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Mobil (fast) alles bedrucken: Der winzige Mbrush im Test

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Der kleine mobile Farbdrucker Mbrush bedruckt so gut wie alle Oberflächen, indem man ihn einfach darüber zieht. Der Test zeigt, wie gut das funktioniert.

Das Konzept des winzigen Mbrush ist ungewöhnlich: Er fasst eine normale Druckerkartusche und bedruckt mit ihr beliebige Motive laut Hersteller auf Papier, Holz und Haut. Dabei zieht der Nutzer den Mbrush zügig dank zwei schmaler Gummirollen über das Objekt. So entstehen Druckstreifen mit einer Breite von etwa 14 mm und einer Länge von angeblich bis zu 1,3 m.

Wem das bekannt vorkommt, hat eventuell vom Indigogo-Projekt Princube von The God Things gehört. Der Mbrush von Kongten scheint dem bis ins kleinste Detail zu gleichen, sogar die Software ist identisch.

Der Mbrush hat die schlanken Maße von 68 × 71 × 51 mm und wiegt mit der beiliegenden Tintenkartusche 162 g. Auf seiner Vorderseite gewährt eine transparente Klappe einen Blick auf die Steuerungseinheit der Druckerpatrone. Auf der Oberseite sitzt ein Drucktaster, auf seiner Rückseite ein USB-C-Port. Ansonsten wirkt der Mbrush mit seinem weißen und sehr glatten Kunststoff minimalistisch und edel.

Auf seiner Unterseite halten zwei kleine Magneten eine abnehmbare Klappe. Dahinter sitzen der Druckkopf, zwei gummierte Rollen, ein optischer Sensor sowie zwei Schiebeschalter. Der eine schaltet den Mbrush ein und aus, der andere öffnet die transparente Klappe.

Insgesamt wirkt der Mbrush sehr gut verarbeitet und fällt optisch dank seiner minimalistischen Erscheinung positiv auf.

Mbrush in Bildern (15 Bilder)

Zunächst setzt man die mitgelieferte dreifarbige Druckerkartusche ein. Das geht dabei ähnlich einfach von der Hand wie der Patronenwechsel eines Tintenstrahldruckers. Nun verbindet man sein Smartphone mit dem WLAN des Mbrush und scannt den QR-Code auf der Innenseite des Deckels. Das Smartphone öffnet daraufhin den Browser und steuert das Webinterface des Mbrush an. Falls der Scan des QR-Codes nicht funktioniert, können Nutzer das Webinterface mit 192.168.44.1 direkt wählen. Eine App gibt es nicht.

Das Webinterface ist übersichtlich, sieht aber uninspiriert aus und passt so gar nicht zum Design des eigentlichen Druckers. Es wirkt, als ob ein Programmierer schnell alle Funktionen eingebaut hat, ohne sich um die Optik zu scheren.

Will man ein neues Bild drucken, öffnet man entweder ein auf dem Smartphone gespeichertes Motiv oder tippt einen beliebigen Text ein. Dabei versteht die Software auch normale Smileys. Wer ein Motiv aus dem Netz laden will, muss dafür bei den meisten Smartphones zunächst die WLAN-Verbindung zum Drucker trennen, um auf das Internet zugreifen zu können.

MBrush Webinterface (15 Bilder)

Einmal ins Webinterface geladen, kann der Nutzer den zu druckenden Bereich auswählen. Hier gilt zu beachten, dass der Mbrush nur horizontale Streifen drucken kann. Allerdings ist es möglich, mehrere Streifen untereinander zu drucken und so ein großes Bild zusammenzusetzen. Im Test gelang es uns nur selten Fällen, so eine halbwegs nahtfreie Bildkomposition zu erstellen. Die beiliegende Schablone hilft ein wenig.

Die Bildchen speichert der Mbrush auf Wunsch auf einem internen Speicher, sodass sie jederzeit aus dem Webinterface abrufbar sind. In den Einstellungen gibt es Optionen für die Druckauflösung, die Farbdichte oder eine Farbkalibrierung.

Vor dem Drucken gilt es sicherzustellen, dass der Druckkopf frei und nicht verklebt ist. Denn da der Mbrush Druckerkartuschen von klassischen Tintenstrahldruckern nutzt, hat er die gleichen Probleme mit eintrocknenden Druckerköpfen. Gefühlt trocken die beim Mbrush sogar etwas schneller ein. Kongten empfiehlt deshalb bei längerer Druckpause die Druckerkartusche aus dem Mbrush zu entnehmen und ihm seine Schutzklammer anzulegen. Bei intensiver Eintrocknung kann es helfen, den Druckkopf für eine Minute in Wasser einzuweichen. Anschließend kann man die überschüssige Farbe mit dem in der Klappe versteckten Miniabzieher entfernen. Wer die Druckerkartuschen zu lange nicht nutzt, läuft Gefahr, sie dauerhaft zu verstopfen. Sie können dann nicht mehr genutzt und müssen ersetzt werden.

Macbook bedrucken? Geht!

Ein einsekündiges Halten des Knopfes am Mbrush druckt drei Streifen in den Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb. Die ist der Kontrolldruck und sollte vor jedem eigentlichen Druck auf einem Testpapier stattfinden.

Tippt man den Knopf nur kurz an, wechseln die LEDs am Mbrush von Weiß auf Grün – nun kann gedruckt werden. Dafür setzt man den Drucker auf den zu bedruckenden Gegenstand und zieht ihn gleichmäßig nach rechts. Die Richtung kann in den Einstellungen getauscht werden.

Beim Ziehen tastet ein von Mäusen bekannter optischer Sensor die Oberfläche ab und gibt das Signal an den Drucker weiter. So wird sichergestellt, dass es bei unterschiedlicher Ziehgeschwindigkeit keine Verzerrungen gibt. Bei zu schneller oder zu langsamer Geschwindigkeit funktioniert das allerdings nur bedingt.

Ähnlich einer Maus funktioniert der optische Sensor nicht auf allen Oberflächen zuverlässig. Reflektieren die Unterlagen zum Beispiel zu stark, verweigert der Mbrush seinen Dienst oder verzerrt das Druckbild unschön.

MBrush – Die Ausdrucke (18 Bilder)

Mehrzeiliges Drucken gelingt dank Schablone und Übung recht anständig, aber bei weitem nicht perfekt.

Das Drucken auf Papier, Pappe und Holz funktioniert gut. Hier nimmt das Material die Druckfarbe sehr gut auf. Sind diese Materialien beschichtet, kann die Farbe nicht einziehen, was zu einem verwaschen wirkendem Druckbild führt. Da die Farbe in der mitgelieferten Kartusche wasserlöslich ist, verschmiert das Druckbild schon bei leichter Berührung. Das Drucken auf Haut gelingt eher schlecht als recht – trotz des mitgelieferten Aufsatzes für den Druckkopf, der den Abstand etwas vergrößert. Immerhin bekamen wir nach etwas Übung zumindest einen erkennbaren Druck hin, der mit wasserlöslicher Farbe auf Haut aber wenig nachhaltig ist. Der Mbrush sollte auch mit Kartuschen funktionieren, die wasserfeste Tinte nutzen. Ausprobiert haben wir das nicht.

Insgesamt ist es sogar auf Papier schwer, ein einheitliches Druckbild zu erhalten. Häufig zeigen sich Streifen oder eine Farbe will nicht richtig oder die Ränder sind unscharf oder das Motiv ist verzerrt. Das kann frustrieren und reduziert die möglichen Einsatzzwecke des Mbrush. Trotzdem macht es jedes Mal wieder Spaß, den kleinen Drucker über Objekte zu ziehen.

Über den Kauf einer neuen Druckerkartusche muss man sich so schnell keine Gedanken machen. Laut Kongten reicht sie für über 400 DIN-A4-Seiten. Die Akkulaufzeit gibt das Unternehmen mit sechs Stunden an. Im Stand-by soll er ein ganzes Jahr durchhalten.

Der Mbrush kostet zum Testzeitpunkt bei Rakuten 86 Euro. Bei den Druckerpatronen handelt es sich um die weit verbreiteten HP 62XL mit dem Farben CMY (Cyan, Magenta, Yellow). Sie sind bereits ab etwa 17 Euro zu haben.

Mbrush

Mbrush

Kompatible Tinte zu HP 62 XL dreifarbig

Kompatible Tinte zu HP 62 XL dreifarbig

HP Druckkopf mit Tinte 62 XL dreifarbig

HP Druckkopf mit Tinte 62 XL dreifarbig

Unser Modell hat uns Geekmaxi zur Verfügung gestellt. Dort kostet der Mbrush mit dem Gutscheincode MBrushDE 82 Euro.

Der Mbrush macht Spaß. Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, mit ihm über eine Oberfläche zu gleiten und einen bunten Motivstreifen zu hinterlassen. So kann man etwa Briefumschläge verschönern, eine Schnitzeljagd bebildern oder im WG-Kühlschrank sein Essen mit einem Finger weg! bedrucken. Kreativen bietet er endlose Möglichkeiten.

Dabei ist es jedoch ärgerlich, dass er keine konstant hohe Qualität liefert. So ist der Ausdruck mal knackscharf, mal kaum zu gebrauchen. Mit zunehmender Übung gelingt der Druck besser, es kommt jedoch entscheidend auf die Oberfläche an. Papier, Pappe, Holz, Kunststoff eignen sich gut – wenn sie nicht beschichtet sind. Haut ist eher schwierig.

Weniger gefällt uns die uninspirierte Software. Auch das schnelle Eintrocknen des Druckkopfes nervt. Zusätzlich ist der Druckstreifen mit 14 mm schon sehr schmal. Die Möglichkeit, mehrzeilig zu drucken gleicht das zumindest in Teilen aus.

Wer es etwas klassischer mag, dem empfehlen wir einen Blick in unsere Themenwelt mobile Mini-Drucker. Dort gibt es neben vielen Einzeltests auch den Vergleichstest: Sechs mobile Mini-Fotodrucker.

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