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Netgear EAX20: WiFi-6-Repeater mit WLAN-Mesh im Test

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Netgear liefert mit dem Nighthawk EAX20 einen WLAN-Repeater mit Wifi-6, der zudem mit Mesh-Funktion punktet. Wir testen, wie schnell das Gerät im WLAN funkt.

WiFi 6 verspricht nicht nur höhere Datenraten, sondern auch eine deutlich größere Reichweite fürs WLAN. Das sind gute Nachrichten für alle, die ihr WLAN mit einem Repeater vergrößern. Wir testen den Netgear Nighthawk EAX20, einen WiFi-6-Repeater, im Rahmen unserer Themenwelt WLAN-Repeater. Dieser will nicht nur mit hohem Datendurchsatz überzeugen, sondern lockt auch mit Mesh-Funktionen. Damit will er sich gegen Produkte wie dem AVM Fritz Repeater 2400 (Testbericht), dem Fritz Repeater 1750E (Testbericht) oder dem Telekom Home Speed Wifi (Testbericht) durchsetzen.

Der mattschwarze EAX20 steht hochkant und braucht so wenig Stellfläche. Vorne sitzen sechs weiße, sehr helle Status-LEDs, darunter eine WPS-Taste. Hinten hat der Netgear-Funker vier Gigabit-LAN-Ports, eine Strombuchse für das Netzteilkabel und ein winziges Reset-Loch für die Rücksetzung auf die Werkseinstellungen.

Das WLAN-Modul funkt im 5-GHz-Band mit bis zu 1200 Mit/s, im 2,4-GHz-Band sind bis zu 600 MBit/s möglich. Für die notwendige Rechenleistung sorgt ein 1,5-GHz-Prozessor mit zwei Kernen. Wie immer ist das Wifi-6-Gerät abwärtskompatibel, arbeitet also auch mit älteren WLAN-Funkern zusammen. Der Netgear EAX20 verschlüsselt ab Werk mit WPA2. Der Nachfolger, WPA3, ist ebenfalls an Bord und bereits aktivierbar.

Der Netgear EAX20 WiFi 6 Mesh Repeater & AP ist sehr schwarz und rechteckig. (Bild: Harald Karcher).

Der Netgear EAX20 lässt sich per Browser am Rechner oder per App einrichten. Wir dokumentieren hier die Browser-Version. Der EAX20 hat kein eigenes Modem. Für den Internet-Zugang nutzen wir daher eine AVM Fritzbox 6660 (Testbericht). Die ist mit einem LAN-Port des Netgear EAX20 verbunden. Für die Testdaten hängt an einem andere LAN-Port unser Synology DS1618+ NAS.

Durch Eingabe der dem EAX20 zugeordneten IP-Adresse oder über http://mywifiext.local können wir im Browser den integrierten Webserver des EAX20 für die Konfiguration aufrufen. Nach Umstellung von Englisch auf Deutsch starten wir die Einrichtung. Das Graphical User Interface, die Web-GUI, wirkt sachlich. Hilfetexte sind selten und mager. Dafür lächelt uns aber das nette Foto einer Support-Mitarbeiterin aus dem Repeater-Menü an und ermutigt: „Senden Sie über Chat, E-Mail oder Telefon eine Frage an unser Supportteam“. Noch penetranter sind die vielen Ermunterungen, den Repeater über das Internet mit reichlich Daten zu registrieren. Nach intensiver Suche findet man rechts oben ein winziges Kreuzchen, über das man diese lästigen Seiten wegklicken kann. Sie kommen aber immer wieder, solange das Produkt nicht registriert wurde.

Laut Netgear kann man den EAX20 als Repeater für jeden vorhandenen WLAN-Router verwenden. Das bestätigt sich im Test. Neben vielen anderen WLAN-Funkern in Reichweite findet der EAX20 unsere Fritzbox 6600. Per Mausklick verbindet sich der Repeater mit unserem Router, dabei fragt er das WLAN-Passwort der 6660 ab. Ein paar Mausklicks weiter bringt uns der „Netgear AX1800 MESH-REPEATER“ dann die Bestätigung: Er sendet jetzt die gleichen SSID des Routers aus. Genau das war beabsichtigt, damit der User mit seinem WLAN-Gerät gar nicht merkt, ob er nun gerade mit dem WLAN von AVM oder von Netgear verbunden ist. Wer die Reichweite des Netgear EAX20 verkleinern will, kann dessen Sendestärke von 100 auf 75, 50 oder 25 Prozent reduzieren. Das kann etwa erwünscht sein, um die Nachbarn weniger zu stören oder die Überlappungen der Funkzellen zu verkleinern. Wir belassen aber die WLAN-Ausgangsleistung auf der Werkseinstellung von 100 Prozent.

