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Nokia Body+ im Test: exzellente Fitness-Waage mit WLAN

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Die Body+ ist eine smarte Waage von Nokia. Sie kombiniert exzellente Hard- und Software und kostet rund 100 Euro. TechStage hat getestet, wie gut sie sich im Alltag schlägt.

Ähnlich wie bei Fitbit Aria 2 (Testbericht) oder Garmin Index (Testbericht) sowie bei den anderen Personenwaagen im Test, ist der Lieferumfang nicht besonders umfangreich. Dabei sind: Waage, bereits vier eingelegte AAA-Batterien, Kurzanleitung sowie vier Zusatz-Füße zum Anbringen, falls man die Body+ auf Teppich statt hartem Boden nutzen möchte.

Im Vergleich zu allen anderen Waagen hat uns Verpackungsdesign der Nokia Body+ gefallen. Die Transportbox ist besonders stark gedämpft. Das ist bei einem Produkt mit großer Glasfläche sinnvoll, damit es sicher ankommt.

Der Aufbau der Nokia Body+ ist schnell erledigt, deutlich mehr Zeit verschlingt die Ersteinrichtung über das Smartphone – dazu mehr im Kapitel App. Um die Body+ in Betrieb zu nehmen, muss der Nutzer die Waage aus der Verpackung entnehmen, Folien entfernen und das durchsichtige Kunststoffteil zwischen Batterien und den Kontakten abziehen. Die Body+ fährt hoch und instruiert den Nutzer per Display, dass als nächstes die App herunterladen soll.

Verpackung der Nokia Body+
Verpackung der Nokia Body+

Die Nokia Body+ hat einen Fußabdruck von 32,7 × 32,5 mm und ist damit streng ge­nom­men nicht quadratisch. Im Vergleich zu der ebenfalls rechteckigen Garmin Index sind die unterschiedlichen Kantenlängen jedoch nicht mit dem bloßen Auge erkennbar. Die WLAN-Waage ist 23 mm hoch.

Das Gehäuse der Body+ ist aus hartem Kunststoff und wahlweise in Weiß oder Schwarz verfügbar. Auf dem unteren Teil des Korpus’ sitzt eine dicke Glasplatte, die etwa zweimal so hoch ist wie eine 2-Euro-Münze. Auf der Glasscheibe spielt sich das Meiste ab: Hier befinden sich Display zur Anzeige von Informationen und Leiterbahnen für die Messung über bioelektrische Impedanz. In der Mitte ragt ein rundes Metallelement leicht heraus, es verbindet alle Elektroden.

Spezielle Tasten für die alltägliche Bedienung hat die Nokia Body+ nicht. Auf der Unterseite sitzt ein kleiner Knopf zum Umschalten von Gewichtseinheiten (kg, lb, stlb). Dieser dient auch Button für die Verbindung zu einem WPS-fähigen WLAN-Router.

Lieferumfang der Nokia Body+
Lieferumfang der Nokia Body+

Die Body+ misst das Körpergewicht, errechnet den Body-Mass-Index und ermittelt den gesamten Körperfett- und Wasseranteil sowie die Knochen- und Muskelmasse. Ist sie mit dem WLAN verbunden, lädt sie selbstständig die lokalen Wetterdaten herunter und zeigt diese auf dem Bildschirm an.

Die Nokia Body+ bietet hochpräzises Wiegen, Ziel ist eine akkurate Datenbasis – so zumindest heißt es auf der Webseite. Hierfür nutzt sie vier Gewichtssensoren, ähnlich wie die Fitbit Aria 2. Darüber hinaus erkennt sie die Körperposition der darauf stehenden Person. Bei falscher Balance oder schiefem Stehen gibt sie einen Hinweis über den Bildschirm und hilft kleiner Pfeile, die Position zu korrigieren. Der Vergleich mit analogen und anderen digitalen Waagen zeigt: die Nokia Body+ misst auf die Kommastelle genau. Der Hersteller gibt eine Abweichung von ± 100 mg an.

Nokia Body+: Design

Die Körperzusammensetzung ermittelt die Body+ über die eingelassenen Elektroden, die den Fließwiderstand des unteren Körperteils messen. Die Methode gilt als ungenau, weil sie andere Stellen des Körpers außer Acht lässt, zum Beispiel Hände oder Oberkörper. Deshalb verfügen die angezeigten Werte nicht die gleiche Güte, wie eine Messung beim Sportarzt oder im Fitness-Studio. Nichtsdestotrotz lässt es sich mit diesen Richtwerten und den Tendenzen hervorragend arbeiten, wenn man gerade seine Ernährung umgestellt oder begonnen hat, Sport zu machen. So sieht man, ob die Aktivitäten etwas bringen.

Aus den vergangenen acht Messungen berechnet die Nokia Body+ einen Gewichtstrend und zeigt diesen direkt auf dem Display an. Wie genau der Prognose-Algorithmus funktioniert, erklärt der Hersteller nicht genau. Vermutlich ist es eine Punktschätzung mit Intervallen. Unterm Strich hat die Funktion einen Mehrwert für den Nutzer, weil er jedes Mal beim Wiegen Vergleiche ziehen kann.

