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Meater: Bluetooth-Fleischthermometer im Test

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Gutes Fleisch per App? I m Fall des Meaters ja, das Thermometer schickt die Daten zum Grillgut direkt aufs Smartphone oder zu Alexa. Wir testen das Fleischthermometer.

Wer gerne Fleisch, Fisch oder Geflügel kocht und grillt, der kennt die Vorteile eines Thermometers. Statt nach Gefühl zu kochen, sorgt das Überprüfen der Kerntemperatur des Grillstücks für sehr gute Ergebnisse, die noch dazu wiederholbar sind. Da die Entwicklung vor Thermometern nicht halt macht, sehen wir uns in dieser Themenwelt kabellose Fleischthermometer an, die die gemessenen Temperaturdaten per Bluetooth & Co. an die passende App auf dem Handy übertragen. Den Anfang macht der Meater, ein Thermometer, welches als Kickstarter-Projekt zunächst bekannt und dann erfolgreich wurde.

Das Meater-Paket ist recht klein. Neben dem eigentlichen Thermometer liegt nur die Ladeschale bei. Sie ist aus Holz und 4 × 16 × 2,5 cm groß. Auf der Rückseite lässt sich eine AAA-Batterie einsetzen. Diese lädt das Thermometer, wenn es in der Schale ist.

Die Inbetriebnahme ist einfach. Die passende App für iOS und Android führt durch das Setup. Wichtig ist nur, dass das Thermometer vor der Benutzung mindestens 20 Minuten geladen hat. Leider kann man weder am Thermometer noch in der App sehen, wie voll die Geräte geladen sind. Am Halter ist ein kleiner Knopf, der zumindest zeigt, ob noch genügend Saft in der Batterie ist. Die Batterie selbst hält erfreulich lange. Meater gibt an, dass es nicht wahrscheinlich ist, dass sie innerhalb eines Jahres gewechselt werden muss. Wir haben den Meater seit knapp 7 Monaten im Einsatz und können das bestätigen.

Das Meater-Thermometer, vakuumiert im Beutel. Dank Bluetooth kann man die Temperatur dennoch ständig abfragen.

Während des Setups kann man sich entscheiden, ob man einen Account für die Meater-Cloud anlegt. Das ist nicht zwingend notwendig, das System lässt sich komplett ohne Cloud-Anschluss nutzen – eine vorbildliche Lösung.

Die eigentliche Koppelung von Thermometer und App funktionierte im Test problemlos. Die beiden Komponenten kommunizieren per Bluetooth, entsprechend ist die Reichweite auf etwa 10 Meter begrenzt. Tatsächlich fanden wir es am besten, wenn das Smartphone nur einen Meter entfernt lieg. Ein Sous-Vide-Becken oder ein Grilldeckel schirmen Bluetooth einfach zu gut ab – andere Lösungen verbinden Thermometer und Sender mit einem Kabel. Das ist zwar nicht so schön und kompakt, verbessert dafür aber die Empfangssituation.

Meater macht diese Einschränkungen mit einer cleveren Funktion wett: dem Meater Link. Vereinfacht gesagt verbindet man ein Smartphone mit Thermometer und einem WLAN. Anschließend kann man über die Meater-App von einem anderen Smartphone im selben Netzwerk auf die Daten des Thermometers zugreifen. Da die meisten Leute ein älteres Handy daheim rumliegen haben dürften, ist das eine clevere Methoden, um die Reichweitenbeschränkung zu umgehen. Wer sich einen Account in der oben erwähnten Meater Cloud anlegt, der kann das Thermometer auch übers Web abfragen und ist nicht auf das gleiche WLAN limitiert. Das kann bei sehr langen Grill- oder Räucheraktionen, etwa Pastrami, durchaus Sinn machen. Die Meater-Cloud unterstützt Amazon Alexa (Artikelübersicht), so dass man sich die aktuelle Temperatur ansagen lassen kann.

Eine Alternative zum Smartphone ist der Meater+, der als Blueooth-Repeater das Signal verstärken kann, oder der Meater Block, der sich selbst ins WLAN einbindet. Letztere ist allerdings noch nicht erhältlich.

Einmal eingerichtet, ist Meater simpel zu nutzen. Man setzt das Messegerät ins Fleisch, die maximale Tiefe ist mit einer Rille am Thermometer gekennzeichnet. Anschließend wählt man in der App das Thermometer, den Fleischtyp und die Zieltemperatur.

Meater misst an zwei Stellen: Die Spitze sitzt im Grillgut, der zweite Sensor am Ende misst die Umgebungstemperatur. Beide Daten fließen in die App ein, die daraus berechnet, wie lange es dauert, bis das Gargut fertig ist. Im Test funktionierte das gerade mit einem Beer-Can-Chicken und der Low-and-Slow-Methode auf dem Grill ziemlich gut. Das Huhn war am Ende der errechneten Zeit durch und dennoch saftig. Wichtig ist aber wie bei jedem Thermometer, dass man es in die Mitte des dicksten Fleischbereichs setzt und nicht zu nahe an Knochen kommt (diese leiten die Wärme besser als Fleisch).

Raus aus dem Wasserbad, rein in die Pfanne.

Auch Sous Vide ist mit dem Meater machbar. Wir haben ein schönes Stück Rindfleisch mit dem Meater-Fühler vakuumiert und ins Wasserbad gegeben. Einziges Manko: Die Umgebungstemperatur hat der Meater höher angezeigt als das Wasserbad selbst, was aber auch an dem relativ günstigen Modell liegen kann. So oder so, das Fleisch war nach dem abschließenden Anbraten in der Pfanne exzellent.

Apption Labs Meater Fleisch-Thermometer (OSC-MT-ME01)

Meater

Apption Labs Meater+ Fleisch-Thermometer (OSC-MT-MP01)

Meater+

Grillen und Kochen per Thermometer macht die meisten Fleischgerichte einfach besser. Man erreicht die richtigen Kerntemperaturen, ohne dass man die guten Stücke verkocht oder zur Schuhsole grillt. Aus der Erfahrung des Autors ist jedes Thermometer besser als die „Pi-Mal-Daumen“-Technik. Letztere beherrschen vielleicht Profiköche, aber nur die wenigsten Hobbyköche.

Was Meater so clever macht, ist seine App. Das Thermometer ist sauber verarbeitet und liefert ordentliche Daten. Die App macht daraus ein übersichtliches Gesamtkonzept, das einfach zu verstehen ist und doch alle wichtigen Infos liefert. Und der Meater Link behebt das Problem, dass man keine ständige Verbindung zum Messgerät hat – alles in allem eine sehr gute Kombination. Die Meater Cloud dagegen fällt unter „ganz nett“, ist aber zum Glück optional. Hoffentlich bleibt das so.

Das finale Ergebnis.

Bleibt der Preis, denn mit knapp 90 Euro spielt der Meater in der oberen Liga mit. Dennoch, wer viel grillt oder hochwertiges Fleisch kocht, der wird mit dem Gerät seine Freude haben.

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