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Nintendo Switch Lite im Test: gute Handheld-Konsole

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Bei der Switch Lite wirft Nintendo das Hybrid-Konzept für unterwegs und den Anschluss am TV-Gerät über Bord. Wir testen, wo die Stärken der kleineren Switch Lite liegen.

Auch die neue Nintendo Switch Lite spricht sowohl die junge Generation als auch erwachsene Gamer an. Die Palette an verfügbaren Spielen beinhaltet sowohl exklusive Nintendo-Titel als auch klassische Konsolen-Games. Nicht mehr ganz neu ist die Tatsache, dass selbst Ballerspiele wie Doom oder Wolfenstein für die Switch-Serie verfügbar sind. In der Vergangenheit waren solche Titel kein Thema für Nintendo; viele ältere Nutzer bevorzugten deshalb XBox oder Playstation.

Das große Novum der Nintendo Switch (Testbericht) war deren Hybrid-Funktionalität. Die Konsole funktioniert entweder stationär an einem Fernseher oder mobil mit eigenem Bildschirm. Von diesem Konzept hat sich Nintendo bei der günstigeren Switch Lite komplett verabschiedet. Die kleine Switch Lite ist eine reinrassige Handheld-Konsole; ohne Möglichkeit, sie am Fernseher zu anzuschließen.

Nintendo Switch und Nintendo Switch Lite im Größenvergleich.

Um eine möglichst hohe Mobilität zu erreichen, ist die Switch Lite sowohl kleiner als auch bedeutend leichter als das Vorgängermodell.

Die Nintendo Switch Lite sieht der Switch sehr ähnlich. Die Unterscheidungsmerkmale sind trotzdem offensichtlich. So ist die Lite mit Abmessungen von 91 × 208 × 14 mm ein ganzes Stück kleiner als die Switch (102 × 239 × 14 mm). Um dies zu erreichen ist unter anderem die Bildschirmdiagonale von 15,75 cm auf knapp 14 cm geschrumpft. Auch der Akku fällt mit einer Kapazität von 3570 mAh statt 4310 mAh kleiner aus. Diese Kur macht sich ganz deutlich beim Gewicht bemerkbar. Statt 398 g bringt die Switch Lite nur noch 275 g auf die Waage. Der Unterschied von 123 g entspricht etwa dem Gewicht eines Apfels und ist somit deutlich spürbar – Insbesondere bei längeren Spiele-Sessions.

Das Gehäuse ist griffig und die Verarbeitung sehr hochwertig.

Die geschrumpften Abmessungen kommen vor allem Nutzern mit kleinen Händen entgegen: Die kleinere Switch Lite liegt dann auch sehr viel angenehmer in der Hand, als das große Modell. Tasten und Richtungs-Sticks reagieren zuverlässig und der Druckpunkt (insbesondere der Schultertasten) ist insgesamt einen Tick angenehmer als bei der normalen Switch. Die Beschriftung der Tasten ist bei der Lite eingraviert statt aufgedruckt, was sie langlebiger macht als beim Vorgängermodell.

Eine sehr große Veränderung ist das neue All-in-One-Design der Lite-Version. Anders als bei der großen Switch sind die Joycon-Controller fest mit der Konsole verbunden. Die Switch Lite ist so letztlich ein zeitgemäßer Gameboy mit HD-Grafik. Dank der Möglichkeit Controller per Bluetooth anzuschließen, steht mit der Switch Lite aber auch Multiplayer-Sessions beispielsweise in Fifa19 nichts im Weg. Zum Zocken mit mehreren Leuten ist das 5,5-Zoll-Display allerdings grenzwertig klein.

Auf der linken Seite hat Nintendo die vier Richtungstasten gegen ein Steuerkreuz getauscht. Der USB-C-Anschluss liegt zwar immer noch auf der Geräte-Unterseite, er dient allerdings lediglich als Schnittstelle für das Ladegerät. Ein Bildsignal ist dem Anschluss nicht zu entlocken. Selbst wer eine Dockingstation der Switch besitzt, bekommt das Bild der Lite nicht auf einen externen Monitor übertragen.

Power-Taster, Lautstärkewippe, Kopfhörer-Anschluss und Einschub für Spiele-Cartridges sitzen auf der Oberseite der Switch. Ein ausklappbarer Standfuß auf der Rückseite ist nicht mehr vorhanden. Ebenfalls auf der Unterseite sitzt der Einschub für MicroSD-Karten. Die Verarbeitung ist hochwertig. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und das Kunststoffgehäuse macht einen stabilen Eindruck.

Im Betrieb steht der Lite lediglich eine Auflösung von 720p zur Verfügung – bei der großen Switch waren es zumindest an externen Monitoren 1080p. Immerhin, die Auflösung geschrumpften Monitors ist gleichgeblieben. Dies macht sich positiv bei der Schärfe bemerkbar. Die Lite verfügt über 267 ppi, die alte Switch kam wegen des größeren Monitors nur auf 237 ppi. Zum Vergleich, das iPhone 11 Pro bietet mit 458 ppi nochmal deutlich mehr Pixel pro Inch.

Der Lieferumfang umfasst lediglich die Konsole und das passende USB-C-Netzteil.

Auf einen Helligkeitssensor hat Nintendo bei der Lite verzichtet. Das ist schade, denn das händische Einstellen nervt und ein sehr heller Monitor verbraucht unnötig viel Energie. Der interne Akku der Switch hält trotz der geringeren Kapazität und der fehlenden Helligkeitsanpassung, abhängig vom Spieletitel, etwa eine halbe Stunde länger durch als das Vorgängermodell (3,0 bis 7,0 h statt 2,5 bis 6,5 h). Dies auch auf den geringeren Energieverbrauch des kleineren Displays zu zurückzuführen. Das vollständige Aufladen mit dem zur Switch identischen Netzteil dauert im Test nur knapp zwei Stunden.

Per Bluetooth ist die Nutzung externer Controller möglich. Deren Einrichtung ist ebenso einfach, wie bei der großen Switch. Ohne zusätzlichen Adapter kann die Lite den Sound trotzdem nicht kabellos übertragen. Kopfhörer können per 3,5-mm-Klinkekabel angeschlossen werden. Schade, gerade bei einer für den mobilen Einsatz konzipierten Konsole erscheinen die Kabel-Kopfhörer altbacken und unpraktisch. Neben Bluetooth 4.1 unterstützt die Switch Lite WLAN nach 802.11 b/g/n/ac.

Der Einschub für Cartridges ist normalerweise geschlossen.

Bei der Lite verzichtet Nintendo auf eine IR-Bewegungskamera und das integrierte Vibrations-Feedback. Das mit der fehlenden Vibration ist verschmerzbar, aufgrund der fehlenden IR-Bewegungskamera sind aber einige Spieletitel, wie die Nintendo-Labo-Kits, nicht mit der Lite kompatibel. Vor dem Kauf neuer Spiele sollte man deshalb genau prüfen, ob der jeweilige Titel auch im Handheld-Modus funktioniert.

Hinsichtlich der Spieleauswahl sind die Switch Lite und deren Vorgängermodell bis auf wenige Ausnahmen (beispielsweise die Nintendo-Labo-Kits) identisch. Die Games gibt es auch für die Lite-Version entweder als Download im E-Shop oder auf proprietären Speicherkarten (Cartridges). Macht ein Titel irgendwann keinen Spaß mehr, kann die Version auf Speicherkarte einfach verkauft werden, weshalb wir diese Variante vorziehen. Bei Download-Spielen ist dies nicht möglich, da Spiel und Nutzeraccount miteinander verknüpft sind. Die Downloadversion kann dafür nicht verloren gehen und steht so immer dann zur Verfügung, wenn ein Internetanschluss vorhanden ist.

Die Rückseite der Switch Lite.

Die Preise für Spiele variieren stark. Während einfache Games bereits ab 1,99 Euro erhältlich sind, kosten bekannte Titel bis zu 70 Euro. Nintendo hat aber regelmäßig sehr gute Angebotspreise im E-Shop, sodass es sich lohnt, regelmäßig dort vorbeizuschauen.

Wer mehr als eine Switch nutzt, kann die Spielstände synchronisieren. Automatisch funktioniert der Abgleich aber nur mit dem kostenpflichtigen Online-Abo von Nintendo. Bei der Verwendung mehrerer Konsolen wird eine Switch als Hauptgerät definiert. Diese Konsole benötigt dann, anders als die anderen Switches, keinen Internetzugang zum Spielen von heruntergeladenen Spieletiteln. Das zeitgleiche Spielen eines heruntergeladenen Titels mit mehreren Switches ist grundsätzlich nicht möglich.

Die Bedienung der Switch Lite ist ebenso einfach, intuitiv und komfortabel, wie beim Vorgängermodell. Beispielsweise schickt ein kurzer Druck auf den Power-Button die Konsole in den Standby-Modus. Wird sie wieder eingeschaltet, geht es direkt an der Stelle weiter, wo zuvor unterbrochen wurde.

Das Anmelden von externen Controller ist ebenso komfortabel gelöst, wie bei der großen Switch. Drückt man die beiden Schultertasten eines oder mehrerer Gamepads, werden diese sofort von der Konsole erkannt.

Der Bildschirm ist mit knapp über 300 cd/m2 ausreichend hell, um in Innenräumen zu zocken. Zum Vergleich: Aktuelle Flagship-Smartphones sind mit über 600 cd/m2 gut doppelt so hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung macht das Spielen deshalb wenig Spaß. Dafür ist die Helligkeit einfach zu gering und die Spiegelungen im Monitor zu stark. Abhilfe schafft hier eine matte Display-Schutzfolie.

Wer Multiplayer-Spiele mit der Lite zocken will, muss sich mit dem kleinen 5,5-Zoll-Display begnügen.

Wer die Konsole unterwegs nutzt, wie von Nintendo angedacht, sollte sich eine passende Tasche besorgen. Das schont die Konsole und verhindert, dass der Akku durch versehentliches Drücken der Tasten unabsichtlich geleert wird. Schade, dass keine Tasche zum Lieferumfang gehört.

Die Anschaffung einer MicroSD-Karte ist ebenfalls sinnvoll, da online geladene Inhalte viel Platz brauchen und auch einige Titel auf Cartridges (beispielsweise Wrestling WWE 2K18) eine Speicherkarte voraussetzen. Passende Speichermedien stellen wir in unserer Kaufberatung MicroSD-Karten vor.

Nintendo Switch Lite grau

Nintendo Switch Lite grau

Nintendo Switch Lite türkis

Nintenddo Switch Lite türkis

Nintendo Switch Lite gelb

Nintenddo Switch Lite gelb

Nintendo Switch Lite - Zacian & Zamazenta Edition grau/blau/rot

Nintendo Switch Lite - Zacian & Zamazenta Edition

Nintendo Switch Lite grau (verschiedene Bundles)

Nintendo Switch Lite Bundle grau

Nintendo Switch Lite gelb (verschiedene Bundles)

Nintendo Switch Lite Bundle gelb

Nintendo hat auch mit der abgespeckten Switch Lite viel richtig gemacht. Die Konsole ist zwar ausschließlich als Handheld nutzbar, diesen Job macht sie aber hervorragend. Wer in erster Linie mobil zockt und die TV-Funktion nicht benötigt, kann bedenkenlos zugreifen.

Die Verarbeitung und die Haptik sind gut und geben keinerlei Anlass für Beschwerden. Die Steuerung ist, wie gewohnt, sehr präzise und sorgt zusammen mit einer riesigen Spieleauswahl für langanhaltenden Spaß beim Zocken. Das gute Handling und die kleineren Abmessungen machen die Switch Lite vor allem für Kinder und die mobile Nutzung sehr interessant.

Alles richtig gemacht hat Nintendo aber trotzdem nicht. Uns stören der stark reflektierende Monitor und die Tatsache, dass Bluetooth-Kopfhörer nur mit Dritthersteller-Adapter funktionieren. Das Fehlen eines Helligkeitssensors stört ebenfalls.

Wer Mario Kart & Co. auf TV oder Leinwand spielen will, muss mehr Geld investieren und die größere Nintendo Switch (Testbericht) kaufen. Wer seine Spiele allerdings in hoher 4K-Auflösung zocken will, muss zur Konsole von Sony oder Microsoft greifen. Auch exklusive Konsolen-Titel wie Grand Turismo oder Halo sind auf der Switch nicht verfügbar. Wem es nur darum geht in Erinnerungen zu schwelgen und mit Mario und Co. zu spielen, der sollte sich eine Retro-Konsole für alte Spiele-Klassiker selber bauen (Anleitung).

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