-Anschluss hinter einen Plastikabdeckung verbirgt, die nicht nochmal am Gehäuse befestigt ist. Verschwindet diese Abdeckung, gibt es unter Umständen Probleme mit der Wasserdichtigkeit.

Polar liefert den A370 in verschiedenen Ausführungen und Farben. Dabei ändern sich nur die Länge und die Farbe des Armbandes, der eigentliche Tracker ist immer schwarz. Beim Kauf sollte man unbedingt auf die Größenangabe achten, es gibt den A370 immer in small und large. Large ist für breite Handgelenke gedacht, small eher für die kleineren.

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Medium/Large schwarz (90064882)

Polar A370, schwarz, large

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Small schwarz (90071383)

Polar A370, schwarz, small

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Medium/Large weiß (90064879)

Polar A370, weiß, large

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Small weiß (90064877)

Polar A370, weiß, small

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Medium/Large blau (90070097)

Polar A370, blau, large

Polar A370 Aktivitäts-Tracker Medium/Large rubin (90070095)

Polar A370, rubin, large

Traggefühl und Tracking des Polar A370 ist sehr gut. Die App ist minimalistisch gehalten, zeigt aber alle relevanten Informationen an. Problematisch ist die Software, die immer wieder Zicken machte. Eine unterbrochene Verbindung ist einfach nervig, vor allem, wenn es um die Route beim Training geht.

Wir empfehlen den Polar A370 allen, die einen praktischen Begleiter für den Alltag und einfache Sport-Sessions suchen. Gerade, wer schon ein anders Produkt von Polar hat, etwa einen Fahrradcomputer oder eine Bluetooth-Pulsgurt, kann mit dem A370 seine Ausstattung sinnvoll erweitern.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige