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Master & Dynamic MW07 im Test: klangstark mit Stil

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Beim Aussehen können die True-Wireless-Kopfhörer MW07 von Master & Dynamic Akzente setze. Ob ihnen das auch beim Sound gelingt, klärt TechStage im Test.

Der Test zum True-Wireless-Kopfhörer von Master & Dynamic ist Teil unserer Themenwelt rund um True Wireless. Folgende Artikel und Tests sind bereits erschienen:

Master & Dynamic ist ein noch recht junges Unternehmen, erst seit 2014 gibt es Kopfhörer der Marke. Die US-Amerikaner haben sich selbst auf die Fahne geschrieben, nur erstklassige Materialien für die Produkte zu nutzen – und die MW07 sind ein Zeugnis dieser Devise. Das geradlinige Gehäuse der In-Ears besteht aus Azetat, einem natürlichen Kunststoff, der in sieben verschiedenen Farben verbaut und laut Hersteller in Handarbeit veredelt wird.

Master & Dynamics MW07: Die True-Wireless-Kopfhörer sind angenehm leicht.

Der Treiber besteht aus Beryllium, der Ohreinsatz und die zusätzlichen Passringe aus Silikon. Die Kopfhörer wirken klobiger als die Sennheiser Momentum (Testbericht), sind mit jeweils 9 g aber leicht genug und fast so bequem wie die deutlich filigraneren Apple Airpods (Testbericht). An der Kante des rechten Steckers befindet sich eine Taste zur Steuerung der Musik, rechts zwei Tasten für die Lautstärke. Ein Spritzwasserschutz nach IPX 4 sorgt zudem auch bei Regen für einen trockenen Klang.

Ein echter Hingucker ist die 76 g leichte Ladebox aus poliertem Edelstahl. Sie wirkt wie ein kleines Schmuckkästchen. Allerdings hat die glänzende Oberfläche den Nachteil, dass bereits nach kurzer Zeit Fingerabdrücke und Kratzer deutlich sichtbar sind. An der Vorderseite zeigen drei Lämpchen den Ladezustand der beiden Ohrstecker und der Box an. Der USB-C-Anschluss befindet sich an der Rückseite.

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Ladecase fünf Paar Ohrpolster in verschiedenen Größen, zwei Paar Flügelaufsätze, ein USB-C-Kabel, ein USB-C-zu-A-Adapter sowie ein Transportbeutel.

Wie auch bei anderen True-Wireless-Modellen müssen die MW07 erst einmal mit einem Zuspieler per Bluetooth verbunden werden. Dafür wird das Ladeetui geöffnet, die Ohrhörer wechseln automatisch in den Kopplungsmodus. Wurden die Kopfhörer mit einem Smartphone verknüpft, wird die Verbindung automatisch hergestellt, sobald die Ladebox offen ist.

Master & Dynamics MW07

Die eher kantige Bauform verleiht den Kopfhörern genügend Grip und hilft so beim Einsetzen. Einmal im Ohr, sind die Stecker trotz der Größe kaum zu spüren. Dank der großen Auswahl an Ohrpolstern passen die In-Ears sehr gut. Uns gefällt, dass Master & Dynamic auf eine Touchbedienung verzichtet hat und stattdessen für die wenigen Funktionen Tasten verwendet.

Ein Druck auf die rechte Taste startet oder stoppt die Musik. Auch Anrufe werden hierüber angenommen. Zweimal klicken startet den nächsten Song, dreimal klicken startet den letzten erneut. Mit den beiden Tasten auf der linken Seite wird die Lautstärke reguliert. Alle drei Tasten lassen sich leicht erfühlen und unkompliziert bedienen. Sensoren erkennen zudem, ob der MW07 herausgenommen werden, wodurch die Musik automatisch pausiert wird.

Master & Dynamics MW07

Nicht nur beim Design stechen die Kopfhörer aus der Masse hervor, auch beim Sound setzen die MW07 Akzente. Als Codec steht aptX zur Verfügung: Wer einsprechendes Soundmaterial abspielen kann, darf sich also über die bestmögliche akustische Darstellung seiner Lieblingssongs freuen. Gleich die ersten Takte von Days Like This von GoldLink klingen eindrucksvoll. Die tiefen Basstöne wummern geschmeidig und voll im Gehörgang, als plötzlich D'Anthony Carlo seine Rhymes rappt und Khalid glockenklar dazu singt. Jeder Sound, jede Note ein Treffer. Die Bässe dominieren nicht, sondern geben dem Song ein treibendes Fundament. Die Höhen und Mitten sind wiederum perfekt abgestimmt.

