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Philips Wakeup Light im Test: Licht statt Lärm

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Natürlich aufwachen statt Herzinfarkt durch schrille Wecker. Wir testen, ob der Lichtwecker Philips Wakeup Light das Versprechen vom sanften Wecken erfüllt.

Im Grunde ist das Wakeup Light ein Lichtwecker mit smarten Funktionen. Wir testen im Rahmen unserer Themenwelt rund um besseren Schlaf, ob Licht besser weckt als Geklingel.

Bislang sind folgende Tests und Artikel in der Themenwelt Schlaf-Gadgets erschienen:

Das Wakeup Light von Philips kommt im futuristischen Design. Die kreisrunde Lampe mit Loch in der Mitte sitzt auf einem schmalen Stand, der durch fünf Gummifüße stabil auf dem Nachttisch steht. Die Lampe im weißen Gehäuse steht fest, neigen lässt sie sich nicht. Unter dem Loch in der Mitte befindet sich ein eingebautes Touchdisplay, sodass zum Beispiel der Wecker auch ohne Smartphone gestellt werden kann. Auf dem oberen Rahmen kann man per Touch das Licht ein- und ausschalten.

Der gesamte Ring des Wake Up Lights wird im Betrieb beleuchtet.

Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für Strom, USB zum Aufladen von Smartphone oder Tablet sowie ein AUX in. Zwei Kabel kommen ebenfalls aus der Rückseite. Eines ist die Antenne für den Radioempfang, das andere ist der Umgebungssensor, der Lautstärke, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und Temperatur aufzeichnet, um die aktuelle Schlafumgebung zu bewerten.

Zur Inbetriebnahme muss das Smartphone durch die SleepMapper-App für Android und iOS mit dem Wecker verbunden werden. Eigentlich sollte das ganz schnell und einfach gehen, doch in unserem Test hat nichts funktioniert und das Smartphone konnte sich nicht verbinden. Erst durch ein Telefonat mit einem englischsprachigen Techniker und einigen geheimen Knopfkombination für das Zurücksetzen bestimmter Bauteile, konnten wir eine Verbindung herstellen. Dann hat es zwar funktioniert, doch die App macht immer noch jeden Tag Probleme. Wir mussten sie nach dem ersten Öffnen erst noch einmal schließen und neu starten. Dann erst konnte sie eine Verbindung zum Wakeup Light finden.

Die App sammelt außerdem Daten und zeigt sie an – allerdings nur, wenn man auch dem Senden aller Daten an Philips zustimmt. Das Gerät zeichnet aktuell immer die Schlafzimmertemperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Lichtstärke und die Lautstärke auf. Genau sind die Messwerte allerdings nicht. Selbst wenn es mucksmäuschenstill ist und man sich selbst kaum atmen hört, zeigt die App einen zu lauten Geräuschpegel von etwa 50dB an (entspricht einer Straße mit wenig Verkehr). Unsere Kontrollmessgeräte zeigen an selber Stelle 19dB. Auch die Temperatur wird vom Gerät immer etwa drei Grad zu hoch angezeigt.

Wenn man daran denkt, am Abend das Schlafenszeit-Tracking manuell zu starten, zeichnet die App bis zum Weckerklingeln die Zeit im Bett auf. Da hier aber weder Schlafphasen noch Wachphasen registriert werden, sind diese Daten eher wenig hilfreich. Zumal man es sehr einfach vergisst zu aktivieren. Wer an umfangreicheren Schlafdaten interessiert ist, sollte zu einem Schlaftracker wie zum Beispiel der Withings Sleep-Matte (Testbericht) oder einem Fitness-Tracker mit Schlafüberwachung (Bestenliste) greifen.

Die konkreten Weckfunktionen definiert die App. Neben der Uhrzeit entscheidet sich der Nutzer außerdem für ein Lichtdesign. Das sind vier verschiedene Lichtstimmungen von einem rot bis zu einem eher weißgelben, sonnigen Tag. Außerdem werden die Lichtintensität und die Dauer des simulierten Sonnenaufgangs festgelegt. Zusätzlich entscheidet man sich für einen Weckton. Acht verschiedene Geräuschkulissen stehen dabei zur Auswahl. Das sind zum Beispiel Frösche am See (Summer Lake), verschiedene Vögel (Forest Birds, Summer Birds), Klangschalen (Nepal Bowls) oder Meeresrauschen (Ocean Waves). Alternativ kann auch einer von fünf Radiosendern verwendet werden. Diese lassen sich separat einstellen. Wer durch leichte, natürliche Klänge nicht aus dem Bett zu kriegen ist, der aktiviert die Power-Wake-Funktion und bekommt einen lauten Ton und ein helles Blinklicht.

Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse und der Lautsprecher. USB-, Strom- und AUX-Anschluss sind unter dem Lautsprecher angebracht.

Zum besseren Einschlafen simuliert das Wakeup Light einen Sonnenuntergang. Auch hier wählt der Nutzer aus den vier Lichtstimmungen und fünf Einschlaftönen (Radiosender, Regen, Meeresrauschen, Unterwasser oder Frösche am See) aus. Lautstärke, Dauer und Lichtintensität lassen sich ebenfalls anpassen. Über die Zeit verschwinden Licht und Töne langsam. Im Test ist diese Option sehr positiv aufgefallen. Vor allem die Kombination aus rotem Licht (Caribbean red) und dem Klang von leichtem Regen ist sehr entspannend.

Eine weitere Entspannungsoption ist der Modus Relax Breath. Hier stellt der Nutzer eine Atmungsfrequenz und eine Dauer ein und entscheidet sich, ob die Entspannungsübung per Licht oder Sound ausgeführt werden soll. Dann leuchtet oder tönt das Gerät im Rhythmus, in dem man nun atmen soll.

Die passenden Einstellungen zu finden, kann einige Zeit und viele Versuche in Anspruch nehmen. Nur wenn man die optimale Kombination aus Lichtstimmung, Intensität, Klang und Lautstärke gefunden hat, tritt auch ein angenehmer Entspannungseffekt ein.

Am oberen Rand wird per Touch das Licht ein- und ausgeschaltet.

Das Wakeup Light ist ein toller Lichtwecker. Das Einschlafen und Aufwachen ist dank der Lichtsimulation und der vorinstallierten Klänge sehr angenehm. Insgesamt macht das System aber noch einen unfertigen Eindruck. Die App läuft nicht stabil und verliert öfter die Verbindung zum Gerät, die Messwerte sind ungenau.

Wer also einen Lichtwecker sucht, bekommt mit Philips Wakeup Light Lichtwecker für 270 Euro ein gutes Gerät. Für das Messen von Schlafdaten und dem allgemeinen Klima im Schlafzimmer sollte man auf andere Lösungen (wie zum Beispiel Withings Sleep (Testbericht) oder die Netatmo Wetterstation (Testbericht)) zurückgreifen.

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