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Huawei P Smart: gutes Mittelklasse-Smartphone im Test

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Das frisch vorgestellte Huawei P Smart hat eine gute Kamera und eine ordentliche Ausstattung. Das gibt es zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 259 Euro, in der Praxis ist es schon deutlich billiger zu haben. Ob sich der Kauf lohnt, verrät der Testbericht.

Bei einem Smartphone, das rund 250 Euro kostet, darf man nicht viel Zubehör erwarten. Beim P Smart gibt es immerhin eine bereits aufgetragene Display-Schutzfolie mit. Das ist gut für alle, die nicht zimperlich mit ihrem Smartphone umgehen.

Des Weiteren gibt es ein Ladegerät, ein Kabel mit dem nicht mehr ganz zeitgemäßen Micro-USB-Anschluss sowie sehr schlichte Kopfhörer, die nichts taugen. Das liegt nicht nur an der harten und damit unbequemen Kunststoffummantelung, sondern auch an der erheblich schlechten Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche. Hier sollte Huawei lieber die Umwelt schonen und auf Beigaben wie diese Kopfhörer ganz verzichten.

Huawei P Smart: Lieferumfang
Lieferumfang des Huawei P Smart

Das P Smart ist ein hochwertig verarbeitetes Smartphone. Das Design ist unauffällig, da es keine nennenswerte Merkmale besitzt. Das Aussehen ist eher dezent und erinnert uns an das alte iPhone 6 von Apple. Die Rückseite des Smartphones ist aus Aluminium gefertigt und wird an zwei Stellen – oben und unten – von einer dünnen Zierleiste aus Kunststoff getrennt. Darunter sitzen die Antennen. Fährt man mit der Fingerkuppe über die Linien, so verspürt man ein leichtes Kratzen. Das liegt an der kantigen Bauweise. Doch sonst ist die Verarbeitung nahtlos und insgesamt präzise ausgeführt, störende Spaltmaße sind nicht vorhanden.

Huaweis neuestes Smartphone hat ein Gewicht von 143 Gramm und ist 7,3 Millimeter dünn. Es liegt besonders gut und leicht in der Hand. Darüber hinaus ist der Zugang zu den seitlich angebrachten Tasten sowie dem Fingerabdrucksensor komfortabel – ungeachtet dessen, ob man Links- oder Rechtshänder ist.

Design des Huawei P Smart
Design des Huawei P Smart

In dem P Smart arbeitet ein Huawei-eigener Prozessor, der von der Tochtergesellschaft HiSilicon produziert wird. Der Kirin 659 verfügt über 8 Kerne und leistet eine maximale Taktfrequenz von 2,36 GHz, genau wie im Huawei Mate 10 lite (Testbericht). Auf dem Papier schafft das Smartphone einen respektablen Benchmark-Wert von 65.000 Punkten. Das ist freilich nicht zu vergleichen mit aktuellen Rekordwerten von High-End-Smartphones, die bis zu 220.000 Punkte erreichen, doch im Alltag läuft das Gerät stets rund und flüssig. Das System wirkt stimmig, obwohl wir von Huawei auch deutlich Besseres gewohnt sind.

Dem System stehen 3 GByte Arbeitsspeicher für das Zwischenlagern von Apps und Diensten bereit. Der interne Speicher des Telefon hat eine Größe von 32 GByte, davon stehen dem Nutzer nur 23 GByte frei zur Verfügung. Bei Bedarf kann der Speicher mit einer microSDXC-Karte um bis zu 400 GByte erweitert werden. Welche Speicherkarte die beste für ein Android-Smartphone ist, lest Ihr in unserer Kaufberatung.

Fingeradrucksensor des Huawei P Smart
Fingeradrucksensor des Huawei P Smart

Anstelle einer Speicherkarte nimmt der sogenannten Hybrid-Slot auch eine zweite Nano-SIM-Karte (4FF) auf. Die Dual-SIM-Funktion unterstützt allerdings nur den Datenstandard 2G mit Quadband (850, 900, 1800 und 1900 MHz), eignet sich als zum Telefonieren, aber nicht für eine Internetverbindung. Die Haupt-SIM beherrscht dagegen 4G LTE in allen für Deutschland relevanten Frequenzbänder (B3, B7 sowie B20).

Der nicht austauschbare Akku im schlanken P Smart hat eine Größe von 3000 mAh und hält bei moderater Nutzung etwa 1,5 Arbeitstage. Eine Schnellladefunktion gibt es leider nicht. Auch ist es fraglich, warum Huawei noch auf den Micro-USB-Standard von gestern setzt und auf das beidseitig nutzbare und komfortablere USB Type C verzichtet. Das vollständige Aufladen des Akkus dauert 2 Stunden und 37 Minuten.

Musik gibt das P Smart entweder über den ausreichend guten Lautsprecher wieder oder über Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinke. Übrigens: Auch die Wiedergabe von UKW-Rundfunk wird unterstützt, erfordert jedoch – wie bei Smartphones üblich – eine Antenne in Form eines angeschlossenen Kopfhörers. Mit Bluetooth-Kopfhörern funktioniert das nicht.

microUSB-Anschluss am Huawei P Smart
microUSB-Anschluss am Huawei P Smart

Positiv überrascht waren wir von der sehr guten Gesprächsqualität des Huawei P Smart. Ein geräuschreduzierendes Mikrofon auf der Kopfseite des Telefons leistet seinen Beitrag dazu.

Die deutsche Ausführung des Huawei P Smart verfügt über NFC. Die baugleiche Ausführung für internationale Märkten soll wohl ohne den Chip für die Nahfeldkommunikation ausgestattet sein. Lokalisierungssysteme wie GPS und Glonass sind an Bord. Was fehlt, ist die Unterstützung für die japanischen, chinesischen und europäischen Satelliten, mit GPS ist man in Deutschland jedoch bestens versorgt. Was besitzt es noch? Bluetooth 4.2 und WLAN 802.11 b/g/n. WLAN im 5-GHz-Band sowie der ac-Standard für hohe Bandbreiten fehlen allerdings.

Auch beim P Smart setzt Huawei auf eine Doppel-Kamera. Sie stellt eine künstliche Tiefenschärfe bei Fotomotiven her. Im Normalbetrieb schießt die innenliegende 13-Megapixel-Kamera überraschend gute Bilder und übertrifft die Erwartungen in dieser Preisklasse. Sie fängt viel Detailgenauigkeit ein und liefert sehenswerte Ergebnisse. Bei wenig Licht kommt sie aber schnell an ihre Grenzen, wie’s bei Smartphones üblich ist.

Die außenliegende 2-Megapixel-Kamera wird über den Porträtmodus aktiviert und füttert die Software mit Informationen zur Tiefe im Bild. So entsteht der Bokeh-Effekt, den man von großen Kamerasensoren mit einer weit offenen Blende kennt. Das Resultat ist sauber, solange die Motive grob sind; mit feinen Elementen wie Haaren oder Ästen kommt die Dual-Kamera nicht so gut klar. Die Tiefenunschärfe sieht dann sehr künstlich aus.

Unabhängig von der Tatsache, dass es sich beim P Smart um ein einfaches Smartphone handelt, implementiert Huawei fast seine kompletten Fotofunktionen in die Kamera-App. So kann zwischen einer Automatik oder dem manuellen Modus für Foto oder Video ausgewählt werden. Zudem gibt es HDR, Langzeitbelichtung, Zeitraffer und viele Farbfilter.

Optisch und technisch ähnelt das P Smart zwei anderen Huawei-Smartphones, dem Honor 7X (Testbericht) sowie dem Mate 10 lite. Trotzdem hat es ein kleineres Display bekommen: Die Diagonale beträgt 5,65 Zoll im Bildverhältnis von 18:9 (2:1). Wie bei seinen hochpreisigen Geräten verfolgt Huawei auch bei den Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphone den Designansatz der dünnen Ränder um den Bildschirm. Das macht das Telefon handlich.

Die Anzeige hat eine Auflösung von Full-High-Definition+, das sind 2160 × 1080 Pixel. Insgesamt werden 2,1 Millionen Bildpunkte dargestellt, die eine mehr als zufriedenstellende Schärfe erzeugen. Das LC-Display hat exzellente Farben und ist trotz des günstigen Gerätepreises erstaunlich wenig Blickwinkelabhängig. Die Helligkeit ist hoch.

Das P Smart arbeitet mit der aktuellsten Android-Iteration 8.0 alias Oreo. Die Oberfläche kommt von Huawei selbst und heißt EMUI. Sie orientiert sich optisch und von der Bedienlogik her an den iPhones von Apple: ohne Hauptmenü (App Drawer), übersichtlich und Apps-fokussiertes Raster. Auch die Schnellzugriffe aus dem Lockscreen sowie die Universal-Suche, die mittels einer Wischgeste zum Vorschein kommt, wirken irgendwie abgekupfert. Bricht nun die Welt zusammen? Nein, im Gegenteil: Huaweis System ist intuitiv, schnell und führt ohne Klicks zum Ziel.

Das Betriebssystem wurde zuletzt am 1.12.2017 aktualisiert. Der derzeitig fertiggestellte Sicherheits-Patch von Google ist noch nicht installiert. Erfahrungsgemäß hat Huawei diesen Punkt aber gut im Griff und wird ihn zeitnah nachreichen.

Ein großes Lob möchten wir Huawei dafür aussprechen, dass das P Smart ganz ohne Bloatware, also Dritteranbieter-Dienste, ausliefern und auf das Geschäftsmodell von Werbekostenzuschüssen verzichten. Eine saubere und werbefreie Oberfläche weiß der Kunde zu schätzen.

Das Huawei P Smart gibt es in drei Farben: Blau, Schwarz sowie das von uns getestete goldene Modell. Während bei anderen Herstellern wie Sony häufig preisliche Unterschiede zwischen den Varianten auffallen, kostet das P Smart aktuell in allen Ausführungen gleich viel.

Huawei P Smart (Gold)

Huawei P Smart (Gold)

Huawei P Smart (Blau)

Huawei P Smart (Blau)

Huawei P Smart (Schwarz)

Huawei P Smart (Schwarz)

Das Huawei P Smart kostet offiziell 259 Euro, mit einer von dem Hersteller selbst aufgerufenen Cashback-Aktion wird es noch einmal um 30 Euro günstiger. Soll man da zuschlagen? Absolut. Das P Smart ist zwar nicht die Neuerfindung des Smartphones, dafür stimmt das Gesamtpaket mit Akku, Kamera, Display und aktueller Software. Es besitzt ein nichtssagendes Design mit modernen 18:9-Proportionen und weist eine handliche Bauform auf.

Das vergleichbare Honor 7X kommt mit einem größeren Display, mehr RAM und Speicher. Dafür kostet es auch mehr und läuft nur mit Android 7. Mit dem Huawei P Smart machen Smartphone-Einsteiger alles richtig und kommen auf ihre Kosten.

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