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Meiigoo M1 Test: China-Handy mit 6 GByte RAM und Dual-Cam

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Aktuell bekommt man das Meiigoo M1 für knapp 160 Euro in einem bekannten China-Shop. Der Preis scheint sehr gut für das Gebotene. Ob das Telefon mit 4000-mAh-Akku, Dual-Kamera, Full-HD-Display und 6 GByte Arbeitsspeicher auch den regulären Preis von 230 Euro bei Amazon wert ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Ob der Besitzer 160 oder 230 Euro für das Meiigoo M1 bezahlt; hinsichtlich Optik, Haptik und Verarbeitung wird er sich nicht beschweren. Die komplette Front besteht aus an den Seiten leicht gekrümmtem Glas, der Rest des Gehäuses aus wertig anmutendem Metall. Die Abmessungen des knapp 188 Gramm schweren Smartphones betragen 15,4 × 7,6 × 0,9 Zentimeter. Auch hinten sind die Ränder abgerundet, wodurch das Meiigoo M1 angenehm in der Hand liegt. Die Metallrückseite zeigte sich im Test jedoch als extrem rutschig.

Unterhalb des Bildschirms sitzt ein Fingerabdrucksensor mit haptischem Feedback. Powerbutton und Lautstärkewippe sind rechts untergebracht, USB-Type-C-Anschluss und der Lautsprecher unten. Die Dual-Kamera nebst Dual-LED-Blitz sitzt auf der Rückseite links weit oben. Auf der linken Seite befindet sich dann noch der SIM-Kartenslot und am oberen Rand ein 3,5-Millimeter-Klinkeneingang. Die Verarbeitungsqualität unseres Testsamples war gut, wir konnten diesbezüglich keine Schwachstellen finden.

Als Antrieb werkelt im Meiigoo M1 ein Helio-P20-Chip, dessen acht Kerne mit maximal 2,3 GHz takten. Der Arbeitsspeicher ist ausladende 6 GByte, der interne Speicher ordentliche 64 GByte groß. Zur Erweiterung des internen Speichers gibt es einen microSDHC-Karten-Slot, der alternativ auch eine SIM-Karte für Dual-SIM-Betrieb aufnehmen kann. Im mobilen Internet unterstützt das Meiigoo M1 LTE mit allen in Deutschland genutzten Bändern. Zu den genaueren Spezifikationen bezüglich mobilem Internet und WLAN macht der Hersteller keine Angaben.

Neben einem 4000-mAh-Akku, der per USB-OTG-Kabel auch als Powerbank für andere Geräte dient, einem USB-Type-C-Anschluss und einem Fingerabdruckscanner gehören noch GPS und Bluetooth zur Ausstattung des Handys. NFC gibt es nicht.

Schon bei einigen in den letzten Monaten von uns getesteten China-Phones (Ulefone Armor 2 Testbericht, Maze Alpha Testbericht, Vernee M5 Testbericht, Oukitel K6000 Plus Testbericht) fiel uns auf, dass selbst bei sehr günstigen Geräten aus dem Reich der Mitte das Display mittlerweile oft in den wichtigen Bereichen Farbdarstellung, Blickwinkelstabilität und Schärfe überzeugen kann. Da macht auch das Meiigoo M1 keine Ausnahme.

Das 5,5 Zoll große Display löst 1920 × 1080 Pixel auf und kommt somit auf eine Pixeldichte von 480 ppi. Die Darstellung von Inhalten ist dementsprechend scharf, die Farbwiedergabe im positiven Sinne neutral. Was die Blickwinkelstabilität angeht, wird der Bildschirminhalt auch bei starker Neigung nicht farblich verfälscht dargestellt.

Bild: Techstage

Der Helio-P20-Chip ist ein Octa-Core-Prozessor, der in der Regel für eine ordentliche Performance sorgt, die unter anderem auch das Zocken des ein oder anderen grafisch anspruchsvolleren Spiels erlaubt. Auch beim Meiigoo M1 ist dies der Fall. Im Test gab es keine auffälligeren Hänger oder Denkpausen. Das System lief flüssig und flott, jedoch natürlich nicht so flink wie bei aktuellen High-End-Smartphones der Fall. AnTuTu spuckt beim Meiigoo M1 über 60.000 Punkte aus, ein guter Wert für ein Handy dieser Preisklasse.

