TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Neffos C9A: schwaches Einsteiger-Handy im Test

1
von  //  Twitter Google+

Für ein Einsteiger-Handy mit recht schwacher Performance ist das Neffos C9A mit seinem Preis von circa 135 Euro nicht wirklich günstig. Wir testen, ob das Gerät den Preis rechtfertigt.

Die Verarbeitungsqualität des 146,5 × 70,9 × 8,3 Millimeter messenden Neffos C9A ist gut, besonders wertig präsentiert sich das 145 Gramm schwere Handy jedoch nicht. Das liegt nicht am rundum laufenden Metallrahmen, der macht einen einen robusten und soliden Eindruck. Die Kunststoffrückseite hingegen wirkt billig. Am rechten Rand des Gerätes sind Power-Button und Lautstärkewippe untergebracht, rechts der Kartenslot für eine MicroSD-Karte und bis zu zwei SIM-Karten.

Bild: Techstage Die Rückseite des Smartphones wirkt nicht besonders wertig.

Die auf der Rückseite links oben sitzende Hauptkamera schließt fast plan mit der Kunststoffrückseite ab. Mittig im oberen Bereich ist ein Fingerabdruckscanner platziert. Am unteren Rand des Smartphones gibt es einen MicroUSB-Anschluss, links davon findet sich das Mikrofon des Neffos C9A. Oben hat der Hersteller eine Kopfhörerbuchse untergebracht, einen Lautsprecher für Medien gibt es nicht. Musik tönt aus der Hörmuschel oberhalb des Displays.

Das Neffos C9A ist mit einem Quadcore-Prozessor von Mediatek ausgestattet. Der MT6739 hat vier Cortex-A53-Kerne mit einem Maximaltakt von 1,5 GHz. Der Arbeitsspeicher des Smartphones ist 2 GByte groß, der interne Speicher 16 GByte. Zur Speichererweiterung gibt es einen MicroSD-Karten-Slot, außerdem besitzt das C9A zwei Nano-SIM-Kartenslots. Ins mobile Internet geht das Handy mit LTE und maximal 150 MBit/s im Downstream. WLAN unterstützt das Smartphone nach 802.11 b, g und n.

Bild: Techstage Das Neffos C9A hat noch einen MicroUSB-Anschluss.

Neben GPS und Glonass gibt es im Bereich der Konnektivität noch Bluetooth 4.2, NFC ist nicht an Bord. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 3020 mAh. Im Lieferumfang befinden sich neben dem üblichen Ladegerät noch eine Displayschutzfolie und ein transparentes TPU-Schutz-Case für das Handy.

Bild: Techstage Das Display des günstigen Handys ist gar nicht übel.

Das 5,45 Zoll große Display des Neffos C9A löst mit 1440 × 720 Pixel auf. Somit ergibt sich eine Pixeldichte von 295 ppi, die für eine gerade noch ausreichend scharfe Darstellung von Inhalten sorgt. Der Hersteller nimmt bezüglich des Bildschirms den Begriff FullView Display in den Mund. Den fanden wir schon beim Neffos X9 (Testbericht) etwas irreführend. Suggeriert dieser Begriff doch ein Display mit schmalen Rändern außen herum, wie es aktuell bei Smartphones der Trend ist.

Dies ist beim Neffos C9A jedoch nicht der Fall: Schon die Ränder links und rechts sind im Vergleich mit vielen aktuellen Smartphone-Modellen nicht besonders schmal, oben und unten sind die Ränder recht groß. Was Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität angeht, macht das Panel des Neffos C9A jedoch einen guten Job. Das Display leuchtet ausreichend hell und spiegelt nicht übermäßig stark. Auf Fingereingaben reagiert der Bildschirm präzise.

Die Hauptkamera des Neffos C9A hat einen Phasenvergleich-Autofokus, einen LED-Blitz und nimmt Videos mit maximal Full-HD-Auflösung auf. Sie besitzt eine Auflösung von 13 Megapixel. Die Frontcam löst 5 Megapixel auf. Im Idealfall gelingen mit der Kamera auf der Rückseite des Smartphones ansehnliche Schnappschüsse, allerdings ist dies nicht die Regel. Oft sind Bilder unscharf, blass und überbelichtet.

Mit dem schwachen Quadcore-Prozessor und dem nur 2 GByte großen Arbeitsspeicher ist das Neffos C9A nur zu einer zähflüssigen Performance in der Lage. Wie AnTuTu die Leistung einschätzt, ließ sich nicht testen, die Benchmark-App hängt sich im Laufe ihres Testdurchlaufs immer auf. In der Praxis sieht es so aus, dass das Handy schon bei der Navigation durch das User Interface schwächelt. Es hakt immer wieder hier und da und das Starten und Wechseln von Apps geht oft mit merklichen Denkpausen einher.

Bild: Techstage Statt mit On-Screen-Buttons kann der Nutzer das Handy auch per Gesten bedienen.

Auch der Fingerabdrucksensor konnte uns nicht überzeugen. Es braucht meist ein bis zwei Anläufe, bis der Finger erkannt wird, das Entsperren des Bildschirms dauert außerdem verhältnismäßig lange. Die Akkulaufzeit des Neffos C9A ist zufriedenstellend. Auch bei stärkerer Nutzung des Smartphones ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es erst spät abends wieder an die Steckdose muss.

Auf dem Neffos C9A läuft Android in zum Testzeitpunkt recht aktueller Version 8.1.0 mit Google-Sicherheitspatch vom 05. Mai zum Testzeitraum. Der Hersteller nimmt optisch einige Änderungen am Google-Betriebssystem vor, implementiert einige Zusatzfeatures in die Systemeinstellungen und gibt der Software den Namen NFUI. Die softwareseitigen Änderungen beschränken sich auf die Optionen Gesten und intelligente Unterstützung und Systemnavigation. Unter Gesten und intelligente Unterstützung finden sich unter anderem Optionen wie die Möglichkeit, das Display mit einem Doppeltipp einzuschalten, oder Apps und Systemfunktionen durch das Zeichen von Buchstaben auf den Bildschirm zu starten. Das Optionsmenü Systemnavigation erlaubt das Tauschen der Navigationsschaltflächen und bietet alternativ Navigationsgesten, die die On-Screen-Buttons ersetzen.

TP-Link Neffos C9A grau

Grau

TP-Link Neffos C9A silber

Silber

Bild: Techstage Der Fingerabdrucksensor arbeitet nicht zuverlässig.

Das Neffos C9A ist ein Smartphone, das wir vor allem aufgrund seiner schlechten Performance nicht empfehlen können. Ironischerweise stammt einer der größten Konkurrenten vom selben Hersteller: Das nur knapp 100 Euro teure Neffos X1 Lite (Testbericht) hat uns seinerzeit im Test so gut gefallen, dass es die Bestwertung abgeräumt hat, während wir dem C9A nicht mehr als ein „ausreichend“ aussprechen können. Zwar läuft auf dem Neffos X1 Lite nur Android in Version 7, dafür hat das Handy einen potenteren Prozessor als das C9A.

Wer nicht viel mehr als 140 Euro für ein Smartphone ausgeben möchte, der dürfte mit dem Nokia 3.1 (Testbericht) oder dem Gigaset GS180 (Testbericht) zufriedener sein, als mit dem Neffos C9A. Wer noch ein paar Euro mehr zur Verfügung hat, der sollte mal einen Blick auf das Motorola Moto G6 Play (Testbericht) oder das Neffos X9 (Testbericht) werfen.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige