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Netatmo Presence im Test: Smarte Kamera mit Flutlicht

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Die Netatmo Presence kombiniert Außenlampe mit smarter Kamera, kann zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheiden und speichert Videos lokal. Wir haben die Überwachungslösung getestet.

Die Netatmo Presence reiht sich bei den Überwachungskameras mit LED-Scheinwerfer ein. Modelle wie die Blaupunkt Lampcam (Testbericht), die Abus Lichtkamera (Testbericht) und Ring Floodlight (Testbericht) bilden die direkte Konkurrenz zur Netatmo-Cam.

Während die Lampcam auf eine nutzerfreundliche App setzt und die Nest Cam Outdoor (Testbericht) ein teures Cloud-Abo verlangt, verspricht die Netatmo Presence all dies in einer Kamera für unter 250 Euro unterzubringen. Unser Test zeigt, ob die Kamera den eigenen Versprechen gerecht wird.

Die Netatmo Presence besteht aus einem Aluminiumgehäuse, das Kamera und LED-Scheinwerfer umfasst, sowie einem Sockel zur Befestigung an der Wand. Anwender müssen die Kamera an der Hauswand und einer bestehenden Stromzufuhr installieren.

Bei der Installation braucht es handwerkliches Geschick

Die kostenfreie App für Android und iOS ermöglicht die Einrichtung über ein Smartphone. Sobald die Kamera in Betrieb ist, dient die App als Fernsteuerung der Kamera, zum Abrufen von Live-Bildern und Aufnahmen.

Handwerklich begabte Menschen werden bei der Installation der Netatmo-Kamera keine Probleme haben. Offiziell erfordert die Cam eine professionelle Installation, denn sie sieht Arbeiten an der 230-Volt-Verkabelung vor. Zuerst wird die Wandhalterung montiert; solide Schrauben und Dübel liegen bei. Eine zugehörige Befestigungsschelle mit schlitzförmigen Öffnungen für die Schrauben erlaubt eine optimale Ausrichtung der Kamera bei und nach der Montage. Ist die Schelle angebracht, wird die Kamera verkabelt und im Anschluss mit dem Sockel an der Schelle befestigt. LED-Scheinwerfer und Kamera der Presence zeigen in die gleiche Richtung. Bei der Justierung der Cam sollten Anwender daher einen Winkel wählen, der sowohl für Beleuchtung als auch für Aufnahmen geeignet ist.

Unmittelbar nach der Einrichtung beginnt die Presence ihre Arbeit und dokumentiert jedes Ereignis

Sobald die Kamera am Strom hängt, blinkt der LED-Scheinwerfer. Nun ist es Zeit, die Netatmo Security App zu öffnen. Diese fordert einen Account und fragt E-Mail-Adresse und Passwort ab. Sobald der Account eingerichtet ist, erscheint ein Auswahlmenü mit Netatmo-Produkten. Wir klicken auf das Bild mit der Presence und der Einrichtungsvorgang startet. In unserem Testbericht konnte unser Smartphone die Presence nicht auf Anhieb finden. Für solche Fälle legt Netatmo einen QR-Code in der Größe eines Bierdeckels der Verpackung bei. Man hält sir vor die Linse der Kamera. und sobald der Code erkannt ist, geht der Einrichtungsvorgang weiter. Die App verbindet sich automatisch mit dem WLAN, das auf dem Smartphone hinterlegt ist, mit dem man die Kamera einrichtet.

Unser Testprodukt scheint sehr lange im Regal gelegen zu sein. Denn die Firmware-Version war 38, die aktuelle ist die Nummer 165. So dauerte das Firmware-Update gut 60 Minuten, bis die Presence einsatzbereit war – das ist relativ lang und nervig, aber immerin nur eine einmalige Angelegenheit.

Die App zeigt im Anschluss direkt den Live-Stream der Kamera an. Über ein Zahnrad gelangt man in die Einstellungen. Dort passt der Anwender Alert-Zonen an, um beispielsweise den Garten der Nachbarn von der Erfassung auszuschließen. Komplettes Ausblenden geht nicht, weswegen man die Kamera zwingend so ausrichten muss, dass sie ausschlich das eigene Grundstück filmt und weder Nachbar-Häuser noch öffentlicher Raum wie Straßen zu sehen sind. Außerdem kann man hier das Flutlicht konfigurieren, damit es beispielsweise nur angeht, wenn die Kamear Menschen, Fahrzeuge und Tiere (oder alles zusammen) erkennt.

Die Presence speichert Daten auf Wunsch in einer Dropbox oder in einem FTP-Server (etwa auf einer NAS – Kaufberatung: Richtigen Netzwerkspeicher finden). Unabhängig von externen Speichern ist in der Presence zudem eine Micro-SD-Karte mit 8 GByte integriert (erweiterbar auf bis zu 32 GByte), um Aufnahmen lokal zu sichern.

Die Kamera unterstützt zudem digitale Assistenten wie Apple Home, Alexa oder Google Assistant und lässt sich auf Zuruf wie „Siri, schalte Netatmo im Garten ein“ steuern.

Die Netatmo-Kamera zeichnet Aufnahmen in Full-HD auf, also mit 1920 × 1080 Pixeln. Der 100-Grad-Weitwinkel der Kamera bietet eine ausreichende Übersicht, ist allerdings schmaler als bei vergleichbaren Modellen wie zum Beispiel der Blaupunkt Lampcam (Testbericht).

Die Presence hat eine LED-Beleuchtung mit 1.500 Lumen und ist somit nochmal deutlich heller als die Blaupunkt Lampcam mit 1.000 Lumen. Bedeutet: Der Einsatzort erstrahlt in gleißend hellem Licht.

Ist der LED-Scheinwerfer aktiviert, sieht man auch bei Nacht alle Details

Für die Nachtsichtfunktion der Kamera sorgt eine IR-LED. Diese leuchtet die Umgebung hell genug aus, um alle relevanten Details zu erkennen – unser Garten mit rund 5 auf 5 Metern war so hell erleuchtet, dass man dort problemlos Gartenarbeiten machen konnte. Ein Mikrofon in der Kamera nimmt Geräusche klar und unverzerrt auf. Ein Lautsprecher sowie eine Sirene gibt es aber nicht. Die Sirene bietet Netatmo separat zum Kauf an, sie wird ebenfalls über die App konfiguriert.

Ohne LED-Scheinwerfer sieht man auch noch viel, aber nicht mehr alles

Alle Aufnahmen der Presence werden lokal auf einer mitgelieferten Micro-SD-Karte mit 8 GByte gespeichert. Die Karte ist bereits beim Kauf in der Kamera verbaut und hinter einem Deckel auf der Unterseite der Kamera versteckt. Der Deckel ist nicht mit einer Schraube gesichert und lässt sich mit den Händen einfach entfernen. Um einem Diebstahl der Micro-SD vorzubeugen, sollten Anwender die Presence also so hoch wie möglich montieren.

In der Netatmo Security App werden alle Aufnahmen chronologisch dargestellt. Anwender scrollen hier von den neuesten zu den ältesten Aufnahmen und sehen jeweils, welche Vorfälle sich ereignet haben – Zeitstempel und Kennzeichnung, ob es sich um ein Geräusch, ein Tier oder einen Menschen handelt, sind in der Übersicht klar dargestellt. Wenn die App eine Aufnahme abspielt, zieht sie sich die Datei von der Micro-SD in der Kamera.

Die Bildqualität der Presence ist sehr gut. Die Full-HD-Aufnahmen sind sowohl im Live-Stream als auch als gespeicherte Aufnahme auf der Micro-SD scharf und detailreich. Im Erkennungsmodus zoomt die Outdoor-Kamera digital auf einzelne Personen oder Tiere, um Vorfälle besser zu dokumentieren. Diese Aufnahmen sind deutlich grober aufgelöst, zeigen aber in allen getesteten Fällen genug Details, damit der Nutzer die Situation richtig einschätzen kann.

Die Tonqualität der Übertragung vom Presence-Mikrofon ist klar und deutlich. Im Test ist uns aufgefallen, dass die Geräusche zudem bestimmten Richtungen gut zuzuordnen sind. Nähert sich etwa ein Lieferwagen von Links, vernimmt man deutlich eine Geräuschkulisse auf der linken Seite der Übertragung.

Aufnahmen bei Tag sind sehr farbenfroh

Der Cloud-Dienst der Netatmo Presence ist kostenlos. Er speichert keine Daten, sondern dient ausschließlich als Fernzugriff und zur Steuerung der Kamera über die App. Die Daten des Nutzers werden auf der mitgelieferten Micro-SD-Karte mit 8 GByte Speicher gesichert (eine Erweiterung bis 32 GByte ist möglich). Ist die Speicherkarte einmal voll, löscht die App die ältesten Aufnahmen.

Sollen einzelne oder alle Aufnahmen erhalten bleiben, kann der Anwender diese entweder manuell herunterladen oder automatisch auf einer Dropbox oder einem FTP-Server speichern.

Netatmo speichert Daten lokal auf der Micro-SD-Karte

Das zeichnet die Presence gegenüber den bisherigen Produkten aus, die wir getestet haben. Die Nest Cam Outdoor (Testbericht), Ring Floodlight (Testbericht) oder die Arlo Pro 2 (Testbericht) setzen auf kostenpflichtige Cloud-Abos, um Daten zu speichern oder um den vollen Funktionsumfang zu erhalten.

Die Netatmo Presence kostet zurzeit 244 Euro. Teilweise ist sie aber deutlich günstiger zu bekommen, unser Preisverlauf zeigt immer wieder Aktionen, bei denen sie für unter 215 Euro zu bekommen ist.

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Die Netatmo Presence bietet eine nahtlose Überwachung. Die Presence arbeitet zuverlässig und erkennt softwareseitig unterschiedliche Lebewesen und Bewegungen – und das ohne verbauten PIR-Sensor. Sie lag innerhalb des Testzeitraums in zehn von zehn Fällen richtig. Bedeutet: Tiere, Fahrzeuge und Menschen hat die Presence individuell erkannt und in der App dokumentiert.

Sehr positiv empfanden wir zudem die vielen Konfigurationsmöglichkeiten bei der Datenspeicherung. Es ist leider nicht selbstverständlich, dass die Speicherung sowol auf Micro-SD als auch in der Cloud via Dropbox oder auf einem persönlichen FTP-Server erfolgt. Eine Anbindung an die Sprachassistenten von Apple, Amazon und Google ist ebenfalls möglich. Die Netatmo-Kamera hebt sich zudem beim Cloud-Dienst von vielen Wettbewerbern ab. Wo Arlo, Nest und Ring auf kostenpflichtige Cloud-Abos setzen und Blaupunkt sowie Abus keinerlei Service bieten, liefert Netatmo eine nutzerfreundliche Lösung. Der Cloud-Dienst ist vollkommen kostenfrei und bietet eine hohe Nutzerfreundlichkeit.

Die Netatmo Presence hat Defizite, keine Frage. Im Test haben wir Lautsprecher und Sirene vermisst. Zudem ist die Micro-SD-Karte in der Kamera nicht gesichert. Einbrecher können die Karte bei Bedarf einfach entfernen.

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