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Netgear Powerline WiFi 1000 Kit im Test: Günstiges WLAN-PLC

Bild: Harald Karcher

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Das Powerline-1000-to-WLAN-433-Kit von Netgear kostet keine 90 Euro. Ob die Leistung überzeugt, klärt unser Test.

Netgear bietet ein Set auf Basis von Powerline 1000 an. Dabei handelt es sich zwar nicht um die schnellsten Komponenten, dafür ist der Preis mehr als fair. Powerline macht etwa dann Sinn, wenn eine Datenverbindung über die Stromleitung geleitet werden soll und WLAN-Repeater nicht die nötige Bandbreite bereitstellen. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Technik haben wir im Artikel “Kaufberatung: PowerLAN für stabiles Internet im Garten” zusammengefasst.

Die Netgear-Powerline-Adapter stecken in einem hell-grauen bis creme-weißen Plastik-Gehäuse. Der WLAN-lose PL1000v2 hat unten eine gelbe LAN-Buchse. An der Front leuchten im normalen Betrieb drei grüne LEDs. Sie sind hell genug, um gut gesehen zu werden. Beim WLAN-fähigen PLW1000v2 springen die beweglichen Antennen ins Auge. Neben grünen LEDs leuchtet an seiner Frontseite links oben eine blaue LED, sie zeigt den WLAN-Status. Ein weißer Aufkleber auf der Front verrät die Zugangsdaten wie SSID und Netzwerkschlüssel.

Das Plastik-Design der beiden Powerliner von Netgear wirkt funktional, zweckmäßig und praxistauglich. Es kommt aber bei der Wertigkeit nicht an das weiß-roten AVM FRITZ!Powerline 1260E WLAN Set (Testbericht) oder das edel-weißen Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit (Testbericht) heran.

Der Lieferumfang des Netgear kann sich sehen lassen. Er umfasst:

  • Einen WLAN-losen Powerline-Adapter Modell PL1000v2
  • Einen WLAN-fähigen Powerline-to-WiFi-Adapter Modell PLW1000v2
  • Zwei weiße Ethernet-LAN-Kabel
  • Eine Ressourcen-CD
  • Ein gedrucktes Mini-Handbuch

Verpackung und Datenblatt glänzen in astreinem Englisch: Dort fanden wir aber nur vage WLAN-Speed-Angaben, nämlich IEEE 2,4 GHz / 5 GHz 802.11 b/g/n/ac. In einem ausführlichen PDF-Handbuch, ebenfalls in Englisch, wird das Geheimnis gelüftet: Der WLAN-fähige Netgear PLW1000v2 Adapter funkt demnach 200 Mbps bei 2,4 GHz und 433 Mbps bei 5 GHz: Sprich: Halb so schnell wie das AVM-Vorzeige-Modell FRITZ!Powerline 1260E. Die Angaben sind sowieso nur Brutto. An Ende zählt, was Netto bleibt. In der Praxis ist der Unterschied kleiner, als man denkt (siehe Leistungsmessung).

Im Gegensatz zu den deutschen PLC-1200-Pärchen von AVM und Devolo hat das kalifornisch-chinesische Netgear-Duo keine Durchschleif-Steckdosen. Das mag man vermissen, es schränkt aber die Kern-Leistung von Powerline und WLAN nicht ein.

Die vielen Produkt-Bezeichnungen sind bei Netgear verwirrend. Hier nur ein Auszug: Auf der Packung steht „Powerline 1000+WiFi“. Darunter, etwas kleiner: „PLW1000“. Auf der Bodenseite der englischen Europa-Packung sagt ein Aufkleber: „Netgear PLW1000-100PES“. Auf der Rückseite der Adapter selber steht „PL1000v2“ auf dem WLAN-losen und „PLW1000v2“ auf dem WLAN-fähigen Gerät. Im weiteren Test verwenden wir der Einfachheit halber diese Modell-Namen.

Unsere beiden Netgear-PLC-Adapter waren ab Werk gekoppelt. Ist das nicht der Fall, reicht nach dem Anschließen ein Druck auf die Koppelungsknöpfe unten an den PLC-Adaptern. Kurz nach dem Einstecken in die Steckdosenleiste waren zwei neue SSID-Netzwerknamen in der Luft:

  • NETGEAR75_EXT mit 200 Mbps auf 2,4 GHz
  • NETGEAR75-5G_EXT mit 433 Mbps auf 5 GHz

Nach Eingabe des am Produkt aufgedruckten Netzwerk-Schlüssels konnten sich unsere Testhandys mit den beiden Funkzellen verbinden.

Im Punkt “Heimnetz” der Fritzbox 7590 wurde kurz nach dem Hochfahren der zwei Netgear-Adapter ein neuer Eintrag namens PLW1000v2 sichtbar. Ein Klick auf diesen Eintrag führt zur Konfigurationsoberfläche auf den Netgear-PLC-to-WLAN-Adapter. Nach dem ersten Anmelden wurde die Firmware auf Version V.1.0.0.16 aktualisiert. Nach einem kurzen Update standen brauchbare Optionen in aufgeräumter Optik zur Verfügung. Damit ist es unter anderem möglich, die Sende- und Empfangsraten zwischen den beiden Powerline-Adaptern auszulesen. Mit dieser Funktion lässt sich die Qualität der Stromleitung beurteilen, bei zu schwachem Durchsatz lohnt es sich, eine andere Steckdose auszuprobieren.

Bild: Harald Karcher Der Versuchsaufbau als Diagramm.

Das Netgear-PLC-Paar muss seine Leistung in der bereits bekannten Testumgebung beweisen: Im Dachgeschoss steht der VDSL-Router, eine Fritzbox 7590. Von dort geht ein Gigabit-LAN-Kabel in den ersten Netgear-Adapter. Ein Stockwerk darunter greift der WLAN-fähige PLW1000v2 das Signal aus dem Stromkreis ab und verteilt die Daten über das eigene WLAN. Das Mess-Smartphone, ein LG V30, misst an sieben Punkte in unterschiedlichen Räumen den durchschnittlichen Durchsatz von Router und dem WLAN-PLC-Adapter.

Minimal empfohlener Datendurchsatz
Aktivität Empfohlene Mindestgeschwindigkeit
Surfen ab 1 Mbps
Musik Streaming 96 Kbps (Spotify) / 256 Kbps (iTunes) /
Video Streaming ab 3 Mbit/s
Skype-Call (Audio) ab 300 Kbps
Skype-Call (Video) ab 500 Kbps / 1,5 Mbps (HD)
Gruppen-Calls ab 2 Mbps
Online-Gaming 3 -6 Mbps
IoT: Sicherheitskamera ab 25 Kbps
Bild: Harald Karcher Die Messung des internen Durchsatzes.

Die zwei roten Kurven der Messgrafik zeigen den internen Durchsatz zwischen Router und Smartphone. Die steilere Messkurve zeigt den Speed-Verlauf im 5-GHz-Band, die flachere die Daten für 2,4 GHz.

Die weißen Daten stehen für die Geschwindigkeit zwischen dem Netgear PLW1000v2 Powerline-to-WiFi-Adapter und dem WLAN-Handy LG V30 bei 2,4 und bei 5 GHz.

Gerade im 5-GHz-Band zeigt sich gut, dass der PLC-Adapter Lücken füllen kann, die das WLAN der Fritzbox hinterlässt. Bis zum Keller reicht der Funk allerdings nicht, hier schlägt sich das Devolo-System besser. Da es sich aber um einen Powerline-Adapter handelt, könnte man ihn einfach ein Stockwerk tiefer anstecken und die Lücke so schließen.

Bild: Harald Karcher Die Messung des Internet-Durchsatzes.

Die zweite Messung untersucht die maximal übertragene Geschwindigkeit ins Internet. Die Fritzbox ist per VDSL 50 angebunden, das ist entsprechend das obere Limit.

Wie man sieht, bringt der Netgear PLW1000v2 Powerline-to-WiFi-Adapter genau dort, wo der Fritzbox 7590 die WLAN-Puste ausging, ein brauchbares Internet.

Allerdings schlugen sich Netgear PLW1000v2 Powerline-to-WiFi-Adapter und LG V30 bei den 5 GHz-Messungen in Summe wesentlich besser als im 2,4 GHz-Band. Einer der Gründe: Das 5 GHz-Band war in der konkreten Testumgebung fast leer, das 2,4 GHz-Band war dagegen ziemlich übervölkert.

Ein Hinweis: Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne weiteres auf andere Häuser übertragen. Die Qualität der Stromleitung fließt hier ebenso ein wie die genutzten Materialien der Wände. Da wir allerdings neben den PLC-Adaptern auch die Repeater und andere WLAN-Geräte in dieser Konstellation messen, sind die Werte dieser Geräte durchaus vergleichbar.

Bild: Harald Karcher Der Stromverbrauch.

Netgear gibt für den WLAN-losen PLC-Adapter einen maximalen Verbrauch von 3,73 Watt an. Im Power-Saving-Modus sollen es sogar nur maximal 0,5 Watt sein. Hinzu kommt der Verbrauch des WLAN-bestückten Gegenstücks mit maximal 7 Watt. Das wären zusammen dann maximal 10,73 Watt, wenn alle Teile nonstop auf höchstem Verbrauch arbeiten.

In der kurzen PLC-Strecke unserer Steckdosenleiste, mit nur einem auf 5 GHz verbundenen WLAN-Handy LG V30, konnten wir den Netgear-Geräten maximale Stromspitzen von 7,7 Watt entlocken. Bei größeren PLC-Entfernungen und mehreren aktiven Endgeräten mag es mehr werden.

Die beiden PLC-Adapter brauchen kein externes Netzteil, sie stecken direkt in der 230-Volt-Steckdose. Zieht man sie aus der Dose heraus, dann geht ihr Stromverbrauch garantiert auf 0,00 Watt zurück.

Der WLAN-lose Adapter hat keinen gesonderten Ein-Aus-Schalter, der WLAN-fähige Adapter dagegen schon. Das darf man positiv betonen, da die meisten Hersteller keine separaten Schalter (mehr) verbauen.

Netgear bietet eine preiswerte Lösung für Powerline mit integriertem WLAN. Das Set reicht in den besser versorgten Bereichen auch für Videostreaming in Full HD. Gleich nach dem Kauf sollte man aber die Kompatibilität mit allen vorhandenen WLAN-Endgeräten innerhalb der Rückgabe-Frist überprüfen.

Wer oft und viel 4K-Videos streamen will, sollte auch unsere anderen Powerline-Testberichte lesen und eventuell lieber zu einem High-End-PLC-Gerät greifen.

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