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Oneplus 6T im Test: Top-Smartphone für 549 Euro

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Das Oneplus 6T kommt mit einem überarbeiteten Design und Fingerabdrucksensor im Display. Was sich im Vergleich zum Vorgänger noch so alles verändert hat und ob sich der Kauf lohnt, verrät der Test.

Genau wie beim Vorgänger, dem Oneplus 6 (Testbericht) aus der ersten Jahreshälfte, ist auch der Rücken des Oneplus 6T aus Glas. Dabei wirken der matte oder, je nach Variante, der hochglänzende Look wie Aluminium. Ähnlich wie Google mit seinem Pixel 3 (Testbericht) nutzt auch Oneplus ein spezielles Herstellungsverfahren, um das Glas mit einer milchigen Oberfläche zu versehen. Wie nachhaltig die Oberflächenbehandlung ist, bleibt fürs Erste unbeantwortet, da Erfahrungswerte fehlen. Apropos Glas: Auch in diesem Jahr verzichtet Oneplus auf Wireless Charging und setzt lediglich auf kabelgebundenes Laden.

Glasrückseite des Oneplus 6T
Glasrückseite des Oneplus 6T.

Die neue Verarbeitungsmethode bringt einen Vorteil und einen Nachteil mit sich: Bei der matten Farbausführung sind Fingerabdrücke weniger sichtbar als beim vergleichbaren Oneplus 6. Gleichzeitig sorgt die glatte Oberfläche für ein stärkeres Rutschen in der Hand, beim Vorgänger war der Halt griffiger. Unabhängig davon liegt das Oneplus 6T gut und angenehm in der Hand. Das Seitenverhältnis ist mit 19,5:9 schlank, außerdem sind die Seiten des Rückens abgerundet. Das Oneplus 6T ist ein großes Smartphone und es wiegt 185 g. Das fällt nur nicht so auf, weil es mit 8,2 mm relativ flach ist.

8,2 mm tief ist das Oneplus 6T
8,2 mm tief ist das Oneplus 6T.

Das Oneplus 6T kommt wie seine Vorgänger ohne eine IP-Zertifizierung. Laut Information des Herstellers soll es „das wasserdichteste Oneplus-Smartphone bisher“ sein. Ein teures, aber bescheinigendes und beruhigendes Zertifikat ist nicht dabei. Regen, Spritzwasser und verschüttete Flüssigkeiten haben dem Gerät im Test nichts ausgemacht, unter den laufenden Wasserhahn würden wir es trotzdem nicht halten. Dabei wäre das sogar hilfreich, weil das Oneplus 6T oft elektrostatisch aufgeladen ist und damit feine Staubpartikel wie magisch anzieht.

Das Oneplus 6T kommt in Mattschwarz oder Hochglanzschwarz
Das Oneplus 6T kommt in Mattschwarz oder Hochglanzschwarz.

Genau wie beim Huawei Mate 20 Pro (Testbericht) kommt auch das Oneplus 6T mit einem Fingerabdrucksensor im Display. Der Erkennungsbereich sitzt im unteren Viertel des OLED-Displays. Hebt man das Telefon hoch oder bewegt es leicht, leuchtet im Display ein Kreis mit Papillarlinien auf. Statt wie bei Huawei Draufzudrücken hält der Nutzer seine Fingerkuppe hier nur leicht ans Glas. Das Entsperren dauert länger als bei einem herkömmlichen Fingerabdrucksensor, gehört aber zu den schnellsten Im-Display-Sensoren auf den Markt. Im direkten Vergleich zum Mate 20 Pro liegt der Geschwindigkeitsvorsprung bei einem Achtel; 350 statt 400 ms. Es empfiehlt sich, die bereits auf dem Display installierte Schutzfolie – nicht Transportfolie – beizubehalten, da der optische Sensor mit anderen Panzerglas-Scheiben oder -Folien eventuell nicht ordnungsgemäß funktionieren könnte. Wem der Fingerabdrucksensor im Display zu langsam ist, der entsperrt sein Oneplus 6T über alternative Techniken wie das Musterverfahren, die PIN-Eingabe oder die Gesichtserkennung.

Im-Display-sitzender Fingerabdrucksensor des Oneplus 6T
Im-Display-sitzender Fingerabdrucksensor des Oneplus 6T.

Technisch ist das Oneplus 6T eins zu eins identisch mit der Vorgängergeneration. Es ist der gleiche Snapdragon-845-Prozessor mit 6 oder 8 GByte RAM verbaut. Das Smartphone liefert weiterhin eine erstklassige Leistung ab. Sowohl bei der Benutzung im Alltag als auch bei den gängigen Benchmark-Apps zeigt es sich von seiner besten Seite: Die Bedienung läuft schnell, flüssig und ohne Verzögerungen.

Im Bewertungssystem Antutu Benchmark erreicht es einen Wert von 295.000 Punkten. Das entspricht einem Leistungsvorsprung von rund 11 Prozent gegenüber dem Oneplus 6. Dem aktuell schnellsten Smartphone auf dem Markt, dem Huawei Mate 20 Pro mit 307.000 Punkten, kann es nicht ganz das Wasser reichen, zumindest nicht auf dem Datenblatt. Unterm Strich gilt aber: Das Oneplue 6T kann mehr, als man braucht.

Auch aufwendige Spiele mit detaillierter Grafik spielt das Telefon flüssig und ohne Ruckler ab. Im Vrmark Professional Edition erreicht es 4711 Punkte, der Durchschnitt aller bisher getesteten Smartphones im Jahr 2018 liegt bei 2210. Hochauflösende VR-Inhalte konnte das Oneplus 6T mit durchschnittlich 57 Bildern pro Sekunde wiedergeben. Dieser Wert ist auch bei anderen Top-Smartphones wiederzufinden, wie dem HTC U12 Plus (Testbericht) oder dem Xperia XZ2 Premium (Testbericht) mit 4834 Punkte bei 58 fps. Auch hier kommt bisher niemand an das Mate 20 Pro mit kontinuierlichen 60 fps ran.

Kartenhalter für zwei Nano-SIM-Karten im Oneplus 6T
Kartenhalter für zwei Nano-SIM-Karten im Oneplus 6T.

Der Speicher des Oneplus 6T hat eine Größe von 128 GByte, das Telefon gibt es auch mit 256 GByte. Nach Abzug der Software bleiben 106 GByte für die eigene Nutzung übrig. Das entspricht einem freien Speicheranteil von 83 Prozent. Beim Vorgängermodell waren 116 GByte vom 128 frei. Die Verschlechterung ist unter anderem auf eine Partition zurückzuführen, die das System im Rahmen von Project Treble für nahtlose Updates und Upgrades reserviert. So spart man sich Zeit beim Installieren von neuerer Software. Eine Speicherkarte nimmt das Oneplus 6T nicht auf, gleichwohl lässt sich aber eine zweite Nano-SIM-Karte einsetzen. Gesprächsqualität und Empfang waren im Test gut und ohne Auffälligkeiten. Die Hörmuschel ist ein wenig klein geraten und sitzt etwas versteckt zwischen Display und Metallrahmen. Für eine klare Verständigung reicht die Anruflautstärke von 50 Prozent nicht aus; ab 75 bis 100 Prozent lässt es sich gut telefonieren. Viel Reserven für laute Umgebungen bleiben da nicht.

Oneplus 6T

Der Akku im Oneplus 6T hat eine Nennladung von 3700 mAh. Das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Oneplus 6. Bei moderater und gemischter Nutzung beträgt die Laufzeit fast anderthalb Tage. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das Oneplus 6T 13 Stunden und 57 Minuten mit einer Akkuladung erreicht. Beim Vorgänger waren es noch zehneinhalb Stunden. Trotz der Verbesserung gibt es noch Geräte, gegen die das Oneplus 6T nicht gewinnt. Das Huawei Mate 20 Lite (Testbericht) kommt auf 14 Stunden, das Galaxy Note 9 (Testbericht) sogar auf 15 Stunden. Das kabelgebundene Aufladen mit dem Schnellladegerät nimmt eine Stunde und 27 Minuten in Anspruch. Nach 30 Minuten steht der Akku auf 48 Prozent.

Für die Kommunikation mit der Außenwelt stehen verschiedene Schnittstellen zur Verfügung: schnelles LTE, modernes WLAN nach ac-Standard mit 2,4 und 5 GHz, Bluetooth 5 und NFC. Die Musikwiedergabe funktioniert über einen Monolautsprecher. Dabei ist ein Stereolautsprecher-System eines der wichtigsten Punkte im Anforderungskatalog der Oneplus-Fans, heißt es zumindest auf sozialen Netzwerken und in Foren des Herstellers. Dieses Jahr verzichtet man zudem auf den analogen Klinkenanschluss mit 3,5 mm. Es läge am Platzmangel, erklärten Repräsentanten auf Nachfrage von TechStage.

Einkerbung im Display des Oneplus 6T
Einkerbung im Display des Oneplus 6T.

Das Display des Oneplus 6T ist gewachsen: Statt 6,28 wie beim Vorgänger misst es nun 6,41 Zoll in der Diagonalen. Dabei haben sich die Höhe und die Breite nur minimal verändert; der Fußabdruck des Smartphones ist fast gleich. Beim Bildschirm setzt Oneplus erneut auf die OLED-Technologie. Die Auflösung mit 2340 × 1080 Pixeln ist etwas gering, gerade für die Nutzung von VR-Inhalten. Bei einer Gesamtdarstellung von 2,5 Millionen Pixeln beträgt die Punktdichte ausreichende 402 ppi. Führend in diesem Segment ist nach wie vor Sony mit seinem Xperia XZ2 Premium mit etwa 8,3 Millionen Pixeln und einer Schärfe von 760 ppi. Farben und gemessene Helligkeit von 550 cd/m2 sind dagegen hervorragend.

Das Oneplus 6T besitzt ein Display mit einer Einkerbung, allerdings ist diese deutlich kleiner als beim Vorgänger. In der Tropfen-artigen Notch sitzt die auf den Benutzer gerichtete 16-Megapixel-Kamera mit Fixfokus-Objektiv. Anfangs erfordert das merkwürdige Display-Design ein wenig Eingewöhnung. Der minimal gehaltenen Notch ist übrigens die LED-Leuchte zu Opfer gefallen, die den Nutzer in früheren Geräten über eingegangene Nachrichten informiert hat. Dafür gibt es nun das Always-on-Display (AoD), das bei Ereignissen aufleuchtet.

Dualkamera auf der Rückseite des Oneplus 6T
Dualkamera auf der Rückseite des Oneplus 6T.

Das Oneplus 6T setzt wie sein Vorgänger auf eine Dual-Kamera. Im Grunde ist es sogar das Kamera-Modul, erklärt der Hersteller. Man habe in der Tat nichts an der Hardware verändert: gleiche Auflösung, gleiche Blende, gleiche Qualität.

Fotos schießt das Gerät mit einer Auflösung von 16 Megapixeln, der Hauptkamera steht eine Assistenzkamera mit 20 Megapixeln zur Seite. Sie liefert Informationen zur Bildtiefe und ermöglicht so einen Bokeh-Effekt mit verschwommenem Hintergrund. Außerdem ist das verlustfreie Zoomen um den zweifachen Faktor möglich.

Die Hauptkamera des Oneplus 6T besitzt sowohl einen optischen (OIS) als auch einen elektronischen Bildstabilisator (EIS). So sind Nachtaufnahmen mit längerer Belichtung möglich, allerdings muss man das Telefon wirklich filigran festhalten und es nicht bewegen. Das ist oft nicht möglich, zumindest nicht mit bloßen Händen. Die Bildqualität der Oneplus-6T-Kamera ist gut, kann aber nicht ganz mit anderen Top-Smartphones wie dem iPhone X (Testbericht) oder dem Google Pixel mithalten. Dafür ist der Fokus zu langsam, die Blende nicht lichtstark genug oder die einzelnen Pixel sind zu klein.

Bei der Software zeigt Oneplus, wofür es in der Szene bekannt ist: Das Oneplus 6T läuft mit Oxygen OS, das daruntergelegte Betriebssystem ist Android 9 Pie. Das System ist so aktuell, dass schon beim ersten Einschalten ein Sicherheits-Update vom 1. November 2018 ankam. Ausgestattet mit allem, was wichtig und aktuell ist, verblendet Oneplus das Gerät mit einer außerordentlich übersichtlichen und sauber gestalteten Oberfläche. Sie überzeugt mit klaren Linien und moderner Typografie. Das System ist schnell und intuitiv, dennoch mächtig. In den Einstellungen findet der Nutzer viele praktische Funktionen, wie eine die Gestensteuerung oder die Dopplung von Apps. Mit letzterer lassen sich mehrere Instanzen von Applikationen erstellen, zum Beispiel zwei Whatsapp für zwei unterschiedliche Rufnummern.

Das Oneplus 6T kommt in einer aufwendigen Verpackung. Alles liegt akkurat ausgerichtet und fein sortiert an seinem dafür vorgesehen Platz, selbst die Betriebsanleitung ist edle verpackt. Die Aufmachung ist derart erstklassig, dass man eigentlich nichts berühren möchte. Warum sich der Hersteller so viel Mühe beim Verpackungsdesign macht und alle Inhalte gefühlt dreifach foliert, ist schwer nachvollziehbar.

Lieferumfang des Oneplus 6T: Telefone, Ladekabel, Netzgerät, Case und mehr
Lieferumfang des Oneplus 6T: Telefone, Ladekabel, Netzgerät, Case und mehr.

Zum Lieferumfang zählen Smartphone, Schnellladegerät, Verbindungskabel mit USB-C sowie Adapter für Klinkenanschluss. Außerdem ist eine gut verarbeitete Schutzhülle aus dunklem Silikon dabei. Kopfhörer liegen nicht bei. Das kabelgebundene Laden des Akkus und zeitgleiche Musikhören klappt übrigens nur über einen speziellen 2-in-1-Adapter. TechStage hat solche Adapter für unterschiedliche Geräte getestet: Vergleichstest – 2-in-1-Adapter mit USB Type-C und 3,5 mm.

Oneplus 6T

128 GByte / 6 GByte RAM / Hochglanzschwarz

Oneplus 6T

128 GByte / 8 GByte RAM / Hochglanzschwarz

Oneplus 6T

128 GByte / 8 GByte RAM / Mattschwarz

Oneplus 6T

256 GByte / 8 GByte RAM / Mattschwarz

Das Oneplus 6T ist exzellent ausgestattetes Smartphone mit hochwertiger Verarbeitung. Gegenüber seinem Vorgänger ist der Sprung in Sachen Hardware und Kamera nicht allzu groß, weshalb sich ein Upgrade kaum lohnt. Von vielen Software-Funktionen werden Oneplus-6-Kunden sogar profitieren, wenn der Hersteller die Aktualisierung demnächst zu Ende verteilt hat.

Ungeachtet dessen ist das Oneplus 6T eines der am einfachsten zu empfehlenden Smartphones auf den Markt überhaupt. Mit seiner Software und seiner Hardware, der langen Akkulaufzeit und dem modernen Design zählt es zu den besten Smartphones, obendrein stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Von Generation zu Generation steigt der Preis der Oneplus-Smartphones zwar schleichend, dennoch ist das Telefon vergleichsweise gut aufgestellt. Natürlich ist ein 1000-Euro-Smartphone, wie das Huawei Mate 20 Pro in einigen Punkten noch stärker, aber Preis-Leistung ist hier einfach top.

Wenn man bereit ist, einige Kompromisse einzugehen (Verzicht auf Klinke, Speichererweiterung, Wireless Charging), dann ist das Oneplus 6T eine klare Kaufempfehlung.

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