Oneplus 8T: Akku voll in 45 Minuten und 120-Hz-Display | TechStage
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Oneplus 8T: Akku voll in 45 Minuten und 120-Hz-Display

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Traditionell bringt Oneplus am Ende des Jahres eine Neuauflage seines aktuellen Top-Smartphones mit T-Namenszusatz. Das Oneplus 8T punktet dabei vor allem mit 65-Watt-Schnellladen und 120-Hz-Display.

Die T-Modelle sind traditionell Neuauflagen der aktuellen Spitzen-Phones von Oneplus, die in der ersten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Auch, wenn manche das als zu kurzen Rhythmus für einen Generationswechsel hielten, hat sich das längst so eingebürgert. Tatsächlich ging es bei den T-Modellen normalerweise nicht um komplett neue Smartphones, sondern eher so etwas wie ein Facelift. In 2020 ist vieles anders, unter anderem auch das: Oneplus bringt zwar ein Oneplus 8T auf den Markt, ein Oneplus 8T Pro fehlt hingegen und wird wohl auch nicht kommen. Der Grund: Der Hersteller hält das Oneplus 8 Pro (Testbericht) noch für zu frisch und im Vergleich zur Konkurrenz zu gut, um einen Nachfolger zu rechtfertigen. Unsere Antwort darauf: Stimmt! Aber ist dann das Oneplus 8T nötig?

Schick ist es, das neue Oneplus 8T. Die Rückseite besteht bei unserem Testmodell aus einem satinierten Silberton, das Glas der Oberfläche wird dadurch minimal griffiger, bleibt aber insgesamt rutschig. Durch die zu den langen Kanten hin gerundeten Seiten liegt das Smartphone sehr angenehm in der Hand, beim Ablegen auf einen Tisch stört allerdings die vorstehende Kameraeinheit. Da die im oberen linken Eck platziert wurde, kippelt es dann bei der Bedienung. Der Übergang in den glänzenden Metallrahmen verläuft fließend, er weist keine störenden Kanten auf. Vorn ist das anders.

Das liegt aber nicht an der Form des Oneplus 8T oder an der Verarbeitung, sondern an der aufgebrachten Schutzfolie auf dem Display. Sie weist etwas viel Widerstand beim Drüberwischen auf und ist an den Rändern scharfkantig. Das lässt sich ganz einfach durch Entfernen der Folie beheben. Die Front wirkt davon abgesehen frisch und modern. Anteil daran haben die Punchhole-Notch in der oberen linken Ecke und der gleichmäßig schmale Rahmen um das Display.

Die Verarbeitung ist hervorragend. Übergänge von Materialien sind fließend und kaum bis gar nicht zu spüren, die wenigen Hardware-Tasten inklusive des Wahlschalters für den Klingelmodus sind wackelfrei und mit perfektem Druckpunkt und Tastenhub ausgestattet. Das Oneplus 8T ist mit seinen 160,7 × 74 × 8,4 Millimetern und 188 Gramm zwar minimal größer und schwerer als der Vorgänger geworden, das fällt aber nicht weiter auf. Für ein Smartphones mit diesen Werten fühlt es sich geradezu leichtfüßig an. Leider ist das neue Modell wie auch der Vorgänger nicht wasserdicht – das bleibt dem Oneplus 8 Pro (Testbericht) vorbehalten.

Alle Bilder vom Oneplus 8T im Test (18 Bilder)

Oneplus 8T

Bei seinen Topmodellen setzt Oneplus weiterhin auf OLED-Displays, das ist entsprechend auch beim Oneplus 8T so. 6,55 Zoll misst das Panel hier und kommt mit einer Auflösung von 2400 × 1080 Pixel zum Kunden. Das entspricht einer Bildschärfe von 402 Pixel pro Zoll. Nach Angaben des Herstellers wurde der Bildschirm des 8T noch einmal deutlich verbessert – was davon Marketing und was wirklich anders ist, können wir nicht 100-prozentig sagen. Klar ist, dass der Screen des neuen Oneplus-Modells richtig gut ist. Farben, Kontraste und die Helligkeit mit über 700 cd/m2 sind hervorragend. In Kombination mit der tollen Blickwinkelstabilität gibt es damit auch bei direkter Sonneneinstrahlung keine Probleme mit der Ablesbarkeit.

Definitiv neu ist die Bildwiederholungsrate von 120 Hertz, die damit 30 Hz höher liegt als beim Vorgänger. Damit liegt das Oneplus 8T jetzt auf einem Niveau mit Spitzenmodellen wie den deutlich teureren Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) und 8 Pro (Testbericht) aus eigenem Hause. Das kommt generell der flüssigen Darstellung bewegter Bildschirminhalte zugute und geht mit einer Erhöhung der Abtastrate auf 240 Hz einher. Damit soll der Screen noch direkter auf Eingaben reagieren. Die Frage, ob das wirklich nötig ist, müssen Interessenten für sich selbst beantworten. Denn schnell ist auch der Vorgänger und einen Unterschied konnten wir im Test wie schon zuvor bei anderen Smartphones mit 90 und 120 Hz nicht ausmachen.

Das Oneplus 8T bringt auf dem Papier eine Linse mehr als der Vorgänger Oneplus 8 mit, nämlich eine Monochrom-Linse für bessere Kontraste und Schärfe. Außerdem bietet die erneut eingesetzte Makrolinse jetzt 5 statt 2 Megapixel. Der Rest ist gleich: 48-Megapixel-Sensor von Sony mit optischem Bildstabilisator, 16-Megapixler für Weitwinkelaufnahmen. Ein Teleobjektiv fehlt weiterhin, er bleibt dem Oneplus 8Pro (Testbericht) vorbehalten. Aus Gründen der Differenzierung zum Pro-Modell ist das aus Herstellersicht nachvollziehbar, wir halten das aber für den Endkunden für einen Nachteil im Vergleich zur Konkurrenz. Die kommt zum Teil schon in deutlich günstigeren Modellen mit Tele- und Weitwinkelobjektiv daher.

Der Kamera des Oneplus 8T fehlt leider ein Teleobjektiv

An der Bildqualität des Oneplus 8T ändert das nichts, die ist einfach gut. Sie kommt zwar nicht ganz an das Pro-Modell heran, überzeugt aber insgesamt vor allem bei gutem Licht mit ordentlicher Bildschärfe, toller Bilddynamik und überwiegend natürlichen Farben. Bildrauschen ist dann kein Kriterium. Erst bei schwachem Licht sinkt die Bildschärfe schneller als wünschenswert und Bildrauschen tritt je nach Situation teils stark in den Vordergrund. Alles in allem ist die Lowlight-Kapazität des Onelus 8T durchaus ordentlich, doch auch hier ist das Oneplus 8 Pro (Testbericht) besser. Bei der Frontkamera herrscht hingegen weitestgehend Gleichstand.

Ein kurzes Wort zur Makrolinse, von denen wir in Kombination mit niedriger Pixelzahl kein Fan sind: Das eigentliche Motiv sieht auf entsprechenden Aufnahmen gar nicht übel aus, leider stört das eigentlich hübsche Bokeh mit starkem Bildrauschen. Eine Telelinse wäre deutlich besser und universeller einsetzbar gewesen.

Alle Originalaufnahmen mit der Kamera des Oneplus 8T (23 Bilder)

Weitwinkel, wenig Licht

Videos sehen mit dem Oneplus 8T aufgenommen richtig gut aus. Die Bildstabilisierung funktioniert noch besser als beim Vorgänger und 4K-Aufnahmen mit 60 Bilder pro Sekunde sehen richtig gut aus. Im 4K-CINE-60FPS-Modus frisst eine Minute Aufnahme dann allerdings auch mal eben rund 1 GByte Speicher! Bei den heutigen Speichergrößen ist uns das aber allemal lieber als schlechte Aufnahmequalität.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des Oneplus 8T ist erwartungsgemäß sehr hoch – kein Wunder, schließlich steckt Spitzentechnik im schicken Gehäuse des Smartphones. Dazu gehört ein Snapdragon 865 in Kombination mit je nach Version 8 oder 12 GByte RAM, hinzu kommen 128 oder 256 GByte interner UFS-3.1-Speicher. Erweiterbar ist der nicht, immerhin gibt es eine Dual-SIM-Funktion. Kommt bekannt vor? Gab es auch schon im Oneplus 8 ohne T-Namenszusatz, aber warum etwas verbessern, was schon gut ist? Selbst 5G ist wieder dabei, eine Speichererweiterung wäre allerdings nett gewesen. Dafür gibt es jetzt USB-C-3.1. Für alles andere sei an dieser Stelle noch einmal darauf verwiesen, dass die T-Modelle eher Facelift denn neues Modell sind – das ist beim Oneplus 8T nicht anders. Der Fingerabdrucksensor im Display arbeitet ausreichend schnell und präzise, der Stereo-Lautsprecher ist angenehm kräftig.

