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Intel NUC Hades Canyon im Test: Klein und VR-tauglich

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Der NUC8i7HVK von Intel ist, trotz sehr kompakter Abmessungen, ein vollwertiger PC samt AMD-Grafikkarte. Wir testen den VR-Mini-PC.

Intels Hades Canyon NUC lockt mit sehr guten Werten. Im NUC8i7HVK steckt nicht nur eine High-End-CPU, sondern auch eine speziell zugeschnittene Grafikkarte auf Basis der Radeon RX Vega. Das verspricht nicht nur genügend Leistung für alltägliche Aufgaben, sondern ist auch zu VR-Headsets kompatibel.

Der Hades Canyon ist Teil unserer Themenwelt zu Mini-PCs. Es sind bereits folgende Artikel erschienen:

Wie beim bereits getesteten Intel 8I7BEH handelt es sich um ein Kit. Sprich: Es fehlen Arbeits- und Massenspeicher. Beides kann man sehr einfach nachrüsten, man muss es aber in die Kosten einkalkulieren. Der Deckel des NUC lässt sich abnehmen, der passende Sechskantschlüssel für die Schrauben liegt bei. Zusätzlich muss eine weitere Schraube mit Kreuzschlitz entfernt werden, um die Deckplatte mit dem LED-Totenkopf zu entfernen. Darunter sind zwei Slots für SO-DIMM-Arbeitsspeicher sowie zwei NVME-Anschlüsse. Es lassen sich 80 mm und 42 mm lange Speicherriegel verwenden.

Allein von den Werten hat der Intel NUC NUC8i7HVK Hades Canyon ordentlich was auf dem Kasten. Neben einem Core i7 mit 3100 MHz ist ein Radeon RX Vega M GH verbaut. Diese wurde speziell für die Kirby-Lake-Chipsätze von Intel entwickelt und erschien im Januar 2018. Die Idee dahinter ist einfach: Auch kleine Formfaktoren sollen ordentlich Grafikpower bekommen, ohne dass Intel eine High-End-GPU entwickeln muss.

Neben der Grafikleistung gefallen uns die Anschlüsse richtig gut. Intels Designer haben offensichtlich viel Hirnschmalz in die Anzahl und die Positionierung der Steckplätze fließen lassen.

Auf der Rückseite gibt es 4 X USB 3.0, 1 x HDMI, 2 x Mini-Display-Port, 2 x Gigabit-LAN sowie zweimal USB-C mit Thunderbolt und ein Audioanschluss. An der Front gibt es neben dem Kartenleser 1 x USB 2.0. 1 x USB 3.0, 1 x HDMI, USB-C und einen kombinierten Stecker für Kopfhörer und Mikrofon.

Die zahlreichen Anschlüsse an der Front lohnen sich besonders beim Einsatz mit einem VR-Headset. Das Headset muss so nicht irgendwo hinten eingesteckt werden, sondern kann einfach am HDMI- und USB-Port vorne eingestöpselt sein. Bei einem System auf Basis von Windows Mixed Reality, etwa dem Lenovo Explorer (Testbericht) braucht man sogar nur die vorderen Steckplätze, zusätzliche Sensoren sind hier nicht notwendig.

Die Rückseite bringt enorm viele, einfach zu erreichende Anschlüsse mit. Darunter sind zwei Gigabit-LAN-Buchsen. zweimal USB-C mit Thunderbolt und zwei Mini-Displayports.

Eine interessante Wahl sind die beiden Gigabit-LAN-Ports. Damit lässt sich der NUC nicht nur als Firewall nutzen, die beiden Anschlüsse lassen sich auch gemeinsam in einer Gruppe nutzen, sofern der passende Treiber von Intel installiert ist. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Netzwerk darauf ausgelegt ist und beispielsweise große Daten zwischen dem NUC und einem entsprechend schnellen NAS transportiert werden.

Insgesamt liefert der NUC für seine Größe sehr ordentliche Ergebnisse. Im PC Mark Extended, unserem Benchmark für klassische Büroszenarien erreicht er insgesamt 5770 Punkte. Das ist weit mehr als der Minix Neo N42C-4 (Testbericht) mit 975 Punkten oder Intel NUC 8I7BEH (Testbericht) mit 3331 Punkten.

Die Gaming-Benchmarks sind für eine integrierte Grafikkarte ebenfalls ansehnlich:

  • Timespy: 3066 Punkte
  • Timespy Extreme: 1346 Punkte
  • VR Mark Orange: 5126 Punkte (Für Rift/Vive empfohlen 5000)
  • VR Mark Cyan: 3022 Punkte (Empfohlen 3088)
  • VR Mark Blue 757 Punkte (Empfohlen 1082)
Bei der Installation vom Oculus Rift muss der Grafiktreiber aktualisiert werden.

Die Leistung ist für Full-HD- oder 1440p-Spiele durchaus ausreichend. Bei 4K (das vom Timespy Extreme getestet wird), geht die Leistung deutlich nach unten. Insgesamt bleibt das System aber hinter unserem VR-Bauvorschlag mit einer klassischen Radeon RX 580.

Der Lüfter arbeitet beim Benchmark zwar hörbar, aber nicht störend.

Beim Thema VR gibt es zumindest mit dem Oculus Rift (Testbericht) anfänglich ein Problem. Mit dem Update auf die Radeon Software 18.12.2, erhältlich von der Intel-Seite, war dieser Fehler dann aber behoben. Das Setup der Rift lief anschließend einwandfrei. Beim Spielen einer schnellen Runde Robo Recall fielen uns weder Artefakte noch merkliche Slowdowns auf. Der NUC ist also definitiv für die aktuelle Spiele- und Headset-Generation brauchbar.

Wer viele Games zocken möchte, der sollte in eine zweite NVMe (Übersicht) oder eine schnelle, externe Festplatte investieren, auf der die Spieledaten gespeichert sind.

Der NUC zieht etwa 1,4 Watt aus dem Netzteil, wenn er nur angesteckt ist. Im normalen Betrieb geht der Strombedarf auf um die 37 Watt hoch. Unter Last im Stresstest mit dem Timespy-Benchmark zieht der Intel NUC bis zu 155 Watt. Das ist deutlich mehr als beim Minix Neo N42C-4 oder beim Core i5 NUC, hier macht sich die Grafikkarte deutlich bemerkbar.

Die Hades-Canyon-NUCs gibt es in zwei Grundausführungen, die sich bei der CPU und dem verwendeten Grafikchip unterscheiden. Dazu gibt es eine "Enthusiast"- sowie eine "Business"-Edition, die bereits mit RAM und Datenspeicher ausgestattet sind.

Intel NUC Kit NUC8i7HVK - Hades Canyon (BOXNUC8I7HVK)

Intel NUC Kit NUC8i7HVK - Hades Canyon

Intel NUC 8 Enthusiast NUC8i7HVKVA - Hades Canyon (BOXNUC8I7HVKVA/BOXNUC8I7HVKVAW)

Intel NUC Enthusiast NUC8i7HVKVA - Hades Canyon

Intel NUC Kit NUC8i7HNK - Hades Canyon (BOXNUC8I7HNK)

Intel NUC Kit NUC8i7HNK - Hades Canyon

Intel NUC 8 Business NUC8i7HNKQC - Hades Canyon (BOXNUC8I7HNKQC)

Intel NUC Business NUC8i7HNKQC - Hades Canyon

Der Hades-Canyon-NUC ist angenehm flott und in einem tollen, kleinen Formfaktor. Intel schafft es, im Gehäuse mehr Anschlüsse unterzubringen als bei so manchem großen PC. Das kleine Volumen verlangt aber Abstriche. Man merkt in den Benchmarks zudem, dass die Hardware nicht mehr taufrisch ist.

Das System ist grundsätzlich für Oculus Rift und HTC Vive tauglich. Die Begrenzungen machen sich aber dann bemerkbar, wenn man Spiele mit höheren Auflösungen als 1080p spielt. Dank USB-C mit Thunderbolt 3 kommt man aber mit einer externen GPU gut um die Schwäche der Grafikkarte aufzuheben.

Wir empfehlen den NUC8i7HVK allen, die Leistung auf einem sehr kleinen Raum suchen und nicht groß basteln möchten. Gerade als schneller Office-PC oder als Demo-System für VR ist der NUC mehr als brauchbar. Wenn der Platz egal ist, raten wir eher zum Selbstbau, etwa nach den Bauvorschlägen im Artikel „Kaufberatung VR-PC: 1080p- / 1440p-Gaming-PCs unter 670 Euro ”.

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