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Netgear Orbi RBK50: Mesh-Pionier im Test

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2017 brachte Netgear als erster das Tri-Band-Mesh mit hohem Durchsatz auf den Markt. Wir testen, ob Orbi RBK50 auch 2019 noch mithalten kann, oder ob man besser zur Konkurrenz greift.

Google Wifi, Netgear Orbi und Linksys Velop haben den Mesh-Hype im ersten Halbjahr 2017 nach Europa gebracht. Der deutsche Platzhirsch AVM sah seinen Ruf plötzlich vom Mesh-Marketing bedroht und konterte ganz schnell: Mesh? Das haben wir schon längst in unseren Produkten. Im Rahmen unsere Themenwelt WLAN-Mesh blicken wir nun auf den Tri-Band-Pionier von Netgear. Folgende Einzeltests und Artikel rund um WLAN Mesh sind bereits erschienen:

Das Netgear Orbi RBK50 Mesh-2er-Pack enthält einen Orbi Router RBR50 und einen Orbi Satellite RBS50. Jede Orbi-Funk-Station hat je vier Ethernet-RJ-45-LAN-Buchsen für 10/100/1000 Mbps, eine USB-2.0-Schnittstelle, einen Sync-Knopf, einen Ein-Aus-Taster, ein Reset-Loch und ein weißes Netzteil im Apple-Stil. Der Router wird am jeweiligen Modem angeschlossen, dazu ist eine Ethernet-Dose gelb markiert. Der Orbi Router brachte ohne Netzteil 925 Gramm auf unsere Briefwaage. Der Orbi Satellite ist mit 913 Gramm kaum leichter. Die Außenmaße lagen bei Router und Satellite identisch um circa 17 × 8 × 23 Zentimeter.

Der Netgear Orbi: Auf der Rückseite befinden sich sowohl beim Router wie auch den Mesh-Geräten Ethernet-Buchsen. (Bild: Harald Karcher)

Die weißen Orbi-Funker haben die Form einer ovalen Blumenvase. Sie stehen aufrecht und brauchen kaum mehr Platz als ein dickes Buch. Trotzdem sollte man WLAN-Funker möglichst frei im Raume aufstellen, gerne auch etwas erhöht, damit der Funk sich gut ausbreiten kann. Unser Mesh-Paar kam bereits verbunden aus der Packung, alternativ lassen sich die Geräte durch einen Druck auf die „Sync“-Taste einfach koppeln.

Drei unsichtbar verbaute WLAN-Funkmodule versprechen folgenden Durchsatz:

  1. Im 2,4 GHz Band bis zu 400 Mbps
  2. Im unteren 5 GHz Band bis zu 866 Mbps
  3. Im oberen 5 GHz Band bis zu 1733 Mbps

Die Bänder 1 und 2 stehen dem WLAN-Verbraucher gleichzeitig zum drahtlosen Surfen, Mailen, Streamen, Gaming et cetera zur Verfügung. Band 3 dient der Datenkommunikation zwischen den jeweiligen Endpunkten.

Das Netgear Orbi RBK50 Mesh-Set nutzt Wifi-5 und funkt die WLAN-Normen 802.11a, b, g, n, ac. Die nächste Generation nutzt Wifi-6, zum Testzeitpunkt ist das Orbi RBK852 zwar angekündigt aber noch nicht erhältlich.

Kurz vor den Speed-Tests schauen wir noch, wo sich die verschiedenen Funkzellen der beiden Orbi Mesh Stationen im Wifi-Spektrum befinden. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich alle paar Minuten ändern kann, solange wir die automatische Kanalwahl ab Werk nicht vorsätzlich verhindern.

Die App zu Orbi. (Screenshot: Harald Karcher / Netgear Software).

Neben der Konfiguration per Browser lassen sich die Orbis auch per Smartphone-App für Android und iOS verwalten. Von der Übersicht aller verbundenen Geräte bis hin zum Gäste-WLAN oder einer elterlichen Sperre für bestimmte Webseiten ist alles mit an Bord, was ein aktueller Router so bietet. Netgear-typisch ist die Router-Konfiguration per Browser etwas unübersichtlich, allerdings findet man mit etwas suchen selbst exotische Features. Tatsächlich gefiel uns im Test die Konfiguration per App sehr gut.

Allerdings finden sich im Web immer wieder Hinweise auf problematische Update-Prozeduren und auch wir hatten im Test etwas Probleme mit der aktuellen Firmware. Hier sollte sich Netgear eine Scheibe von AVM und deren Software-Versorgung abschneiden.

Der Netgear Orbi RBR50 Router ist im Test per LAN-Kabel mit einer Fritzbox 6590 Cable verbunden. Letztere hängt mit nominal 530 Mbps DL und 53 Mbps UL via DOCSIS 3.0 am Vodafone-Kabel-Internet. Von dort kommt aber nicht immer genug Netto-Speed, um die WLAN-Grenzen aller Test-Kandidaten auch in den Spitzen auszuloten. Deshalb hängt der Netgear Orbi RBR50 Router zusätzlich per LAN-Kabel an einem 10-Gigabit-NAS-Server Synology DS1618+. Auf diesem liegen unter anderem 30x 1 GB Dateien, die wir in Messwanderungen über die Funkzellen der Orbi-Stationen herunterladen.

Für die Messungen nutzen wir ein Razer Blade 15: Der Gaming-Laptop bringt als für uns wichtigste Komponente einen 11ac-Wave-2-WLAN-Adapter der Gattung Intel Dual Band Wireless-AC 9560 mit einem offiziellen Speed bis 1733 Mbps mit. Damit können wir den Durchsatz des Meshs komplett ausloten. Zusätzlich messen wir mit einem Sony Xperia XZ Premium (Testbericht). Dieses 11ac-Wave-2-Smartphone hat einen offiziellen Speed von 866 Mbps.

Mit diesen WLAN-Endgeräten wandern wir vom DG (links oben) bis in das OG-Zimmer 4 (rechts mittig) und wieder zurück. Die beiden Orbi-Stationen stehen vorsätzlich ungünstig am linken Rand der Wohnung, damit die Teststrecke möglichst schwierig wird.

Im DG Links funkt ein Netgear Orbi RBR50 Router. Im OG Links ein Netgear Orbi RBS50 Satellite. Die Messung mit einem Razer Blade 15 Laptop beginnt links oben im DG und endet rechts im OG-Zimmer 4. Die Test-Dateien (30x 1GB) werden aus einem Synology DS1618+ NAS Server zugespielt, rechts oben (Bild: Harald Karcher).

Wie immer messen wir zunächst die Reichweite des einzelnen Orbi-Gerätes und anschließend Reichweite und Durchsatz des Mesh-Paares.

Messung durch 5 Räume mit einem Razer Blade 15 Laptop vom DG bis zum OG-Zimmer 4: Blau zeigt den Netto-Speed mit Netgear Orbi Router RBR50. Rot mit dem kompletten RBK50-2er-Set samt Router RBR50 und Satellite RBS50 (Bild: Harald Karcher).

Wie man in der roten Kurve sieht, hat das 2er-Orbi-Mesh-Gespann in den beiden hintersten Zimmern erheblich besser abgeschnitten als der Orbi-Router im Alleingang. Gottlob hat das Mesh-System bei diesen Messungen nirgends auf 2,4 GHz heruntergeschaltet, denn sonst sähen die Kurven bescheidener als.

In der Tabelle sieht man, dass das Orbi-System auch 2019 zwar die meisten Dual-Band-Meshs hinter sich lässt, gegen andere Systeme, vor allem das Wifi-6-System Asus RT-AX92U aber keine Chance hat.

WLAN-Mesh Durchsatz
Produkt Dachgeschoss OG Zimmer 1 OG Zimmer 2 OG Zimmer 3 OG Zimmer 4
Netgear Orbi RBR50, einzeln 501 461 250 111 55
Netgear Orbi RBR50, 2er Set 531 474 200 343 114
Devolo Access Point One 571 610 521 399 233
Linksys Velop, einzeln 599 491 248 173 124
Linksys Velop, 2er Set 599 498 261 205 112
Devolo Magic 2, einzeln 311 276 266 114 38
Devolo Magic 2, 2er-Set 333 333 140 140 122
AVM 7590 (Firmware 7.12) 606 272 216 179 25
AVM 7590 & AVM 1200 591 572 249 155 94
Zyxel Multy U, einzeln 452 420 147 122 78
Zyxel Multy U, 2er Set 546 469 209 88 19
Asus Asus RT-AX92U, einzeln 630 595 224 175 133
Asus Asus RT-AX92U, 2er Set 672 630 420 696 210
AVM 7590, einzeln 481 461 222 29 129
AVM 3000 & 7590 473 471 404 418 322
Google Wifi, einzeln 509 285 22 21 12
Google Wifi, 2er Set 482 264 180 184 94
D-Link Covr, einzeln 405 386 33 31 10
D-Link, Covr 2er Set 356 356 378 320 311
Durchsatz in MBit/s

Für die mobile Messung betanken wir das Sony Xperia XZ Premium 11ac-Wave-2-Handy mit der FRITZ!App WLAN von AVM. Diese App misst aber „nur“ die Geschwindigkeit zwischen Handy und Basis-Station. Vorsicht: Das ist nicht der komplette Ende-zu-Ende-Durchsatz vom NAS-Server über eine Basis-Station bis zum Handy, sondern nur die kürzere Direkt-Strecke zwischen Handy und Orbi.

Die beiden folgenden Grafiken zeigen: Der Speed zwischen Sony-Handy und Orbi-Router fiel bei der Messung vom DG in das OG-Zi-4 schon nach dem zweiten Zimmer drastisch ab. Bei der Rückwanderung sprang der Speed in den zwei letzten Räumen, also in der Nähe des Routers, wieder deutlich hoch. Größere Klebe-Effekte im 2,4-GHz-Band wie bei den Mesh-Tests 7590 & 1750E sowie 7590 & AVM 3000 sind in diesem Setup nicht aufgetreten.

Netgear Orbi ROUTER RBR50 & Sony Xperia XZ Premium: Messung vom DG ins OG-Zi-4: Der Speed am Sony-Handy fällt schon nach dem zweiten Zimmer deutlich ab. Ansonsten aber kein lästiges Kleben, kein Zellwechsel, kein Bandwechsel (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).
Netgear Orbi ROUTER RBR50 & Sony Xperia XZ Premium: Messung vom OG-Zi-4 ins DG: Der Speed am Sony-Handy springt erst in Router-Nähe wieder deutlich hoch. Ansonsten aber kein Kleben, kein Zellwechsel, kein Bandwechsel (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).

Bei der Messung mit Router und Satellit zeigt sich ein anderes Bild: Das Orbi-2er-Set brachte unterm Strich mehr Speed in die Wohnung als nur der Orbi-Router im Alleingang. Auf dem Weg hinunter gab es einen kurzen Wechsel von 5 GHz auf 2,4 Ghz, doch auch hier schaltete das Smartphone schnell wieder ins flinkere 5-GHz-Netz und blieb nicht „kleben“.

Netgear Orbi RBK50-2er-Set & Sony Xperia XZ Premium: Messung vom DG ins OG-Zi-4: Der Speed am Sony-Handy bleibt lange hoch und fällt erst im hintersten Zimmer ab. Ein kurzer Bandwechsel auf 2,4 GHz (Rot-braun) wird schnell wieder hoch korrigiert auf 5 GHz (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).
Netgear Orbi RBK50-2er-Set & Sony Xperia XZ Premium: Messung vom OG-Zi-4 ins DG: Der Speed am Sony-Handy springt gleich nach dem hintersten Zimmer wieder sehr zeitnah hoch. Kein Kleben, kein Zellwechsel, kein Bandwechsel (Screenshot: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN).

Der voll Mesh-verkoppelte Netgear Orbi Router RBR50 zog im Standby knapp 7,5 Watt und bei geringer Last maximal 10,72 aus unserer 230-Volt-Steckdose. Damit liegt das Orbi System im guten Mittel unserer getesteten Systeme.

Im Standby zog der fertig verkoppelte Netgear Orbi RBR50-Router knapp 7,5 Watt aus der 230-Volt-Steckdose (Screenshot: Harald Karcher).
Netgear Orbi RBK50 Router und Satellit Set (RBK50-100PES/RBK50-100UKS)

Netgear Orbi RBK50 Router und Satellit Set

Netgear Orbi RBK53 Router und 2x Satellit Set (RBK53-100PES/RBK53-100UKS)

Netgear Orbi RBK53 Router und 2x Satellit Set

Netgear Orbi RBS50Y Outdoor Satellit (RBS50Y-200EUS)

Netgear Orbi RBS50Y Outdoor Satellit

Das Tri-Band-WLAN-2er-Set Netgear Orbi RBK50 von 2017 bringt auch 2019 noch guten Speed und gute Reichweite in größere Wohnungen. Zell-Wechsel, Stations-Wechsel und Band-Wechsel gingen im Test relativ zügig vonstatten. Nach dem zeitweiligen Herunterschalten auf 2,4 GHz wurde der Speed auch immer wieder flott auf 5 GHz hoch korrigiert.

Die Hardware-Ausstattung ist für ein Wifi-5-Mesh-System recht üppig: Wer wirklich acht Gigabit-Ethernet-Ports über zwei Mesh-Funker verteilt sinnvoll einsetzen kann, bekommt auch was fürs Geld. Der Preis des RBK50 war lange recht gesalzen. Inzwischen hat er sich für das 2er-Set um die 300 Euro eingependelt. Das Mesh-System ist zudem regelmäßig in Preisaktionen zu finden, sodass man es bereits ab 250 Euro bekommen kann. Es bleibt spannend, ob die Preise nach der Einführung des kommenden „Netgear Orbi RBK852 mit Wifi 6“ für ältere Wifi-5-Mesh-Sets wie das bisherige Orbi RBK50 nicht deutlich fallen werden.

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