Netgear EAX20: Konfiguration (49 Bilder)

Die Leistung des Netgear EAX20 Mesh Repeaters hängt von vielen Faktoren ab: Wie gut versteht er sich mit seinem Mesh Master, im konkreten Falle also mit der AVM 6660? Wie breit sind die WLAN-Kanäle bei 2,4 und bei 5GHz im Master und im Repeater eingestellt? Wird Crossband Repeating genutzt, mit dem sich der Datenverkehr im Repeater-Modus beschleunigen lässt? Falls das nicht aktiv ist, wie hoch ist der Geschwindigkeitseinbruch? Für unseren Test haben wir uns daher entschieden, den EAX20 nicht im Mesh-Modus, sondern als WLAN-Access-Point zu betreiben. Damit wird die Messung zu unseren anderen getesteten Repeatern vergleichbar – und tatsächlich stellte sich im Test heraus, dass der EAX20 in diesem Modus sowieso die beste Leistung bringt.

Die Umstellung erfolgt einfach im Webinterface. Hier wäre es möglich, dass der Repeater das WLAN des Haupt-Routers übernimmt. Für den Test nutzen wir aber zwei separate SSIDs, je eine für 5 Ghz und 2,4 GHz. Mit dem neu gebackenen Netgear EAX20 Access Point verbinden wir einen Desktop-PC sowie das NAS. Per LAN-Kabel. Übers WLAN verbinden wir uns mit einem schnellen Wifi-6-Notebook sowie einem Samsung Galaxy Note10+ (Testbericht). Mit diesem Setup messen wir anschließend den Durchsatz.

Testwohnung: Rechts oben zwei schnelle Zuspieler großer Testdateien (10-Gig-NAS Synology DS1618+) und flotten Internets (Fritzbox 6660). Links oben der Wifi-6-Repeater & AP Netgear EAX20. Ganz unten zwei Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Wie immer gehen wir die fünf Messpunkte in der Testwohnung ab und messen dabei den durchschnittlichen Durchsatz des Netgear EAX20 über mehrere Messungen. Im Bild unten zeigt die blaue Kurve den Durchsatz bei 2,4 GHz an, die rote Kurve ist die Messung im 5-GHz-Funkband.

Messung mit einem Wifi-6-Laptop in fünf Räumen: In der roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem Netgear EAX20 verbunden (Bild: Harald Karcher).

Im 2,4-GHz erreicht unser Test-Laptop im gleichen Raum wie der EAX20 bis zu 374 MBit/s. Im hintersten Zimmer, weit entfernt vom Access Point, erreicht der EAX20 eine Geschwindigkeit von 39 MBit/s. Bei der höheren, roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem EAX20 verbunden. Die gemessenen 905 MBit/s im ersten und 701 MBit/s zweiten Zimmer sind brauchbar. Selbst im weit entfernten Zimmer Nummer 5 bleibt der Durchsatz über 100 MBit/s.

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem Netgear EAX20 verbunden, die in der Testwohnungsgrafik oben genauer eingezeichnet sind: NAS und Kabel-Modem je per Ethernet, sowie Handy und Laptop via Wifi-6. Im Standby gingen die Stromwerte bis 4,64 Watt herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop zog der EAX20 bis zu 8,22 Watt aus der 230-Volt-Dose.

Ab Werk hat unser Netgear EAX20 die höchste gesetzlich in Europa zulässige Sendeleistung von 100 Prozent eingestellt (Screenshot: Harald Karcher).

Der schwarze Wifi-6-Repeater und WLAN Access Point Netgear EAX20 verspricht bis zu 1200 MBit/s im 5 GHz Band. In der Praxis bleiben dabei sehr gute 900 MBit/s übrig. Das ist nicht schlecht für einen 150-Euro-Funker. Auch 112 MBit/s im fünften Zimmer sprechen für eine brauchbare Mischung aus Speed und Reichweite. Die vier Gigabit-LAN-Ports passen gut zum gemessenen Durchsatz. Nervig sind aber die vielen Ermahnungen zur Produktregistrierung beim Setup und Verwaltung des EAX20.

Obwohl der EAX20 ganz trendig als Wifi-6 Mesh Repeater vermarktet wird, hat er uns in seiner anderen Rolle als Wifi-6-AP besser gefallen. Seine Begrenzung auf 1200 MBit/s Wifi-6 ist vorerst kein großer Schaden, weil die meisten aktuellen Smartphones und nur die wenigsten Laptops die Geschwindigkeit wirklich ausnutzen kann. Der Netgear EAX20 gehört zu den ersten bezahlbaren Wifi-6-Repeatern und lohnt sich für alle, die eine große WLAN-Abdeckung und vergleichsweise schnelles kabelloses Netzwerk suchen.

Alternativen sind die Wifi-5-Repeater AVM Fritz Repeater 2400 (Testbericht) oder Telekom Home Speed Wifi (Testbericht).

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