TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

LG SK6F im Test: günstige & gute Soundbar mit wireless Sub

13
von  // 

Die 200-Euro-Soundbar LG SK6F 2.1 klingt gut, ist Hi-Res-fähig und per App steuerbar. Im Test stemmt sie damit deutlich mehr als nur Film- und Fernsehton.

Soundbars kümmern sich um einen großen Nachteil der flachen TVs: Den Sound. Ihr spezielles Design sorgt für eindrucksvollen Klang, während die externen Subwoofer für den nötigen "Umpf" bringen. Diese LG-Soundbar bildet den Auftakt zu unserer Themenwelt rund um Soundbars. In den nächsten Wochen werden dazu mehrere Produkttests erscheinen, zunächst rund um 2.1-Systeme (also Soundbars, die Lautsprecher vorne haben und mit einem Subwoofer unterstützt werden).

In dieser Testreihe schauen wir uns möglichst bezahlbare 2.1 Soundssystem mit einem kabellosen, externen Subwoofer an. Folgende Beiträge sind dazu online:

Klanglich hinterlässt die LG SK6F einen sehr ordentlichen Eindruck. Im TV-Betrieb verleiht sie den Stimmen der Nachrichtensprecher mehr Volumen und Fülle. Dazu kommt ein größerer räumlicher Eindruck, der durch die DSP-basierten Programme noch deutlich steigerbar ist.

Bei in Mehrkanal codierten Filmen kann die LG SK6F die Physik nicht überlisten und keine Lautsprecher simulieren, die einfach nicht vorhanden sind. Tatsächlich aber liefert die DTS Virtual X Funktion ein sehr klangstarkes Spektakel ab, bei dem eine durchaus für die Größe beachtlicher räumlicher Effekt entsteht.

Bei der Musikwiedergabe ersetzt die Soundbar keine hochwertige Musikanlage, sorgt aber trotzdem für eine akzeptable, musikalische Untermalung. So wirkt der Hochmittenbereich zwar leicht bedeckt, nicht ganz detailliert und hochauflösend, wie es beispielsweise eine KEF LSX zu leisten vermag, aber die spielt auch in einer ganz anderen Liga. Für ihren günstigen Preis ist die Leistung der LG SK6F gut. Etwas verhalten langt der Subwoofer in den unteren Oktaven zu, hier hätte dem System mehr Tiefgang sicherlich gut zu Gesicht gestanden.

Die LG SK6F ist ein Ausstattungswunder, speziell wenn man sich den günstigen Preis von etwa 200 Euro in Erinnerung ruft. So findet sich auf ihrer Rückseite neben dem optischen S/PDIF Eingang, an dem wahlweise der TV, ein CD- oder Blu-Ray-Player (Kaufberatung) andocken kann, auch ein praktischer 3,5-mm-Klinkeneingang. Hier lässt sich ein Tablet oder Smartphone anschließen, wenn der ebenfalls vorhandene Bluetooth-Kurzstreckenfunk mal außen vor bleiben soll. Erfreulich, dass hier kein veralteter Standard, sondern die moderne und im Energieverbrauch schonend zur Sache gehende Bluetooth-4.0-Version zum Einsatz kommt. Zwar verzichtet LG auf den mit Lizenzkosten verbundenen AptX-Codec, aber das lässt sich verschmerzen. Der Übertragungsqualität leidet in diesem Fall nicht.

Interessant ist der ab Werk eingebaute, analoge FM-Tuner, der auf die gute alte Ultra-Kurz-Welle (UKW) zurückgreift. Sollte mal das Netzwerk komplett ausfallen, muss man nicht auf das bei DLF-Kultur gesendete Lieblingshörspiel verzichten. Rückseitig findet sich dafür eine Anschlussoption für die mitgelieferte Wurfantenne.

Die Ports für LAN, HDMI In und HDMI Out (TV ARC) sind in der Soundbar versenkt.

