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Oppo F1 Plus: gut ausgestattetes Großbild-Smartphone im Test

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Mit dem Oppo F1 Plus erscheint im Mai ein großer Bruder des schon länger erhältlichen F1, das wir erst kürzlich getestet haben. Das F1 Plus legt in vielen Bereichen eine Schippe drauf, beispielsweise mit dem vier GByte fassenden Arbeitsspeicher, dem Full HD auflösenden 5,5-Zoll-Display oder der 16-Megapixel-Frontkamera. Wir konnten das Handy vor dem offiziellen Deutschlandstart ausgiebig testen und sind sehr angetan. Was das Oppo F1 alles auf dem Kasten hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Wie das F1 hat das F1 Plus ein sich hochwertig anfühlendes Metallgehäuse. Das Smartphone liegt aufgrund der dünnen Bauhöhe von 6,6 Millimetern, den abgerundeten Seiten und seinen weiteren Abmessungen – es ist 151,8 Millimeter hoch und 74,3 Millimeter breit – gut in der Hand. Allerdings ist das Metallgehäuse recht glatt, weswegen man aufpassen muss, dass einem das Telefon nicht aus der Hand gleitet. Das Gewicht des F1 Plus beträgt 145 Gramm.

Die Lautstärketasten befinden sich auf der linken, der Einschalter auf der rechten Seite des Gerätes. Unten sitzt der Lautsprecher, ein Kopfhörer-Eingang und der microUSB-Anschluss. Neben einem Home-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner sind direkt unterhalb des Displays noch zwei kapazitive Tasten für „Zurück“ und das Aufrufen des Multitasking-Menüs. Im Vergleich zum F1 sind diese beleuchtet.

Der Fingerabdruckscanner, der gefühlt im Bruchteil einer Sekunde anspricht, kann nicht nur zum Entsperren des Smartphones genutzt werden. Auch gewünschte Apps lassen sich vor unbefugtem Zugriff schützen und können dann nur mit dem Fingerabdruck des Besitzers geöffnet werden. Die entsprechende Option findet sich in den Systemeinstellungen des Handys. Was die Erkennung der hinterlegten Fingerabdrücke angeht, arbeitet der im Home-Button sitzende Scanner zuverlässig.

Der auf der rechten Seite sitzende Einschub kann zwei nanoSIM- oder eine nanoSIM- und eine microSDXC-Karte aufzunehmen. Sind zwei SIM-Karten eingesetzt, unterstützen beide LTE mit allen in Deutschland genutzten Frequenzbändern. Die Möglichkeit der Speicherweiterung dürften wohl eher wenige Nutzer beim F1 Plus benötigen: Das Gerät hat satte 64 GByte internen Speicher, von dem dem Nutzer über 50 GByte zur freien Verfügung stehen.

Display des OPPO F1 Plus

Das 5,5 Zoll große Display des Oppo F1 Plus löst 1920 × 1080 Pixel auf und bietet dank AMOLED-Technologie satte und ausdrucksstarke Farben. Es wird von Gorilla Glass 4 geschützt und unterstützt die Bedienung mit Handschuhen und nassen Fingern. Beides hat im Test sehr gut funktioniert und ist natürlich eine ungemein praktische Sache. Was die Helligkeit angeht, konnte mich das F1 Plus ebenfalls überzeugen: Diese ist auf Maximum gestellt sehr ordentlich und taugt auch für den Außeneinsatz in Sonnenlicht.

Sowohl F1 als auch F1 Plus betitelt der Hersteller Oppo als „Selfie Expert“. Während ich das beim F1 nicht so wirklich nachvollziehen konnte, beide Kameras mich nicht vom Hocker gehauen haben, spielt das F1 Plus diesbezüglich in einer ganz anderen Liga. Sowohl Front- als auch Hauptkamera bieten bei guter Beleuchtung in der Regel sehr ansehnliche Bilder, aber auch im Dämmerlicht geht die Qualität noch voll in Ordnung für ein Mittelklassehandy. Verantwortlich dafür, dass beiden Knipsen so gute Ergebnisse abliefern, sind auf der Rückseite 13 Megapixel und eine f/2.0-Blende und vorne 16 Megapixel und eine Blende von f/2.2.

Über beide Kameras lässt sich unter anderem sagen, dass das Objektiv jeweils gute Dienste leistet: Die Schärfe in der Bildmitte ist außergewöhnlich gut, lässt zu den Ecken hin aber sichtbar nach – was allerdings typisch für Smartphone-Kameras ist. Die wenig aggressive JPEG-Kompression sorgt dafür, dass feine Details sehr gut wiedergegeben werden, was allerdings mit vergleichsweise großen JPEG-Fotos mit Dateigrößen von über vier MByte einhergeht.

Die Farbwiedergabe ist gelungen, Hauttöne sehen ausgezeichnet aus, und auch die Farbwiedergabe –etwa bei bunten Blumen – gefällt gut. Wie bei vielen Kameras sorgen aber intensive Rottöne für leichte Probleme: Hier kommt es zu Überbelichtungen im Rotkanal. Der Auto-HDR-Modus leistet bei kontrastreichen Motiven gute Dienste und verbessert den Dynamikumfang merklich – es gibt weniger unter- und überbelichtete Bildbereiche. Allerdings neigen kontrastreiche Aufnahmen gelegentlich zu einer leichten Überbelichtung.

Bei schlechteren Lichtverhältnissen nimmt logischerweise auch das Rauschen immer mehr zu. Positiv hervorzuheben ist hier, dass das Rauschen eine recht feine Körnung aufweist, die fast ein wenig an analoge Filme erinnert. Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphonekameras ist die Signalverarbeitung in allen Farbkanälen gut, und es treten auch bei hohen ISO-Empfindlichkeiten keine gelben und grünen Farbflecken auf den Fotos auf. Typischerweise ist der Blau-Kanal hier besonders anfällig.

Weiterhin fällt noch auf, dass auch in dunklen Bildbereichen immer noch viele Details vorhanden sind – auch das ist auf eine gelungene Bildverarbeitung zurückzuführen. So ist es beispielsweise mit Photoshop & Co. möglich, nachträglich dunkle Bildbereiche effektiv aufzuhellen. Allerdings geht bei hohen ISO-Empfindlichkeiten immer mehr Sättigung verloren, und die Aufnahmen wirken irgendwann fahl und grau, was die Konkurrenz jedoch auch nicht besser kann.

Wie üblich bei Oppo läuft als User-Interface das Color OS des Herstellers auf dem Smartphone. Im Falle des F1 Plus ist es Color OS in Version 3.0 basierend auf Android 5.1. Performancemäßig klingen 4 GByte Arbeitsspeicher und ein 64-Bit-Octa-Core-Prozessor mit einem Maximaltakt von 2 GHz sehr ordentlich – und so fühlt sich das auch in der Praxis an. Die Performance des F1 Plus mit dem im Inneren werkelnden Helio-P10-Chip von Mediatek ist top, da gibt es nichts zu mäkeln.

Während mich schon beim F1 die Performance positiv überrascht hat, sich mit diesem recht günstigen Handy auch die meisten grafisch anspruchsvolleren Games spielen lassen, hat beispielsweise Modern Combat 5 die Grafikleistung dort jedoch automatisch auf ein nicht mehr ganz so doll aussehendes Niveau gesenkt. Nicht so beim F1 Plus – der beliebte Ego-Shooter läuft dort in voller Pixelpracht und ohne Ruckler. Wenig verwunderlich bescheinigen so auch die gängigen Benchmarktools dem F1 Plus eine ordentliche Leistung: Geekbench beispielsweise sieht das Handy im Single-Core-Ergebnis fast auf dem Niveau eines Snapdragon 810, im Multi-Core zwischen Snapdragon 805 und 810.

Ähnlich wie beim F1 macht auch der Akku des F1 Plus einen guten Job. Es handelt sich hier um eine fest verbaute Batterie mit einer Kapazität von 2850 mAh, die auch bei Power-User-Nutzung keine Probleme damit hatte, mich über den Tag zu bringen. Dank spezieller Schnellladetechnologie von Oppo namens Vooc lässt sich das Telefon außerdem schneller als üblich wieder aufladen.

Das Oppo F1 Plus ist ein Smartphone, das uns in fast allen Bereichen sehr gut gefällt: Design & Verarbeitung, Fingerabdruckscanner, die beiden Kameras, die Performance und der große interne Speicher sind unsere Highlights des Telefons. Alles in allem bleibt – wie schon beim F1 - in Relation zum Preis betrachtet eigentlich nur ein größerer Kritikpunkt: die nicht mehr ganz taufrische Androidversion. Und dann dürfte Oppo seine F1-Reihe von mir aus allerdings auch gern in etwas weniger femininen Farben als Gold und Rosegold anbieten. Das Oppo F1 Plus wird Mitte/Ende Mai in Deutschland erscheinen, den Preis von 389 Euro finden wir angemessen.

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