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Parrot Swing im Test: Halb Drohne, halb Flugzeug

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Die Parrot Swing sieht aus wie ein X-Wing und verspricht maximalen Flugspaß auch für Einsteiger. TechStage hat das 30-Euro-Gadget getestet und erklärt, wann sich der Kauf lohnt.

Die Parrot Swing ist bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt. Mit einer UVP von über 130 Euro war sie als Spielzeug allerdings einfach zu teuer. Da der Hersteller das Modell nicht weiter herstellt, ist der Preis aber derart gefallen, dass wir dem Gadget trotzdem noch einmal Aufmerksamkeit schenken.

Die Parrot Swing erinnert im ersten Moment an ein kleines Flugzeug im die X-Wings-Design aus Star-Wars. Zwischen den X-Förmig angeordneten vier Flügeln aus sehr widerstandsfähigem Styrodur sitzt die schwarz-weiße Kanzel des Fluggerätes mit dem Akku und der Steuerelektronik. An jedem der vier Ausleger ist ein kleiner Bürstenmotor mit Propeller angebracht. Die Status LEDs auf der Vorderseite der Kanzel wirken wie zwei kleine leuchtende Augen. Insgesamt sieht die Swing sehr futuristisch und ungewöhnlich aus. Auf der Rückseite befinden sich eine winzige Kameralinse, ein Ultraschallsensor, die Micro-USB-Buchse zum Aufladen und der Einschub für den Akku.

Mehr ist zum Fliegen nicht nötig.

Der kleine schwarze Handsender im Design eines Konsolencontrollers verfügt über einen internen Akku, der vollgeladen gut fünf Stunden lang durchhält. Zum Nachladen ist der Kunststoff-Fernsteuerung ist ein Micro-USB-Port zuständig. Für die Befestigung eines Smartphones am Sender gehört eine kleine Halterung zum Aufstecken zum Lieferumfang – da wir das Telefon zum Fliegen nicht benötigen, haben wir diese im Test aber kaum genutzt.

Parrot Swing (12 Bilder)

Die beiden Status-LEDs wirken wie ein Augenpaar.

Hat man die Swing zum ersten Mal in der Hand, macht sich schnell Verunsicherung breit. Abhängig von der Lage der Swing wirkt sie entweder wie ein Flugzeug oder dann doch eher wie eine Quadcopter. Und genau hier liegt die Besonderheit des Hightech-Spielzeugs: Die Parrot Swing ist Beides! Ein Hybrid aus einem Flieger mit vier Tragflächen und einer Drohne.

Für Start und Landung zeigen die Propeller der Swing senkrecht in den Himmel. Ist sie dann in der Luft, hat der Pilot die freie Wahl zwischen präzisen, aber langsamen Quadcoter und einem deutlich spritzigeren, wenn auch weniger genau steuerbarem, Flugzeug. Zum Umschalten der Flugmodi reicht ein Tastendruck an der Fernsteuerung.

Die Swing ist ein Hybrid aus Flächenflieger und Quadrocopter.

Die Flugzeit des im Lieferumfang enthaltenen Akkus beträgt zwischen sechs und sieben Minuten. Das Aufladen dauert gut eine dreiviertel Stunde. Geht der Akku zuneige oder verliert das Fluggerät die Verbindung zum Sender, schalten die Motoren ab und die Swing fällt zu Boden.

Start und Landung leitet der Pilot per Tastendruck ein – den Rest erledigt die Swing automatisch. Nach dem Auslösen des Startbefehls laufen zunächst die kleinen Motoren an. Wenige Sekunden später hebt das Gadget ab und steigt auf eine Höhe von knapp einem Meter. Dort verharrt sie, bis sie neue Befehle erhält. Bei der Landung im Drohnenmodus sinkt das Gadget es den Bodden erreicht hat. Die Motoren stoppen wenige Sekunden später.

Für die ersten Flugversuche empfehlen wir den Quadcopter-Modus, da die Swing hier deutlich präziser und weniger agil unterwegs ist. Egal ob Realacc R20 (Testbericht) oder Mini-Drohne S9W (Testbericht) – bisher hatten wir noch keine Spielzeug-Drohne in dieser Preisklasse, die derart gutmütig und präzise fliegt. Durch den Ultraschallsensor orientiert sich die Swing bei niedriger Flughöhe an der Bodenstruktur. So steht sie verhältnismäßig stabil in der Luft und hält die Höhe. Die integrierte Lageerkennung sorgt außerdem für ein sehr sauberes und gleichmäßiges Flugbild. Während man gerade bei günstigen RC-Coptern häufig korrigieren und gegensteuern muss, um ein Abdriften zu vermeiden, macht es einem die Swing wirklich einfach. Mit der Steuerung kommen auch Anfänger und Kinder ab etwa 10 Jahren sehr gut und schnell zurecht. Insbesondere bei den ersten Flügen sollte aber genügend Platz zur Verfügung stehen, um Beschädigungen und Zusammenstöße zu vermeiden. Geübte Drohnenpiloten können die Drohne auch durch Büroräume oder Wohnzimmer manövrieren.

Das Flugverhalten ist für ein Spielzeug erstaunlich gut.

Um in den Flugzeugmodus zu kommen, muss das Gadget bereits in der Luft schweben. Dann reicht ein Druck auf eine der Schultertasten des Handsenders und die Swing verändert ihre Fluglage. Sie kippt dann leicht nach vorne und beginnt kontinuierlich vorwärts zu fliegen. Wenn der Pilot nicht eingreift, behält die Swing diese Position bei. Insgesamt stehen drei Geschwindigkeitsstufen zur Wahl. Je öfter der Flugzeug-Taster gedrückt wird, desto weiter senkt der Flieger seine Nase und desto schneller wird auch der Flug. Mit etwas Übung und Geschick sind dann nicht nur flotte Vorbeiflüge, sondern auch Loopings, Rollen und 180-Grad-Drehungen möglich. Zum Landen geht die Swing zunächst in den Quadcopter-Modus, bevor sie zu Boden sinkt.

Laut Parrot erreicht die Swing Geschwindigkeiten bis zu 30 km/h und hat eine Reichweite von 60 Metern. Da das kleine Fluggerät auf größere Distanzen deutlich schwieriger zu erkennen und zu steuern ist, finden wir das für ein Spielzeug gut ausreichend. Die tatsächliche Geschwindigkeit wird stark vom Wind beeinflusst. Bei einem Abfluggewicht von lediglich 73 g, den kleinen Motoren und der verhältnismäßig großen Flügelfläche ist dies nicht verwunderlich.

Wer bisher keine Erfahrung mit RC-Fliegern hat, sollte sich für diesen Flugmodus unbedingt auf eine ausreichend große und freie Fläche begeben. Der Redakteur hatte dies nicht beachtet und so endeten die ersten Flugversuche immer an einem Baum. Dies hat die Swing überraschenderweise völlig ohne Schäden überstanden. Weder Motoren, Propeller noch Flügel haben irgendwelche Beschädigungen davongetragen. Das ist sowohl der stabilen Bauweise als auch dem niedrigen Gewicht zu verdanken. Sollte doch mal ein Propeller zu Bruch gehen, hat der Hersteller vorgesorgt und vier Stück als Ersatz beigepackt.

Alternativ ist auch eine Steuerung per App und Smartphone möglich. Das funktioniert zwar, ist im Vergleich zur Nutzung des Controllers allerdings weniger intuitiv und direkt. Der zweite Nachteil ist die deutlich geringere Reichweite, die nur etwa 10 bis 15 Meter beträgt.

Wir nutzen die App zwar nicht zum Steuern, aber sie ist trotzdem unverzichtbar. In der App Freeflight Mini sind nämlich zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten vorhanden, um beispielsweise die Steuerung, die maximale Flughöhe oder die Geschwindigkeit zu verändern. Auch für Firmware-Updates ist die Software zuständig.

Wer möchte, kann mit der integrierten Kamera Fotos schießen. Die Bildqualität ist allerdings derart schlecht, dass wir diese Funktion nicht benutzen. Wer mit einer Spielzeug-Drohne Bilder knipsen will, sollte sich hierfür lieber die DJI Tello (Testbericht) anschaffen. Die ist allerdings auf den Quadcopter-Flugmodus beschränkt und mit 80 bis 90 Euro deutlich teurer.

Parrot Freeflight Mini (8 Bilder)

Das Hauptmenü der sehr übersichtlichen App.

Mit einer UVP von über 130 Euro war die Parrot Swing ein sehr teures Luxus-Spielzeug. Da der Preis aber mittlerweile so stark gefallen ist, lohnt es sich, zuzuschlagen. Die Mischung aus Flugzeug und Multicopter gibt es zwar auch von anderen Herstellern, diese Modelle sind allerdings alle um ein Vielfaches teurer.

Insbesondere Neueinsteiger im Bereich RC-Flug bekommen für den Preis kaum ein anderes Fluggerät mit derart guten Flugeigenschaften. Als Spaß-Flieger für zwischendurch und für absolute Anfänger ist die Swing bestens geeignet. Die UVP erscheint uns deutlich zu hoch – beim aktuellen Marktpreis von knapp 30 Euro lohnt sich die Anschaffung aber.

Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es sich hier um ein Spielzeug, nicht um ein ausgewachsenes Flugmodell handelt. Spaß macht die Swing trotzdem – oder aber gerade deswegen.

Wer allerdings Ansprüche an Reichweite und vor allem Bildqualität hat, braucht etwas anderes. Hier sind Einsteigerdrohnen, wie die DJI Mavic Mini (Testbericht) oder auch die DJI Tello (Testbericht) deutlich besser geeignet.

Im Ratgeber: Abgefahrenes RC Spielzeug bis 50 Euro stellen wir weitere interessante RC-Modelle vor.

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