Gewichtsanzeige auf dem Bildschirm der Nokia Body+
Gewichtsveränderung auf dem Bildschirm der Nokia Body+

Neben dem Normalbetrieb bietet die Body+ auch drei weitere Modi an: Baby-, Schwangerschafts- und Athletenmodus. Mit dem Baby-Modus, der sich wie alle Modi über die App aktivieren lässt, stellen sich Eltern mit dem Baby im Arm auf die Waage. Nach dem Absteigen subtrahiert die Body+ das Gewicht der Mutter oder des Vaters. Ziemlich clever – und funktioniert zuverlässig! Die Nokia-Waage verwaltet bis zu acht Nutzer und erkennt diese nach drei bis vier fehlgeschlagenen Versuchen automatisch.

Die vier Alkaline-Batterien in der Body+ sollen Hersteller 18 Monate durchhalten. Diese Angabe lässt sich mangels Zeit in diesem Test nicht verifizieren. Als ungefährer Erfahrungswert: Seit etwa zwei Monaten befindet sich die Fitbit Aria 2 im Langzeittest, die Laufzeit der dort verwendeten AA-Batterien sollen ein Jahr betragen. Aktueller Stand nach zwei Monaten: 85 Prozent.

Vier AAA-Batterien in der Nokia Body+
Vier AAA-Batterien in der Nokia Body+

Die Daten synchronisiert die Body+ über zwei Schnittstellen: Bluetooth oder WLAN. Letzteres ist optional. Bei Bluetooth muss das Smartphone oder Tablet in der Nähe sein, um die Daten zu empfangen. Bei WLAN muss das Telefon nicht in der Umgebung sein; eine unabhängige Nutzung ist somit möglich. Sollte weder das Eine noch Andere funktionieren, speichert die Body+ die letzten 16 Gewichtsmessungen lokal ab. Die Daten löscht das System nach erfolgreicher Übertragung.

Apropos Daten: „Jeder Wiegevorgang wird am Ende in der App des Nutzers gespeichert“, verspricht Nokia Technology. Dabei wurden erst vor wenigen Jahren die Gesundheitsprodukte – Body+, Steel HR (Testbericht) und mehr – samt Nutzerdaten im Rahmen einer Akquisition von Withings übernommen. Nun geht die gesamte Gesundheitssparte Nokia Health wieder zurück an einen der Withings-Gründer. Dieses Hin- und Her mit personenbezogenen Daten ist fragwürdig, egal wie gut die Waage ist.

Wetteranzeige bei der Nokia Body+
Wetteranzeige auf dem Bildschirm der Nokia Body+

Zum Verwalten der Waage und den Ergebnissen ist die Nokia-eigene Applikation Health Mate notwendig. Sie ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar. Die Ersteinrichtung in Kombination mit der Body+ kann bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen, wenn noch kein Benutzerkonto vorliegt oder es ein Update für die Nokia-Waage gibt.

Health Mate ist eine äußert intuitive und übersichtliche App. Der Aufbau ist verständlich und die Informationen sind visuell gut aufbereitet. Die Startseite besitzt eine Art Timeline, wie man sie von Twitter, Facebook oder Instagram kennt. In der vertikalen Zeitleiste sind alle Ereignisse vorzufinden: Gewicht, gegangene Schritte sowie Herzfrequenzmessung. Die letzten zwei Parameter kommen von anderen Nokia-Geräten oder die Body+ speist sie aus dritten Quellen wie Apple Heath, Myfitnesspal, Runkeeper oder Nest. Fitbit unterstützt Nokia nicht.

Ähnlich wie Fitbit und Apple verfolgt auch Nokia den Ansatz des Gamification: Erreichte Meilensteine belohnt das System mit sogenannten Badges. Dabei handelt es sich um virtuelle Abzeichen, die dem Vergleich mit anderen Nutzern dienlich sind und durchaus motivieren können.

Nokia Body+

Schwarz

Nokia Body+

Weiß

Die Nokia Body+ ist eine smarte Waage mit Bluetooth und WLAN. Sie synchronisiert die Daten ihrer Nutzer in eine App und zeichnet eine Gewichtszunahme respektive -abnahme auf. Ganz so präzise sind die Daten nicht, für ein gesünderes Bewusstsein reicht es jedoch aus. Gut gefallen hat uns das Gesamtpaket aus Hardware und Software. Ein Fragezeichen bleibt beim Datenschutz, nachdem Nokia Health nun verkauft wurde.

Wer auf der Suche nach einer smarten Waage im Premium-Segment ist und alle Funktionen eines solchen Gerätes nutzen möchte, der macht mit der Body+ von Nokia nichts falsch. Eine preiswerte Alternative ohne WLAN ist die Bodysense von Anker Eufy (Testbericht).

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