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Peripage A6 im Test: Foto-Sticker-Drucker für 35 Euro

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Man nehme einen Kassenzetteldrucker, male Augen und Nase drauf – und fertig ist ein kleiner Schwarz-Weiß-Fotodrucker mit mieser Qualität und gigantischem Spaßfaktor.

Goojprt kennt jeder. Nicht? Nun, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man zumindest schon mal einen Kassenzettel in der Hand hatte, der von einem der kleinen und häufig portablen Thermopapierdrucker ausgespuckt wurde. Groß ist der chinesische Hersteller des Peripage etwa beim Verkauf von Mini-Druckern für Taxi-Fahrer oder Bondrucker für Kellner in der Systemgastronomie. Nun wollen die Chinesen ihre Technik mit dem Peripage in Endkundenhände geben. Können die denn was mit einem Thermodrucker anfangen?

Der kleine Drucker misst gerade einmal 7,9 mal 7,9 mal 4,2 Zentimeter – von der Fläche her ist das weniger als eine Zigarettenschachtel, allerdings etwas höher. Das Plastikgehäuse wirkt nicht sonderlich edel, aber auch nicht billig. Der Kunststoff ist erfreulich massiv, die Ecken sind sauber abgerundet, es gibt keine hässlichen Kanten, nichts knarzt. Die angedeuteten Augen sowie die aufgedruckte „Nase“ auf der Oberseite sorgen für einen kindlichen Look, für den man sich aber auch als junggebliebener Erwachsener nicht schämen muss – zumindest, wenn man sich bei der Bestellung für die weiße Ausführung entscheidet.

Eine etwas windige Mechanik hält die obere und die untere Hälfte des Druckers zusammen; hinten per Scharnier, vorne mit dünnen Kunststoffhäkchen, denen wir zunächst mal gar nichts zugetraut haben – die aber nun bereits einige Wochen harten Alltagseinsatz und Dauertransport im Rucksack mitgemacht haben, ohne Verschleißerscheinungen zu zeigen.

Viele Elemente gibt es nicht: Eine USB-Buchse zum Laden des internen, 1000 mAh starken Akkus, ein Ein-Aus-Taster mit farbiger Beleuchtung, das war's.

Nicht viel drin: Der Peripage A6 ist dank Thermo-Drucktechnik sehr simpel aufgebaut.

Zur Vorbereitung schiebt man die obere Hälfte des Druckers ein oder zwei Millimeter nach vorne und kann ihn nach oben aufklappen. Im Innern ist Platz für eine kleine Rolle Thermopapier (57 Millimeter breit, 30 Millimeter Durchmesser), die einfach eingelegt und nach draußen geführt wird. Zuklappen, los geht's.

Je nach bestelltem Paket sind unterschiedliche Papierrollen mit dabei, außerdem gibt es diverse Varianten als Zubehör. Der Klassiker ist das „Bonpapier“, dünn und weiß – auf Wunsch gibt es das auch eingefärbt, die Papierrolle ist dann blau, gelb oder rosa. Es gibt vorgefertigte und farbig vorgedruckte Aufkleber in unterschiedlichen Formaten sowie ein selbstklebendes Endlospapier, was in der Praxis den größten Spaßfaktor mitbringt.

Gedruckt wird mit der Thermotechnik: Das Papier wird beim Transport pixelgenau erhitzt und färbt sich an diesen Stellen schwarz. Peripage ist also ein reiner Schwarz-Weiß-Drucker, Graustufen oder gar Farben sind nicht drin. Einzige Möglichkeit, an Farbe zu kommen, sind die vorab eingefärbten Papierrollen – der Druck ist aber auch dann nur schwarz und ziemlich grobpixelig.

Daran erkennt man auch die Herkunft des Produkts. Text auf Weiß, der klassische Kassenzettel, ist die Domäne des Peripage: Das Schriftbild ist hervorragend, die Druckgeschwindigkeit hoch. Fotos sind okay – man kann zumindest erkennen, was sie darstellen sollen. Verglichen mit den portablen Farbfotodruckern (Sechs Mini-Fotodrucker im Vergleich), kann der Peripage allerdings so gar nicht mithalten. Außer in einem Punkt: Dem Preis pro Ausdruck. Bei den Farbdruckern kostet ein Foto-Aufkleberchen mit gut 5 × 5 Zentimetern 40 bis 55 Cent. Wer die Peripage-Rollen in China ordert, bekommt für etwa 3 Euro drei Rollen mit jeweils mehreren Metern selbstklebendem Druckerpapier. Nein, die Fotos können sich nicht sehen lassen – aber ja, man kann den Nachwuchs stundenlang beschäftigen, ohne aufs Geld achten zu müssen.

Der Foto-Druck in Schwarz-Weiß ist sehr rudimentär. Immerhin: Man erkennt, was zu sehen ist, und die Materialkosten sind gleich Null.

Angebunden wird der Drucker per Bluetooth ans Android- oder Apple-Smartphone. Die kostenlose Peripage-App ist auf den ersten Blick als chinesisch zu erkennen: Sie funktioniert, aber sie ist weder besonders logisch aufgebaut, noch gut zu bedienen. Man kann „layouten“, also Grafiken, Fotos und Text frei auf dem Touchscreen verschieben, drehen und vergrößern, auch komplette Webseiten lassen sich ausdrucken (ein TechStage-Artikel passt problemlos auf ein bis zwei Meter Rolle) und QR-Codes generieren und zu Papier bringen.

Mit dabei ist ein mehr oder weniger sinnvoller Katalog an vorgefertigten Druckvorlagen, darunter etwa Sudoku-Spiele in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Stift-Labyrinthe, Kreuzworträtsel und Vorlagen zum Ausmalen. One fits all, mit den Ergebnissen kann man sowohl Erwachsene als auch Kinder erfreulich lang beschäftigen.

iLeadtek Peripage A6 Instant Drucker weiß, Fotodrucker

Weiß

(Kein Produktbild vorhanden)

Pink

Nüchtern betrachtet ist der Peripage kein überzeugendes Produkt. Viel zu schlecht ist die Druckqualität, um bei Fotos eine Rolle zu spielen, und zu eingeschränkt sind die Einsatzzwecke eines Thermopapierdruckers im privaten Umfeld.

Was macht man nun also mit so einem Drucker? Die Anzahl der Aufkleber in unserem Umfeld hat massiv zugenommen. Überall finden sich kleine Zettelchen und Sticker mit sinnvollen Erinnerungen oder kindischen Witzen, mit Fotos aus früheren Zeiten, mit kleinen Erinnerungen. Es gibt To-Do-Listen und QR-Codes, und der ein oder andere Falschparker hat einen entsprechenden, nett gemeinten Hinweis unter seinem Scheibenwischer vorgefunden, der zumindest aus der Entfernung ganz schön echt aussieht.

Einen echten Grund, warum man den Peripage braucht, haben wir nicht gefunden. Dennoch möchten wir ihn nicht missen: Er hat schon für deutlich mehr Spaß und Unterhaltung gesorgt, als es der Gegenwert beispielsweise in Kinokarten machen würde.

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