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Neffos X9: 180-Euro-Handy mit Dual-Cam und Android 8.1

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Das Einsteigerhandy Neffos X9 kommt mit aktueller Software und Dual-Kamera zum kleinen Preis. Der Test zeigt die Stärken und Schwächen des Neffos X9.

Das Neffos X9 kommt in einem Gehäuse aus mattem Polycarbonat, an Ecken und Kanten abgerundet. Auf der Rückseite verlaufen oben und im unteren Bereich quer schmale Metalleinsätze. Das macht optisch und haptisch schon einmal viel her. Die glänzenden Metallstreifen und das Markenlogo in der Mitte der Rückseite schimmern in verschiedenen Facetten – abhängig von Drehung und Lichteinfall. Dieser Effekt verleiht dem Handy Eleganz. Die Verarbeitung des Neffos X9 ist zudem tadellos und das Handy liegt angenehm in der Hand.

Bild: Techstage Optisch, aber auch haptisch gefällt uns das Neffos X9 gut.

Auf der Rückseite ist mittig am oberen Rand eine Dual-Kamera platziert. Die Linsen sitzen übereinander. Ein Dual-LED-Blitz befindet sich links davon. Der gut erreichbare Fingerabdrucksensor des Neffos X9 hat seinen Platz unterhalb der Dual-Kamera.

Auf der Unterseite gibt es einen MicroUSB-Anschluss, rechts davon findet sich der Lautsprecher. Hinter dem Speakergrill links dürfte das Mikrofon versteckt sein. Oben ist eine Kopfhörerbuchse untergebracht. Power-Button und Lautstärkewippe befinden sich auf der rechten Seite des Telefons, links der Kartenslot.

Bild: Techstage Power-Button und Lautstärkewippe sitzen rechts.

Die Frontkamera sitzt oberhalb des Displays links neben der Hörmuschel. Unterhalb des Bildschirms ist noch einmal das Logo Neffos aufgedruckt, dem Smartphone-Brand von TP-Links. Eigentlich ist dort auch noch genügend Platz für berührungsempfindliche Navigationsflächen, der Hersteller setzt jedoch auf On-Screen-Buttons.

Der im Inneren des Neffos X9 werkelnde Prozessor ist ein Achtkerner von Mediatek. Der Chip des Typs MT6750 hat vier Cortex-A53-Kerne mit 1,5-GHz-Maximaltakt und vier Cortex-A53-Kerne mit 1,0-GHz-Maximaltakt. Für die Grafikleistung ist eine ARM-Mali-T860MP2-GPU verantwortlich. Zusätzlich zu 3 GByte RAM bietet das Neffos X9 eine externe 32 GByte internen Speicher. Laut Datenblatt des Herstellers gibt es das Neffos X9 auch in einer Ausführung mit 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher, dieses ist bislang in Deutschland aber nicht erhältlich.

Ins mobile Internet gehen Nutzer mit LTE und bis zu zwei SIM-Karten – vorausgesetzt der Hybrid-Schacht für eine zweite SIM-Karte ist nicht schon mit einer MicroSD-Karte bestückt. Die Verbindung zu einem Router erfolgt per WLAN nach 802.11 a, b, g und n im 2,4- und 5-GHz-Frequenzbereich. Zur Navigation gibt es GPS, Glonass und einen Kompass. Verbindung mit anderen Geräten nimmt das Neffos X9 über Bluetooth in Version 4.1 auf. NFC unterstützt das Smartphone nicht. Der Akku hat eine Kapazität von 3060 mAh und wird mit dem beiliegenden Netzteil mit 5 Volt bei 2 Ampere aufgeladen.

Bild: Techstage Das hell leuchtende Display kann auch in Sachen Farbwiedergabe überzeugen.

Beim Neffos X9 handelt es sich laut Hersteller um ein FullView-Smartphone. Der Begriff suggeriert damit ein nahezu randloses Display, was jedoch nicht der Fall ist: Während die Ränder links und rechts verhältnismäßig schmal ausfallen, ist oben und unten zwischen Display und Gehäuseende noch recht viel Platz. Was die Eigenschaften des IPS-Panels angeht, bietet das Neffos X9 jedoch für ein günstiges Einsteigergerät gute Qualität: Neben verhältnismäßig hoher maximaler Helligkeit hat der Bildschirm eine ansehnliche Farbwiedergabe und eine gute Blickwinkelstabilität.

Die HD+-Auflösung von 1440 × 720 Pixel auf 5,99 Zoll genügt hingegen für eine ausreichend scharfe Darstellung von Inhalten, auch wenn sie nicht mit höher auflösenden Bildschirmen mithalten kann. Gut gefällt uns auch der Augenschutzmodus, der bei Bedarf die Blaulichtmenge reduziert. Diese Funktion belastet die Augen weniger, verwenden Nutzer ihr Smartphones abends und nachts bei wenig oder gar keinem Umgebungslicht.Fingereingaben werden vom Bildschirm präzise erkannt und ausgeführt.

Die rückseitige Dual-Kamera mit Phasenvergleich-Autofokus, f/2.0-Blende und Dual-LED-Blitz verfügt über eine 13- und eine 5-Megapixel-Linse. Vorne gibt es eine 86-Grad-Weitwinkel-Kamera mit einer Auflösung von 8 Megapixel. Für ein Einsteigersmartphone gefällt uns die Qualität beider Kameras richtig gut. Dass es ein 180-Euro-Handy in dieser Hinsicht nicht mit einem fast viermal so teuren Smartphone wie dem Huawei P20 Pro (Testbericht) oder dem mehr als fünfmal so teuren Samsung Galaxy Note 9 (Testbericht) aufnehmen kann, liegt auf der Hand.

Bilder verfügen über eine gute Schärfe, einen hohen Detailgrad und eine gute Farbwiedergabe, zumindest meistens: Bei sehr hellen Lichtverhältnissen neigt das Neffos X9 etwas zur Überbelichtung. Auch der Bokeh-Effekt gefällt uns bei diesem günstigen Gerät. Zwar werden Objekt und Hintergrund nicht immer korrekt voneinander abgetrennt, der Unschärfeeffekt wirkt aber bei Weitem nicht so künstlich, wie wir es von Smartphones dieser Preisklasse gewohnt sind.

Mit dem Mediatek-MT6750-Prozessor und seinen Arbeitsspeicher von 3 GByte kommt das Neffos X9 im AnTuTu-Benchmark auf etwas mehr als 54.000 Punkte. Für ein günstiges Einsteigersmartphone ein beeindruckendes Ergebnis. Das System läuft prinzipiell flüssig und absolut zufriedenstellend. Ab und zu treten jedoch auch Denkpausen auf. Zum Zocken von grafisch anspruchsvolleren Games ist das Handy nur bedingt geeignet, auf niedrigen Qualitätseinstellungen ist dies dennoch möglich. Von einem Smartphone, das keine 200 Euro kostet, kann man in diesem Punkt schlicht nicht zu viel erwarten.

Bild: Techstage

Der Fingerabdrucksensor des Neffos X9 arbeitet zuverlässig und verhältnismäßig flott. Das Handy bietet auch eine Gesichtserkennung, die laut Hersteller auf der neuesten KI-Technologie (Künstliche Intelligenz) basiert und Gesichter anhand von 106 Gesichtspunkten erkennt. Dies ist schwer nachzuprüfen, im Test funktionierte das Entsperren recht gut – selbst mit Brille und Baseballcap ausgestattet. Die Zuverlässigkeit würden wir mit circa 90 Prozent bewerten. Bezüglich Gesichtsentsperrung soll jedoch erwähnt sein, dass diese Methode nach wie vor als eine der unsichersten eingestuft wird.

Mit seinem 3060-mAh-Akku ist das Neffos X9 zwar kein Langläufer, dennoch sollten Nutzer auch bei häufiger Nutzung gut über den Tag kommen. Einmal komplett Aufladen nimmt etwas mehr als zweieinhalb Stunden in Anspruch. Der Lautsprecher des Handys tönt zwar ordentlich laut, klingt aber ein wenig blechern.

Auf dem Neffos X9 läuft Android in Version 8.1. Zum Testzeitraum war der Stand der Sicherheitsupdates der 05. Juni 2018. Neffos drückt dem System mit seinem User-Interface NFUI in Version 8.0 seinen eigenen Stempel auf. Der ist vor allem optisch Geschmackssache – wie oft bei Herstelleraufsätzen der Fall. Android-Puristen werden hier enttäuscht. Mit der Themes-App lässt sich das Aussehen der Benutzeroberfläche jedoch recht gut auf die eigenen Vorstellungen anpassen.

In den Systemeinstellungen finden sich einige vom Hersteller implementierte Zusatzfeatures. Bezüglich der Systemnavigation gibt es beispielsweise die Möglichkeit die Navigationsschaltflächen zu tauschen oder komplett auf Navigationsgesten umzuschalten. Letzteres funktioniert recht gut und schafft mehr Platz auf dem Bildschirm. Weiterhin können Nutzer mit speziellen Gesten die verschiedensten Funktionen ausführen und Apps starten: Beispielsweise lässt sich mit zwei Fingern auf dem Display nach unten wischen oder Buchstaben auf das Display zeichnen. Und dann gibt es noch einen Floating-Button, der schnellen Zugriff auf die Navigationsschaltflächen und die Optionen Screenshot erstellen und Handy sperren ermöglicht. Dieser Button ist frei auf dem Display-Rand positionierbar.

TP-Link Neffos X9 32GB silber

Moonlight Silver

TP-Link Neffos X9 32GB schwarz

Space Black

Bild: Techstage

Das Neffos X9 gefällt uns gut. Gemessen am Preis gibt es wenige Kritikpunkte. Im Gegenteil: Aktuelle Software, ausreichende Performance für den Alltag, brauchbare Kameras und ein ansehnliches Display bilden eine gutes Gesamtpaket. Das Einzige was uns nicht so gut gefällt ist der schlecht tönende Lautsprecher.

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