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Oukitel Mix 2: günstiges China-Phablet mit Hammer-Display

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Das Oukitel Mix 2 ist ein günstiges China-Handy mit einem großen, erstaunlich guten Display. Das alleine macht natürlich noch kein gutes Telefon aus. Ob uns auch der Rest der Ausstattung bei einem Preis von 230 Euro überzeugen konnte, zeigt der Test.

Was beim Oukitel Mix 2 als erstes auffällt, ist das hohe Gewicht. Der Hersteller gibt es mit „nur“ 207,8 Gramm an. Das kam uns etwas wenig vor, und die Waage verrät: In der Tat ist das Handy ein gutes Stück schwerer als die Herstellerangabe. Fast 240 Gramm bringt es auf die Waage. Auch beim Design, das stark an das Xiaomi Mi Mix 2 erinnert, schummelt Oukitel etwas: Zwar sind die Ränder links, rechts und oben recht schmal, der Rand unten jedoch mit fast 1,5 Zentimeter ziemlich dick. Auf den Produktbildern des Oukitel Mix 2 sieht dieser locker nur halb so groß aus.

Abgesehen von den Schummeleien des Herstellers präsentiert sich das Oukitel Mix 2 für ein recht günstiges China-Handy gut verarbeitet und fühlt sich sehr wertig an. Vorn und Hinten gibt es Glas, der Rahmen besteht aus Metall. Die Rückseite ist allerdings ein Fingerabdruckmagnet und schreit danach, öfter mal mit einem Tuch wieder sauber gewischt zu werden.

Obwohl unterhalb des Displays noch genug Platz wäre, kommen On-Screen-Buttons zum Einsatz. Unter dem Bildschirm sitzen nur die verbauten Sensoren und die Frontkamera. Unten gibt es einen Mikro-USB-Anschluss, Lautsprecher und Mikrofon; oben sitzt der Kopfhörerausgang. Die Hauptkamera ist mit ihren zwei Linsen auf der Rückseite ganz oben links untergebracht, ein Fingerabdrucksensor sitzt gut zu erreichen mittig im oberen Drittel. Power-Button und Lautstärkewippe sind auf der rechten Seite des Telefons, links der Hybrid-Schacht für zwei SIM-Karten bzw. eine SIM- und eine microSD-Karte.

Angetrieben wird das Oukitel Mix 2 von einer Mediatek-CPU des Typs Helio P25 mit vier sparsameren (Maximaltakt 1,7 GHz) und vier potenteren Kernen (Maximaltakt 2,4 GHz). Ihr stehen 6 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der 64 GByte große interne Speicher lässt sich dank eines microSD-Slots erweitern. Alternativ nimmt das Smartphone dank Hybridslot statt einer Speicherkarte auch eine zweite SIM-Karte auf und agiert dann als Dual-SIM-Handy.

Das Oukitel Mix 2 unterstützt LTE mit allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern; mit WLANs verbindet es sich nach 802.11 b, g und n im 2,4-GHz-Band. 5-GHz-WLAN wird nicht unterstützt. Außerdem sind GPS und Bluetooth 4.2 an Bord, NFC hat das Mix 2 nicht. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 4080 mAh und wird per Schnellladetechnologie mit bis zu 9 V bei 2 A aufgeladen.

Das absolute Highlight des Oukitel Mix 2 ist das mit 2160 × 1080 Pixel sehr hochauflösende 5,99-Zoll-Display im 18:9- respektive 2:1-Format. Das liegt zwar auch an der hohen Auflösung, die für eine gestochen scharfe Darstellung sorgt, vor allem aber an den satten und extrem plastisch wirkenden Farben. Außerdem hat uns das Panel in Sachen Blickwinkelstabilität und Helligkeit überzeugt. Letztere ist aus maximal eingestellt so hell, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dies in irgendeiner Situation so strahlend zu benötigen. Wie bei vielen Geräten mit Mediatek-CPU kann der Nutzer in den Systemeinstellungen noch Einfluss auf die wichtigsten Parameter in Sachen Display nehmen (unter Display/MiraVision).

Bild: Techstage Das Display des Oukitel Mix 2 ist ein echter Hingucker.

Bei der Hauptkamera des Oukitel Mix 2 handelt es sich laut Hersteller um eine Kombination aus 21-Megapixel-Knipse mit f/2.0-Blende und einer 2 Megapixel-Cam inklusive Kontrastautofokus und LED-Blitz. Vorne gibt es eine 13-Megapixel-Frontcam. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass sich die zweite Kamera auf der Rückseite für Tiefenschärfe-Informationen verantwortlich zeigt, wie es bei anderen aktuellen Smartphones ist. Mysteriöserweise bietet die Kamera-App keine entsprechende Option. Auch der Hersteller verrät auf der Produktseite nicht, welche Vorzüge die Dual-Kamera bieten soll. Was die Bildqualität angeht, liefern Frontcam und Hauptkamera eine ordentliche Bildqualität bei guten Lichtverhältnissen. In Low-Light-Szenarien sind die Ergebnisse nicht so berauschend.

Beim Helio-P20-Chip von Mediatek handelt es sich um einen Prozessor der Mittelklasse, der uns schon in einigen Smartphones begegnet ist. Unserer Erfahrung nach bietet er eine recht ordentliche Performance, und das trifft auch beim Oukitel Mix 2 zu. Das Betriebssystem läuft flüssig und ohne Hakler, auch grafisch anspruchsvollere Spiele sind kein Problem. Der Nutzer muss schlimmstenfalls die Grafikqualität herunterschrauben, wobei viele aktuelle Spiele das automatisch anpassen. Dann ist „nur noch“ mit längeren Ladezeiten als bei aktuellen High-End-Smartphones zu leben.

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite macht einen akzeptablen Job. Seine Reaktionszeit ist mit um die zwei Sekunden nicht die schnellste, er reagiert aber sehr zuverlässig. In wie weit er „falsche“ Fingerabdrücke auch zuverlässig ablehnt, haben wir allerdings nicht systematisch untersucht. Der 4080-mAh-Akku sorgt auch bei intensiver Nutzung für eine Laufzeit von locker zwei Tagen. Wer nur selten aufs Display blickt, muss es erst nach drei oder gar vier Tagen wieder an die Steckdose hängen.

Zwar läuft auf dem Oukitel Mix 2 nur Android in Version 7, der installierte Sicherheitspatch im Testzeitraum war jedoch sehr aktuell (vom 5. Januar 2018). Optisch gibt es ein vom Hersteller installiertes Theme. Die Möglichkeit andere Themes auszuwählen und anzuwenden, fehlt. Was den Benachrichtigungsbereich und die Systemeinstellungen angeht, gibt es Stock-Android-Optik und softwareseitig einige Features, die man öfter bei China-Phones findet. Dabei handelt es sich beispielsweise um Zeichengesten, um aus dem Standby heraus gewünschte Apps zu starten, Wischgesten auf dem Display und ein Einhand-Modus.

Oukitel Mix 2 schwarz

Schwarz

Oukitel Mix 2 blau

Blau

(Kein Produktbild vorhanden)

Silber

Für 230 Euro (in manchen China-Shops sogar schon für 160 Euro) bekommt man mit dem Oukitel Mix 2 ein Smartphone mit einem tollen Display und einer ordentlichen Performance. Die Kameras machen einen soliden Job für ein Gerät dieser Preisklasse und die Software ist zumindest vom Sicherheitsstandpunkt aus aktuell. Wirklich was zu mäkeln gibt es von unserer Seite aus am Oukitel Mix 2 also eigentlich nicht, abgesehen von den zwei Punkten, bei denen der Hersteller potenziellen Käufern gegenüber nicht ehrlich ist: Mit 240 Gramm ist das Handy recht schwer und der dicke Rand unterhalb des Displays wirkt optisch etwas überdimensioniert.

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