Per Ethernet-Anschluss oder WLAN nimmt die Soundbar Kontakt zum Netzwerk auf und erlaubt so den Zugriff auf die darin abgelegte, eigene Musikbibliothek. Und das sogar bis zu einer Auflösung von 24 Bit / 96 kHz. Das freut vor allem Musikliebhaber und macht die LG SK6F somit zur Hi-Res-Wiedergabequelle. Ganz gleich ob FLAC, ALAC, MP3, WMA oder AAC, die Soundbar versteht sich mit den meisten musikalischen Dateiformaten, sofern man keinen Wert auf DSD legt. Was wiederum in diesen Preisregionen absolut abwegig sein sollte.

Aber es geht noch weiter. Sogar die mittlerweile stark angesagte Sprachsteuerung mit Google Assistant ist an Bord, setzt aber die Verwendung eines zusätzlichen LG ThinQ-Speaker voraus. Soll Musik von Spotify oder Google Musik gestreamt werden, kann das auch via Chromecast erfolgen, das kann die LG Soundbar ebenfalls.

Blu-Ray-Player, Spielkonsole oder eine Set-top-Box finden am HDMI-Eingang ihren Platz. Clever ist der bidirektionale HDMI-Ausgang mit ARC. Hier liefert der Audio Return Channel die Toninformation des TV an die Soundbar, so dass ein anderweitiger Anschluss der Soundbar frei bleibt.

Gerade beim TV-Ton sind Lautstärkesprünge zwischen Werbung und laufendem Programm schon immer ein Ärgernis. Hier hilft die automatisierte Lautstärkeanpassung. Zusätzlich verändert die Adaptive Klanganpassung (ASC) bei Bedarf und je nachdem, ob es sich um Nachrichten oder einen Film handelt, die intern programmierten Frequenzkurven für eine bessere Verständlichkeit.

Ein besonderes Feature, das wir sonst bei so manch‘ deutlich teureren Soundbar vermisst haben, ist die Dolby Digital und DTS Kompatibilität. Hier lässt die LG Soundbar nichts anbrennen und dekodiert nicht nur die beiden eingehenden Tonformate, sondern bietet mit DTS Virtual X auch eine Soundoption, die für raumfüllende Klänge sorgt. Hier nimmt sich ein digitaler Signal-Prozessor (DSP) des eingehenden Signals an und erzeugt mittels eigener Algorithmen und Parameter einen Raumeffekt. In Sachen weitere Soundeffekte gibt es zusätzliche Unterstützung im Bass-Bereich. Bass Blast erhöht den Anteil des Tieftons in der Wiedergabe, was speziell bei leisen Passagen Sinn ergibt, da unser Gehör den Bass in niedrigen Lautstärken weniger deutlich wahrnimmt.

Der Subwoofer der LG SK6F ist verhältnismäßig groß und trifft die ganz tiefen Töne trotzdem nicht immer.

Es gibt mehrere Wege die LG Soundbar zu bedienen. Direkt am Gerät finden sich an der rechten Seite Taster für manuelles Ein- und Ausschalten, Auswahl des Funktionsmodus, Lautstärke und WLAN-Verbindung. Die mitgelieferte Fernbedienung macht nicht nur einen wertigen Eindruck, sondern erlaubt auch den schnellen Zugriff auf sinnvolle Features. Darüber hinaus erlaubt die kostenlose iOS- und Android-App LG WiFi die Steuerung via Smartphone.

Das Schöne an der App-Steuerung ist die Übersicht. Hier lassen sich alle Funktionen selbsterklärend und schnell dem eigenen Gusto anpassen, ohne per Fernbedienung umständlich durch Menü und Untermenüpunkte navigieren zu müssen. So lassen sich per Fingertipp der pegelabsenkende Nachtmodus anwählen oder der Sleep-Timer aktivieren. Ebenso auch die Funktion, dass beim Ausschalten der Soundbar auch der TV gleichzeitig in den Stand-by-Modus geschickt wird.

Toll finden wir auch die zuschaltbare Dynamic Range Control, die bei Dolby-Digital-Signalen für eine Nivellierung der Laut-leise-Passagen auf einen gemeinsamen Nenner sorgt. Gleichzeitig erlaubt die App das Streaming direkt vom eigenen Musikserver, der auf dem NAS oder als anderer freigegebener Ordner im Netzwerk vorhanden sein kann.

Auch die Übertragung des musikalischen Inhalts eines iPhones per Chromecast ist kein Problem. Das Display der Soundbar zeigt dann LG-WiFi an, beim Anwählen über die App ist ein manuelles Umschalten nicht notwendig. Die Soundqualität ist besser als über Bluetooth. Auch die Wahl des eigenen Musik-Servers geht leicht von der Hand, Hi-Res-Tracks lassen sich ohne weiteres anwählen und wiedergeben. Die App zeichnet sich außerdem für Updates der Soundbar verantwortlich.

Durch das Metallgitter blitzt die Lautsprechermembran.

Bereits die Verpackung in welcher die LG SK6F Soundbar gut geschützt angeliefert kommt, macht mit ihren imposanten Maßen und dem aufwendigem Außendruck für ihren günstigen Preis von etwa 200 Euro ordentlich was her. Ihr Design ist geprägt von geschwungenen Rundungen an den Enden, scharfe Winkel und Kanten sucht man vergeblich. Das umlaufende fein gelochte, aus Aluminium bestehende Gitter, das gleichzeitig als Korpus dient, lässt die Soundbar elegant und wertig auftreten. Die Soundbar verfügt über ein anthrazit-grau schimmerndes Finish, das dem verarbeiteten Kunststoff einen leicht metallischen Touch verleiht. Verarbeitungsqualität wie auch die Materialanmutung sind trotz des günstigen Preises der LG SK6F auf hohem Niveau und geben keinerlei Anlass zur Kritik.

Mit ihren Maßen von 106 × 5,7 × 8,7 cm und einem Gewicht von 3 kg wirkt sie vergleichsweise zierlich und lässt sich durch die flache Bauform gut unterhalb der meisten Flachbild-TVs aufstellen.

Der drahtlose Subwoofer zeigt sich unaufgeregt, sprich im üblichen Rechteck-Design. Dank seiner kompakten Maße lässt er sich meinst in der Nähe der Couch aufstellen. Die im 5,8 GHz-Verbindung zwischen Soundbar und Subwoofer stellt eine störfreie und vor allem automatische Verbindung her. Das Gehäuse ist sauber foliert, lediglich der schwarz lackierte Abschluss auf der Rückseite gibt leichten Anlass zur Kritik. Einstellmöglichkeiten wie beispielsweise Phase/Lautstärke/Übergangsfrequenz bietet der Subwoofer nicht. Der rückseitige Bassreflex-Ausgang greift der Tieftonwiedergabe unter die Arme, ist bei wandnaher Aufstellung aber nicht unproblematisch, da es zu unschönen Dröhneffekten kommen kann.

Im Lieferumfang findet sich neben der Soundbar und dem Subwoofer auch ein optisches Kabel für den Anschluss an den Fernseher. In Sachen Fernbedienung liefert LG einen kleinen wie handlichen Funksender mit, bietet aber auch die Option an, die Soundbar über die meisten Fernbedienungen der TVs gleich mitzusteuern. Das ist clever wie praktisch zugleich. Die passenden Wandhalter sind ebenfalls im Lieferumfang vorhanden, für den Fall, dass die Soundbar direkt an die Wand montiert wird. Während der Subwoofer mit einem gewöhnlichen Eurostecker klarkommt, benötigt die Soundbar das ausgelagerte, aber mitgelieferte Netzteil.

Die LG SK6F ist ideal für Einsteiger, die dem TV-Ton zu neuem Glanz verhelfen wollen. Die Soundbar mit kabellosem Subwoofer ist im Grunde das Soundbar-System, das man sich vor einigen Jahren nur für deutlich mehr Geld ins Haus holen konnte: Es ist schick, versteht sehr viele High-Res-Formate wie Dolby und DTS, streamt aus dem Netzwerk, liefert einen ordentlichen Sound, lässt sich unkompliziert via App und Fernbedienung steuern und kennt sogar UKW. Zuschaltbares WLAN und Bluetooth runden das insgesamt gute Paket ab.

Umfassende Informationen rund um das Thema Soundbars haben wir hier zusammengefasst:
Kaufberatung: 2.1-Soundbars mit externem Sub ab 55 Euro

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige