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LTE-Router D-Link DWR-933 im Test: WLAN-Hotspot mit Akku

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Der D-Link 4G LTE WLAN Router DWR-933 holt das Internet per LTE bis 300 MBit/s aus der Mobilfunkluft und gibt es per WLAN bis 866 MBit/s weiter. TechStage testet, was beim Endgerät ankommt.

LTE-Router mit Akkus sind praktische Helfer für Reisen. Man kann sie so aufstellen, dass sie einen guten LTE-Empfang haben um den Datenstrom anschließend an Notebooks, PCs oder andere Geräte weiterzugeben. Wir testen diesmal den D-Link DWR-933, einen LTE-Router mit WLAN-Hotspot und wechselbarem Akku. Der Test erscheint im Rahmen unserer Themenwelt LTE, wo wir bereits Tests zum Zyxel LTE3302 (Testbericht) oder der Netgear Nighthawk M2 (Testbericht) veröffentlicht hatten. Passende Tarife für mobile LTE-Router stellen wir im Artikel LTE-Router: Die besten Tarife für mobiles Surfen vor.

Das verbaute LTE Modem verspricht LTE Cat 6 mit Peaks bis 300 MBit/s im Download (DL) und bis zu 50 MBit/s im Upload (UL). Zusätzlich kann der DWR-933 von 4G auf langsamere 3G und 2G Mobilfunk herunterschalten, falls er LTE am konkreten Einsatzort nicht finden sollte. Im WCDMA/HSPA/HSPA+/DC-HSPA Modus etwa verspricht der Hersteller bis zu 42 MBit/s im DL und 5,76 MBit/s im UL. Falls auch das weit und breit nirgends funkt, kann der D-Link auf die Kriechgänge UMTS oder GSM ausweichen. Damit ist der DWR-933 auch als Notlösung für sehr schlecht Internet-versorgte Landregionen einsetzbar. Wie schon die anderen LTE-Router testen wir den D-Link DWR-933 mit einer SIM der Telekom.

Der D-Link DWR-933 verteilt das Internet über sein Dual-Band-WLAN im 2,4 GHz Band mit 2-Stream 802.11n alias Wifi-4 bis 300 MBit/s und zusätzlich im 5 GHz Band mit 2-Stream 802.11ac alias Wifi-5 bis 866 MBit/s. Daneben kann der Router für ältere WLAN-Geräte auf 802.11b bis 11 MBit/s und 11g bis 54 MBit/s herunterschalten. LTE bis 300 MBit/s und WLAN bis 866 MBit/s passen prinzipiell gut zusammen, weder das WLAN noch das LTE bremsen sich gegenseitig zu stark aus.

Der schwarze D-Link DWR-933 Router links unten holt das Internet per LTE bis 300 MBit/s aus der Mobilfunkluft und funkt es per WiFi-5 an unseren WLAN-schnellsten (aber LTE-losen) Laptop Asus ZenBook Flip 15 mit WiFi-6 bis 2400 MBit/s weiter. Das blaue Samsung Galaxy Note 10+ (rechts) hat ein eigenes LTE-Modul, kann aber auch über den WLAN-Hotspot des D-Link-Routers im Internet surfen (Bild: Harald Karcher).

Im Gegensatz zum früher getesteten Netgear Nighthawk M2 (Testbericht) oder auch dem Zyxel 4G Router LTE3302 (Testbericht) hat der D-Link DWR-933 keine Ethernet-Buchsen. Das spart Platz, Strom und Herstellungskosten. Allerdings lassen sich die schnellsten Speed-Lieferanten unserer Testumgebung (wie etwa die Workstation und das NAS) mangels LAN-Ports nicht direkt per Kabel anschließen. Daneben spart sich der D-Link auch externe Antennenbuchsen, ganz im Gegensatz zum Netgear M2 und zum Zyxel LTE3302, die beide viel üppiger ausgestattet sind.

Weil der D-Link Router vieles weglässt, kommt er mit 98 x 71 x 18,8 mm recht klein und mit 120 Gramm auch besonders leicht daher. Der Netgear und der Zyxel sind mit circa 240 Gramm jeweils doppelt so schwer. Daneben verspricht D-Link bis zu 14 Stunden Laufzeit aus dem mitgelieferten Wechselakku mit 3000 mAh.

Das winzige 0,96-Zoll-Display am D-Link-Router löst mit 128 × 64 Pixel auf. Im Gegensatz zum teuren Netgear M2 ist es zwar nicht Touch-sensitiv, aber immerhin mit einer starken Brille oder sehr guten Augen direkt ablesbar. Man sieht hier etwa Batteriestand, Netzwerktyp (z.B. LTE), Netzwerkanbieter (z.B. Telekom), Signalstärke, Roaming Status, Zahl der SMS-Nachrichten, WLAN-Security (z.B. WPA2) und die Anzahl der pro Band gerade verbundenen WLAN-Client-Geräte.

Der D-Link DWR-933 Router lässt sich mit einem kräftigen Fingernagel sehr schnell öffnen: Auf der Innenseite des Deckels (links im Bild) stehen die geheimen WLAN-Zugangsdaten. Mittig der Router mit den zwei Slots für Micro-SIM-Mobilfunkkarte und MicroSD-Speicherkarte. Rechts der Wechsel-Akku mit 3000 mAh Nominal-Kapazität (Bild: Harald Karcher).

Der Micro-USB-Port, links am Router, nimmt das Ladekabel auf und kann als virtueller Netzwerk-Port dienen. Da hätte man sich anno 2020 aber schon einen moderneren USB-C-Port gewünscht. Unter dem Akku sitzen die Slots für eine Standard 6-Pin Micro-SIM/USIM-Karte und für eine MicroSD-Speicherkarte bis 64 GB.

Auf den Werbefotos wirkt der D-Link DWR-933 Router edel, wie aus feinem, schwarzem Leder. Tatsächlich ist das Gehäuse aber nur aus schwarzem Kunststoff mit bestenfalls mittlerer Wertigkeit. Im Gegensatz zum Klavierlack-schwarzen Netgear M2 LTE Router ist das noppenartige D-Link-Plastik aber halbwegs blendfrei, griffig und zieht auch Fettflecken nicht ganz so magisch an wie der Spiegel-glatte Netgear M2.

Beim ersten Testversuch Anfang Juli 2020 wurde die LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom vom D-Link DWR-933 Router zwar erkannt. Aber schon bei der Eingabe der SIM-PIN trennte der DWR-933 jeweils alle WLAN-Verbindungen und machte immer wieder einen Neustart. Dabei verlor er auch jedes Mal die zuvor eingetippten SIM-PIN-Daten. Nach Entfernung der PIN-Abfrage in der Telekom-Karte machte der DWR-933 nur noch endlose Neustartschleifen mit langen Hängern, bis zur totalen Erschöpfung des Akkus.

Nach unserer Reklamation hat D-Link diesen Fehler in der Router-Software 01.03.EU beseitigt. Mit der Firmware 01.04.EU war der DWR-933 dann seit Mitte Juli 2020 tatsächlich im Netz der Telekom sinnvoll testbar. Nach dem Hochfahren sendet der DWR-933 ab Werk zwei unterschiedliche SSID-Netzwerknamen auf 2,4 und auf 5 GHz aus. Das WLAN-Passwort findet man gedruckt auf zwei Aufkleber an der Rückwand-Innenseite sowie unter dem Akku. Mit dessen Kenntnis kann man WLAN-Geräte ruckzuck einloggen und lossurfen. Das wars, mehr war nicht nötig für den schnellen Start!

Für die weitere Feinkonfiguration und Anpassung an eigene Wünsche betraten wir den Webserver des D-Link DWR-933. Die IP-Adresse (192.168.0.1) samt User-ID (admin) reichte. Passwort wurde hier nicht verlangt. Neben den Basics gibt es erweiterte Netzwerk-Einstellungen, etwa Firewall, NAT, DMZ, UPnP, Port Forwarding. Weitere Details in der Fotogalerie:

D-Link DWR-933: Software (123 Bilder)

Wir stellen den D-Link DWR-933 Router an die gleiche Stelle links außen im DG unserer gewohnten WLAN-Testwohnung, wie zuvor schon Dutzende WLAN-Router, Repeater und Powerline-Geräte. Hier ist die LTE-Versorgung zwischen Betonwänden bestenfalls mittelprächtig. Hier standen kürzlich auch schon der Netgear M2 LTE Router und der Zyxel LTE3302 im Test. Hier muss jetzt auch der D-Link DWR-933 zeigen, was er kann.

Messaufbau in unserer WLAN-Testwohnung: Der D-Link DWR-933 links oben wird vom LTE-Netz der Deutschen Telekom mit Internet und Testdateien versorgt. Die schnelle 10-Gig-NAS Synology DS1618+ lässt sich ausnahmsweise nicht direkt an den (LAN-Port-losen) Router verbinden. Ganz unten die zwei schnellen Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Der folgende Screenshot zeigt einen typischen Mess-Verlauf via 2,4-GHz-WLAN: Im Download (rote Balken) hat der Asus-Wifi-6-Laptop nur auf sehr kurze Distanz, nur im ersten Zimmer, relativ brauchbare Durchsatzwerte aus dem LTE Router heraus geholt. Im Download über 30 MBit/s und im Upload knapp 10 MBit/s, ohne Abriss.

Im zweiten Zimmer kam zwar ein DL um 14 MBit/s, aber beim UL hat das Gespann aus D-Link-Router und Asus-Laptop den Kontakt zum Speedtest-Server komplett verloren. Im dritten Zimmer hat sich die Ende-zu-Ende-Verbindung zwar wieder gefangen, konnte aber mit einem DL/UL um jeweils 3 MBit/s keinen großen Eindruck machen. Im vierten Zimmer waren der DL und der UL nur noch ungenügend. Im fünften Zimmer hat sich das Funk-Gespann aus LTE und WLAN zwar wieder stabilisiert: Der mittlere DL lag aber nur bei 2,58 MBit/s und der UL bei 6,50 MBit/s. S

Der 2,4 GHz-WLAN-Funk des D-Link DWR-933 Routers hat das Internet aus dem LTE-Netz der Deutschen Telekom nur im ersten Zimmer gut verteilt. Rot=DL. Grün=UL (Bild: Harald Karcher).

Zum Vergleich: Der Netgear M2 Mobilrouter, aber auch die vermeintlich alte Gurke Zyxel 4G LTE3302 hatten bei dieser Messtour via 2,4-GHz-WLAN über alle fünf Räume hinweg wesentlich stabilere und ausgewogenere Durchsatzwerte.

Verbinden wir den D-Link-Router und den Asus-Laptop über das 5-GHz-WLAN, so fällt die Messtour über 5 Zimmer hinweg besser aus, was auch die folgende Messgrafik zeigt. Auf kurze Distanz, im ersten Zimmer, fühlt sich das Surfen bei über 40 MBit/s im DL und knapp 10 MBit/s im UL in der konkreten Testwohnung fast wie ein guter VDSL-50-Anschluss an. Nur die Ping-Zeiten sind bei LTE schlechter. Im zweiten Zimmer kamen über 40 MBit/s im DL, aber nur noch knapp 7 MBit/s im UL. Im dritten Zimmer nur noch 10 zu 2 MBit/s. Im vierten Zimmer knapp über 10 MBit/s im DL, aber beim UL ein deutlicher Aussetzer, der sich später von selber wieder fängt: Der grüne Balken in der Grafik unten zeigt entsprechend eine deutliche Lücke am Durchsatzabriss. Im fünften Zimmer kamen dann wieder marginal bessere Werte, vor allem auch ohne Total-Abriss.

Der 5 GHz-WLAN-Funk des D-Link DWR-933 Routers hat das Internet aus dem LTE-Netz der Deutschen Telekom zumindest im ersten und im zweiten Zimmer recht gut verteilt. Rot=DL. Grün=UL (Bild: Harald Karcher)

Wie schlimm sind solche Abrisse? Beim Mailen, Surfen oder Chatten fallen die mäßigen Werte in den hinteren Zimmern im besten Falle gar nicht auf. Auch YouTube puffert sowas weg. Bei einer Live-Videokonferenz dagegen hätte der Abriss im vierten Zimmer zumindest einen kurzzeitigen Ausfall von Bild und Sprache zur Folge, falls sich die Videokonferenz überhaupt von selber wieder aufbaut.

Natürlich konnten wir im Test auch mehrere Laptops und Smartphones gleichzeitig in das WLAN des D-Link DWR-933 Routers verbinden. Dabei hat unser Asus ZenBook Flip 15 unterm Strich mit Abstand am besten abgeschnitten.

Wir testen zudem, wie der Router gegen verschiedene LTE-Smartphones schlägt. Können die Handys dem D-Link DWR-933 Paroli bieten? Um das zu ergründen, stecken wir die LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom in zwei Handys und testen diese an der gleichen Stelle wie den D-Link Router, nämlich NUR oben links im DG unserer Testwohnung.

Beim LTE-Durchsatz schlägt der D-Link DWR-933 Router (rechts) die beiden Smartphones Samsung Note10+ (Mitte) und LG G6 (Links) an unserem Indoor-Messpunkt im DG zumindest beim DL sehr deutlich. Beim UL war dagegen das Samsung Note10+ marginal besser. Blau = UL. Rot = DL (Bild: Harald Karcher).

Unser LG G6 schaffte über mehrere Messungen hinweg einen brauchbaren DL von gut 12 MBit/s. Beim UL gab es allerdings öfters Verbindungsabrisse und als Mittelwert bleiben nur 1,1 MBit/s an dieser LTE-feindlichen Stelle unserer Testwohnung übrig. Das Samsung Galaxy Note+ von 2019 schaffte im DL nur wenig mehr als das ältere LG G6, nämlich 14,7 MBit/s. Im UL war das Samsung aber haushoch besser: 7,5 MBit/s im Mittel, und das ohne jeden Verbindungsabriss.

Der D-Link DWR-933 Router hat im Gegensatz zu den Smartphones keinen eigenen, Surf-tauglichen Bildschirm. Wir messen daher auf unserem per 5-GHz-WLAN verbundenen Asus ZenBook Flip 15. Nach etlichen Messungen ergeben sich Mittelwerte von knapp 7 MBit/s im UL und gut 48 MBit/s im DL. Und zwar ohne jeden Verbindungsabriss. Aber wie gesagt: Nur auf kurze Distanz, und nur via 5 GHz WLAN.

Der D-Link DWR-933 besitzt einen UVP von knapp 130 Euro. Damit ist er teurer als der Zyxel LTE3302, aber deutlich günstiger als der Nighthawk M2 von Netgear.

Der schwarze D-Link DWR-933 LTE-Router mit WLAN-Hotspot ist etwas kleiner, aber dicker als die meisten Smartphones. Damit passt er in viele Hand- und Hosentaschen. Auch sein Akku orientiert sich mit 3000mAh am Niveau eines Smartphones, um ohne Nachladen durch den Tag zu kommen. Die Eckdaten (LTE Cat 6 bis 300/50 MBit/s sowie WLAN bei 2,4 und 5 GHz bis 866 MBit/s) klingen sehr vernünftig, sind aber weit vom schieren Overkill des 2-Gigabit-LTE-Routers Netgear M2 entfernt. Gute Durchsatzwerte bringt der D-Link DWR-933 aber nur, wenn sein WLAN-Surfpartner auf kurze Distanz im gleichen Raume oder maximal hinter einer dünnen Wand steht. In den restlichen Zimmern unserer Testwohnung war das Surfen via 5 GHz gerade noch brauchbar, via 2,4 GHz teilweise schon unzumutbar, weil bei vielen Messungen immer wieder Totalabrisse dabei waren.

Dass der D-Link DWR-933 sich viele Wochen nach dem Marktstart der Hardware noch an einer LTE-SIM-Karte der Deutschen Telekom in einer Endlosschleife aufgehängt und erdrosselt hat, wirft kein allzu tolles Licht auf die präventive Qualitätskontrolle bei D-Link. Nach einer Fehlerbeschreibung durch TechStage hat D-Link den Bug aber immerhin schnell mit einer verbesserten Firmware 01.04.EU behoben. Bleibt nur zu hoffen, dass D-Link exotischere LTE-SIM-Karten als jene der Deutschen Telekom auf Anhieb besser adressiert.

Wer den D-Link DWR-933 nur auf kurze Distanz nutzt, kann ihn trotzdem in Betracht ziehen. Er ist nur halb so schwer wie unsere früheren Testgeräte Netgear Nighthawk M2 oder Zyxel 4G Router LTE3302. Das ist ein echter Vorteil beim mobilen Einsatz.

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