TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Mini-Drohne S9W im Test: fliegt super, filmt mies

1
von  // 

Der winzige Kamera-Multicopter S9W ist für knapp 20 Euro erhältlich. Wir haben den klappbaren Quadcopter ausprobiert und verraten, ob sich die Anschaffung lohnt.

So kommt der kleine Quadcopter beim Kunden an.

Der S9W kommt ordentlich verpackt beim Kunden an. Zum Lieferumfang gehören Drohne, Fernsteuerung mit Smartphone-Halterung, Propeller-Schützer, Ersatzpropeller, Schraubendreher und USB-Ladegerät. Die für den Sender notwendigen drei AAA-Batterien oder ein USB-Netzteil sind nicht beigepackt.

Für den Antrieb des kleinen Multicopters sorgen vier Bürstenmotoren. Den Strom liefert der fest eingebaute Akku mit einer Kapazität von 200 mAH. Die Ladebuchse für das USB-Kabel sitzt auf der Rückseite. Der Power-Schalter ist seitlich verbaut. An der Front sitzt die Kamera mit einer Auflösung von 0,3 Megapixeln.

Die Fernsteuerung erfolgt über eine 2,4-GHz-Frequenz. Die Übertragung des Videosignals per WLAN-Protokoll direkt auf das Smartphone. Die Fluglage wird per Gyroskop, Kompass und Barometer überwacht. Über optische Sensoren oder GPS verfügt der S9W nicht.

Trotz minimaler Abmessungen und dem niedrigen Preis hat die Mini-Drohne, laut Anleitung, einiges drauf. Sie unterstützt den Headless-Modus (Steuerung des Multicopters unabhängig von der relativen Position des Piloten zum Flugobjekt) und eine automatische Heimkehr-Funktion. Außerdem stehen insgesamt drei Empfindlichkeitsstufen und eine Flip-Funktion zur Verfügung.

Das Ladekabel wird rückseitig angesteckt.

Vor dem ersten Flug muss der Akku geladen werden. Das dauert mit einen Standard-Smartphone-USB-Netzteil etwa 40 Minuten. Es bleibt also mehr als genug Zeit die kostenlose App BJ-Ufo für iOS oder Android zu installieren und die Smartphone-Halterung auf der Fernsteuerung zu montieren.

Für den Flug müssen Sender und Quadcopter gekoppelt sein. Dazu muss der linke Stick der Fernsteuerung einmal nach oben, dann nach unten bewegt werden. Anschließend folgt die Kalibrierung des Kompasses und der Lageerkennung. Beide Steuersticks werden dazu erst in die linke untere Ecke bewegt und anschließend in die untere rechte Ecke. Die erfolgreiche Prozedur bestätigt der Quadcopter durch schnell blinkende LEDs.

Zusammengeklappt ist der S9W nochmal deutlich kleiner.

Zum Starten und Landen ist ein eigener Taster am Sender vorhanden. Wird dieser gedrückt, laufen die Motoren an und der kleine Multicopter schießt auf eine Höhe von circa einem Meter. Obwohl es absolut windstill ist, beginnt der S9W abzudriften. Auch nach mehrfachem Neustart und erneuter Kalibrierung steht der Quadcopter nie perfekt in der Luft. Für geübte Piloten ist das kein Problem, für Anfänger ist es allerdings nicht ideal. Bei DJIs Mini-Drohne Tello (Testbericht) sorgen optische Sensoren dafür, dass er wie angewurzelt in der Luft steht, beim Hubsan H507A (Testbericht) erledigt dies ein GPS. Der S9W hat nichts Vergleichbares verbaut.

Abgesehen vom Abdriften funktioniert das automatische Beibehalten der Flughöhe sehr gut. Normalerweise muss der Pilot mit dem Gashebel ständig nachkorrigieren, sobald man beispielsweise vom Schwebemodus in den Vorwärtsflug übergeht. Bei unserem Testmodell klappt das ganz automatisch.