Der Fingerabdruckscanner ist nicht der schnellste seiner Art, funktioniert aber zuverlässig. Bis das Gerät aus dem Standby erwacht, dauert es circa zwei Sekunden. Mit dem fest verbauten 4000-mAh-Akku muss sich der Nutzer keine Gedanken darüber machen, ob er über den Tag kommt. Auch bei intensiver Nutzung des Meiigoo M1 machte das Handy bei uns im Test nicht vor Ablauf eines Tages schlapp.

Bei der Hauptkamera handelt es sich um eine Kombination aus 13-Megapixel-Knipse mit Sony-IMX214-Sensor und einer vor allem für Tiefenschärfe zuständige 8-Megapixel-Knipse. Per entsprechendem Modus in der Kamera geschossene Bilder mit einem sogenannten Bokeh-Effekt sehen teilweise gar nicht mal so übel aus. Bei genauerer Betrachtung wirken sie jedoch – mal mehr, mal weniger – sehr gekünstelt.

Die Qualität von normalen Bildern der Dual-Kamera hat im Test stark geschwankt. So bekamen wir manchmal Aufnahmen hin, die richtig top aussahen: mit gutem Kontrast, toller Farbwiedergabe und hohem Detailreichtum. Dies war vor allem bei Nahaufnahmen der Fall. Landschaftsaufnehmen und Bilder von weiter entfernten Objekten hingegen fanden wir meist qualitativ sehr durchwachsen und bei schlechteren Lichtverhältnissen trat schnell Bildrauschen auf. Bei der Frontcam zeigte sich Bildrauschen schon bei noch einigermaßen guten Lichtverhältnissen.

Alles in allem sind wir von der Dual-Kamera des Meiigoo M1 enttäuscht, da sind wir von schon von uns getesteten günstigen China-Phones anderes gewohnt. Selbst das schon ab 100 Euro erhältliche Vernee M5 (Testbericht) schießt in unseren Augen bessere Bilder. Im Preisbereich um die 200 Euro gefällt uns das kürzlich von uns getestete Moto G5s (Testbericht) in Sachen Kamera deutlich besser, aber auch das Nokia 5 (Testbericht) schießt bessere Bilder.

Auf den ersten Blick läuft auf dem Meiigoo M1 ein Stock-Android-Betriebssystem in Version 7.0 mit Sicherheitspatch vom 5. Juni 2017. Unter der Haube gibt es jedoch einige vom Hersteller implementierte Software-Features. Wer schon das ein oder andere China-Handy in den Fingern hatte, für den sind die meisten davon „alte Bekannte“. Gebündelt unter „Intelligenter Assistent“ (innerhalb der Einstellungen) finden sich unter anderem Optionen für das Starten von Apps per Buchstabe aufs Display zeichnen, für Wischgesten (um beispielsweise Screenshots zu erstellen) oder für das Sperren von Apps. Ein wirklich erwähnenswertes Killer-Feature hat sich uns im Test nicht gezeigt.

230 Euro ist im Prinzip kein schlechter Preis für ein Smartphone mit guter Akkulaufzeit, ansehnlichem Full-HD-Display und sehr guter Performance für diese Preisklasse. Der Haken an der Sache sind die Kameras und die nicht mehr ganz taufrische Android-Version. Und so bietet das Meiigoo M1 unsere Meinung nur ein einigermaßen gutes Preisleistungsverhältnis, wenn man es sich zum aktuellen Tiefstpreis von 160 Euro über den China-Shop GearBest importiert.

Wer gewillt ist, um die 200 Euro auszugeben, für den gibt es einfach besser Alternativen. Das Moto G5s (Testbericht) hat uns in dieser Preiskategorie gut gefallen, aber auch das Gigaset GS270 Plus (Testbericht) ist ein schönes Smartphone für den kleinen Geldbeutel. Ersteres läuft zumindest schon mit Android 7.1 und Zweiteres soll ein Update bekommen. Ob das Meiigoo M1 noch einen Versions-Sprung schafft, ist hingegen fraglich.

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