Die Bediengeschwindigkeit ist entsprechend richtig hoch, es gibt einfach keine Ruckler oder Hakler. Das gilt dank des üppigen Arbeitsspeichers auch für intensives Multitasking oder viele offene Browser-Tabs. Im PCmark-Work-Benchmark erreicht das 8T dann auch wenig verwunderlich mit rund 11.300 Punkten ein nahezu identisches Ergebnis wie das Oneplus 8 Pro (Testbericht). Zum Vergleich: Besonders schnelle Modelle mit Snapdragon 865+ durchbrechen die 14.000er Marke, das Mittelklassemodell Oneplus Nord (Testbericht) kommt auf rund 9000 Punkte. Das ursprüngliche Oneplus 8 kam auf etwa 10.600 Punkte.

Ein Grund für den Geschwindigkeitszuwachs könnte Android 11 sein, mit dem das neue Oneplus 8T zum Kunden kommt, auch das Oneplus 8 Pro hat bereits ein Update bekommen. Darüber liegt wie immer eine schlanke Oberfläche von OxygenOS, die wenige, aber gezielte und gute Verbesserungen an Vanilla-Android vornimmt. Der Sicherheits-Patch stammt von Oktober 2020.

Der Akku ist beim Oneplus 8T im Vergleich zum Vorgänger um 200 auf 4500 mAh gewachsen. Dennoch ist die Ladegeschwindigkeit gestiegen, statt mit Warpcharge 30 lädt das 8T als erstes Modell mit Warpcharge 65. Zudem ist der Akku geteilt und das Ladegerät versorgt beide Hälften quasi mit jeweils rund 30 Watt. Im Ergebnis ist der Gesamtakku schon nach einer knappen Dreiviertelstunde komplett aufgeladen! “Zwischendurchladen” wird beim 8T zum Normalzustand, denn in nur 15 Minuten ist der Akku schon wieder halb gefüllt - so schnell ist derzeit kein anderes Smartphone. Das bereits vorgestellte, aber noch nicht verfügbare Lenovo Legion Phone Duell soll allerdings dank 90-Watt-Schnellladen in nur rund 30 Minuten komplett aufgeladen sein – allerdings benötigt es dafür zwei USB-C-Kabel, um den ebenfalls aufgeteilten Akku so schnell mit Strom zu füllen. Nichtsdestotrotz lädt das Oneplus 8T richtig schnell.

Will der Hersteller damit mangelnde Laufzeiten ausgleichen? Zum Glück nicht. Denn mit rund 8,5 Stunden im PCmark Battery Test bei 120-Hz-Nutzung liefert das 8T einen richtig guten Ausdauerwert ab, der sogar über dem Wert des Oneplus 8 Pro (Testbericht) liegt. Dort drückt vermutlich die höhere Auflösung das Ergebnis. Bei auf 60 Hz reduzierter Bildwiederholungsrate sollte die Ausdauer bei Dauernutzung um gut 1 bis 2 Stunden besser sein.

599 Euro verlangt Oneplus für das neue 8T in der Speicherkonfiguration 8/128 GByte, die in Grün und Silber verfügbar ist. Die Version mit 12/256 GByte ist 100 Euro teurer und nur in Grün erhältlich. Zum Testzeitpunkt lag der Straßenpreis des 8T noch nicht wesentlich niedriger.

Allerdings hat Bangood zwei gute Angebote: Die Version mit 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher kostet 471 statt 594 Euro mit dem Gutschein-Code BGOP8T128. Die Version mit 12 GByte RAM und 256 GByte Speicher kostet mit Gutschein-Code BGOP8T256 513 statt 693 Euro.

Um die eingangs gestellte Frage direkt zu beantworten: Nein, wirklich nötig war ein Update des Oneplus 8 nicht, aber das war bislang eigentlich immer so bei den Upgrades auf die T-Modelle. Ohne Frage ist das neue Modell aber das bessere Smartphone und wer über eine Neuanschaffung nachdenkt, kann den Vorgänger auch mit Blick auf den Preis außer Acht lassen. Denn zumindest die kleinere Speichervariante ist nicht mal 20 Euro teurer als der Vorgänger, nur bei der großen Speichervariante gibt es deutliche Unterschiede zugunsten des älteren Modells. Da fällt dann die Wahl schon schwerer.

Insgesamt leistet sich das Oneplus 8T keine echten Schwächen. Uns stört am meisten die Kamera oder genauer: Die Konfiguration mit überflüssigem Makro- statt Teleobjektiv. Dann wäre das 8T dem Oneplus 8 Pro (Testbericht) verdächtig nahegekommen, auch wenn das Pro-Modell immer noch einige Asse wie Wasserdichtigkeit und kabelloses Laden vorzuweisen hat - übrigens Dinge, die wir beim neuen Oneplus 8T vermissen. Insgesamt ist das Smartphone ziemlich gut, hat aber viel Konkurrenz, darunter etwa Xiaomi Mi 10 (Testbericht), Realme X3 SuperZoom (Testbericht) oder das Xiaomi Poco F2 Pro (Testbericht).

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