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Lenovo Yoga Smart Tab: Tablet mit Assistant im Ambient Mode

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Das Yoga Smart Tab von Lenovo will Tablet und Smart Display in Einem sein. Das klappt trotz niedrigem Preis erstaunlich gut.

Smarte Lautsprecher haben sich bereits durchgesetzt, die meist deutlich teureren Smart Displays mit Sound-Ausgabe und optischer Darstellung per Monitor verbreiten sich deutlich langsamer. Da klingt der Ansatz von Lenovo beim Yoga Smart Display logisch: Das Gerät vereint die Vorzüge eines typischen Tablets mit den Vorzügen eines Smart Displays – und zwar zu einem akzeptablen Preis. So dürfte das Gerät zumindest mehr als ein eigenständiges Smart Display genutzt werden und der Kaufpreis von ab 250 Euro in der UVP des Herstellers relativiert sich wieder.

Beim Design geht Lenovo bekannte Wege – warum auch nicht, denn das auf den ersten Blick eigenwillige Design mit Knubbelgriff an einem Ende des Displays ist nicht nur eigenständig, sondern auch praktisch. Es wurde bereits in etlichen Yoga-Modellen verwendet und enthielt dann neben starken Lautsprechern auch schon mal einen Beamer (Testbericht zum Yoga Tab 3 Pro). Beim aktuellen Modell sind hier neben weiterer Technik wie dem ordentlichen Akku vor allem ein ausklappbarer Standfuß sowie ein Paar kräftiger Lautsprecher integriert. Der Aufsteller lässt sich stufenlos um 180 Grad ausklappen, er rastet aber zusätzlich in zwei weiteren Positionen ein, die die das Tablet beinahe senkrecht stehen oder verkehrt herum an einem Nagel oder Haken an der Wand hängen lassen. In beiden Positionen wird der installierte Google Assistant außerdem auf Wunsch automatisch im Ambient Mode, also im Querformat, ausgeführt.

Schickes, praktisches und außergewöhnliches Design

Praktisch ist die Wulst an einer der beiden langen Display-Seiten außerdem, weil man das Gerät daran im Hochformat bequem in einer Hand halten kann – beinahe so, als halte man eine Zeitschrift, deren eine Seite man eingerollt hat. Optisch macht das Yoga Smart Tab für seinen recht niedrigen Preis durchaus einiges her. Zwar setzt Hersteller Lenovo abgesehen vom ausklappbaren Ständer, der aus Metall besteht, fast ausschließlich auf Kunststoff, dennoch wirkt das Modell recht hochwertig. Auf der Rückseite verfügt das Tablet abgesehen vom glänzenden Yoga-Schriftzug aus mattem Softtouch-Material. Das fühlt sich angenehm an und ist sehr rutschsicher. Fingerabdrücke sind darauf nicht zu sehen. Die Technikwulst ist hingegen mit glatter Oberfläche versehen, verfügt aber über kleine Anti-Rusch-Einlagen, damit das Gerät im Stand sicher auch auf glatten Oberflächen steht. Lediglich der vergleichsweise breite Rahmen rings um das Display verrät, dass es sich beim Yoga Smart Tab um ein eher günstiges Modell handelt.

Der Touchscreen des Lenovo Yoga Smart Tab misst 10,1 Zoll in der Diagonale, die Auflösung beträgt 1920 × 1200 Pixel. Zwar gibt es mittlerweile Tablets mit höherer Auflösung, im Alltag sollte das aber reichen – ein Eindruck von unscharfer Wiedergabe entsteht beim Yoga-Gerät zumindest nicht. Kontraste und maximale Helligkeit sind voll in Ordnung, wir haben im Test eine Leuchtkraft von rund 300 cd/m² gemessen. Damit gibt es auch in heller Umgebung keine Probleme mit der Ablesbarkeit, zumal die Blickwinkelstabilität sehr ordentlich ist – bis auf typische Abdunklung gibt es keine Veränderung mit zunehmender Blickwinkelsteilheit.

Bei Tablets sind die Hauptkameras eigentlich fast immer eher schmückendes Beiwerk, wichtiger ist da schon die Frontkamera. Das spiegelt zwar beim Yoga Smart Tab nicht die Megapixel-Zahl wider, dafür aber die Bildqualität. Denn während die Hauptkamera Fotos mit 8 Megapixel aufnimmt, kommt die Frontkamera nur auf 5 Megapixel, ist aber qualitativ eher besser angesiedelt. Für ein Tablet geht die Hauptkamera zwar in Ordnung, die kann aber gerade in Bezug auf die Bildschärfe nicht mit der Frontcam mithalten. Auch Bildrauschen ist sichtbar stärker vertreten, dafür punktet die Hauptkamera mit HDR-Funktion, die für bessere Bilddynamik sorgt.

Viele Einstellungsmöglichkeiten gibt es ansonsten nicht. GPS zur Standortbestimmung der Aufnahme, Deaktivierung des Auslösetons oder Selbstauslöser – das war's schon wieder. Bei Videos ist mit 1080p-Filmen Schluss, zumindest in der Theorie. Allerdings wollte unser Testgerät überhaupt keine Videos mit der Hauptkamera aufnehmen. Vorn klappt das immerhin noch in 720p, die Qualität geht für Videochats voll in Ordnung. Größtes Problem ist hier wohl mangels HDR die Bilddynamik.

Es gibt zwei Versionen des Yoga Smart Tab: Die günstigere Variante kommt mit 3 GByte RAM und 32 GByte internem Speicher zum Kunden, die andere mit 4 GByte RAM und 64 GByte erweiterbarem internem Speicher. Als Antrieb dient immer ein Snapdragon 439 mit acht Kernen – ein Mittelklasse-Chipsatz, der insgesamt für ausreichende Leistung sorgt, ohne sich aber als besonderes Leistungsmonster zu präsentieren. Im Alltag reicht es in den meisten Fällen für flüssige Bedienbarkeit, nur hin und wieder gibt es einen kurzen Hakler zu verzeichnen. Spiele sind entsprechend in den meisten Fällen gut spielbar, anfordernde Games müssen aber auf jeden Fall bei der Grafik beschnitten werden, besonders rechenintensive Spiele machen aber selbst dann wegen zu niedriger Framerate keinen Spaß. Für absolute Spieleenthusiasten ist das Smart Tab nichts, der typische Gelegenheits-Gamer kann hingegen beruhigt zugreifen. Der profitiert von dem kräftigen Lautsprecherpaar, das nicht nur laut und voll klingt, sondern auch wegen seiner recht weit auseinander gestellten Platzierung durchaus einen gewissen Stereoeffekt generiert.

Multitasking funktionierte im Test bei unserem Testgerät mit 4 GByte RAM sehr ordentlich. Das sieht man anschaulich im Produktivitätsmodus, der das gleichzeitige Aufrufen von zwei Apps erlaubt und weitere hilfreiche Funktionen per Taskleiste mit Schnellzugriffen zur Verfügung stellt. Dank USB-OTG lässt sich das Smart Tab auf Wunsch sogar mittels Maus bedienen und wird dann in Verbindung mit einer Bluetooth-Tastatur beinahe zum PC-Ersatz. Einen speziellen Kindermodus gibt es außerdem. Namensgebend ist der Google Assistant, der auf dem Lenovo Yoga Smart Tab installiert ist. Zusammen mit Google Home funktioniert der auch als Steuerzentrale für Smart-Home-Komponenten und dient als digitaler Bilderrahmen, der auf Alben aus der Google-Cloud zugreifen kann und Bilder in unterschiedlichen Stilen präsentiert – eben wie ein echtes Google-Smart-Display. Das funktioniert automatisch, wenn das Tablet mittels ausgeklapptem Standfuß aufgestellt ist oder am Ladekabel hängt. Letzteres ist wegen des dann dauerhaft aktivierten Displays bei dieser Funktion dringen angeraten.

Google Home auch im Ambiant Mode (im Querformat) verfügbar

Beim Einsatz als Smart Display profitieren Nutzer wieder von dem kräftigen Paar Lautsprecher, die durchaus an günstige Bluetooth-Boxen herankommen. Die Spracherkennung funktionierte im Test mittels der drei eingebauten Mikrofone ziemlich zuverlässig, einen gravierenden Unterschied zu „echten“ Smart Displays konnten wir nicht ausmachen. Als Betriebssystem kommt auf dem Yoga-Tab übrigens Android 9 zum Einsatz, darüber liegt eine auf den ersten Blick unaufdringliche Nutzeroberfläche von Lenovo.

Die augenscheinlichste Anpassung seitens des Herstellers ist wohl der Button für das Lenovo Entertainment Center, bei dem es sich um nichts anders als eine dauerpräsente, angepasste Version der Youtube-App handelt. Das Problem dabei: Vorschläge für interessante Videos, Suche und Präsentation der App sind schlichtweg schlechter als bei der ebenfalls installierten „echten“ Youtube-Version. Den Programmieraufwand hätte Lenovo sich also besser gespart. Einen Fingerabdrucksensor gibt es übrigens nicht, das Gerät lässt sich aber auch mittels der Frontkamera ohne Aufwand zuverlässig entsperren – zumindest bei gutem Licht. Wie immer dürfte aber auch hier die einfache 2D-Gesichtserkennung nur bedingt sicher sein.

Der Akku des Yoga Smart Tab leistet 7000 mAh und stellte sich im Alltag als durchaus kräftig heraus. Im Akkutest von PCmark erreichte das Gerät gute 10 Stunden – in Anbetracht des großen Screens ist das ein gutes Ergebnis, an das längst nicht alle Tablets herankommen.

Die beiden Ausstattungsvarianten mit 3GByte RAM/32 GByte und 4GByte RAM/64 GByte kosten in der UVP des Herstellers knapp 250 und 300 Euro, zum Testzeitpunkt fing der Preis bei rund 295 Euro an.

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Lenovo Smart Tab YT-X705F Iron Grey 32GB, 3GB RAM (ZA3V0062SE/ZA3V0041CH)

Lenovo Yoga Smart Tab 3/32 GB

Lenovo Smart Tab YT-X705F Iron Grey 64GB, 4GB RAM (ZA3V0011SE/ZA3V0003CH)

Lenovo Smart Tab Iron Gray 64GB, 4GB RAM

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Technisch bietet das Lenovo Yoga Smart Tab keine echten Highlights. Es punktet eher mit einem ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis, das bei gleichzeitiger Nutzung als Tablet und auch Smart Display maximiert wird.

Bei der reinen Rechenpower gibt es woanders mehr fürs Geld, etwa beim 2019er Modell des Samsung Galaxy Tab A 10.1 oder dem Huawei Media Tab M5 Lite, die Stärken des Lenovo-Tablets liegen bei Display, für ein Tablet bemerkenswerten Lautsprechern, hochwertigem Design und eben der Assistant-Funktion im Ambient Mode.

Zusammen mit dem einklappbaren Standfuß ist das Yoga Smart Tab ein tolles Multimedia-Tabelt. Was ansonsten beim Kauf eines Tablets beachtet werden sollte, haben wir in unserem Ratgeber Wieviel Tablet ist wirklich nötig? zusammengefasst. Wer besonders wenig Geld ausgeben möchte, findet hier echte Billigheimer: Tablets von 40 bis 150 Euro. Tablets mit möglichst aktuellem Android finden sich außerdem in unserem Artikel Bis 300 Euro: Diese Tablets haben aktuelles Android.

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