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Netgear Nighthawk M2: LTE-Router mit Akku im Test

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Der LTE-Router Netgear Nighthawk M2 funkt schnell im LTE-Netz, kann das Internet per WLAN-Hotspot oder LAN an andere Geräte verteilen und läuft mit einem Akku. Wir testen den tragbaren Router.

Der Netgear M2 ist ein mobiler Router mit LTE, integriertem Akku sowie WLAN-Hotspot. Solange ein Netz vorhanden ist, erstellt er einen Hotspot mit Internet-Zugang für alle in WLAN-Reichweite. Damit ist er interessant für Reisende, Camper oder alle, die ihr Homeoffice in den Schrebergarten, das Gartenhaus oder eine Hütte in den Bergen verlegen - sofern es dort LTE gibt.

Das eingebaute LTE-Modem Snapdragon X24 von Qualcomm verspricht LTE Cat 20 mit bis zu 2 GBit/s im Download und Spitzen bis zu 316 MBit/s im Upload. Dazu müssen aber viele Voraussetzungen beim Mobilfunk-Netzbetreiber stimmen: etwa 7 × 20 MHz Carrier Aggregation (CA) im Download und 3 × 20 CA im Uplink. Die Chance, so eine Bandbreite irgendwo zu finden, ist sehr gering. Zusätzlich kann der Router auf langsamere Geschwindigkeiten wie 3G herunterschalten. Der Netgear M2 lässt sich dank entsprechenden Frequenzbändern fast weltweit einsetzen.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt LTE-Router. Dort haben wir beispielsweise schon den Huawei E5788 getestet und geben auch einen Überblick zu passenden LTE-Datentarifen.

Tatsächlich dürfte die maximale Geschwindigkeit sowieso nur dann genutzt werden, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig ins Web gehen. Denn der M2 bietet nur Wifi-5 und einen Gigabit-LAN-Port. Mit selbst gemessenen Brutto-Datenrate schaff der Netgear M2 mit einem Wifi-6-Smartphone in Werkseinstellung maximal 72 MBit/s bei 2,4 GHz (HT20) und maximal 866 MBit/s im 5-GHz-Band (VHT80). Die Werte sind in Ordnung, aber weit weg von den 2 GBit/s LTE.

Der Netgear M2 Mobile Router vorne mittig holt das Internet per LTE bis 2 GBit/s aus der Mobilfunkluft und gibt es per WLAN an unsere Testgeräte weiter. (Bild: Harald Karcher).

Natürlich nörgeln wir auf hohem Niveau, denn der M2 hat eine üppige Ausstattung. Dazu gehört auch ein USB-A-Port. Dort kann man beispielsweise eine Festplatte oder einen USB-Speicher anstecken und im Netzwerk freigeben. Alternativ lädt der M2 als kleine Powerbank angeschlossene Handys.

Dazu kommt eine USB-C-Buchse, die zur Stromversorgung des M2 per Netzteil oder zum USB-Tethering per Laptop dient. Theoretisch müssten 2 GBit/s LTE also wenigstens über den USB-C-Port ungebremst durchrauschen, falls man ein derart schnelles LTE-Netz fände.

Unter zwei Gummi-Klappen sitzen zwei goldfarbene TS-9 Antennen Konnektoren. Da kann der User externe Antennen anschließen, um die Empfangs- und Sende-Qualitäten des M2 in schwierigen Versorgungslagen zu erhöhen. Das lohnt sich etwa in Ferienhäusern oder im Schrebergarten. Zwar können zu lange Antennenkabel in manchen Fällen auch eine Verschlechterung des Empfangs bewirken, wenn die Dämpfung im Kabel zu hoch ist. Aber trotzdem: Gut, dass die TS-9-Buchsen dran sind. Dann kann der User ausprobieren, was besser funktioniert.

Netgear M2 Schnittstellen, von Links: TS-9 Antennen Konnektor, USB-A, USB-C, LAN-Port 10/100/1000 MBit/s, rechter TS-9-Antennen Anschluss (Bild: Harald Karcher).

Im stationären Betrieb lässt sich der Netgear M2 per Quick Charge 2.0 Ladegerät via USB-C-Kabel mit Strom versorgen. Beides wird mitgeliefert. Unterwegs hilft ein sehr leicht wechselbarer Lithium-Ionen-Akku mit 5040 mAh. Laut Netgear hält er „All Day & Night“ durch, was wohl 24 Stunden meinen soll. Im Alltag sind es eher 12 Stunden, für Dauernutzung empfiehlt sich daher ein Wechselakku oder eine Powerbank.

Mitten im schwarzen Hochglanz-Deckel sitzt ein berührungsempfindliches, 2,4 Zoll kleines LCD. Damit können Nutzer den M2 zur Not mit einem dünnen Finger einrichten und verwalten. Alternativ funktioniert das per Handy-App für iOS und Android und gottlob auch per Internet-Browser an größeren Bildschirmen. Letzteres ist am bequemsten und zeigt den Umfang der verfügbaren Netzwerk-Features am besten.

Das Touch-Display ist gerade noch okay, wenn man unterwegs nichts Besseres hat. Den Autor kann es aber nicht begeistern. Schriften, Farben und Kontraste sind dafür zu schwach, das Feedback auf Touch-Eingaben schlechter als bei den billigsten Smartphones. Außerdem reagiert es nervig träge. Das Layout der Mini-Bildschirmseiten wirkt teils lieblos dahingehudelt. Gleich nach der simplen Eingabe der SIM-PIN muss man ein paar Millimeter scrollen, um den OKAY-Button zu erwischen. Das nervt und hätte besser gelöst werden können. Die folgende Fotostrecke zeigt weitere Features am LCD.

Netgear M2: Setup per LCD (36 Bilder)

Viel erfreulicher, komfortabler und funktionsreicher ist die Bedienung des Netgear M2 Routers per Browser. Da geht alles viel flotter und der Nutzer hat einen viel besseren Überblick. In der folgenden Fotogalerie steht rechts unten in jedem Screenshot das Datum. Wir beziehen uns im weiteren Fließtext auf die jeweilige Uhrzeit des Screenshots.

Nach dem Einlegen einer LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom unter den Akku verbinden wir den M2 per LAN-Kabel mit unserem PC. Dieser hat eine LAN-Karte bis 10 GBit/s und Wifi-6 bis 2400 MBit/s. Für den M2 Router schaltet der Multi-Gigabit-LAN-Port wie erwartet auf 1000 MBit/s herunter.

Unser M2 Router hatte ab Werk die IP-Adresse 192.168.1.1. Diese tippen wir im Browser ein und landen auf dem integrierten Webserver des mobilen M2-Routers. Um 08:48 Uhr sehen wir das Dashboard, quasi noch im Werkszustand. Um die Standard-Settings anzupassen, betreten wir um 08:52 Uhr die Einstellungen: Schön übersichtlich sehen wir das Konto unserer Telekom-SIM-Karte mit der SIM-Seriennummer.

Netgear M2: Konfiguration per Browser (92 Bilder)

Um 08:54 Uhr sehen wir die WLAN-Details: Bei 2,4 GHz funkt der Netgear M2 im Modus 802.11b/g/n die SSID NTGR_30E2 mit dem Passwort HdPeuMx5 in unsere Testwohnung. Bei 5 GHz funkt er 802.11a-n-ac mit SSID NTGR_30E2_5G. Die WLAN-Bänder sind durch zwei verschiedene SSIDs optimal getrennt, aber die Namen klingen weder schön noch sinnvoll. Ebenfalls noch um 08:54 Uhr sehen wir unter Diagnose: Wir sind gerade im LTE-Band B3. Unser Akku ist 100 % geladen und hat eine Spannung von 4286mV. Mehr in den Screenshots der obigen Fotostrecke: Rechts unten steht immer die Uhrzeit.

Punkt 09:00 Uhr führen wir den ersten LTE-Test durch. Der Router steht ganz bewusst an einer schwierigen Position im Dachgeschoss unserer WLAN-Testwohnung. Von den theoretischen 2 GBit/s LTE kommen an dieser Stelle kurze Peaks von knapp 60 MBit/s vom M2 via LAN. Im Upload schafft der M2 kurze Spitzen bis knapp 20 MBit/s LTE. Mit VDSL50 kann diese Leistung durchaus konkurrieren, sie reicht bestens zum Arbeiten, Surfen und sogar Video-Streamen in 4K.

Messaufbau in unserer Testwohnung: Der Netgear M2 links oben wird vom LTE-Netz der Deutschen Telekom mit Internet und vom Seagate SSD-Cache einer 10-Gig-NAS Synology DS1618+ mit Testdateien versorgt. Ganz unten die zwei Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Anschließend erfolgt die restliche Konfiguration, darunter die Vergabe eines neuen Names und eines neuen Passwortes für die WLAN-Netzwerke. Probleme hatten wir beim Update der Firmware, hier stellte sich der M2 quer und lies sich partout nicht aktualisieren. Diese Probleme hatten wir in der Vergangenheit immer wieder mit Netgear-Produkten.

Nach Abschluss des Setups kommt der LTE-Router an die gleiche Stelle, an der wir alle WLAN-Geräte testen. Wie immer messen wir an fünf verschiedenen, immer weiter entfernen Punkten. Gegen 11:26 Uhr (siehe Screenshot-Galerie) verbinden wir unseren schnellsten WLAN-Laptop über Wifi-6 mit dem 5-GHz-Band des Netgear-M2-Routers.

Um 11:36 sind die fünf Messungen zwischen Laptop und LTE-WLAN-Router im 5 GHz Band mit Kanalbreite VHT80 beendet. Die folgende Grafik zeigt, dass der M2 grob gesagt 50 MBit/s Download über LTE schafft und diese über den 5 GHz WLAN Funk recht passabel in die ersten vier Zimmer trägt. Nur im fünften Zimmer ging der Download auf 5,7 und der Upload auf 1,3 MBit/s herunter. Doch selbst das reicht noch zum Surfen und zum Mailen, sogar für einfache Youtube-Auflösungen.

Der 5GHz-WLAN-Funk namens Netgear_M2_5G des LTE-Routers hat das Internet aus dem LTE-Netz der Deutschen Telekom recht brauchbar in die fünf Zimmer unserer Testwohnung getragen (Bild: Harald Karcher).

Die nächste Grafik zeigt die Verteilung des LTE-Internets über das 2,4 GHz Band des M2-Routers mit der Werkseinstellung HT20: In den Zimmern 1,2 und 3 fällt der Durchsatz stetig ab. In Zimmer 4 verliert der Laptop das Internet kurzfristig, hangelt sich dann aber wieder von selbst hinein. In Zimmer 5 kommt fast der gleiche Download und Upload wie zuvor bei den 5GHz Messungen. Wie zu erwarten ist die Leistung unterm Strich im 5-GHz-Band besser.

Der 2,4 GHz-Funk namens Netgear_M2_2G des M2-Routers hat das Internet aus dem LTE-Netz der Deutschen Telekom etwas schlechter in die fünf Zimmer unserer Testwohnung getragen als der 5GHz WLAN Funk (Bild: Harald Karcher).

Vorsicht: Es handelt sich bei den obigen Messungen um Stichproben, die nie 100 % reproduzierbar waren, aber doch mehrmals hintereinander ähnliche Messgrafiken ergaben. LTE-Testwerte sind schwer auf andere Orte übertragbar. Unter anderem kommt es auf die Entfernung zum nächsten LTE-Mast an. Außerdem hängt der LTE-Durchsatz von der Anzahl der LTE-Nutzer in der LTE-Zelle ab, denn die Kapazität wird auf die jeweiligen Nutzer aufgeteilt. Je mehr User surfen, desto weniger kommt bei jedem einzelnen an.

Um den Bestwert des WLAN-Funk-Moduls im M2-Router zu messen, schließen wir ihn per LAN-Kabel an den 10-GBit/s-Port unserer Synology DS1618+ NAS an. Über Wifi-6 holen wir per 5GHz WLAN anschließend 161 GByte in 1 GByte-großen Dateien aus dem SSD-Cache der Syno16168+ auf den Rechner. Die folgende Grafik von 12:14 Uhr zeigt, dass das WLAN-Modul des M2 Routers diesen Download grob gesagt mit knapp 500 MBit/s netto anliefern kann. Das sind knapp 60 Prozent der unterstellten WLAN-Brutto-Rate von 866 MBit/s und ein vernünftiger Wert.

Hier holt unser WLAN-schnellster Dell-PC über die Netgear_M2_5G WLAN-Funkzelle gerade 161 GByte an Testdateien mit 500 MBit/s netto (rechts oben) aus dem SSD-Cache (links) einer Synology DS1618+ NAS (Bild: Harald Karcher).

Die meisten Smartphones können das Internet selber per LTE-Mobilfunk holen und auf dem eigenen Display darstellen oder als WLAN-Hotspot dienen. Kann ihnen der Netgear M2 Paroli bieten? Um das zu ergründen stecken wir die LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom in zwei Handys und testen diese an der gleichen Stelle wie den M2, nämlich oben links im DG unserer Testwohnung, umringt von Stahlbeton.

Beim LTE-Durchsatz schlägt der Netgear M2 Router (rechts) die beiden Smartphones Samsung Note10+ (Mitte) und LG G6 (Links) an unserem Indoor-Messpunkt im DG sehr deutlich. Blau = UL. Rot = DL (Bild: Harald Karcher).

Ein LG G6 (Testbericht) schaffte über mehrere Messungen hinweg einen brauchbaren Download von gut 12 MBit/s. Beim Upload gab es allerdings öfters Verbindungsabrisse und als Mittel bleiben nur 1,1 MBit/s übrig. Besser schlug sich das Samsung Galaxy Note+ (Testbericht). Es schaffte im Download ein wenig mehr als das ältere LG G6, nämlich 14,7 MBit/s. Im Upload war das Samsung aber wesentlich besser: 7,5 MBit/s im Mittel, und das ohne jeden Verbindungsabriss.

Der Netgear M2 hat im Gegensatz zu den Smartphones keinen Surf-tauglichen Bildschirm. Wir messen daher auf unserem per LAN-Kabel verbundenen PC. Nach etlichen Messungen ergeben sich Mittelwerte von 52 MBit/s im Download und gut 14 MBit/s beim Upload, ganz ohne Verbindungsabriss.

Damit war die LTE-Leistung des Netgear M2 Routers am konkreten, ungünstigen Ort tatsächlich viel besser als jene der beiden schon etwas betagten Smartphones LG G6 und Samsung Galaxy Note10+.

Der Netgear M2 LTE Routers hat auf dem Datenblatt eine üppige Ausstattung: LTE Advanced bis 2000 MBit/s im Download und 300 MBit/s im Upload. Das ist schon fast der Overkill, weil derart schnelles LTE fast nirgends auf der Welt zu finden ist. Nützlich ist der LAN/WAN-Port bis 1000 MBit/s, etwa zum Anschluss eines PCs oder einer NAS per LAN-Kabel. Per Kabel kommt halt fast immer mehr Durchsatz als per WLAN.

Das eingebaute WiFi-5 funkt bei 5 GHz bis 866 MBit/s brutto. Netto schafft es gut 500 MBit/s, was bestens reicht, um etwa das LTE der Deutschen Telekom mit maximal 300/50 MBit/s lokal an mehrere WLAN-User weiterzuverteilen. Die WLAN-Reichweite des M2 kann auch mit einigen stationären WLAN-Internet-Boxen konkurrieren. Die 5 Zimmer unserer Testwohnung wurden jedenfalls brauchbar versorgt.

Die Leistung des verwendeten LTE-Moduls fanden wir sehr gut, selbst in schwierigen Indoor-Positionen war sie noch besser als bei halbwegs aktuellen Smartphones. Dazu kommt die Möglichkeit, externe Antennen anzuschließen.

Der 5040mAh-starke wechselbare Akku kommt bei mäßiger Nutzung durch den Tag. Wer für 20 Euro einen Zweitakku kauft, kann unterwegs ruckzuck wechseln. Die Router-Software lässt kaum Wünsche offen, wenn man den Netgear M2 über einen PC Browser bedient. Das Router-Management über das eingebaute LCD-Touch-Display ist dagegen eine Katastrophe, die man sich nur antut, wenn es unterwegs nicht anders geht.

Last but not Least: Der Netgear M2 ist relativ teuer. Der Vorgänger Netgear M1 eine gute, günstige Alternative.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt LTE-Router. Dort haben wir beispielsweise schon den Huawei E5788 getestet und geben auch einen Überblick zu passenden LTE-Datentarifen.

Bitte beachten Sie: In einer früheren Version hatten wir angemerkt, dass Vertragskunden bei der LTE-Nutzung bevorzugt behandelt werden, das ist nicht korrekt.

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