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Mini-Fotodrucker im Polaroid-Stil: Instax Mini Link im Test

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Der Mini-Fotodrucker Fujifilm Instax Mini Link ist mobil, klein und druckt in sekundenschnelle charmante Fotos. Ganz billig ist das Vergnügen jedoch nicht. Wir haben ihn im Test.

So praktisch die digitale Fotografie in all ihren Facetten ist, einen großen Nachteil hat sie: Ausgedruckte Fotos haben mittlerweile Seltenheitswert, konsumiert werden Bilder in rauen Mengen über Displays. Dem stellt sich der Fujifilm Instax Mini Link entgegen. Der akkubetriebene Fotodrucker im Hosentaschenformat verbindet sich via Bluetooth mit dem Smartphone und druckt in wenigen Sekunden digitale Schnappschüsse auf analoges Papier.

Damit ist der Instax Mini Link bei weitem nicht allein. Rund um Fotodrucker haben wir neben seinem großen Bruder Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) auch jede Menge Zink-Drucker wie den Huawei CV80 (Testbericht) oder den Canon Zoemini (Testbericht) ausprobiert. Im großen Vergleichstest mobile Fotodrucker stellen wir alle gegenüber. Diesen Beitrag und alle Tests sammeln wir auf unserer Themenseite Mini-Fotodrucker.

Die Erwartungen an Design und Verarbeitung des Fujifilm Instax Mini Link waren hoch, gerade weil der Instax Share SP-3 desselben Herstellers in diesem Bereich ganz weit vorne mitspielt. Diesen hohen Erwartungen wird der Instax Mini Link nicht gerecht. Uns liegt die blaue Variante vor, außerdem kann man ihn noch in den Farben hellgrau und rosa erwerben. Er besteht rundherum aus einem matten, leicht geriffelten Kunststoff und erinnert damit an einen billigen Hartschalenkoffer. Eine weitere Gemeinsamkeit mit einem Koffer aus dem Discounter: Der Kunststoff knackt und knarzt bei Druck – nicht gerade ein Zeichen hoher Verarbeitungsqualität.

Instax Mini Link in Bildern (10 Bilder)

Der Fujifilm Instax Mini Link kommt mit einem einzigen Knopf aus, der mittig auf seiner Vorderseite sitzt. Ihn umrandet eine Multi-Color-LED, sie zeigt seinen Status an. Zunächst vermuteten wir, dass der Knopf auf leichte und auf stärkeren Druck unterschiedlich reagiert, es fühlt sich eigenartig nach einer Art Doppelklick an. Ähnlich wie beim Knacken und Knarzen handelt es sich jedoch um einen Verarbeitungsfehler.

Immerhin wiegt er inklusive zehn Bildern nur 244 g und ist er mit seinen Maßen von 12,5 × 8,8 × 3,3 cm recht kompakt. Damit passt er in die meisten Hosentaschen. Wir bezweifeln, dass er jegliche Art von Wasserdichtigkeit besitzt, dennoch schützt eine Kunststoffklappe den Micro-USB-Ladeport. Fujifilm verrät nicht, welche Kapazität der Akku hat. Allerdings soll er je nach Nutzungsszenario für bis zu 100 Ausdrucke reichen.

Auf der unteren Seite sitzt ein kleiner Hebel, der beim Umlegen eine Klappe für die Fotokartusche öffnet. Fujifilm warnt davor, die Klappe zu öffnen, wenn sich noch Fotopapier darin befindet. Denn diese könnten dadurch belichten und unbrauchbar werden. Derartige Probleme haben Fotodrucker auf Zink-Basis nicht. Beim HP Sprocket Plus (Testbericht) und beim Huawei CV80 (Testbericht) kann der Nutzer jederzeit das Papierfach öffnen und Fotopapier hinzugeben oder entnehmen.

So ein Partydruck kann ganz schön creepy werden.

Beim ersten Start der App verlangt sie die Verbindung zum Instax Mini Link. Eine Registrierung ist nicht nötig. Im Gegensatz zum Instax Share SP-3, der sich via WLAN mit dem Smartphone verbindet, nutzt der Instax Mini Link Bluetooth 4.2. Das ergibt Sinn, verbraucht Bluetooth doch weniger Energie, um die Verbindung aufrechtzuerhalten. Das Übertragen der Bilddaten vom Smartphone auf den Drucker geht mit etwa 6 s dennoch sehr schnell.

Im Instax Mini Link ist ein Lagesensor eingebaut. Je nachdem, ob er flach auf dem Tisch liegt oder hochkant steht, wechselt die App zwischen dem Druckmodus und dem Spaßmodus. Jeder Modus hat eigene Optionen. Ist der Drucker mit der App verbunden, gelingt der Wechsel zwischen den Modi ausschließlich über die Lage des Instax Mini Link, nicht über die App. Wir empfinden das als äußerst umständlich. Zum Glück gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit, dieses Feature auszuschalten.

Im Druckmodus gibt es die Optionen Einfacher Druck, Video-Druck und Instax-Kamera. Unter Einfacher Druck wählt man zunächst ein Bild aus dem internen Speicher und dem auf Android-Geräten automatisch verbundenen Bilderdienst Google Fotos. Weitere Bilddienste unterstützt die App nicht. Über die Pinch-to-Zoom-Geste passt man die Größe an. Nun kann man sich noch zwischen den Filtern monochrom, sepia und automatisch entscheiden und Helligkeit, Kontrast sowie Sättigung anpassen.

Video-Druck druckt das frei wählbare Standbild eines Videos. Im Modus Instax-Kamera nutzt die App die Kamera des Smartphones, um ein Bild zu schießen. Bei der Aufnahme kann man mittel Neigen des Instax Mini Link zoomen und betätigt über den Knopf am Drucker den Auslöser. Zumindest letzteres kann in einigen Situationen sinnvoll sein.

Fujifilm Instax Mini Link: Die App in Bildern (29 Bilder)

Im Spaßmodus gibt es die Optionen Rahmendruck, Collagendruck, Übereinstimmung und Partydruck. Beim Rahmendruck kommen zu den oben erwähnten Druckoptionen noch 31 mehr oder weniger gelungene Rahmen hinzu. Zusätzliche Sticker oder Schrift gibt es nicht. Der Collagendruck gibt den Nutzer viele Möglichkeiten, den ohnehin schon kleinen Ausdruck in noch kleinere Segmente zu unterteilen und diese mit individuellen Inhalten zu füllen.

Im Übereinstimmungsmodus wählt man ein Bild mit zwei Gesichtern oder zwei Bilder mit je einem Gesicht und lässt einen Zufallsgenerator entscheiden, ob man zusammenpasst oder nicht. Der Partydruck ähnelt dem Collagendruck, nur dass hier mehrere Nutzer parallel daran mitwirken. Der Übereinstimmungsmodus und der Partydruck sind zwei Optionen, die vielleicht mal bei einem Event Spaß machen, aber eher keinen nachhaltigen Mehrwert bieten.

Das Fotopapier ist 8,6 × 5,4 cm groß, der bedruckte Bereich misst jedoch nur 6,2 × 4,6 cm. Die Druckauflösung beträgt 800 × 600 Pixel. Damit sind die Bildchen zwar recht klein, sogar etwas kleiner als die der Zink-Drucker, aber die Qualität stimmt. Die Bilder vermitteln einen angenehmen Retrocharme, was zum einen an der fantastischen Haptik der Ausdrucke liegt. Sie machen dank ihrer Kunststoffbeschichtung den Eindruck, als ob ihnen so schnell nichts etwas anhaben kann. Zum anderen wirken die Farben etwas weniger intensiv, beinahe als läge ein Retro-Filter darüber. Insgesamt ist die Qualität sehr gut und besser als bei Zink-Drucker. Lediglich die Bilder der Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) finden wir besser, da sie etwas größer sind.

Auswahl mit dem Instax Mini Link ausgedruckter Bilder.

Der Druckvorgang selbst ist unkompliziert und schnell. Bei bestehender Verbindung dauert es keine 18 s zwischen Druckbefehl und fertig ausgedrucktem Bild. Der Drucker selbst hat keine Farbpatrone oder ähnliches, die Farbe sitzt bereits im Papier. Eine 3-Farbbelichtung mit OLED kitzelt sie heraus.

Wenn das Bild den Fotodrucker verlässt, ist es zunächst komplett weiß – ganz wie bei kultigen Polaroid-Aufnahmen erstrahlt es erst nach einigen Minuten in voller Pracht. Das ist tatsächlich kein bisschen nervig, sondern erhöht die Spannung auf das fertige Bild – richtig cool! Schütteln sollte man es dabei nicht, darunter könnte die Bildqualität leiden.

Der Drucker ist mit gut 100 Euro gar nicht mal so teuer. Für das Papier fallen dann etwa 15 Euro für 20 Stück an.

Fujifilm Instax Mini Link

Fujifilm Instax Mini Link

Fujifilm Instax mini Link, Dusky Pink, rosa (16640670)

Fujifilm Instax Mini Link, rosa

Fujifilm Instax mini Link, Ash-White, grau (16640682)

Fujifilm Instax Mini Link, grau

Fujifilm Instax Mini Sofortbildfilm, 20 Aufnahmen (16386016)

Fujifilm Instax Mini Sofortbildfilm, 20 Aufnahmen

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  • Die Kerndisziplin eines Fotodruckers besteht darin, Fotos auszudrucken. Das macht der Fujifilm Instax Mini Link richtig gut. Obwohl recht klein, sind die Bilder scharf, wertig und versprühen einen wohlig-warmen Retro-Charme. Doch jeder Ausdruck will wohlüberlegt sein, schließlich kostet ein Bild um die 75 Cent.

    Die App arbeitet zuverlässig, aber ist mit ihrer eigenartigen Unterteilung in Druck- und Spaßmodus unnötig kompliziert. Auch dürfte sie gerne neben Google Fotos noch weitere Fotodienste unterstützen und mehr Optionen bei der Bildanpassung geben.

    Über die Optik des Geräts kann man streiten, uns erinnert sie an einen billigen Hartschalenkoffer. Der Instax Mini Link knarzt schon bei leichtem Druck und der Knopf fühlt sich alles andere als wertig an. Zumindest ist der Drucker verhältnismäßig klein und leicht.

    Insgesamt erreicht der Instax Mini Link noch ein knappes Gut als Note und erhält damit unsere Kaufempfehlung. Das liegt vor allem daran, dass kein anderer Hersteller derart charmante Retroausdrucke hinbekommt. Wem das gefällt, kann sich auch den etwas teureren, aber deutlich besser verarbeiteten Fujifilm Instax Share SP-3 (Testbericht) anschauen. Der bietet dann auch gleich ein etwas größeres Fotoformat.

    Alternativ gibt es unzählige Zink-Drucker, die nicht nur deutlich günstiger sind, sondern deren Ausdrucke auch gleichzeitig Sticker sind. Wir empfehlen hier zum Beispiel den Huawei CV80 (Testbericht). Wer tiefer in die Thematik eintauchen will, sollte unseren großen Vergleichstest mobile Fotodrucker lesen. Diesen Beitrag und alle Einzeltests finden sich auch auf unserer Themenseite Fotodrucker.

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