Steuerbefehle setzt der S9W erfreulich präzise um. Die niedrigste Empfindlichkeitsstufe ist allerdings sehr träge. Ein Druck auf die linke Schultertaste reicht aus und die Steuerung reagiert weit flotter. Nun macht das Fliegen deutlich mehr Spaß. Die höchste Empfindlichkeitsstufe ist vor allem für geübte Piloten empfehlenswert; für Anfänger reicht die mittlere Stufe.

Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite von 50 Metern ist allerdings nur Draußen realistisch. In geschlossenen Räumen reißt die Funkverbindung deutlich früher ab. Je nach Flugstil hält der Akku fünf bis sechs Minuten.

Der sogenannte Headless-Modus funktioniert gut. Die Return-Home-Funktion klappt hingegen nur sporadisch. Darauf verlassen sollte man sich besser nicht. Die Flip-Funktion sieht gut aus, verliert aber schnell an Reiz.

Der S9W im Vergleich zu einem 6-Zoll-Smartphone.

Der S9W sendet das Livebild per WLAN an die App auf dem Smartphone. Aufgenommen wird ebenfalls per App. Ein Speicherkarteneinschub an der Drohne ist nicht vorhanden. Die Bildqualität ist insgesamt, vorsichtig ausgedrückt, unterirdisch. Selbst die von uns kritisierte Kamera des Hubsan H507A macht deutlich bessere Aufnahmen. Abgesehen von der niedrigen Auflösung stört vor allem die Brennweite. Während echte Renn- oder Videodrohnen auf weitwinklige Objektive setzen, hat man sich beim billig-Quadcopter für eine zu hohe Brennweite entschieden. Per Livebild steuern ist so schwierig bis unmöglich.

Der Bildvergleich S9W gegen DJI Tello. Beide Fotos wurden aus der gleichen Perspektive gemacht.

Der zusammenklappbare Quadcopter ist in vier Farben und unter zig verschiedenen Firmierungen erhältlich. Hier eine Liste mit Namen unter der wir die S9W gefunden haben:

  • JMT S9W
  • Gehoo GH S9W
  • Efaso S9
  • Upxiang S9
  • Masrin S9
  • China Fytoo S9
  • Cewaal KPL S9
  • Zantec S9HW
  • Qiyun S9HW

Für den S9W sind Ersatzpropeller, Propellerschutz und Ersatzmotoren erhältlich. Bisher haben wir diese allerdings nur bei chinesischen Händlern gefunden.

(Kein Produktbild vorhanden)

S9W blau

(Kein Produktbild vorhanden)

S9W gelb

(Kein Produktbild vorhanden)

S9W rot

(Kein Produktbild vorhanden)

S9W weiß

Der S9W ist ein Spielzeug für Jugendliche und junggebliebene Erwachsene. Zwar verfügt der Mini-Quadcopter über eine Kamera, doch die Aufnahmen sind schlicht unbrauchbar. Zum Erlernen der Lenkbewegungen eignet sich das China-Gadget immerhin. Allerdings nur bedingt; Denn wer nach 5 bis 6 Minuten Flugdauer erstmal 40 Minuten warten muss, verliert schnell den Spaß an der Sache. Der fest installierte Akku ist ein absolutes Nogo.

Wer eine Mini-Drohne für gelegentliche Schnappschüsse sucht, sollte sich die Tello von DJI (Testbericht) ansehen. Diese ist mit rund hundert Euro deutlich teurer und wird statt mit der Fernsteuerung, mit dem Smartphone bedient. Allerdings sind die Fotos wirklich brauchbar.

Geht es darum sportlich durch die Gegend zu jagen, empfehlen wir einen Blick auf den Testbericht vom Inductrix FPV.

Wer lediglich in das Thema reinschnuppern will und Draußen fliegen möchte, sollte sich alternativ den Hubsan H507A (Testbericht) mit GPS ansehen.

Für Fotos und Videoclips in guter Qualität empfehlen wir das Model DJI Spark (Testbericht). Für Videos mit professionellem Touch kommen die Modelle DJI Mavic Air (Testbericht) und Mavic Pro (Testbericht) in Frage. Für welche Mavic man sich entscheiden sollte, zeigt unsere Kaufberatung.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige