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Motorola Moto Z3 Play im Test: schlank und erweiterbar

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Das Motorola Moto Z3 Play von Lenovo ist ein gehobenes Mittelklasse-Smartphone mit aktuellem Android 8.1 und der Erweiterbarkeit durch die Moto Mods. Wir haben getestet, wie es sich im Alltag schlägt.

Gut und sicher verpackt kommt das Moto Z3 Play zu seinem Benutzer. Im Lieferumfang finden sich das Smartphone, eine Kurzanleitung und das Zubehör. Zu Letzterem zählen ein 1 m langes Kabel mit USB Type-C, Schnellladegerät, klanglich und qualitativ gut verarbeitete Kopfhörer sowie ein Adapter von 3,5-mm-Klinke auf USB-C. Einen Klinkenanschluss hat das Moto Z3 Play nicht. Musik hören und gleichzeitig den Akku aufladen funktioniert nur über einen optional erhältlichen 2-in-1-Adapter.

Verkaufsverpackung des Motorola Moto Z3 Play
Verkaufsverpackung des Motorola Moto Z3 Play

Im Lieferumfang des Moto Z3 Play befindet sich noch eine weitere Beigabe: Der Hersteller legt das Moto Power Pack im Wert von 50 Euro dazu. Dabei handelt es sich um einen externen Akku, den der Nutzer einfach an der Rückseite anklickt. Magnetisch gehalten und über ein dutzend Federkontaktstifte verbunden, verlängerte der Akku mit 2200 mAh im Test die Laufzeit um fast 14 Stunden (13:52h). Das Moto Z3 Play hat eine Tiefe von 6,75 mm; allerdings ohne die 2,55 mm hinausschauende Kamera gemessen. Mit dem angelegten Extraakku sind es 12 mm. Nach dem Verbinden hat der Nutzer die Wahl: Die Energie aus dem Moto Power Pack lässt sich sofort abrufen oder erst, wenn der integrierte Akku des Smartphones unter 80 Prozent fällt. Letzteres ist schonender für den festeingebauten Akku.

Lieferumfang des Motorola Moto Z3 Play
Lieferumfang des Motorola Moto Z3 Play

Das Gehäuse des Motorola Moto Z3 Play ist aus Glas. Beim Vorgänger, dem Moto Z2 Play (Testbericht), setzte der Hersteller auf mattes Aluminium. Es mag sicherlich eine Frage des Geschmacks sein, doch Glas wirkt edler und hochwertiger, als eine einfache Metallplatte. Funktionell betrachtet gibt es zwei Nachteile: Glas ist nicht so sehr strapazierfähig und bruchgefährdet, und die Hochglanz-Optik sammelt Fettflecken. Außerdem ist das Gehäuse des Moto Z3 Play dauerhaft elektrostatisch geladen. Kleine Fusseln aus der Jeanstasche zieht es wie magisch an; das schaut unschön aus.

Frontansicht: So schaut das Moto Z3 Play von vorn aus
Frontansicht: So schaut das Moto Z3 Play von vorn aus

Zwischen Vorder- und Rückseite aus Glas sitzt ein Metallrahmen. Dieser verbindet nicht nur beide Schalen miteinander, sondern sorgt auch für die nötige Stabilität. Trotz der dünnen Bauweise wirkt das Gerät robust und lässt sich nicht widerstandslos verbiegen. Was die Verarbeitung betrifft, so spielt das Moto Z3 Play in der Liga der Top-Smartphones mit. Dabei misst es sich mit technisch ähnlichen Mittelklässlern, wie dem Huawei P20 Lite (Testbericht) oder Honor 9 Lite (Testbericht). Die Übergänge von Glas zu Metall sind sauber, weich und spaltenfrei. Unerwünschtes Knarzen ist nicht vorhanden.

Rahmen des Moto Z3 Play
Der Rahmen des Moto Z3 Play ist zeitgemäß dünn.

Die Tasten des Moto Z3 Play haben einen festen Druckpunkt, und beim Betätigen geben sie ein angenehmes Klickgeräusch von sich. Form und Position sind dagegen weniger positiv. Die auf der linken Seite angebrachte Ein- und Ausschaltetaste sitzt für Rechtshänder viel zu weit hoch, der Zugang ist etwas sperrig. Auch die Lautstärketasten auf der rechten Seite sind zu schmal und hätten eine bereitere Druckfläche vertragen können. Das Moto Z3 Play verfügt über einen Fingerabdrucksensor. Dieser sitzt weder vorne unter dem Display noch hinten unter der Kamera, sondern rechts auf der Seite, ähnlich wie früher bei den Sony-Xperia-Geräten. Wem das zu ungewohnt ist, der nutzt die überarbeitete Gesichtserkennung zum Entsperren des Telefons. Sie funktioniert schnell und zuverlässig, ähnlich wie der Fingerabdrucksensor – was freilich nicht viel über das gebotene Sicherheitslevel aussagt.

Fingerabdrucksensor im Moto Z3 Play
Der Fingerabdrucksensor des Motorola Moto Z3 Play ist auf der rechten Seite.

Das Gehäuse des Moto Z3 Play ist spritzwassergeschützt; staub- und wasserfest gemäß einer IP-Zertifizierung ist es dagegen nicht.

Glasrückseite des Moto Z3 Play
Die Rückseite des Moto Z3 Play ist aus Glas.

Im Moto Z3 Play kommt der Snapdragon 636 zum Einsatz. Dem Qualcomm-Prozessor mit acht Kernen stehen 4 GByte RAM zur Seite. Luft nach oben gibt es zwar reichlich, doch im Vergleich zu anderen Wettbewerbern der gleichen Klasse ist die Hardware des Motorola-Smartphones besonders aktuell. Die Bedienung des Moto Z3 Play klappt schnell und flüssig, Ruckler oder Verzögerungen bei Animationen oder App-Starts sucht man vergebens. Bei Spielen mit 3D-Grafik schlägt sich das Motorola-Smartphone souverän, kommt jedoch an seine Grenzen, wenn Tiefe, Schatten und Details dazu kommen. Zur Vorstellung: Gegenüber einem Top-Smartphone, wie dem Xperia XZ2 (Testbericht), ist die Grafik etwa fünfmal schwächer (19,93 Prozent).

Im synthetischen Bewertungssystem von Antutu Benchmark erzielt das Moto Z3 Play einen Wert von 112.000 Punkten. Das entspricht der Leistung eines drei Jahre alten Galaxy S7 Edge von Samsung. Im technisch anspruchsvollen Belastungstest bewahrt das Motorola-Smartphone über 15 Minuten einen kühlen Kopf: Der erste Leistungsabfall macht sich in der zweiten Minuten bei 78 Prozent bemerkbar. Die maximal abrufbare Leistung des Prozessors erreicht es ein einziges Mal am Anfang der neunten Minute. Während der gesamten Testzeit hat es 12 Prozent Leistung an Akku verloren, im Durchschnitt sind es 9. Die Temperatur im Gehäuse stieg teilweise von 31 auf 38 ° C hoch, das ist im Normalbereich und fällt nicht unangenehm auf.

CPU- und Akku-Leistung des Motorola Moto Z3 Play im 15 Minuten langen Belastungstest von Antutu Benchmark
CPU- und Akku-Leistung des Motorola Moto Z3 Play im 15 Minuten langen Belastungstest von Antutu Benchmark.
Moto Mods
Auf der Rückseite sitzen die Federkontaktstifte zum Anlegen der Moto Mods.

Das Moto Z3 Play gibt es hierzulande in einer 64-GByte-Version. In anderen Ländern der Welt existiert auch ein Modell mit 32 GByte. Ob und wann es das in Deutschland zu kaufen gibt, ist unklar. Offizielle Pläne zur Einführung hat der Hersteller nicht. Von den 64 GByte bleiben dem Nutzer nach Abzug von Software und Betriebssystem etwa 48,3 GByte übrig. Das entspricht 75,52 Prozent vom Gesamtspeicher. Das löst Lenovo deutlich besser als beispielsweise HTC mit seinem HTC U12+ (Testbericht). Das Smartphone bringt ebenfalls 64 GByte Speicher mit, allerdings sind nur 43,7 (68,3 Prozent) frei. Beim Motorola-Smartphone hat der Nutzer die Wahl: Entweder legt er eine zweite Nano-SIM ein oder erweitert den Speicher mit einer Micro-SD-Karte. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

USB Type-C beim Moto Z3 Play.
Das Moto Z3 Play kommt mit einem USB-C-Anschluss.
Power-Taste des Moto Z3 Play
Die auf der linken Seite des Moto Z3 Play angebrachte Taste zum Ein- und Ausschalten ist für Rechtshänder unbequem positioniert.

In dem 6,75 mm dünnen Moto Z3 Play hat Lenovo einen 3000-mAh-Akku verbaut. Wäre das Smartphone nur minimal dicker, könnte man sicherlich einen noch größeren Akku verbauen. Diesen Kompromiss hätten viele Nutzer sicherlich zugestimmt. Wie dem auch sei, bei gewöhnlicher Nutzung reicht eine Ladung für etwas mehr als einen ganzen Tag aus. Mit dem mitgelieferten Power Pack kommen weitere 13 Stunden dazu. Bei voller Display-Helligkeit und einem Full-HD-Videostream über das WLAN erreicht das Moto Z3 Play eine überdurchschnittlich gute Laufzeit von 11 Stunden und 8 Minuten. Geladen ist das Motorola-Smartphone mit dem mitgelieferten Ladegerät in schnellen 85 Minuten. Nach einer halben Stunde erreicht es schon 44 Prozent. Integriertes Wireless Charging ist wegen der Moto Mods nicht möglich, allerdings gibt es einen Qi-Moto-Mod zum Anbringen, der das drahtlose Laden nachrüstet. Er kann aber nicht gleichzeitig mit dem Power Pack montiert werden. Eine Marktübersicht zu allen Motorola Moto Mods findet sich unter Kaufberatung: Alle Mods für die Moto-Z-Smartphones.

Gut gefallen hat uns die außerordentlich gute Sprachqualität des Moto Z3 Play. Hierfür nutzt es vier Mikrofone am Gehäuse. Dagegen ist der Monolautsprecher eher durchschnittlich, frontale Stereo-Lautsprecher wären angesichts des Kaufpreises angemessener. Doch vielleicht will man den Kunden dazu bringen, den externen JBL-Lautsprecher zu kaufen und die Musikfähigkeiten des Telefons damit aufzuwerten. In das Internet geht das Smartphone über LTE oder schnellem WLAN mit 2,4 und 5 GHz. Dazu gibt es NFC und Bluetooth 5.0. UKW-Radio hat’s nicht.

Always-on-Display des Moto Z3 Play
Always-on-Display des Moto Z3 Play.
Dual-Kamera im Moto Z3 Play
Beim Motorola Moto Z3 Play setzt Lenovo auf eine Dual-Kamera

Das Display des Moto Z3 Play ist 6 Zoll in der Diagonale groß und löst Full-High-Definition+ auf, das sind 2160 × 1080 Pixel im Bildverhältnis von 18:9 respektive 2:1. Bei einer Darstellung von insgesamt 2,3 Millionen Quadratpixeln beträgt die Pixeldichte 402 Pixel pro Zoll (ppi). Damit ist die Bildschärfe hoch und mehr als ausreichend für den alltäglichen Gebrauch, für VR-Anwendungen eignen sich hochauflösendere Modelle hingegen besser.

Das Display ist hell und leuchtet in satten Farben. Gegenüber einem IPS-LCD, wie im iPhone 8 Plus (Testbericht), wirken die Farben minimal übersättigt und intensiv. Wer das nicht mag, kann den Farbmodus in den Einstellungen auf Standard umstellen, um eine etwas realistischere Anzeige zu haben.

Das Moto Z3 Play hat eine Dual-Kamera mit 12 und 5 Megapixeln. Auffällig: Die Kameraeinheit sitzt in einem kreisrunden Zylinderkörper, der 2,55 mm aus dem Gehäuse herausragt. Nach den technischen Daten zu urteilen, muss die Kamera ordentliche Bilder machen. Immerhin hat sie eine lichtstarke Blende von f/1,7 und einen schnellen Autofokus. Und in der Tat produziert sie bei ausreichendem Licht schöne Aufnahmen, selbst bei Gegenlicht liefern die HDR-Bilder intensive Farben. Bei der 100-Prozent-Ansicht fällt jedoch die geringe Bildschärfe auf; insbesondere bei wenig Licht wirkt es schnell schwammig.

Mit der zweiten Kamera berechnet das Moto Z3 Play eine Schärfentiefe – ideal für Portraits, oder wenn man ein Motiv in den Vordergrund stellen möchte. Der Bokeh-Effekt ist gut, hat aber wie bei nahezu allen Kamerasystemen mit Dual-Optik Schwächen bei feineren Elementen wie Ästen oder Haaren. Warum der Hersteller trotz einer zweiten Kamera nicht auch einen optischen Zoom verbaut hat, erschließt sich uns nicht.

Auf dem Moto Z3 Play ist Android in der aktuellen Version installiert: 8.1 Oreo. Unterstützung für Project Treble ist vorhanden. Das monatliche Sicherheits-Update ist am 1. April 2018 stehen geblieben. Google hat bereits Mai und Juni veröffentlicht und bereitet derweil Juli vor. Motorola war einst für seine schnellen Updates und Upgrades bekannt und galt als Vorzeigebeispiel für andere Hersteller. Doch seit der Übernahme durch Lenovo lässt die Telekommunikationssparte etwas nach. Ungeachtet diesen Zuständen ist die Software auf dem Smartphone schnell und flüssig.

Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones, wie dem U12+, ist auf dem Moto Z3 Play ab Werk kein Müll in Form von Bloatware installiert. Das System ist aufgeräumt, übersichtlich und wirkt minimalistisch.

Motorola Moto Z3 Play

blau

Sony EC270 (3,5-mm-Klinke auf USB-C)

Sony EC270 (3,5-mm-Klinke auf USB-C)

Motorola Moto Mod Gamepad

Motorola Moto Mod Gamepad

JBL Soundboost 2 Moto Mod

JBL Soundboost 2 Moto Mod

Amazon Alexa Smart Speaker Moto Mod

Amazon Alexa Smart Speaker Moto Mod

Hasselblad True Zoom Moto Mod

Hasselblad True Zoom Moto Mod

Polaroid Insta Share Printer Moto Mod

Polaroid Insta Share Printer Moto Mod

Lenovo Insta Share Projector Moto Mod

Lenovo Insta Share Projector Moto Mod

Motorola Moto 360 Camera Moto Mod

Motorola Moto 360 Camera Moto Mod

Das Motorola Moto Z3 Play ist ein schwieriges Telefon; es lässt sich kaum irgendwo zuordnen und preislich direkt vergleichen. Es ist deutlich günstiger als ein Top-Smartphone für 800 bis 900 Euro und signifikant teurer als ein Mittelklasse-Gerät zwischen 270 bis 350 Euro.

Mit seinen kostspieligen Moto Mods hebt es sich definitiv von der Konkurrenz ab, indem es sich modularisieren und modifizieren lässt. Abgesehen davon ist es ein solides Smartphone ohne nennenswerte Schwächen. Allerdings ist der Preis von 500 Euro nicht gerade attraktiv, wie die Gegenüberstellung mit einem Oneplus 6 (Testbericht) zeigt: Für’s gleiche Geld bekommt der potentielle Käufer ein leistungsstärkeres Gerät aus dem High-End-Bereich.

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