TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Nokia 6 (2018) im Test: Android One im Aluminium-Mantel

9
von  //  Facebook Twitter Google+

Das neue Nokia 6 (2018) ist ein Mittelklasse-Smartphone im Aluminiumgehäuse und Android One als Betriebssystem. Ob der Kauf lohnt klärt der Test von TechStage.

Der Hersteller HMD Global ist beim Lieferumfang des Nokia 6 (2018) etwas sparsamer als beim großen Nokia 7 Plus (Testbericht): die mitgelieferten Kopfhörer haben einen schlechten Klang. Darüber hinaus vermitteln sie wegen der Hartkunststoff-Aufmachung ein billiges Gefühl. Am besten gleich drin lassen und gar nicht auspacken, schade um die Umwelt. Außerdem fehlt eine Schutzhülle in Klarsichtoptik, wie beim großen Bruder. Neben Smartphone und USB-C-Kabel liegt – immerhin! – ein Schnellladegerät bei.

Nokia 6 (2018): Lieferumfang

Das Nokia 6 (2018) gibt es in zwei Farben: Weiß und Schwarz. Das Gehäuse des Telefons ist aus einem einzigen 6000er Aluminiumblock (Magnesium-Siliziumlegierungen) herausgefräst und wirkt deshalb besonders solide. Die zu Display und Rückseite ausgerichteten Kanten des Smartphones schleift ein Diamant im Fertigungsverfahren glänzend ab. Sie sind akzentuiert in einem Kupfer-Ton. Die Umsetzung ist insgesamt stimmig und schmeichelt das Auge. Ganz so robust wie der Rest des Nokia 6 (2018) sind die Kanten allerdings nicht: Schon nach drei Tagen in der Tasche zeigen sich erste feine Mikrokratzer sowie kleine Einkerbungen. Sie sind mit dem bloßen Finger zu ertasten. Wir empfehlen daher in jedem Fall eine Schutzhülle.

Nokia 6 (2018): Design

Die Optik des neuen Nokia 6 (2018) veränderte sich im Vergleich zum Nokia 6 (Testbericht) aus dem Jahr 2017 nur minimal. So ist beispielsweise der Fingerabdrucksensor von vorne nach hinten gewandert. Das macht ergonomisch Sinn, man erreicht ihn bequem mit dem Zeigefinger. Zudem verzichtet der Hersteller auf berührungsempfindliche Tasten und setzt stattdessen virtuelle Bedienfelder. Diese blenden sich aus, wenn kein Bedarf vorhanden ist. Der Bereich unter dem Display ist nun etwas kleiner, das führt zu einer zeitgemäßen Optik. Geblieben ist auch das scharfkantige Design, das unbequem in der Hand liegt. Hier gibt es Verbesserungspotential – diese Kritik ist mittlerweile ein Jahr alt.

Im Nokia 6 (2018) arbeitet ein Snapdragon 630 von Qualcomm. Dem Prozessor steht ein Arbeitsspeicher von 3 GByte zur Seite. Bei der Leistung schneidet das Telefon in seinem Segment gut ab. Bei anspruchsvolle Aufgaben wie Multitasking ab 10 Applikationen oder Spiele mit 3D-Grafik kommt es aber schnell an seine Grenzen. Im Bewertungssystem Antutu erreicht es einen Wert von 90.000. Das ist vergleichbar mit einem drei Jahre alten Huawei Mate 8. In Sachen Geschwindigkeit merken wir eine deutliche Verzögerung gegenüber dem großen Bruder Nokia 7 Plus, Menüs und losgelöste Prozesse sind merkbar langsamer.

Nokia 6 (2018)

Der Speicher des Gerätes fasst 32 GByte. Davon stehen dem Nutzer rund 19 GByte für seine eigene Verwendung zur Verfügung. Der Speicher ist per MicroSD-Karten erweiterbar. Eine im Test eingesetzte MicroSDXC-Karte mit 400 GByte hat problemlos funktioniert. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, hat TechStage ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Nokia 6 (2018)

Der festeingebaute Akku des Nokia 6 (2018) hat eine Kapazität von 3000 mAh. Im Regelfall und bei moderater Nutzung (Musik aus dem Internet hören, Bilder schießen, mit Google Chrome im Web surfen und soziale Netzwerke nutzen) kommt das Smartphone auf eine Betriebszeit von 10 bis 12:47 Stunden. Im Test mit einem Videostream bei maximaler Display-Helligkeit erreicht das Telefon eine Laufzeit von 6:21 Stunden. Das ist wenig im Vergleich zu dem Huawei P20 Lite (Testbericht).

Nokia Mobile und HMD Global schicken das Nokia 6 (2018) mit Dual-SIM in das Rennen. Das Telefon speist zwei Nano-SIM-Karten und bietet eine intuitive Oberfläche zum Verwalten der Mobilfunk-Dienste an. Gesprächsqualität, Klang und Empfang sind gut. In das lokale Internet geht das Gerät über WLAN 802.11 mit abgn – der ac-Standard fehlt. Ansonsten gibt es noch Bluetooth 5.0, NFC und sogar UKW-Radio in Kombination mit verbundenen Kopfhörern über den Klinkenanschluss mit 3,5 mm.

Das Display des Nokia 6 (2018) hat eine Diagonale von 5,5 Zoll im Format 16:9. Mit Full-High-Definition, also 1920 × 1080 Pixeln, bietet der Bildschirm eine hohe Auflösung für Inhalte. Nicht nur die Schärfe ist gut, auch die Farben wirken natürlich. Weniger schön ist die geringe Helligkeit der Anzeige. Trotz eines LCDs, das tendenziell heller ist als ein Oled-Display, lassen sich Texte auf einem dunklen Hintergrund bei starkem Sonnenlicht nicht ablesen.

Nokia 6 (2018)

Ein Always-on-Display wie beim Nokia 7 Plus besitzt das 6er-Nokia auch.

Das Nokia 6 (2018) schießt Fotos in 16 Megapixeln. Die wichtigste Abgrenzung zum Nokia 7 Plus ist hierbei die fehlende Dual-Kamera. Die Hauptkamera des 6er produziert bei viel Licht ordentlichen Bilder. Bei Dunkelheit versagt sie komplett, dies hat verschiedene Gründe: kleiner Bildsensor, lichtarme Blende von f/2 sowie kleine Einzelpixel mit einer Länge von 1 µm. Wer dennoch bei schwachem Licht fotografieren möchte, der sollte die integrierte Dual-LED aktivieren. Obwohl die Kamera mittels eines Phasendetektionsfokus ihre Motive scharf stellt, ist sie teilweise ungenau und langsam.

Deutlich bessere Bilder schießt die zu dem Benutzer gerichtete Kamera auf der Vorderseite. Sie hat eine Auflösung von 8 Megapixeln und einen Weitwinkel von 84 Grad. Damit gelingen auch Fotos mit mehreren Personen im Bild.

Videos zeichnet die Hauptkamera im hochauflösenden Format 4K UHD auf. Ab Werk ist Auflösung jedoch auf 1080p eingestellt. Eine Besonderheit gibt es noch: Das Nokia 6 (2018) verfügt über zwei Mikrofone. Sie dienen nicht nur der aktiven Geräuschunterdrückung, sondern nehmen auch sphärischen Sound auf. Nokia nennt diese Technologie Nokia OZO Audio. Den räumliche Klang merkt man aber nur am Kopfhörer, nicht am integrierten Monolautsprecher.

Das wichtigste Merkmal des Nokia 6 (2018) ist das Betriebssystem: das Smartphone läuft mit Android One. Damit ist es ein nicht modifiziertes und zertifiziertes System direkt von Google. Auch die Oberfläche bleibt unberührt und entspricht den Vorgaben des Machers von Android. Der essentielle Vorteil von Android One ist Versorgung mit aktueller Software. Mit dem Kauf des Nokia 6 (2018) bekommt der Nutzer das Versprechen von HMD Global und Google, dass das Gerät zwei Jahre lang Updates und Upgrades erhält. Dies ist ein Qualitätsmerkmal, das sogar High-End-Smartphones wie dem Galaxy S9 (Testbericht) fehlt.

Auf dem Gerät selbst ist keinerlei Bloatware installiert. Alle Applikationen kommen von Google selbst. Die Oberfläche ist schlank und übersichtlich.

Nokia 6 (2018)

Schwarz

Nokia 6 (2018)

Weiß

(Kein Produktbild vorhanden)

Schutzhülle

Das Nokia 6 (2018) ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone mit hochwertiger Verarbeitung. Die technische Ausstattung ist zufriedenstellend, jedoch nichts Außergewöhnliches. Unschön sind die geringe Display-Helligkeit sowie der langsame Fokus der Kamera. Der einzige Kaufgrund ist das Software-Versprechen seitens Google und HMD Global.

Wer ein stets aktuelles Smartphone für die nächsten zwei Jahre und wenig im Dunkeln fotografieren möchte, sollte sich das Nokia 6 (2018) genauer anschauen. Für 80 Euro mehr gibt es schon das Nokia 7 Plus mit deutlich besserer Dual-Kamera.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige