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Leagoo T5c: brauchbares 115-Euro-Handy im Test

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Für 115 Euro bekommt man mit dem Leagoo T5c ein Smartphone mit Dual-Cam, Full-HD-Display, Achtkern-Prozessor und 3000-mAh-Akku. Das ist eine ordentliche Ausstattung fürs kleine Geld, aber hält die Praxis, was das Datenblatt verspricht?

Den günstigen Preis von 115 Euro sieht und fühlt man dem Leagoo T5c nicht an. Das Telefon steckt in einem gut verarbeiteten Metallgehäuse, das uns sowohl optisch als auch haptisch gefällt. Unten sitzen Micro-USB-Anschluss, ein Kopfhörereingang sowie -ausgang, der Lautsprecher für Medienwiedergabe und das Mikrofon. Power-Button und Lautstärkewippe sind rechts, der Slot für SIM-Karten und MicroSD-Karte links untergebracht.

Bild: Techstage Das Leagoo T5c hat unten einen Mikro-USB-Anschluss und einen Kopfhörerausgang.

Unterhalb des Bildschirms sitzt ein Fingerabdrucksensor, oberhalb die Frontkamera. Bei der Hauptkamera auf der Rückseite handelt es sich um eine Dual-Cam, die hinten links am oberen Rand platziert ist. Die Abmessungen des 168 Gramm schweren Smartphones betragen 153,3 × 76,1 × 8,5 Millimeter. Zum Lieferumfang gehört eine brauchbare Kunststoff-Schutzhülle aus durchsichtigem Material.

Bild: Techstage Der Fingerabdrucksensor bei unserem Testgerät war enttäuschend.

Beim Prozessor des Leagoo T5c handelt es sich um einen Chip mit Intel-x86-Architektur. Der 64-Bit-SoC SC9853i des chinesischen Herstellers Spreadtrum hat acht Kerne mit einem Maximaltakt von 1,8 GHz. Für die Grafik zeichnet sich eine Mali-T820-GPU verantwortlich. Neben 3 GByte Arbeitsspeicher gibt es 32 GByte internen Speicher. Ein Hybrid-Slot bietet Platz für ein MicroSD-Karte zur Speichererweiterung oder eine zweite SIM-Karte.

Das Leagoo T5c unterstützt LTE der Kategorie 6 mit bis zu 300 MBit/s im Downstream inklusive Band 20 und WLAN nach 802.11 b, g und n, WLAN im 5-GHz-Band aber nicht. Neben Bluetooth in Version 4.0 gibt es wie üblich GPS; einen Kompass hat das Handy allerdings nicht – wer Augmented Reality oder diverse Navigationsfunktionen nutzen möchte, sollte sich nach einer Alternative umsehen. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite und ein Kopfhörerausgang.

Bild: Techstage Für etwas mehr als 100 Euro gibt es ein Full-HD-Display, nicht schlecht.

Das von Sharp stammende Display-Panel ist ein LCD und löst 1920 × 1080 Pixel, also Full-HD, auf. Die Bildschirmdiagonale beträgt 5,5 Zoll, dementsprechend kommt die Pixeldichte auf über 400 ppi (Pixel pro Zoll) – dementsprechend scharf ist die Darstellung. Das Panel leuchtet verhältnismäßig hell und bietet eine gute Farbwiedergabe; die Blickwinkelstabilität dürfte jedoch besser sein. So schlimm wie bei früheren TN-Panels ist die Abhängigkeit des Winkels aber nicht, wir würden sie als noch zufriedenstellend bezeichnen.

Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 13 Megapixeln, f/2.2-Blende, Kontrast-Autofokus und Dual-LED-Blitz. Direkt daneben sitzt die Linse der Dual-Cam. Ihr Bildsensor löst 2 Megapixel auf. Anhand des Abstands zwischen den beiden Linsen berechnet die Software der Kamera Tiefeninformationen im Bild, die auf Wunsch für ein künstliches Bokeh genutzt wird. Die Frontcam löst 5 Megapixel auf, hat ebenfalls eine f/2.2-Blende und laut Hersteller auch einen LED-Blitz. Bei Letzterem handelt es sich jedoch nur um ein einschaltbares Licht.

Bei einem 115-Euro-Handy kann man sich über die Bildqualität beider Kameras nicht beschweren. Dass man zu einem solchen Preis keine Meisterwerke erwarten kann, liegt auf der Hand. Die Ergebnisse können sich jedoch in vielen Situationen sehen lassen. Zwar ist das Leagoo T5c weit entfernt von aktuellen High-End-Smartphones mit Kameras, die fast schon DSLR-Niveau erreichen; für brauchbare Schnappschüsse taugt das Billig-Handy jedoch allemal. Der per Dual-Kamera realisierte Unschärfe-Effekt macht allerdings – wie bei den meisten bislang von uns getesteten günstigen Handys – nichts her.

Knapp 70.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark lassen eine gute Performance des Smartphones erwarten. Bei unseren bisherigen Tests zeigten sich 40.000 Punkte als „Knackpunkt“ – ab diesem Wert arbeiten die Geräte frustfrei. In der Praxis läuft das Leagoo T5c auch in der Tat flüssig – auch Multitasking mit vielen gleichzeitig geöffneten Apps stellt kein Problem dar. Auch das ein oder andere Spielchen darf der Nutzer wagen, selbst grafisch aufwendigere Games liefen in unserem Test zufriedenstellend.

Bild: Techstage Der "Blitz" neben der Frontkamera ist nur eine zuschaltbare Taschenlampe.

Nicht gut abgeschnitten hat der Fingerabdrucksensor, der immer wieder Probleme beim Entsperren macht. Es kommt oft vor, dass er den Fingerabdruck gar nicht erkennt – oder dass das Einschalten des Displays extrem lang dauert.

Wer sein Smartphone häufig in den Fingern hat, kommt mit einer Akkuladung der 3000-mAh-Batterie in der über den Tag, mehr aber auch nicht. Der Chip scheint einen großen Energiehunger mitzubringen. Das Aufladen nimmt etwas mehr als zwei Stunden in Anspruch.

Der Lautsprecher des Leagoo T5c klingt blechern und bietet keine allzu hohe Lautstärke. Die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist hingegen gut. Die Verbindungsqualität bei Gesprächen gibt keinen Anlass zur Kritik, es gab in unserem Test weder Abbrüche noch sonstige Probleme.

Beim Leagoo T5c kommt Leagoo OS 2.1 basierend auf Android 7.0 Nougat als Betriebssystem zum Einsatz. Letztendlich handelt es sich dabei schlicht um Android mit Herstelleraufsatz in Form eines vorinstallierten Launchers und optischer Anpassungen von Icons und Menüs. Innerhalb der Systemeinstellungen finden sich keine erwähnenswerten von Leagoo implementierten Features.

Unerfreulich: Teil des Betriebssystems ist einige Bloatware – beispielsweise in Form eines App Stores, einer Wetter-App und einer Nachrichten-App –, die sich nicht deinstallieren lassen. Der installierte Sicherheitspatch zum Testzeitraum stammt vom 05. November 2017 und ist somit nicht auf der Höhe der Zeit.

Leagoo T5c schwarz

Schwarz

(Kein Produktbild vorhanden)

Gold

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Leagoo T5c ist sehr gut. Für gerade einmal 115 Euro bekommt der Käufer eine Handy mit ansehnlichem Full-HD-Display, für diese Preisklasse ungewohnt guter Performance und akzeptablen Kameras. Nur der nicht gut funktionierende Fingerabdrucksensor trübt das Gesamtbild.

Wer das für sich als NoGo sieht, der findet bei unserem aktuellen Preis-Tipp in Sachen China-Smartphones mit dem TP-Link Neffos X1 Lite (Testbericht) wohl das bessere Gerät. Zwar ist die Auflösung des Displays dort geringer und die prinzipielle Performance etwas schlechter, bei beiden Punkten ist der Unterschied zum Leagoo T5c jedoch nicht allzu groß.

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