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Neffos N1 Test: schönes 250-€-Smartphone mit alter Software

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Das Neffos N1 lockt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 250 Euro gibt es einen potenten Prozessor, ein gutes Display und eine ordentliche Kamera. Lohnt der Kauf trotz altem Android?

Das Neffos N1 präsentiert sich in seinem Metallgehäuse optisch ansprechend, gut verarbeitet und fasst sich gut an. Aufgrund der dünnen Bauhöhe und der abgerundeten Seiten liegt es angenehm und komfortabel in der Hand. Metallgehäuse-typisch zeigt es sich ohne Schutzhülle jedoch als etwas rutschig in der Handfläche. Die Abmessungen des Gerätes betragen 154,4 × 76,1 × 7,5 Millimeter bei einem Gewicht von 165 Gramm.

Bild: Techstage

Auf der linken Seite des Smartphones befindet sich oberhalb der Lautstärkewippe ein Schiebe-Taster, um das Handy lautlos zu schalten. Neffos nennt diesen Cut-Mute-Taste. Rechts sitzen der Power-Button und der Slot für SIM- und MicroSD-Karte. Unten hat der Hersteller rechts vom USB-Type-C-Anschluss (der leider nur USB-2.0-Standard bietet) den Lautsprecher, links davon einen Kopfhörerausgang untergebracht. Hinten finden sich links am oberen Rand eine Dual-Kamera inklusive LED-Blitz und mittig im oberen Bereich ein Fingerabdrucksensor.

Als Prozessor kommt ein Helip-P25-Chip von Mediatek zum Einsatz. Vier der acht Kerne takten mit maximal 2,6 GHz und zeichnen sich für rechenintensivere Aufgaben verantwortlich. Die vier schwächeren Kerne takten mit maximal 1,6 GHz. Der Arbeitsspeicher des Neffos N1 ist 4 GByte groß, an internem Speicher gibt es 64 GByte. Wie viele aktuelle Smartphones besitzt das N1 einen Hybrid-Kartenslot. Dieser nimmt wahlweise zwei SIM-Karten oder eine SIM- und eine MicroSD-Karte auf. Unterwegs unterstützt das Smartphone LTE der Kategorie 4 mit bis zu 150 Mbit/s im Downstream. Im WLAN funkt das Gerät nach 802.11 a, b g und n im 2,4- und 5-GHz-Frequenzband. Der fest verbaute Akku des Neffos N1 hat eine Kapazität von 3260 mAh. Auf Konnektivitätsseite gibt es neben GPS noch Bluetooth in Version 4.1. NFC-Funktionen fehlen.

Das 5,5 Zoll große Display des Neffos N1 löst 1920 × 1080 Pixel auf und kommt somit auf eine Pixeldichte von 403 ppi. Dies ist mehr als ausreichend für eine scharfe Darstellung von Inhalten. An der Blickwinkelstabiliät gibt es nichts zu mäkeln, und auch die Farbdarstellung des Panels ist gut. Farben werden im positiven Sinne neutral abgebildet. Auf maximale Helligkeit eingestellt lässt sich der erfreulicherweise nicht allzu stark spiegelnde Bildschirm auch bei Sonnenschein noch gut ablesen.

Bild: Techstage

Die Dual-Kamera des Neffos N1 hat zwei 12-Megapixel-Linsen und wird vom Hersteller mit einem „professionellen Bokeh-Effekt, wie ihn bisher nur große DSLR-Kameras erreichen konnten“ angepriesen. Neben einem Phasenvergleich-Autofokus und einer f/2.0-Blende gibt es auf der Rückseite noch einen Dual-LED-Blitz. Normale Aufnahmen mit der Hauptkamera haben uns durch die Bank gut gefallen, bei sehr hellen Lichtverhältnissen neigt das Gerät aber zu Überbelichtung. Farbdarstellung, Kontrast und Schärfe sind bei den Bildern für ein Mittelklasse-Handy jedoch sehr gut. Auch unter schlechten Lichtbedingungen mach das Smartphone ordentliche Bilder, das Bildrauschen hält sich in Grenzen. Ähnlich sieht es bei der Frontkamera aus: Farbdarstellung, Kontrast und Schärfe stimmen auch dort, Bilder sind tendenziell jedoch etwas überbelichtet.

Was den Unschärfe-Effekt angeht, fanden wir die Ergebnisse durchwachsen. Zwar sieht dieser nicht so künstlich aus wie bei anderen Geräten, dennoch gelingt er oft nicht so, wie man sich das vorstellt. Das liegt zunächst an der Intensität. Diese ist selbst bei hoher Einstellung noch gering. Zudem trennt das Smartphone fokussierte Bereiche nicht immer korrekt zwischen Schärfe und Unschärfe ab. Eventuell kann der Hersteller softwareseitig noch nachbessern.

Der Helio-P25-Chip von Mediatek ist ein Prozessor der oberen Mittelklasse. Dementsprechend überzeugt die Performance des Neffos N1 in Verbindung mit dem 4 GByte großen Arbeitsspeicher. Das System läuft schnell und flüssig, das AnTuTu-Benchmark-Ergebnis mit knapp 78.000 Punkten bestätigt den subjektiven Eindruck. Zwar bieten selbst Handys mit schwächeren Prozessoren, wie beispielsweise das kürzlich getestete Cubot X18 Plus (Testbericht) oder das Ulefone Mix (Testbericht), schon eine gute und zufriedenstellende Performance - man merkt dem Neffos N1 die zusätzliche Leistung deutlich an. Alles reagiert und läuft eine spürbare Ecke flotter.

Bild: Techstage

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zeigte sich im Test als zuverlässig und reaktionsschnell. Auch der Lautsprecher des Handys gefällt uns gut. Er klingt nicht nur sowohl in den unteren als auch oberen Frequenzen für einen Smartphone-Speaker sehr ordentlich, er bietet auch eine hohe Lautstärke, ohne dabei klanglich nachzulassen.

Die Akkulaufzeit des Neffos N1 ist zufriedenstellend. Meist kamen wir auch bei häufiger Nutzung über den Tag. Wer sein Handy ständig in den Fingern hat, der muss aber damit rechnen, dass er vor Ende des Tages schon wieder an die Steckdose muss.

Bild: Techstage

Die Schwäche des Neffos N1 liegt beim Betriebssystem. Auf dem Smartphone noch Android 7.1.1. Bei aktuellen Geräten ist Android-Version 8 Standard, immerhin erschien diese Version schon Ende August 2017. Auch die NFUI getaufte Benutzeroberfläche ist nicht unser Fall. Dies ist jedoch Geschmackssache. Wer auf Googles pures Stock-Android steht, dem wird es wie uns gehen - anderen Nutzer kann auch das User Interface des N1 gefallen.

Innerhalb der Systemeinstellungen gibt es einige vom Hersteller zur Verfügung gestellte Optionen („Intelligente Einstellungen“). Dabei handelt es sich beispielsweise um „Bildschirm aus Gesten“ wie Doppeltippen zum Aktivieren, und Buchstaben auf das Display zeichnen, um die Taschenlampe oder die Kamera einzuschalten oder Musik abzuspielen. Einen sonderlich großen Mehrwert sehen wir bei den zusätzlichen Softwarefeatures nicht.

In Relation zum Preis kann das Neffos N1 in wesentlichen Punkten überzeugen, auch wenn der Unschärfeeffekt nicht hält, was er verspricht. Optik und Haptik passen, das Display ist gut und die Performance auf oberem Mittelklasse-Niveau. Allerdings trübt die nicht mehr aktuelle Android-Version das ansonsten gute Gesamtbild. Wer nicht viel mehr als 250 Euro für ein gutes Mittelklasse-Handy mit Android 8 ausgeben möchte, der sollte einen Blick auf das kürzlich getestete ZTE Blade V9 (Testbericht) werfen.

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