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Phicomm Smart Scale S7 im Test: hohe Genauigkeit, guter Preis

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Die Smart Scale S7 von Phicomm ist eine vernetzte Körperwaage für einen Preis von 80 Euro. Sie erfasst unter anderem Gewicht und Muskelmasse über acht Elektroden. Zusätzlich steht ein Handgerät für die Ermittlung der Oberkörperwerte bereit. Damit möchte die Waage exaktere Ergebnisse liefern und hebt sie sich so von der Konkurrenz ab. Wir haben getestet, wie gut das funktioniert.

Die Smart Scale S7 kommt gut und sicher verpackt zum Kunden. In dem 2,9 kg schweren Paket befinden sich neben der Waage noch Verbindungskabel sowie die Bedienungsanleitung.

Batterien für den Betrieb sind nicht dabei, denn die Phicomm-Waage besitzt einen integrierten Akku mit 2000 mAh. Ein interessanter Ansatz des Herstellers, denn die smarten Waagen von Nokia, Xiaomi, Garmin und Co. laufen mit AAA- oder AA-Batterien. Der Akku der Phicomm-Waage lädt über das mitgelieferte Kabel mit Micro-USB auf. Nach Angaben des Herstellers soll eine einzige Ladung für die Nutzung bis zu einem Jahr reichen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Angabe eher optimistisch ist. In der Regel reicht die Laufzeit 10 bis 11 Monate.

Die Smart Scale S7 ist hochwertig verarbeitet. Der untere Teil des Gehäuses ist aus Kunststoff. Darüber sitzt die Glasplatte, auf die sich der Nutzer hinstellt. Die vier Füße der Waage haben eine gummierte Fläche gegen Wegrutschen. Zusätzliche Füße für die Anwendung auf Teppichboden waren im Lieferumfang nicht dabei.

Mit einer Gerätehöhe von 15 mm ist die Phicomm-Waage deutlich schlanker als beispielsweise die Aria 2 von Fitbit (Testbericht) mit 31,2 mm. Wie kommt das? Phicomm trickst bei der Bauweise: Die vier angebrachten Elektroden befinden sich nicht unter der Glasplatte, wie es sonst üblich bei Körperwaagen ist, sondern schauen wenige Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Störend ist das nicht – das Design ist einfach anders. Die rechteckige Form der S7 erinnert ein wenig an die Garmin Index (Testbericht). Das Gewicht beträgt 2 kg.

Nutzer in Foren und sozialen Netzwerken bemängeln fehlende Geradlinigkeit bei der S7. Die Elektroden seien leicht verdreht und stünden nicht parallel zu den anderen Elementen, ließt sich aus privaten Erfahrungsberichten heraus. Bei unserem Testgerät ist alles im Lot, trotzdem sollten Käufer gleich bei Lieferung respektive beim Auspacken einen Blick auf die Qualität werfen.

Im Vergleich zu der Waage ist das Handstück mit seinen Elektroden weniger hochwertig verarbeitet: Wegen des leichten und steifen Kunststoffs wirkt es ein wenig billig, wie ein Spielzeug.

Zusätzlich zum Körpergewicht misst und ermittelt die Smart Scale S7 sechs weitere Werte: Darunter Knochen- und Muskelmasse, Körperfett und Wasseranteil sowie Bauchfett. Das Handstück gleicht einem Stab – dies müssen Anwender beim Wiegen mit beiden Händen umschließen. Aus den Daten des Stabs und denen der Waage sowie den angegebenen Körpergröße errechnet das Gerät den Body-Mass-Index (BMI).

Unter der Glasplatte der S7 sitzt ein hell leuchtendes Display. Darauf zeigt die Waage das Gewicht an – und leider auch nur das Gewicht. Die restlichen Werte sind in einer App einsehbar. Nokia Health respektive Withings machen es mit der Nokia Body+ (Testbericht) besser: Sie zeigt nicht nur Körpergewicht, BMI, Fett und Trend an, sondern auch noch das Wetter.

Das angezeigte Gewicht auf der Phicomm-Waage stimmt mit den Werten anderer Waagen exakt überein. Auch der Fettanteil aus der Messung ist bis auf einige Nachkommastellen mit professionellen Systemen identisch. Ein sehr genaues Ergebnis ist ebenfalls bei der Muskel- und Knochenmasse sichtbar. Dass die Werte so genau sind, ist bei Personenwaagen nicht immer der Fall: Die bisher getesteten Waagen messen lediglich über die Beine und interpolieren den Oberkörper. Die Smart Scale S7 misst stattdessen mit einem Handstück und vier weiteren Elektroden. So kommt ein beständigeres Ergebnis heraus, so wie vom Sportarzt oder im Fitness-Studio bekannt.

Die Zusammensetzung des Körpers entsteht über das Verfahren der bioelektrischen Impedanzanalyse, wie es gängig bei allen Körperwaagen ist. Schwangere sollten sich nicht auf die Waage stellen, genau wie Personen mit Herzschrittmacher.

Verwalten lässt sich die Smart Scale S7 über eine Applikation. Sie ist kostenlos erhältlich für iPhone sowie Android-Smartphones. Die Phicomm-Waage lässt sich mit zehn Konten mit je zehn Benutzern steuern – also maximal 100 Nutzern.

Die Einrichtung der App nimmt wenige Minuten in Anspruch. Das System fragt zunächst nach Standort, Alter, Größe und Gewicht. Danach verbindet sich die App mit der Waage. Einmal alles eingerichtet, baut die S7 die Verbindung zum Internet auf. Hierfür nutzt die Waage WLAN.

Während die Waage lediglich das Gewicht anzeigt, lässt sich über die App die restlichen Werte sowie weitere Analysen zum Körper einsehen. Zum Beispiel der Grundumsatz oder das biologische Alter. Ein sogenannter Body Score will Nutzern den Gesundheitszustand ihres Körpers ermitteln.

Die Smart Scale S7 von Phicomm ist eine intelligente Personenwaage mit App-Anbindung. Sie kostet weniger als die Markenprodukte Fitbit Aria 2 oder Garmin Index. Gleichzeitig misst sie mithilfe des Handstücks akkurater. Wer lediglich eine digitale Orientierung braucht, ob sie oder er zu- oder abnimmt, kommt auch mit der Bluetooth-basierten Eufy Bodysense für 50 Euro klar. Wem jedoch genauere Werte wichtig sind und die automatische Synchronisierung über Wlan bevorzugt, macht mit dem Kauf der Phicomm Smart Scale S7 nichts falsch.

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