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LG G7 Fit im Test: helles Display, dunkle Kamera

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Das Mittelklasse-Smartphone LG G7 Fit für 249 Euro hat ein 6,1 Zoll großes Display und ist staub- und wasserfest. Ob und für wen sich der Kauf lohnt, verrät der Testbericht.

Die Technik des LG G7 Fit sitzt in einem Glasgehäuse. Das ist ziemlich untypisch für ein Gerät dieser Preisklasse: Die Mehrheit der Smartphones zwischen 250 und 300 Euro sind in einem Metall- oder Kunststoffgehäuse verpackt. Das 160 g schwere und 7,9 mm dünne G7 Fit liegt gut und bequem in der Hand. Trotz des 6,1 Zoll (ca. 15 cm) großen Displays wirkt es nicht überdimensioniert. Dazu tragen die schmalen Ränder und das nahezu randlose Design ihren Teil bei.

Rückseite des LG G7 Fit
Rückseite des LG G7 Fit

Das Glasgehäuse des LG G7 Fit hat zwei große Nachteile: Schon direkt nach dem Auspacken ist es mit Fingerabdrücken und Schmutz vollgeschmiert. Und auf leicht gewölbten Oberflächen rutscht es stark, sogar auf einer Couch. Immerhin, das G7 Fit ist staub- und wasserdicht gemäß IP68. Das Telefon kurz unter den Wasserhahn halten und schon die sind fettigen Fingerabdrücke weg – nur für wie lange?

Sollte sich das Telefon tatsächlich einmal selbstständig machen und schleichend von der Couch auf den Boden fallen – was während des Tests mehrfach passiert ist –, soll dies nicht gleich das Ende bedeuten. Das LG G7 Fit ist stoßfest nach dem Militärstandard MIL-STD-810. Trotzdem bleibt bei jedem Sturz ein mulmiges Gefühl, immerhin ist der Korpus hauptsächlich aus Glas gefertigt.

Das G7 Fit hat auf der linken Seite zwei Tasten zur Steuerung der Lautstärke, rechts hat der Hersteller die An-/Aus-Taste platziert. Auf der Rückseite sitzt der Fingerabdrucksensor unter der Kamera. Dieser funktioniert schnell und zuverlässig.

Einkerbung im Display des LG G7 Fit
Einkerbung im Display des LG G7 Fit
7,9 mm und 160 g schwer ist das LG G7 Fit
7,9 mm und 160 g schwer ist das LG G7 Fit

Im G7 Fit hat LG den Snapdragon 821 verbaut. Der 8-Kern-Prozessor von Qualcomm hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel und wurde seinerzeit für Top-Smartphones verwendet, wie beispielsweise Anfang 2017 im HTC U Ultra (Testbericht). Die Taktfrequenz des Prozessors liegt zwischen 614 und 2342 MHz. Der CPU stehen 4 RAM zur Seite. Somit bietet das LG-Smartphone 1 GByte mehr Arbeitsspeicher als das preislich vergleichbare Huawei P Smart 2019 (Testbericht).

Die Kombination aus besserem Prozessor und mehr RAM liefern einen Leistungsvorsprung von etwa 9 Prozent. Das ist nicht signifikant viel, einen merklichen Unterschied stellen wir in der Praxis nicht fest. Die Bedienung des LG G7 Fit klappt schnell und flüssig, Ruckler oder Verzögerungen bei Animationen oder App-Starts sind nicht vorhanden. Einfache 2D- sowie 3D-Spiele und rechenintensive Anwendungen lassen sich ohne Probleme auf dem Telefon wiedergeben. Allerdings reicht die Leistung nicht für Virtual Reality aus, wie der Test mit dem Benchmark-Tool Vrmark zeigt. Hier kommt das Gerät auf unterdurchschnittliche 28 Bilder pro Sekunde.

Im direkten Vergleich mit anderen Geräten mit einem Preispunkt von bis zu 250 Euro steht das LG G7 Fit ziemlich gut da. Beim Preis-Leistungs-Quotient, der die gemessene Benchmark-Punkte pro Euro angibt, schlägt das Xiaomi Mi A2 (Testbericht) das LG G7 Fit um weniger als 150 Punkte.

Produkt Test Antutu Benchmark VRMark Energie
Hersteller Smartphone Geräteklasse Testdatum Preis in Euro OS SOC CPU GPU UX MEM Score Preis-Leistungs-Quotient in Punkte pro Euro Echtzeit-Temperatur in Grad Celsius Bildrate in FPS Gesamtscore Akkukapazität in Milliamperestunden 30-Min-Quantil in Prozent Ladedauer in Stunden SOT in Stunden
Gigaset Communications GS185 Einsteigerklasse Juli 2018 179 € Android 8.1 Oreo Qualcomm Snapdragon 425 22.681 1.683 15.891 4.075 44.330 248 33,7 °C 1 fps 211 4.000 mAh 2:31:00 12:23:00
HMD Global Nokia 5.1 Einsteigerklasse November 2018 149 € Android One Mediatek Helio P18 37.521 8.217 19.241 7.588 72.567 487 28,2 °C 5 fps 437 2.970 mAh 45% 1:57:00 10:41:00
HMD Global Nokia 5.1 Plus Einsteigerklasse Dezember 2018 229 € Android One Mediatek Helio P60 56.983 22.759 32.588 7.311 119.641 522 29,0 °C 12 fps 1.033 3.060 mAh 43% 1:49:00
HUAWEI Device P Smart (2019) Mittelklasse Januar 2019 249 € Android 9 Pie Hisilicon Kirin 710 54.235 26.314 32.988 9.410 122.947 494 28,0 °C 13 fps 1.051 3.400 mAh 32% 1:39:00 8:12:00
LG Electronics G7 Fit Mittelklasse Februar 2019 249 € Android 8.1 Oreo Qualcomm Snapdragon 821 34.270 58.127 35.876 5.103 133.376 536 29,1 °C 28 fps 2.295 3.000 mAh 44% 1:57:00 7:13:00
Xiaomi Mi A2 Mittelklasse November 2018 199 € Android One Qualcomm Snapdragon 660 58.010 29.675 37.878 5.227 132.867 668 26,0 °C 12 fps 996 3.010 mAh 37% 1:41:00 6:21:00
16 Megapixel Kamera mit f/2,2
16 Megapixel Kamera mit f/2,2
6,1 Zoll Display
6,1 Zoll Display

Der interne Speicher des LG G7 Fit ist 32 GByte groß. Dem Nutzer stehen davon etwa 13 GByte für seine Daten zur Verfügung, der Rest geht für das Betriebssystem und die Software drauf. Unterm Strich entspricht das einem Anteil von 41 Prozent, das ist schlechter als der Durchschnitt in der Mittelklasse (aktuell 17 Geräte im Test). Beim Lesen von Daten des integrierten Speichers kommt das G7 Fit auf gute 370 MByte pro Sekunde, beim Schreiben sind es ebenfalls unterdurchschnittliche 80,86 MByte pro Sekunde.

Wer sich das LG G7 Fit zulegt, sollte den Speicher erweitern. Hierfür bietet das Gerät einen Hybrid-Slot für Dual-SIM über eine zweite Nano-SIM-Karte oder für Speicherweiterung per Micro-SD-Karte. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche Micro-SD-Karte für Android?

6,1 Zoll Display

Die Gesprächsqualität, der Empfang und der Klang beim Telefonieren waren beim LG G7 Fit einwandfrei. Hervorzuheben ist klangvolle und volumenreiche Lautsprecher des Smartphones. Wer Musikvideos oder Filme auf dem Telefon schauen möchte, wird das LG G7 Fit mögen.

Der Bildschirm zählt zu den Highlights des LG G7 Fit. Nicht weil er 6,1 Zoll in der Diagonalen misst oder eine Einkerbung (Notch) in der oberen Mitte besitzt, sondern weil die Auflösung mit Quad-High-Definition (3120 × 1440 px) ungewöhnlich hoch ist. Dazu kommt noch die Helligkeit von 1000 cd/m2. Diese sehr guten Parameter sind einzigartig im Preissegment bis 250 Euro. Das IPS-LCD stellt insgesamt 4,49 Millionen Bildpunkte bei einer extrem hohen Bildschärfe von 563 ppi dar. Der Durchschnitt der restlichen Geräte liegt bei 402 ppi, der ebenfalls mehr als ausreichend ist. Wer keine derart hohe Auflösung benötigt und lieber etwas mehr Akkulaufzeit haben möchte, der stellt in den Einstellungen die Werte runter. Hier findet man auch andere Punkte, wie die Funktion des Always-on-Displays oder einen Nachtmodus, bei dem das Display seinen Gelbanteil reduziert.

Gegenüber dem Display wirkt die Kamera des G7 Fit fast schon langweilig. Statt einer Dualkamera setzt LG auf eine einzige Kamera mit einer Auflösung von 16 Megapixeln. Hinzu kommt noch eine Blende von f/2,2 – ziemlich dunkel für Situationen mit wenig Licht. Sogar das Motorola Moto G6 von Lenovo (Testbericht) aus dem Jahr 2018 schießt Fotos mit einer Blende von f/1,8 und liefert natürliche, helle Ergebnisse. Es ist unverständlich, warum LG sein G7 Fit für Schwachlichtsituationen nicht vernünftig ausrüstet. Dabei macht die Kamera tagsüber gute und scharfe Bilder mit viel Details und natürlichen Farben. Die Kamera auf der vorderen Seite schießt Fotos in 8 Megapixel und ist mit einer Blende von f/1,9 lichtstärker.

Das LG G7 Fit kommt ab Werk mit Android 8.1 Oreo aus. Darüber legt der Hersteller seine eigene Oberfläche, die sich über die Jahre hinweg nur wenig bis kaum verändert hat. Es sind nach wie vor die gleichen App-Symbole und die gleichen nervigen LG-Klingeltöne, die standardmäßig bei jedem Ereignis läuten. Selbstverständlich lassen diese sich auch ausschalten, sie zeigen aber, wie gering LGs Anstrengungen hinsichtlich Benutzeroberfläche (UI) und Benutzerführung (UX) sind.

Bis auf die App Mcafee Safe Family sind auf dem System keine Werbe-Apps vorinstalliert, wie man’s von Huawei, Honor oder Samsung kennt. Die App lässt sich aber entfernen, wenn man sie nicht mehr haben möchte.

Der monatlich erscheinende Sicherheits-Patch auf dem LG G7 Fit ist vom 1. Oktober 2018 – seither hat sich LG um nichts gekümmert, während Google bereits am Update für Februar arbeitet. Das sind schon einige Patch-Versionen.

Lieferumfang des LG G7 Fit
Lieferumfang des LG G7 Fit

Im Lieferumfang des LG G7 Fit sind Smartphone, Ladekabel mit USB-C, Schnellladegerät und ziemlich gut klingende und hochwertig aussehende Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinkenstecker enthalten. Das Laden nimmt eine Stunde und 57 Minuten in Anspruch. Nach einer Ladezeit von 30 Minuten erreichte der Akku einen Stand von 44 Prozent. Der Akku hält bei gewöhnlicher Nutzung fast einen Tag. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das LG-Smartphone nicht besonders gut abgeschnitten: 7 Stunden und 13 Minuten. Das ist jedoch zurückzuführen auf die extrem hohe Display-Auflösung.

Für einen Preis von rund 250 Euro bringt das LG G7 Fit Funktionen und Eigenschaften mit sich, die in der Regel nur in der Oberklasse zu finden sind. Hierzu zählen das helle sowie hochauflösende Display und das stoßfeste, staub- und wasserdichte Gehäuse. Auch die Leistung des Systems ist mehr als zufriedenstellend. Weniger schön sind die mittelmäßige Kamera und das vernachlässigte Betriebssystem. Außerdem sind die Fingerabdrücke am Gehäuse auf Dauer störend, dies lässt sich jedoch mit einer Schutzhülle umgehen.

Wer viel Wert auf Multimedia legt, sprich Videos sehen und Musik hören, für denjenigen ist das LG G7 Fit ein guter Kandidat. Wem die Kamera und Software wichtiger sind, der findet im Mi A2 von Xiaomi eine bessere und teils günstigere Alternative.

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