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Huawei P20 Pro im Test: exzellente Kamera, starker Akku

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Das Huawei P20 Pro ist ein aktuelles High-End-Smartphone mit Android 8.1 Oreo zu einem Preis von 899 Euro. Das Highlight: Die Dreifachkamera. Wie es sich im Alltag schlägt, verrät der Testbericht von TechStage.

Im Lieferumfang des P20 Pro ist neben dem Smartphone eine ganze Menge Zubehör dabei. Ein 1 m langes Kabel mit USB Type-C sowie das Netzgerät laden den Akku kabelgebunden auf.

Außerdem liegt noch ein qualitativ gutes Kopfhörer-Paar mit USB-C-Anschluss bei. Das P20 Pro hat keinen Klinkenanschluss mit 3,5 mm. Die Kopfhörer sehen sowohl farblich als auch von der Form der Ohrmuschel den Earpods von Apple ähnlich. Klanglich können sie überzeugen.

Wie bei nahezu jedem Huawei-Smartphone, gibt es beim P20 Pro eine Klarsichthülle sowie eine bereits angebrachte Display-Schutzfolie dazu. Während die Kunststoff-Hülle einen nachhaltigen Eindruck macht, zeigen sich schon erste Kratzer auf der weichen Display-Schutzfolie. Das schmälert den positiven ersten Eindruck ein weing. Kleine Heftchen in unterschiedlichen Sprachen und ein Werkzeug zum Auswerfen des Dual-SIM-Kartenhalters runden den Lieferumfang ab.

Lieferumfang des Huawei P20 Pro
Lieferumfang des Huawei P20 Pro
Design des Huawei P20 Pro
Die Rückseite des Huawei P20 Pro ist aus Glas.

Beim P20 Pro setzt Huawei auf ein neues Design. Rein optisch hat das diesjährige Modell mit seinem Vorgänger, dem P10 Plus (Testbericht) aus 2017, nichts gemein. Die dicken Ränder auf der oberen und unteren Seite sind verschwunden. Dafür glänzt das Telefon mit einem dünnen Bildschirmrahmen. Der Vorteil dieser Bauweise: Mehr Bildschirm-Fläche bei gleichbleibender Größe. Das P20 Pro hat ein 6,1 Zoll großes Display, damit 10,9 Prozent mehr als die 5,5 Zoll große Anzeige im Vorgänger.

Design des Huawei P20 Pro
Die vordere Seite besitzt nun deutlich schmalere Ränder

Neben Schwarz und Blau gibt es dieses Mal eine besondere Ausführung in einem Blau-Grün-Violett-Verlauf namens Twilight.

Beim Werkstoff setzt Huawei statt auf Metall auf Glas für das Gehäuse. So sind Vorder- und Rückseite mit abgerundetem Glas von Corning Gorilla Glass versehen. In der Mitte sorgt ein Metallrahmen für die nötige Stabilität.

Verarbeitung des Huawei P20 Pro
In der Mitte des Huawei P20 Pro sitzt ein Rahmen aus Metall.

Huawei hat das P20 Pro außergewöhnlich gut verarbeitet und übertrifft die Erwartungshaltung. Alle Komponenten sitzen solide und kleben fest miteinander, sodass Übergänge nahtlos und Spaltmaßen kaum sichtbar sind.

Das Telefon ist staub- und wasserdicht nach IP67. Das heißt, dass es bis zu 30 Minuten lang bis zu einer Tiefe von 1 m unter Frischwasser tauchen kann.

Im Huawei P20 Pro arbeitet ein Kirin 970. Der hauseigene Achtkern-Prozessor werkelt zwischen einer Taktfrequenz von 1690 bis 2362 MHz. Dem System stehen 6 GByte RAM zur Verfügung.

Obwohl sich das Telefon bei der alltäglichen Nutzung exzellent schlägt und mehr als ausreichend Leistung für jegliche Art der Anwendung aufbringt, reicht es nicht ganz für den Titel „das schnellste Smartphone“. Gegenüber vergleichbaren Geräten aus dem gleichen Preissegment erzielt das P20 Pro in synthetischen Benchmarks wie Antutu nur einen mittleren Wert. Es kommt auf durchschnittlich 207.000 Punkten. Aktueller Rekordhalter ist das Sony Xperia XZ2 (Testbericht) mit 275.000 Punkten. Damit ist Huaweis Top-Smartphone etwa 25 Prozent langsamer.

Benchmark des Huawei P20 Pro
Der Prozessor des P20 Pro reagiert stabil, jedoch entwickelt das Telefon eine unangenehme Hitze, die sich auf die Langlebigkeit des Akkus auswirkt.
Fingerabdrucksensor des Huawei P20 Pro
Der Fingerabdrucksensor sitzt auf der vorderen Seite des Huawei P20 Pro.

In dem 15 Minuten langen Stresstest von Antutu reagiert das System äußerst stabil und teilweise besser als der aktuelle Snapdragon 845 im LG G7 Thinq (Testbericht). Der erste Leistungsabfall macht sich bei der dritten Minute mit 90 Prozent der abrufbaren Prozessorleistung bemerkbar. Der Extremwert von -25 Prozent erscheint erst bei der neunten Minute. Das ist bemerkenswert strapazierfähig. Gleichzeitig fällt auf: Die Temperatur des Akkus steigt in einer ungewöhnlichen Höhe: Binnen Minuten entwickelt das P20 Pro eine Wärme von 33 auf 52 Grad Celsius. Das ist weniger positiv. Huawei sollte entweder die Leistungsfähigkeit des Prozessors drosseln – dann wäre die Kurve volatil – oder an der Wärmeentwicklung arbeiten. Die Höchstleistung frisst 13 Prozent des Akkus. Der schnelle Energieverlust unter anderem bedingt durch die Wärme wirkt sich negativ auf die Akkukapazität aus. Das macht das P20 Pro nicht nachhaltig.

Huawei P20 Pro
USB Type-C beim Huawei P20 Pro
Das Huawei P20 Pro besitzt einen USB Type-C mit USB 3.1

In dem 180 g schweren P20 Pro verbaut Huawei einen großen Akku mit 4000 mAh. Bei moderater Nutzung (Musik hören, surfen im Web, Apps wie Facebook und Instagram nutzen und mit der Kamera fotografieren) hält es gute eineinhalb bis zwei Tage. Im Test mit einem durchlaufenden Videostream über das WLAN bei maximaler Display-Helligkeit hält das P20 Pro sehr gute 13 Stunden und 22 Minuten aus. Das kabelgebundene Laden von 0 auf 100 Prozent über USB-C mit der Spezifikation USB 3.1 nimmt durchschnittlich 1:35 Stunden in Anspruch. Drahtloses Laden unterstützt das Huawei-Smartphone nicht.

Der interne Speicher des Huawei P20 Pro bietet eine Größe von 128 GByte. Nach Abzug des Betriebssystems und der Software stehen dem Nutzer etwa 112 GByte zur Verfügung. Es gibt keinen Micro-SD-Steckplatz, entsprechend lässt sich der Speicher nicht erweitern. Die 112 GByte dürften aber für einen Großteil der Nutzer ausreichen.

Wie bei Huawei gewohnt, ist die Gesprächsqualität des Smartphones tadellos. Empfang und Klang waren während des Testzeitraums unauffällig. In das mobile Internet geht das P20 Pro über LTE, stationär ist es Wlan 802.11 ac mit 2,4 und 5 GHz. Darüber hinaus besitzt es Bluetooth 4.2, NFC sowie Infrarot zum Steuern von Geräten wie Fernseher und SAT-Receivern. Ein UKW-Radio ist nicht an Bord.

Display des Huawei P20 Pro
Das Display des Huawei P20 Pro hat eine Einkerbung. Darin wurden platziert: Kamera mit 24 Megapixel, Hörmuschel und Sensoren für Helligkeit und Nähe.

Das Display des Huawei P20 Pro hat eine Diagonale von 6,1 Zoll. Die vier Ecken des Bildschirms sind abgerundet, zudem hat es in der oberen Mitte eine Kerbe, ähnlich wie bei dem Apple iPhone X (Testbericht) oder dem Honor 10 (Testbericht). Anfangs waren nicht alle Apps mit dem Einschnitt kompatibel, selbst populäre Applikationen wie Instagram zeigten Fehler in der Darstellung. Mittlerweile haben Entwickler nachgezogen. Huawei hat seit der Einführung des Designelements rund sechs Millionen Geräte der P20-Reihe abgesetzt. Das spricht für eine Anpassung. Wem die in der Szene genannte Notch dennoch stört, schaltet sie in den Anzeige-Einstellungen aus, dann blendet das Betriebssystem einen schwarzen Balken ein.

Dreifach-Kamera des Huawei P20 Pro
Die drei Kameras des Huawei P20 Pro haben drei Auflösungen.

Beim P20 Pro setzt Huawei auf ein hochwertiges Display mit organischer Substanz (Oled). Es ist besonders hell und leuchtet mit leicht übersättigten Farben. Gut zu wissen: Die lebhafte Farbkonfiguration lässt sich in den Einstellungen ausschalten, dann wirkt die Bilddarstellung natürlicher, ähnlich wie beim Flüssigkristall-Display (LCD).

