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JBL Reflect Flow im Test: Sportkopfhörer mit festem Sitz

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JBL will vor allem Sportler mit seinen Reflect Flow ansprechen. Es locken guter Sitz, IPX7, lange Akkulaufzeit und guter Klang. TechStage testet die True-Wireless-Kopfhörer.

JBL liefert mit den True-Wireless-Kopfhörern Reflect Flow wahrscheinlich die Kopfhörer mit dem besten Sitz. Einmal ins Ohr gedreht sitzen die Kopfhörer bombenfest. Dazu kommen eine selbst für Sportkopfhörer viel zu seltene IPX7-Zertifizierung und lange Akkulaufzeit. Wir testen, wie gut sich die Kopfhörer für Sportler schlagen.

Der Test ist Teil unserer Themenwelten Sportkopfhörer und True-Wireless-Kopfhörer. Dort zeigen wir etwa günstige True-Wireless-Kopfhörer oder vergleichen acht True-Wireless-Geräte.

Die Reflect Flow sind massive Kopfhörer. Pro Stück wiegen sie 8,3 g, damit liegen sie gut in der Hand, sind aber noch nicht unangenehm schwer. Einmal ins Ohr gesetzt, steht der runde Kopfhörer leicht heraus, ohne allerdings wie ein massiver Fremdkörper zu wirken.

Ebenfalls groß ist die Ladeschale. Mit 8 × 3 × 3,5 cm ist sie fast zu groß für die Hosentasche. Auf der Rückseite ist ein Micro-USB-Anschluss implementiert. USB-C wäre zwar aktueller, aber da man die Buchse nur selten nutzen muss, kann man damit leben.

Die Kopfhörer in ihrer Ladeschale.

Das Setup ist einfach. Die Kopfhörer verbanden sich im Test automatisch, wenn sie in der Ladeschale liegen. Sie schalten zudem in einen Kopplungsmodus, wenn man sie herausnimmt. So ist es einfach, sie mit einem neuen Handy zu verbinden.

Was die Kopfhörer für Sportler so interessant macht, ist ihre IPX7-Zertifizierung. Damit sind die Geräte theoretisch auch für Sport im oder am Wasser (etwa Schwimmen oder Stand-Up-Paddling) geeignet, denn sie dürfen bis zu 30 Minuten oder bis zu einem Meter tief ins Wasser tauchen. Die Schutzklasse ist deutlich besser als von vielen anderen Geräten, die gegen Strahl- oder Spritzwasser geschützt sind und damit nur mit in die Dusche dürfen. Sinnvoll ist die hohe IP-Einstufung in jedem Fall, denn so kann man die Reflect Flow nach dem Sport einfach Abwaschen.

Ein Manko hat die recht große Ladebox: Trägt man sie länger in der Tasche, so kommt es zu unschönen „Abwetzeffekten”: Die Box sieht dann einfach abgenutzt aus. Das ist auf unseren Fotos gut zu sehen. Die Funktion beeinträchtigt das nicht. Schade ist allerdings, dass die Geräte keine Multipoint-Unterstützung bieten, also nicht mehrere Zuspieler gleichzeitig verbunden sein können.

Wie die meisten Kopfhörer setzen die Reflect Flow auf eine Kombination aus Silikon-Stöpsel und kleine Flügel, die in die Ohrmuschel gedreht werden. Das funktioniert in der Praxis sehr gut. Die Reflect Flow sitzen nicht nur stabil im Gehörgang, sie schotten den Sportler auch fast komplett ab. Das ist so gut, dass die Geräte den Aufdruck „Passive Geräuschunterdrückung” wirklich verdient haben. Der Sitz erinnert mehr an Ohropax denn an klassische Kopfhörer. Das mag für den Alltag weniger angenehm sein, beim Sport ist der feste Sitz aber fantastisch.