Anderes Genre, erneute Freude: Auf seinem neuen Album singt Bruce Springsteen in Drive Fast von einem Stuntman. Als die ersten Gitarrenklänge erklingen, hört man sogar, wie die Finger vom Boss über die Saiten gleiten. Der dezente Schlagzeugsound hebt wunderbar von den vollen Streichern ab. Über allem schwebt die gereifte Stimme Springsteens, viel besser wird er kaum mit einem In-Ear klingen können.

Weiter geht es in den Club: Olympia von Digitalism klingt fast, als wäre er extra für die MW07 produziert. Mit tiefen Beats im Herzschlag-Rhythmus geht es los. Fett, aber nicht zu dominant geht der Song schon einmal gut los. Der Drumcomputer zischt und klopft fröhlich darüber hinweg, als würde man selbst die Finger am Regler haben.

Master & Dynamics MW07: Die Kopfhörer kommen in einer schicken Ladebox, die aber Kratzer anzieht.

Selbst leise Töne von Ludovico Einaudi sind beim True-Wireless-Headset an der richtigen Stelle: Bei Low Mist wandern seine Finger leicht über die Tastatur des Pianos, das Echo der Klänge hallt noch lange nach, als die Streicher einsetzen. Die hohen Töne der Violine heben sich perfekt von den tieferen Cello-Klängen ab – und kombinieren sich im Ohr zu einem schwelgerischen Klangbild.

Musik und Technik gehen mit den MW07 eine Liebesbeziehung ein. Die Bässe sind voll, ohne zu dominieren. Die Höhen klar, ohne klinisch zu wirken. Die Mitten haben eine Präsenz, die dem Material einen optimalen Rahmen verleiht. Der Sound, das ausgewogene und gleichzeitig differenzierte Klangbild, aber auch der Preis sind auf einem ähnlich hohem Niveau wie bei den Sennheiser Momentum (Testbericht). Telefonate klingen dagegen eher mittelmäßig. Die Mikrofone sorgen zwar dafür, dass der Gesprächspartner kein Wort überhört, dessen Stimme wird allerdings eher mittelprächtig wiedergeben.

Laut Master & Dynamic halten die MW07 bei mittlerer Lautstärke rund 3,5 Stunden durch. Der Akku der Box sorgt für drei zusätzliche Ladegänge, wodurch insgesamt bis zu 14 Stunden Spielzeit möglich sind. Das ist zu wenig, besonders im Vergleich zu den Samsung Galaxy Buds (Testbericht) oder den Apple Airpods (Testbericht).

Master & Dynamics MW07: Die Ladebox lädt die Kopfhörer bis zu dreimal auf.

Die UVP der MW07 liegt bei 299 Euro, also auf Augenhöhe mit den Momentum von Sennheiser. Ein stolzer Preis, aber aufgrund der sehr hohen Soundqualität gerechtfertigt. Neben der schwarzen Farbvariante gibt es die Kopfhörer noch in anderen Farben, darunter blau, weiß, pink oder grau.

Master & Dynamic MW07 White marble Acetate

Master & Dynamic MW07, White marble

Master & Dynamic MW07 Matte Black Acetate

Master & Dynamic MW07, Matte Black

(Kein Produktbild vorhanden)

Master & Dynamic MW07, Pink coral

Master & Dynamic MW07 Steel Blue Acetate

Master & Dynamic MW07, Steel Blue

Master & Dynamic MW07 Tortoiseshell Acetate

Master & Dynamic MW07, Tortoiseshell

Master & Dynamic MW07 Grey Terrazzo Acetate

Master & Dynamic MW07, Grey Terrazzo

Mit den MW07 hat Master & Dynamik optisch auffällige und akustisch exzellente True Wireless-Kopfhörer im Programm. Trotz der eher klobigen Bauweise sitzen sie bequem, dank der leichtgängigen Tasten lassen sie sich zudem sehr gut bedienen. Darüber hinaus ist der Spritzwasserschutz ein praktisches Feature, die relativ kurze Akku-Laufzeit dagegen ärgerlich.

Dafür ist die Ladebox ist ein zusätzlicher – wenn auch empfindlicher – Eyecatcher. Die Soundqualität ist in allen Genres erstklassig, der Klang dank voller Bässe, klarer Höhen und präsenten Mitten perfekt abgestimmt. Wermutstropfen ist der hohe Preis, besonders im Vergleich mit anderen True Wireless-Kopfhörern. Trotzdem: Wer sehr guten Klang ohne lästige Kabel an sein Ohr lassen will, wird die Investition kaum bereuen.

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