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Huawei Fit: Sportuhr mit Pulsmessung im Test

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Die Huawei Fit sitzt zwischen Fitness-Tracker und echter Smartwatch. Sie misst den Puls, bietet aber kein GPS. Überzeugt der Kompromiss?

Die Huawei Fit ist an sich eine schicke Uhr. Das Gehäuse ist komplett aus Metall, die Lünette aus einem Guss. Das runde Display mit einem Durchmesser von knapp 4 cm steckt zum Schutz gegen Kratzer unter Corning Gorilla Glass 3. Die Uhr hat keine mechanischen Bedienelemente; Huawei setzt auf ein schwarz-weißes LCD mit einem Touch-Bedienung.

Das Armband des Testgeräts besteht aus Silikon. Es ist relativ breit, schneidet also nicht ein. Dennoch drückt es teilweise, zudem schwitzten wir leicht unter dem Armband. Huawei nutzt ein Standard-18-mm-Armband, das sich gegen beliebige Alternativen in dieser Größe austauschen lässt. Praktisch, auch wenn es Zusatzkosten bedeutet. Die Uhr haben wir im Test deutlich mehr bemerkt als etwa einen Fitness-Tracker wie das Mi Band 3 (Testbericht) oder das Band 2 Pro (Testbericht). Dennoch konnten wir sie sowohl Tags wie auch nachts tragen, ohne dass sie unangenehm wurde.

Die Huawei App ist notwendig, damit die Huawei Fit einsetzbar ist.

Ohne eine App funktioniert die Uhr gar nicht. Sie möchte direkt nach dem Auspacken mit Huawei Wear verbunden werden. Wie auch beim Band 2 Pro kann das einen Rattenschwanz an zusätzlichen Apps nach sich ziehen; am Ende sind wahrscheinlich Huawei Wear, die Huawei Mobile Services und Huwei Health installiert. Warum das nicht in einer App klappt, wie es etwa Garmin oder Fitbit vormachen, ist ein Rätsel. Das Koppeln der Uhr funktioniert problemlos, der Assistent führt durch das erste Setup. Etwas verwirrend ist, dass Huawei Health später die Konfiguration der Uhr übernimmt und sie aus Huawei Wear herausfällt, aber gut.

Die Health-App ist die Datenzentrale zur Uhr. Hier laufen Informationen zum Puls, zum Schlaf, zu den Schritten und den Trainings zusammen. Bereits beim Fitness-Tracker Band 2 Pro hat uns die App gut gefallen. Sie bereitet Daten übersichtlich auf. Gerade die „True Sleep”-Funktion bietet gute Einblicke in den Schlaf, mehr dazu später.

Die Uhr zählt in erster Linie die zurückgelegten Schritte. Im Test fiel uns auf, dass die Uhr sehr freundlich zählt, andere Tracker und Uhren sind da strenger. Dafür setzt Huawei auch standardmäßig 10.000 Schritte als Ziel, das gleicht sich dann wieder aus. Eine smarte Anpassung des täglichen Ziels wie etwa beim Garmin Vivosport (Testbericht) gibt es nicht.

Huawei Fit: Puls-Sensor und wechselbares Armband.

Neben den Schritten misst die Uhr auch den Puls am Handgelenk. Das geschieht in regelmäßigen Abständen, in der App sieht man Intervalle von etwa fünf Minuten. Sobald man einen Workout startet, schaltet die Uhr in eine dauerhafte Überwachung der Herzfrequenz.

Die Uhr erinnert den Nutzer regelmäßig daran, sich zu bewegen. Dazu vibriert die Uhr, es erscheint ein Männchen, das Übungen macht und das Wort „Verschieben“. Offenbar wurde hier die Aufforderung „Move“ etwas frei übersetzt.

Neben spontanen Workouts, deren Ziele man per Zeit, Strecke, Cardio oder Fettabbau definieren kann, bringt die Huawei-App mehrere Trainingspläne mit. Die sollen Läufer an verschiedene Strecken heranführen. Zur Auswahl stehen 5 km, 10 km, Halbmarathon sowie Marathon. Die App gibt die Trainings pro Woche vor und überwacht im Training, dass die Herzfrequenz in einem vernünftigem Rahmen bleibt, man sich also nicht zu sehr verausgabt.

Neben Laufen misst die Uhr noch weitere sportliche Aktivitäten wie Gehen, Radfahren, Laufband oder Schwimmen. Dazu ist die Fit gemäß IP68 gegen Wasser geschützt. Sie hat einen speziellen Schwimmmodus und schaltet die Touch-Funktion des Displays ab, wenn sie unter Wasser ist. Zudem verliert man die Herzfrequenzmessung. Wer also vor allem ein Gerät zum Schwimmen sucht, der sollte von dieser Uhr wegbleiben und etwa zum Samsung Gear Fit 2 Pro (Testbericht) greifen.

Allerdings müssen alle Workouts per Hand gestartet werden. Die Uhr erkennt es nicht, wenn man einfach so loslegt. Zudem kommen die GPS-Daten vom verknüpften Smartphone; die Huawei Fit hast selbst kein integriertes GPS.

Links die gemessenen Pulsdaten, der hohe Ausschlag ist während eines Workouts. In der Mitte sind die vier vordefinierten Laufpläne, ganz rechts ist der Überblick zu einem Training.

Im Test fiel es uns allerdings schwer, den Touchscreen während des Laufes sinnvoll zu bedienen. Zwar kann man auch beim Huawei Fit den Bildschirm über das Drehen des Handgelenks weiterschalten, im Test hat das aber nur sporadisch funktioniert.

Die Schlafdaten sind angenehm übersichtlich aufbereitet.

Nachts überwacht die Uhr den Schlaf und zeichnet die verschiedene Phasen auf. Das klappt besonders gut, wenn die Option „True Sleep“ aktiviert ist. Das braucht zwar mehr Strom, auf Kosten der geringeren Laufzeit erhält man aber sehr schöne Daten zu den verschiedenen Schlafphasen (leichter, tiefer sowie REM-Schlaf). Ohne Schlaflabor lassen sich die Werte schwer überprüfen, über einen längeren Zeitraum ergibt sich aber ein gutes Trendbild.

Wie das Band 2 Pro hat auch die Huawei Fit einen smarten Wecker. Der geht nicht nach einem festen Zeitpunkt, sondern weckt in einem Zeitraum. Erkennt die Uhr, dass der Nutzer aufwacht, klingelt sie in diesem Zeitraum. Im schlimmsten Fall vibriert der Wecker am Ende des definierten Zeitraums.

Über die Huawei-App erhält die Fit Benachrichtigungen vom Smartphone. Diese werden auf dem Display gut lesbar angezeigt, so sieht man schnell, ob man antworten muss oder nicht.

Eingehende Anrufe lassen sich stumm stellen oder ablehnen. Erlaubt man der App Zugriff auf die Kontakte, erscheinen Namen hinterlegter Rufnummern auf dem Display, sonst gibt es nur die Nummern.

Gerade weil das Display deutlich größer ist als beim Band 2 Pro, hätten wir ein paar sinnvolle App-Integrationen erwartet. Samsung zeigt mit der Gear Sport (Testbericht), wie es geht. Schade, denn so ist die Uhr auf Anrufe und Benachrichtigungen begrenzt.

Huawei Fit mit Ladeschale

Huawei gibt die maximale Laufzeit mit sechs Tagen an. Im Test war das deutlich weniger, auch, weil wir den erweiterten Schlafsensor und die möglichst häufige Pulsmessung aktiviert hatten. Im Alltag mussten wir das Gerät etwa alle drei Tage in die mitgelieferte Ladedose klicken und an einem Micro-USB-Kabel anschließen. Das Laden dauert rund 1:45 Stunden.

Da die stromfressenden Funktionen wie das GPS an das Smartphone ausgelagert sind, hält die Huawei Fit beim Sport deutlich länger durch als etwa der Fitness-Tracker Huawei Band 2 Pro (Testbericht). Dafür muss man allerdings auch immer ein volles Handy dabeihaben, wenn man die eigene Laufstrecke aufzeichnen möchte.

Huawei Fit Large Aktivitäts-Tracker grau/schwarz

Huawei Fit, Grau/Schwarz

Huawei Fit Small Aktivitäts-Tracker silber/orange

Huawei Fit, Silber/Orange, small

Huawei Band 2 Pro Aktivitäts-Tracker schwarz

Huawei Band 2 Pro

Die Huawei Fit füllt eine spezielle Nische: Sie liegt zwischen dem Fitness-Tracker Band 2 Pro und der „echten” Smartwatch Watch 2 (Testbericht). Ja, sie ist deutlich billiger als letztere, kann aber nicht viel mehr als der Tracker. Für eine vollwertige Sportuhr fehlt ihr zumindest ein integriertes GPS. Grundsätzlich taugt sie aber als Sport- und Laufuhr für alle, die sowieso ihr geladenes Handy mitnehmen.

Dafür ist sie eher schlicht und nicht auf den ersten Blick als Fitness-Uhr erkennbar, vor allem, wenn man das mitgelieferte Armband durch ein Hübscheres austauscht. Sie ist für uns eher eine Konkurrenz zu Geräten wie der teureren Samsung Gear Sport (Testbericht) oder der Nokia/Withings Steel HR (Testbericht), die für einen ähnlichen Preis zu bekommen ist. Das Band 2 Pro kostet allerdings nur knapp die Hälfte, so dass man schon ein sehr großer Fan des Uhren-Designs sein muss.

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