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Huawei Mate 20 Lite im Test: helles Display, großer Akku

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Das Huawei Mate 20 Lite ist ein Android-Smartphone für 399 Euro. Es will großem Display und hochwertiger Verarbeitung überzeugen. Wir haben getestet, ob sich der Kauf lohnt.

Der Lieferumfang des Mate 20 Lite beinhaltet neben dem eigentlichen Smartphone ein Schnellladegerät für den Akku, ein 1 m langes Kabel mit USB-C-Anschluss, einfache Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinkenanschluss sowie ein Werkzeug zum Auswerfen des SIM-Kartenhalters. Außerdem befinden sich die Garantiekarte sowie die Anleitung für den Erstgebrauch drin. Optional – das hängt vom Händler ab – legt Huawei noch eine Schutzhülle aus Silikon bei.

Lieferumfang des Huawei Mate 20 Lite
Lieferumfang des Huawei Mate 20 Lite

Optisch eine Mischung aus dem Galaxy S7 (Testbericht) und iPhone X (Testbericht), kommt das Mate 20 Lite in drei verschiedenen Farben: Blau, Gold und Schwarz, wobei lediglich der Rücken und die Seiten die Farbe tragen. Die Vorderseite mit dem dünnen Rahmen um das Display ist bei jeder Ausführung schwarz gehalten. Das Huawei-Smartphone ist – wie nahezu jedes Gerät des Herstellers – aus widerstandsfähigem Glas gefertigt. Besonders hervorzuheben ist der mehrschichtige Glasrücken, der das einfallende Licht stark in allen Richtungen reflektiert. Zwischen Vorder- und Rückseite sitzt ein farblich abgestimmter Rahmen aus Metall, der nicht nur den Korpus stabilisiert, sondern auch als Antenne für Mobilfunk, WLAN, Bluetooth und GPS dient.

Mehrschichtiges Glasdesign des Huawei Mate 20 Lite
Mehrschichtiges Glasdesign des Huawei Mate 20 Lite

Das Mate 20 Lite hat ein modernes und edles Design. Die Bauweise wirkt stabil und nachhaltig, allerdings rutscht es schnell auf weichen und unebenen Oberflächen wie einem Sofa. Die auf der rechten Seite platzierten Tasten und der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sind an komfortablen Positionen angebracht und sowohl für große als auch kleine Hände gut erreichbar. Die Dualkamera ist vertikal ausgerichtet, beide Objektive sind getrennt voneinander verbaut und schauen unschön mehrere Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Auf den ersten Blick wirken sie wie zwei Knöpfe auf einem Hemd.

Dualkamera und Fingerabdrucksensor des Mate 20 Lite
Dualkamera und Fingerabdrucksensor des Mate 20 Lite

Das Mate 20 Lite ist ein Smartphone der Mittelklasse. Es ist der Vorbote des Flaggschiffs Mate 20 Pro, das Huawei am 16. Oktober 2018 in London vorstellen möchte. Entsprechend bescheiden ist die Ausstattung des Lite-Modells: Im Inneren verrichtet ein Hisilicon Kirin 710 mit 4 GByte RAM seine Arbeit. Der Prozessor wurde im Sommer dieses Jahres vorgestellt. Leistungstechnisch ist er auf dem Niveau des Qualcomm Snapdragon 660, der im März 2017 eingeführt wurde. Trotz der vergleichsweise geringen Leistung arbeitet das Betriebssystem des Mate 20 Lite schnell und ruckelfrei. Für die flüssige Wiedergabe von hochaufwendigen 3D-Spielen oder Virtual-Reality-Inhalten (VR) ist die Performance aber nicht ausgelegt.

Seitlich angebrachte Tasten des Mate 20 Lite
Seitlich angebrachte Tasten des Mate 20 Lite

Der integrierte Speicher ist 64 GByte groß. Dem Nutzer stehen davon rund 47 GByte für eigene Daten zur Verfügung. Das entspricht einem überdurchschnittlich hohen Anteil von 74 Prozent. Das Mate 20 Lite unterstützt zwar Project Treble, doch eine Speicherpartition für nahtlose und im Hintergrund laufende Software-Aktualisierungen bietet das Huawei-Smartphone nicht, wie ein Blick unter der Haube verrät. Das Mate 20 Lite beherrscht Dual-SIM (4G/4G) mit zwei Nano-SIM-Karten. Alternativ lässt sich eine Micro-SD-Karte einsetzen und so der Speicher erweitern. Eine im Test verwendete Micro-SDXC mit 512 GByte funktionierte einwandfrei. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Huawei Mate 20 Lite

Der Akku des Mate 20 Lite hat eine Kapazität von 3750 mAh. Das sind rund sechs Prozent weniger, als beim aktuellen Vorzeige-Smartphone, dem Huawei P20 Pro (Testbericht). Dennoch kommt die Laufzeit bei moderater Nutzung auf fast zwei Tage. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Videostream über WLAN bei maximaler Display-Helligkeit hält das Mate-Smartphone vorzeigbare 14 Stunden und 31 Minuten aus. Das Laden des festeingebauten Akkus funktioniert kabelgebunden über USB-C (Spezifikation USB 2.0) und nimmt eine Stunde und 57 Minuten in Anspruch. Nach 30 Minuten an der Steckdose ist der Akku auf 32 Prozent.

Ins mobile Internet geht das Mate 20 Lite über LTE. Für den lokalen Zugang hat es WLAN 802.11 mit dem aktuellen Dual-Band-ac-Standard an Bord. Der Datenaustausch funktioniert über Bluetooth 4.2 und NFC. Außerdem empfängt es Radio über Ultrakurzwelle (UKW). Die Sprachqualität, Klang und Empfang sind Huawei-typisch tadellos.

Auf dem Mate 20 Lite ist Android in der Version 8.1 Oreo installiert. Ein Upgrade auf das aktuelle Android 9.0 Pie soll kommen, allerdings möchte man kein Datum nennen. Vermutlich ist man bei Huawei Anfang des nächsten Jahres soweit. Für alle seine Smartphones nutzt der Hersteller eine eigene Oberfläche namens EMUI, die optisch und funktional stark an iOS angelehnt ist. Das System ist schnell, übersichtlich und selbsterklärend; man kann nicht viel falsch machen. Negativ am Mate 20 Lite fällt die Masse an Werbe-Apps auf, die ab Werk vorinstalliert sind und dem Nutzer Speicherplatz kosten. Glücklicherweise lassen sich alle zwölf Bloatware-Apps deinstallieren. Halb so tragisch.

Display des Mate 20 Lite mit einer Einkerbung (Notch)
Display des Mate 20 Lite mit einer Einkerbung (Notch)

Analog zum großen Akku ist auch das Display des Mate 20 Lite eine vom Hersteller hervorgehobene Besonderheit. Der Bildschirm im schlanken 2,16:1-Format misst 6,3 Zoll in der Diagonalen. Die Auflösung beträgt Full-High-Definition+, das sind 2340 × 1080 Pixel. Insgesamt zeigt die Anzeige 2,5 Millionen Bildpunkte bei einer Pixeldichte von 409 Pixel pro Zoll (ppi) an. Das ist eine vollkommend ausreichende Schärfe.

USB-C am Mate 20 Lite
USB-C am Mate 20 Lite

Was die Farben und Helligkeit betrifft, so hinterlässt das IPS-LCD des Mate 20 Lite tatsächlich einen positiven Eindruck. Die Leuchtkraft ist mit 488 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) hoch und hilft auch beim Ablesen des Bildschirms an sonnigen Tagen. Die Farben sind ab Werk lebhaft und realitätsnah eingestellt. Wer es etwas dezenter mag, konfiguriert in den Einstellungen die Darstellung nach seinen Wünschen.

Dass es sich beim Mate 20 Lite um eine abgespeckte Variante des bald erscheinenden Mate 20 Pro handelt, zeigt sich spätestens bei der Kamera. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn höherpreisige Telefone der Mate-Reihe bieten eine fabelhafte Kamera für nahezu alle Lichtsituationen. Dies ist beim Mate 20 Lite nicht der Fall. Tagsüber und in Umgebungen mit viel Licht produziert das Lite-Modell ansehnliche Bilder. Bei Dämmerung und Nacht kommt es schnell an seine Grenzen und liefert kaum noch brauchbare Ergebnisse.

Die Dualkamera auf der Rückseite kombiniert einen 20- und einen 2-Megapixel-Bildsensor miteinander. Ein Teleobjektiv zum Vergrößern von Motiven ist nicht vorhanden. Mit der Assistenzkamera ist lediglich das Weichzeichnen des Hintergrunds in einem Porträtbild möglich. Der Bokeh-Effekt arbeitet nicht immer fehlerfrei; Fehler sind des Öfteren bei feinen Elementen wie Menschenhaar oder ähnliches sichtbar. Auf der Vorderseite des Mate 20 Lite sitzt ebenfalls eine Dualkamera mit 24 und 2 Megapixeln. Die zum Nutzer gerichtete Kamera macht gute Selfies, allerdings fehlt dem System ein Autofokus.

Unterschiede in der Hardware oder bei der Speicherausstattung gibt es nicht. Der einzige Unterschied zwischen den drei Modellen ist die Farbgebung der Rückseite.

Huawei Mate 20 Lite

Schwarz

Huawei Mate 20 Lite

Blau

Huawei Mate 20 Lite

Gold

Das Huawei Mate 20 Lite ist ein hochwertig verarbeitetes Smartphone. Zu den Stärken zählen das große und helle Display sowie der Akku mit seiner langen Laufzeit. Nicht besonders ist die Leistung der Hardware sowie das Können der Dualkamera auf der Rückseite. Wem das genügt, der macht mit dem Mate 20 Lite wenig falsch. Den Preis von 399 Euro finden wir etwas zu hoch, der Kauf lohnt sich erst unter angemessenen 350 Euro. Vergleichbar ist das Huawei Mate 20 Lite mit dem Samsung Galaxy A6+ (Testbericht), alternativ gibt es für etwas weniger Geld den Preis-Leistungs-Sieger, das Pocophone F1 (Testbericht).

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