Die Bedienung der Kopfhörer erfolgt über die beiden seitlichen Tasten. Dabei sind diese mehrfach belegt. Beim linken Kopfhörer schaltet ein einfacher Druck das integrierte Mikrofon in zwei Stufen zu oder blockiert es. So bekommt man trotz des sehr festen Sitzes mit, was in der Umgebung geschieht. Im Test nutzten wir die leichtere Stufe etwa, wenn wir im Stadtverkehr unterwegs waren. Ein doppelter Druck auf den linken Kopfhörer springt zum nächsten Song. Der rechte Kopfhörer pausiert die Wiedergabe mit einem Druck, ein doppelter Druck aktiviert digitale Assistenten wie Siri. Bei einem eingehenden Anruf nimmt ein Druck auf den rechten Kopfhörer an. Leider pausieren die Geräte nicht automatisch, wenn man sie aus dem Ohr nimm, eine Trageerkennung gibt es also nicht.

Die JBL Reflect Flow.

Wenn wir von Druck reden, dann meinen wir das auch. Die Kopfhörer haben keine Touch-Oberfläche, sondern ehrliche Taster. Hier muss man schon gezielt drücken. Das hat aber den großen Vorteil, dass man einen Funktion nicht versehentlich aktiviert.

Was uns allerdings fehlt, ist die Lautstärkensteuerung. Diese kann man nur übers Smartphone oder andere Wiedergabegeräte erledigen. Zudem gibt es keine App, mit der man etwa die Funktionen anders zuweisen könnten.

Die Reflect Flow sind Kopfhörer für den Sport und das bedeutet: Bass. Im Test gefiel es uns gut, egal ob beim Laufen oder beim Bouldern - die passende Playliste heizt hier ordentlich ein. JBL schafft es aber anders als etwas Beats, die Mitten, Höhen und Stimmen nicht absaufen zu lassen. Im Test gefiel nicht nur die Musik, sondern gerade auch die Wiedergabe von Podcasts und Hörbüchern. Gerade weil die Kopfhörer so gut gegen die Umwelt abkapseln, kann man damit auch bei lauterer Umgebung in Ruhe Reportagen oder Bücher anhören, ohne dass man die Lautstärke zu stark aufdrehen muss.

Bei Telefonaten gab es ebenfalls keine Probleme, auch hier hört man den Gegenüber sehr gut, während die eigene Stimme gleichzeitig sauber übertragen wird.

Man könnte die fehlende AptX-Zertifizierung bemängeln, allerdings ist die Latenz der Kopfhörer so gering, dass man sie auch für Filme und ähnliches gut verwenden kann.

JBL Reflect Flow: True Wireless Kopfhörer für Sportler (7 Bilder)

Die JBL Reflect Flow sind vergleichsweise groß, sitzen aber sehr sicher im Ohr.

Kurz: JBL hat offenbar einen Monster-Akku in die Kopfhörer gebaut. Denn in unserem Dauertest hielten die Kopfhörer bei voller Lautstärke zwischen acht und neun Stunden durch, das grenzt an einen Rekord. JBL selbst gibt 10 Stunden an, das ist bei geringerer Lautstärke auch realistisch erreichbar. Die Ladebuchse lädt die Kopfhörer bis zu dreimal auf, so dass man insgesamt zwischen 25 und 30 Stunden Sound haben sollte. Allerdings kam es bei uns im Test teilweise vor, dass die Kontakte wohl nicht sauber schlossen, so dass die Kopfhörer nicht immer perfekt laden. Um das zu verhindern, sollte man sie beim Einräumen kurz mit dem Daumen wackeln, bis die roten Ladelichter angehen. Dann sind die Kopfhörer in etwa 90 bis 120 Minuten wieder voll.

Die JBL Reflect Flow sind sehr gute Kopfhörer für Sportler. Sie isolieren den Nutzer sehr gut von der Umgebung, ideal für alle, die in Ruhe joggen oder die Trainings mit eigener Musik durchziehen wollen. Dazu kommt der sehr gute IPX7-Schutz und ein überraschend volles, aber ausgeglichenes Klangbild. Es könnte aber sein, dass die Kopfhörer für den Alltag zu sehr isolieren. Das lässt sich über die externen Mikrofone teilweise regeln. Zudem ist der Sitz je nach persönlichem Geschmack für den Alltag zu fest.

Wer bequemere Kopfhörer für den Alltag sucht, dem empfehlen wir einen Blick in unsere Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer und Geräte wie der Sennheiser CX 400BT (Testbericht) oder der E8 von B&O (Testbericht).

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