Für ein 6,1 Zoll großes Display ist die Auflösung mit 2240 × 1080 Pixeln gering. Damit ist es nicht für die Anwendung mit virtueller Realität ausgelegt. Schade, denn gerade Oled mit der tiefen Schwarzdarstellung wäre für VR geeignet.

Das technische Highlight des P20 Pro ist die Dreifachkamera auf der Rückseite. Die drei Fotokameras haben unterschiedliche Auflösungen und Blenden: 40 Megapixel Farbe mit f/1.8, 20 Megapixel Schwarz-Weiß mit f/1.6 sowie 8 Megapixel Farbe mit f/2.4. Die Vermengung der Auflösung und Brennweiten erlauben das Vergrößern von Motiven um den dreifachen Faktor, ein Novum bei Smartphones. Dabei kommt ein optischer Zooms zum Einsatz, eine mechanische Verschiebung der Optik gibt es aber nicht.

Die Kamera des P20 Pro ist ein Alleskönner und eine Allzweckwaffe, das betrifft sowohl die umfangreichen Möglichkeiten in der Foto-App als auch die produzierten Ergebnisse. Bei Tag und Nacht schießt die Kamera hochqualitative Bilder mit viel Details und ausreichend Schärfe.

Alle drei Kameras mit Leica-Objektiven sind mit einem optischen Bildstabilisator (OIS) ausgestattet. Bei einer längeren Verschlusszeit sorgt das für ein ruhiges Bild und gleicht Bewegungen aus.

Ganz so perfekt ist die Kamera nicht, trotz der hohen Bildqualität. Die Schnellstartfunktion, die der Nutzer aus der Bildschirmsperre durch das zweifache Drücken der Lautstärke-Reduzier-Taste aktiviert, ist in der Praxis kaum zu gebrauchen. Weil das System den Fokus nicht einbezieht, ist das schnell geschossene Bild immer unscharf. Grundsätzlich arbeitet der Autofokus etwas ein wenig langsamer als beim Galaxy S9 Plus (Testbericht) oder den iPhones von Apple. Darüber hinaus pumpt er beim Scharfstellen und reagiert nicht sanft.

Trotz der kleinen Kritikpunkte ist die Kamera des P20 Pro bemerkenswert gut. Bilder mit Schärfentiefe-Effekt sind sauber, Vordergrund und Hintergrund sind differenziert. Fehler gibt es kaum.

Eines der Knackpunkte aller Huawei-Smartphones ist die Software. Nicht wegen mangelhafter Aktualität oder ähnliches – die ist mit Android 8.1 zeitgemäß – sondern eher wegen des umfangreichen Könnens. Das System Emui bietet eine jahrelange Sammlung von Funktionen. Warum? Weil sie technisch einfach möglich sind. Ob sie sinn machen oder ob der Nutzer sie heutzutage noch nutzt, hinterfragt niemand kritisch. Stattdessen gibt es zahlreiche Bediener-Hilfe, unterschiedliche Energiesparmodi für den Akku, einen einfachen Modus mit wesentlichen Knöpfen und, und, und. Das perfekte P20 Pro käme mit einer deutlich überarbeiteten und schlanker gestellten Oberfläche, die intuitiver, übersichtlicher und damit benutzerfreundlicher ist.

Apropros benutzerfreundlich: Es gleicht einer Unverschämtheit, dass Huawei sein P20 Pro mit Werbe-Apps querfinanziert. Zumal das Telefon mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 899 Euro nicht gerade das erschwinglichste Smartphone auf den Markt ist. Neben den Google- und Huawei-eigenen Apps ist es ab Werk mit sechs Bloatware-Apps geladen. Darunter Facebook, Booking.com, Instagram, Ebay, Netflix und Quik. Glücklicherweise lassen sich alle deinstallieren. Das holt etwas Speicherplatz zurück.

Huawei P20 Pro

Schwarz

Huawei P20 Pro

Twilight

Huawei P20 Pro

Blau

Das P20 Pro ist ein ganz klar ein Smartphone mit Schwerpunkt auf Fotografie. Die Kamera kann viel und ist sehr gut. Sie kommt gut mit Tag-, Gegen- und Schwachlicht klar. Huawei nimmt das Thema mobile Fotografie sehr ernst, das muss man dem Hersteller lassen. Aber auch die übrigen Eigenschaften stimmen: Design und Verarbeitung, vor allem die außergewöhnliche Farbe Twilight hebt das P20 Pro vom Rest ab. Gründe die gegen den Kauf sprechen sind: kein erweiterbarer Speicher und die nicht vorhandene Wireless-Charging-Funktion.

Wer das nötige Geld übrig hat und auf der Suche nach einem richtig guten Kamera-Smartphone ist, wird beim P20 Pro kaum etwas zu meckern haben. Eine preislich günstigere Alternative ist das Oneplus 6 (Testbericht).

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