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Kenwood DMX7017DABS im Test: Android Auto & Apple Carplay

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Das 2-DIN-Autoradio Kenwood DMX7017DABS bringt Android Auto, Apple Carplay, DAB+ und Bluetooth in ältere Autos. Wir haben es getestet.

Mittlerweile tummeln sich etliche 2-DIN-Autoradios mit Android Auto, Apple Carplay, Bluetooth und Co. auf dem Markt. Mit ihnen lassen sich mit überschaubarem finanziellen und zeitlichen Aufwand echte Entertainment-Alleskönner in Autos mit 2-DIN-Autoradioschacht nachrüsten. Die Geräte spielen dann nicht nur Musik über Bluetooth, DAB+ und UKW ab, mit angeschlossenem Smartphone unterstützen sie auch Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon Musik, Deezer und mehr. Außerdem lesen sie eingehende Nachrichten vor und bieten die Option, sie per Spracherkennung zu beantworten. Eine ihrer meistgenutzten Optionen ist jedoch die Navigation, die über Apple und Google ähnlich komfortabel zum Ziel führt wie über teure Einbaulösungen der Automobilhersteller.

Wir testen die drei preislich und technisch vergleichbare Moniceiver Sony XAV-AX3005 (Testbericht), JVC KW-M745DBT (Testbericht) sowie Kenwood DMX7017DABS im Alltag und stellen sie anschließend in einem Vergleichstest gegenüber.

Je nach Automarke gestaltet sich der Wechsel eines Autoradios unterschiedlich schwer. Allerdings sollte es mit elektrotechnischen Grundkenntnissen für die meisten eine lösbare Aufgabe sein. In unserem Fall fand das Kenwood DMX7017DABS während des Tests in einem 2008er Toyota Auris seine zwischenzeitliche Heimat. Der Einbau in ein japanisches Auto funktioniert etwas anders als bei einem Europäer, das DMX7017DABS ist zu beiden kompatibel. Ein paar Schräubchen und Steckverbindungen später sitzt das Autoradio fest im Schacht. Dabei liefert Kenwood alle wichtigen Komponenten wie ein externes Mikrofon, ein USB-Verlängerungskabel für den Anschluss des Smartphones und sogar eine GPS-Antenne mit; eine DAB-Antenne fehlt jedoch. Optional kann die Dashcam DRV-N520 und die Rückfahrkamera CMOS-230 angeschlossen werden.

Die Originalblende passt in diesem Fall nicht. Allerdings kann für wenige Euro eine nachgekauft werden.

Wer wenig Platz im Schacht hat, könnte jedoch Probleme bekommen. Es mit 153 mm nicht übermäßig tief, allerdings zieht sich das 2-DIN-Format von 182 × 112 mm von Display bis Rückseite durch. Beim Sony XAV-AX3005 (Testbericht) ist das besser gelöst. Dort hat quasi nur das Display die 2-DIN-Größe, die gesamte Technik quetscht Sony dahinter in ein nur halb so großes 1-DIN-Gehäuse. So bleibt beim Sony viel mehr Platz für Kabel und Co.

Kenwood legt seinem Moniceiver eine Blende bei. Die passt bei uns zwar, allerdings muss dafür die Originalblende weichen, wodurch ein unschöner, sehr breiter Spalt entsteht. Die Passgenauigkeit variert stark von Automarke zu Automarke. Jedem, bei dem es wie bei uns nicht auf Anhieb passt, empfehlen wir einen Blick auf Händlerseiten wie Ebay und Amazon. Dort gibt es für so ziemlich jeden Autotyp eine passende Blende. Wer einen 3D-Drucker (Vergleichstest) hat, kann auch bei Seiten wie Thingiverse fündig werde.

Das große 7-Zoll-Display löst magere 800 × 480 Pixel auf. In Zeiten, in denen selbst Smartphones im Einstiegssegment mit höheren Auflösungen kommen, stößt die geringe Pixeldichte des Kenwood negativ auf. Tatsächlich wirken Schriften, Bilder und so weiter auf dem Autoradio immer leicht unscharf.

Genauso wie beim Sony XAV-AX3005 kommt auch hier kein kapazitiver, sondern ein resistiver Touchscreen zum Einsatz. Allerdings reagiert er beim Kenwood gefühlt etwas zuverlässiger und mit weniger starkem Druck als beim Sony. Die Helligkeit ist mit 340 cd/m² deutlich höher als beim Sony XAV-AX3005 mit 280 cd/m², wodurch es auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar ist.

Umfangreiche technische Daten finden sich hier.

Die Tasten erstrahlen in vielen verschiedenen Farben.

An der unteren Seite der Front sind sieben Taster angebracht. Unter anderem lässt sich hier die Lautstärke regulieren, ein anderer Taster führt ins Hauptmenü, wieder ein anderer direkt in die Optionen. Wir hätten uns für die Lautstärke einen Drehregler gewünscht, der ließe sich auch während der Fahrt blind erfühlen. Richtig negativ stößt uns auf, dass es hier im Gegensatz zum Sony XAV-AX3005 keine eigenen Taster zum Song-Skip oder dem Wechsel des Radiosenders gibt. Dafür muss stets der Touchscreen berührt werden.

In den Optionen stellt Kenwood viele verschiedene Beleuchtungsfarben für die Tasten bereit. Das ist schön, so kann man sie der Farbe der Armaturen anpassen.

Wie oben erwähnt, liegt dem DMX7017DABS keine DAB-Antenne bei. Wer also nicht ohnehin bereits eine im Auto hat, muss sich eine externe kaufen. Wir verwendeten eine zum Aufkleben an die Fronscheibe. Um einen schlechteren DAB-Empfang zu simulieren, nutzten wir sie mit nur einem statt sonst zwei Flügeln. Das zuvor getestete Sony XAV-AX3005 hatte damit nur selten Empfangsprobleme, das Kenwood DMX7017DABS dagegen häufig. Auch bei einer intakten DAB-Antenne sollte das Kenwood in empfangsarmen Gebieten schneller Probleme bekommen als das Sony.

Sollte der DAB+-Empfang ausbleiben, sucht das DMX7017DABS automatisch den passenden UKW-Sender und wechselt zu ihm. Den Wechsel hat Kenwood gut gelöst, er läuft kaum hörbar ab.

Android Auto beziehungsweise Apple Carplay ist wohl eines der wichtigsten Argumente für den Kenwood-Moniceiver. Tatsächlich funktionieren beide Lösungen sehr gut und ausfallsfrei. Das liegt auch an der obligatorischen Kabelverbindung. Der Vorteil der Kabelverbindung: Das Smartphone wird geladen. Wir empfehlen dafür eine Smartphone-Halterung. Im Vergleichstest KFZ-Smartphone-Halterungen fürs Lüftungsgitter haben wir uns fünf verschiedene Lösungen angeschaut.

Android Auto auf dem Kenwood DMX7017DABS.

In beiden Fällen dient das Autoradio lediglich als Ausgabegerät, die Hauptaufgabe übernimmt das Smartphone. Bei der Navigation gibt es eine Besonderheit. So greift das Smartphone für die Standortbestimmung nicht auf die interne GPS-Antenne, sondern auf die externe des DMX7017DABS zu. Das hat den Vorteil, dass das Smartphone auch im Handschuhfach verstaut werden kann, ohne das der GPS-Empfang negativ beeinflusst wird.

Das Kenwood reagiert mit angeschlossenem Smartphone nach den Initialisierungswörtern Hey Siri und Okay Google auf Sprachbefehle. Alternativ führt ein Taster direkt zur Spracherkennung.

Mit dem kabelgebunden Anschließen des Smartphones verbindet es sich für das Freisprechen auch automatisch über Bluetooth. Das mitgelieferte Mikrofon verrichtet auf den Fahrer gerichtet einen guten Dienst. Die Sprachqualität ist sowohl beim Fahrer als auch bei der Gegenseite gut. Das Kenwood kennt auch Spotify Connect. So lässt sich auch nur über Bluetooth und komplett ohne Kabelverbindung komfortabel Musik hören. Wir hatten während des Tests keine Probleme mit der Bluetooth-Verbindung. Schön finden wir, dass sich gleich zwei mobile Geräte parallel über Bluetooth verbinden lassen.

Das Kenwood DMX7017DABS braucht zwölf Sekunden zum Hochfahren. Danach erscheint für zehn Sekunden ein Warnhinweis, der manuell übersprungen werden kann. Sein Menü ist recht bunt und nicht gleich immer selbsterklärend. Dafür gibt es einfach zu viele Optionen. Allein die Klangeinstellungen sind unfassbar umfangreich und werden viele überfordern. Andere wiederum werden sich freuen, dass sie den Klang derart individuell anpassen können. Von der Größe und Position der Lautsprecher, über quell-bezogene Lautstärkebegrenzung, Bass Boost, Loudness, Stage EQ und Realizer bis zu einem virtuellen Space Enhancer können sich Audio-Enthusiasten ausprobieren und austoben. Dabei ist der Klang mit einer maximalen Ausgangsleistung von 4x 50W auch in den Werkseinstellungen bereits gut und deutlich besser als das serienmäßig im Toyota Auris 2008 verbaute Radio.

Kenwood DMX7017DABS

Kenwood DMX7017DABS

Kenwood DRV-N520

Dashcam Kenwood DRV-N520

Pioneer CA-AN-DAB.001 DAB-Antenne

DAB-Antenne

Kenwood CMOS-230

Rückfahrkamera Kenwood CMOS-230

Kenwood KNA-RCDV331 IR-Fernbedienung

Fernbedienung Kenwood KNA-RCDV331

Das Kenwood DMX7017DABS strotzt nur so vor Funktionen. Es bietet nicht nur Android Auto, Apple Carplay und Bluetooth, sondern hat zusätzlich Spotify Connect, eine eigene GPS-Antenne und einen Anschluss für die Dashcam DRV-N520 sowie die Rückfahrkamera CMOS-230. Die sehr umfangreichen Menüs mit ihren unzähligen Anpassungsmöglichkeiten werden einige zu schätzen wissen, andere könnten sich davon abgeschreckt fühlen. Die Klangqualität ist bereits in den Werkseinstellungen gut. Das Display löst wie in der Preisklasse üblich zu gering auf, aber zumindest ist es ausreichend hell. Die Taster am unteren Rand lassen sich farblich individuell beleuchten, jedoch vermissten wir dort zwei Tasten für den Song- oder Radiosenderwechsel. Diesen Punkt löst das Sony XAV-AX3005 (Testbericht) besser.

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