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LG PF50KS: Full-HD-Beamer unter 600 Euro im Test

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Der kleine Beamer von LG soll Zuhause und unterwegs für großes Kino in bester Qualität sorgen – und das sogar kabellos. Unser Test zeigt, wie gut das dem Projektor gelingt.

Ob Smartphones, Monitore oder smarte Waschmaschinen: LG fühlt sich in allen Hightech-Sparten wohl. Aber gerade in der Unterhaltungselektronik setzt das südkoreanische Unternehmen immer wieder Duftmarken, speziell Projektoren haben es LG offenbar angetan: Sage und schreibe 28 verschiedene Beamer findet man auf der Webseite. Im Gegensatz zu anderen Herstellern liegt der Fokus bei den meisten dieser Projektoren vor allem auf Mobilität – wie auch beim PF50KS.

Das Design des kleinen Beamers erinnert ein wenig an einen Mac Mini von Apple. Mit jeweils 17 cm Tiefe wie Breite und knapp fünf Zentimetern Höhe passt er locker in eine Aktentasche, auch das geringe Gewicht von gerade einmal 910 g macht den Beamer zu einem echten Mitnahmeobjekt. Allerdings sollte man beim Transport sehr vorsichtig sein, da für die ein Stück aus dem Gerät herausragende Linse eine abnehmbare Schutzkappe fehlt.

LG PF50KS

Trotz der geringen Größe wurden alle Anschlüsse auf der Rückseite untergebracht – und davon gibt es eine Menge. Von den beiden HDMI-Eingängen beherrscht einer ARC, kann also Audio nicht nur empfangen, sondern auch senden. Darüber hinaus gibt es einmal USB-A und einmal USB-C, wobei letzterer Anschluss gleichzeitig zum Aufladen des Zuspielers dient. Außerdem lassen sich Kopfhörer oder AUX-Kabel per Klinke einstecken. Der PF50KS verfügt über ein LAN-Eingang, um das Gerät per Kabel mit dem Internet zu verbinden. Alternativ findet der Beamer auch per WLAN ins Netz. Die eingebauten Lautsprecher haben eine magere Ausgangsleistung von zweimal einem Watt. Dafür lassen sich externe Audio-Empfänger per Bluetooth verbinden.

Bis zu 30.000 Stunden soll das LED-Leuchtmittel des Beamers durchhalten. Würde der PF50KS jeden Tag acht Stunden laufen, ginge also erst nach zehn Jahren das Licht aus, ein kaum überprüfbarer Wert. Auf der Oberseite des Geräts befindet sich ein Powerbutton sowie Pfeiltasten für die Navigation, falls gerade die Fernbedienung nicht griffbereit ist. Außerdem sitzt hier der Regler für die Bildschärfe. Nicht sichtbar ist der eingebaute und nicht austauschbare Akku. Bis zu zweieinhalb Stunden lässt sich der Beamer kabellos betreiben.

LG PF50KS

Das praktische und schlichte Design erfüllt seinen Zweck: Der Beamer ist klein genug, um bequem transportiert zu werden und groß genug, um die Vielzahl an Anschlüssen unterzubringen. Der verwendete Kunststoff wirkt allerdings ein wenig billig: Es ist davon auszugehen, dass der Beamer beim Transport schnell Blessuren bekommt. Eine Schutzhülle gehört leider nicht zum spartanischen Lieferumfang. In der Verpackung liegen neben der Bedienungsanleitung lediglich die Fernbedienung und das externe Netzteil.

Einschalten und loslegen: So jedenfalls verspricht es LG beim PF50KS. Und in der Tat ist der Winzling in wenigen Sekunden betriebsbereit. Das Leuchtmittel ist schnell aufgewärmt, theoretisch könnte man sofort loslegen, ohne weitere Einstellungen per Menü vorzunehmen. Je nach Position des Beamers und dessen Abstand zur Wand muss die Bildschärfe direkt am Gerät mit dem Kunststoffhebel an der Oberseite nachjustiert werden.

LG PF50KS

Im Test steckte im ersten HDMI-Eingang ein Firestick von Amazon, der Strom dafür kam vom USB-Anschluss des Beamers. Mit dem Einschalten erschien in wenigen Augenblicken der Startbildschirm des Mediensticks. Doch für Streaming-Inhalte ist ein externes Gerät gar nicht nötig. LG hat dem Projektor das von dessen TV-Geräten bekannte Betriebssystem WebOS spendiert. Damit ist es zum Beispiel möglich, Medien-Apps zu installieren oder im Web zu surfen. Dafür muss der Beamer mit dem Internet verbunden werden. Dies kann per Kabel oder WLAN erfolgen – und klappt auch am Smartphone-Hotspot.

Filme, Bilder und Musik gibt der Projektor direkt per USB wieder. Zudem können auf diesem Wege Dokumente aus Microsoft Powerpoint, Excel und Word angezeigt und direkt am Beamer bearbeitet werden.

LG PF50KS

LG verspricht bei einer Bilddiagonale von 100 Zoll (circa 2,54 m) noch ein gutes Bild mit einer Full HD-Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten. In der Realität sieht das dann doch nicht ganz so brillant aus, wie es sich liest. Natürlich dürfen bei einem Beamer dieser Größe keine Wunder in Sachen Bildqualität erwartet werden. Im Test wurde der Beamer bis zu vier Metern von der Wand entfernt platziert, wodurch die gut dargestellte Bilddiagonale sogar maximal 130 Zoll betrug. Damit sind dann aber auch die optischen Grenzen des Winzlings erreicht: Je weiter der Beamer von der Wand platziert wird, des ausgewaschener wirkt die Bildqualität. Da hilft es dann auch nicht, die Farb- oder Kontrastwerte manuell zu justieren. Die optimale Höchstgrenze der Diagonale lag im Test bei etwa 80 bis 100 Zoll. In abgedunkelten Räumen genügen dann die 600 lm, um Filme und Spiele in guter HD-Qualität darzustellen.

Je nach Lichtverhältnissen und Sehgewohnheiten lassen sich verschiedene Szenarien aktivieren, die das Bild entsprechend optimieren. Darüber hinaus können Helligkeit oder Farbintensität manuell verändert werden. Leider ist es nicht möglich, die Bildposition per Menü zu verändern, sondern nur durch die Platzierung des Beamers. Immerhin verfügt das Gerät über eine automatische Trapezkorrektur: Selbst, wenn der Beamer leicht schräg zur Wand aufgestellt wird, erscheint das Bild im korrekten Seitenverhältnis. Auch eine Deckenmontage ist möglich, dafür kann das Bild kopfüber dargestellt werden.

Das Lüftergeräusch erreicht im Normalbetrieb bis zu 34 dBA, im Eco-Modus reduziert sich der unerwünschte Lärm auf bis zu 26 dBA. Auch wenn die Werte auf den ersten Blick nicht sonderlich groß erscheinen, nimmt man den Lärmpegel doch deutlich wahr.

Nach ein paar Tagen Dauereinsatz zeigt sich, dass der Winzling einen guten Job macht. Besonders dann, wenn man auch unterwegs öfter mal einen Projektor einsetzen will, hat mit ihm viel Freude. Dank fest eingebautem Akku, WLAN und Bluetooth kann er komplett kabellos eingesetzt werden. Das Bild ist ordentlich, das Lüftergeräusch dafür deutlich hörbar. Wer daheim keinen festen Platz für einen Beamer hat, weiß die geringen Abmessungen zu schätzen: So lässt sich der Kleine schnell in der Schublade verstauen. Unverständlich ist es allerdings, dass die Linse nicht durch eine Kappe geschützt ist, wenn der Beamer nicht genutzt wird.

LG hat mit dem PF50KS einen guten Beamer für all jene im Sortiment, die ab und zu und an verschiedenen Orten Filme und Spiele ganz groß in HD-Qualität abspielen wollen. Mit einem UVP von rund 600 Euro zählt der PF50KS sicher nicht zu den günstigsten Full HD-Beamern, vor allem die vielfältigen Funktionen und mobilen Einsatzmöglichkeiten rechtfertigen den Preis. Wird der Beamer häufig und immer nur an einem festen Platz eingesetzt, lohnt sich die Anschaffung kaum, da es hierfür günstigere und bessere Alternativen gibt.

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