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Hotgo TWS: True-Wireless-Kopfhörer für 25 Euro im Test

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Das kann doch bestimmt nichts sein, komplett kabellose In-Ear-Stöpsel inklusive einer Ladebox für gerademal 25 Euro – oder etwa doch? Dieser Frage sind wir in unserem Test des Hotgo TWS nachgegangen und waren zugegebenermaßen überrascht ob des guten Preis-Leistungs-Verhältnises. Was die Hotgo TWS zu bieten haben, und wo es aufgrund des niedrigen Preises dann doch auch hakt, erfahrt Ihr in unserem Test.

Bei einem Preis von knapp 25 Euro für ein paar sogenannte True-Wireless-Kopfhörer (Bluetooth-In-Ear-Stöpsel komplett ohne Kabel) inklusive Ladebox kann man getrost von billig sprechen. Billig präsentieren sich die In-Ears aber nicht: Sie machen sogar einen relativ wertigen Eindruck und Verarbeitungsmängel konnten wir keine finden. Zum Einschalten und um Musik zu pausieren/abzuspielen gibt es an jedem Stöpsel einen Taster inklusive LED zum Anzeigen des aktuellen Status.

Bild: Techstage Jeder In-Ear-Stöpsel hat einen Taster zum Einschalten und eine LED.

Auch die Ladebox wirkt nicht billig. Sie hat einen dunklen, aber dennoch transparenten Deckel, durch den der Nutzer zwei LEDs an den In-Ear-Stöpseln und eine LED an der Ladebox sehen kann – vorausgesetzt diese Leuchten. Beim Aufladen der Kopfhörer leuchten die LEDs der In-Ears rot und die LED der Box blau, beim Aufladen der Box leuchtet deren LED ebenfalls rot.

Um den 700 mAh starken Akku in der Ladebox zu betanken, gibt es hinten einen microUSB-Anschluss. Darüber befindet sich noch ein herkömmlicher USB-Anschluss, um daran andere Geräte anschließen und aufladen zu können. Bei der geringen Akkukapazität ist dies allerdings nicht viel mehr als eine Notreserve. Der Kontakt beim Aufladen zwischen In-Ears und Ladestation erfolgt über magnetische Kontakte an Stöpseln und innerhalb der Ausbuchtungen in der Box.

Bild: Techstage

Eine offizielle Herstellerhomepage konnten wir im Internet nicht finden, die in der Produktbeschreibung auf Amazon verfügbaren Informationen hingegen sind nicht besonders ergiebig, die prinzipielle Übersetzung der Infos darüber hinaus sehr schlecht. Herauslesen lässt sich aus der Produktbeschreibung eigentlich nur, dass die Hotgo TWS den Audiocodec aptX unterstützen. Welche Technik genau im Inneren der In-Ears zum Einsatz kommt, erfährt der Käufer nicht.

Bild: Screenshot / Techstage Der Text auf der Produktseite ist sehr schlecht übersetzt.

Was die Ladezeiten und Laufzeiten angeht, verspricht der Hersteller in der Anleitung eine Abspielzeit von 2 Stunden, eine Ladedauer von 1 ½ Stunden und die Möglichkeit die In-Ears per aufgeladener Aufbewahrungsbox fünf mal komplett wieder aufladen zu können. Dies entspricht auch in etwa unseren Erfahrungen im Test.

Aufgrund ihres geringen Gewichts von knapp 5 Gramm, und den zum Lieferumfang befindlichen Ohrpasstücken in drei verschiedenen Größen, lassen sich die In-Ears komfortabel tragen. Im Test saßen sie fest, ohne dabei nach längerem Tragen unangenehm zu drücken. Beim Einschalten und miteinander koppeln der In-Ears stießen wir aufgrund der auch in der Bedienungsanleitung sehr schlechten deutschen Übersetzung auf Probleme. Die entsprechende Passage liest sich folgendermaßen:

1. Drücken Sie die beiden Headset Power-Taste zur gleichen Zeit 3 Sekunden, sehen die roten und blauen Lichter blinken abwechselnd,Bluetooth-Headset hat den gepaarten Modus eingegeben,und drücken Sie dann ein Bluetooth-Headset für 1 Sekunde in die Match,nach dem Erfolg des Host Rote und blaue Lichter mit glänzenden, vice Maschine blaues Licht blinkt 5 Sekunden,sagte die beiden Kopfhörer wurden gepaart,um zu vervollständigen.

2. Pair mit dem Telefon:Nur das Haupt-Headset zu paaren,öffnen Sie das Gerät Bluetooth-Suche,finden Sie MI03-TWS,klicken Sie auf das Spiel,und begleitet von einem Ton.

3. Anruffunktion Nur das Kopfhörer kann ausgeführt werden,der Sekundärkopfhörer befindet sich im Standby-Modus.

Die englische Übersetzung ist übrigens auch nicht wirklich besser, also war rumprobieren angesagt. Letztendlich ist die Sache gar nicht so kompliziert. Nach dem die In-Ears durch lange Drücken in den Connect-Modus gebracht werden (Rot und Blau blinkt), muss der Nutzer auf einem der beiden Stöpsel für eine Sekunde den Einschalter drücken, bis ein Piep ertönt. Danach blinkt dieser Rosa und nach kurzer Zeit der andere Blau. Nun kann das Headset in den Bluetootheinstellungen des Handys ausgewählt und verbunden werden. Etwas nervig war, dass wir diesen Vorgang immer mal wieder durchexerzieren mussten, nachdem sich der Kopfhörer eine Weile lang jeweils automatisch miteinander und mit dem Smartphone verband.

Bild: Techstage Lade-Pins und -Stifte sind magnetisch.

Bei dem niedrigen Preis von 25 Euro für ein paar True-Wireless-In-Ears inklusive Ladebox hatten wir keine großen Hoffnungen, dass der Klang auch nur einigermaßen brauchbar ist. Und gerade, was diesen Punkt angeht, waren wir sehr positiv überrascht. Der Hotgo TWS bringt untenrum einen satten und dennoch konkreten Bass und zeigt sich in den oberen Frequenzen differenziert und detailfreudig. Die Höhen klingen allerdings nicht sonderlich brillant und crisp, wie man es von richtig guten Kopfhörern kennt. In Relation zum Preis ist der Klang des Hotog TWS jedoch ordentlich, wenn auch natürlich kein Vergleich zu hochpreisigeren Produkten namhafter Hersteller.

Negativ in Sachen Sound fiel uns ein bei manchen Liedern auftretendes Rauschen und Ziepen in ruhigen Passagen auf. Dies war jedoch nicht immer der Fall und in Passagen mit größerer Instrumentierung waren keine Störgeräusche zu vernehmen. Ab und an kam es außerdem zu kurzen Aussetzern, die meistens nur kurz nach dem Einsetzen der In-Ears auftraten. Beim längeren Musikhören traten sie nur selten auf.

Mit der üblen Übersetzung seiner Produktseite auf Amazon und der Anleitung (sowohl der deutschen als auch der englischen Sprache) tut sich der Hersteller des Hotgo TWS keinen Gefallen. Dies erweckt schnell den Eindruck, dass es sich hier um so einen richtigen Billigschrott handelt, aber dies ist nicht der Fall. Die In-Ears funktionieren prinzipiell gut und klingen recht ordentlich für ein so günstiges Headset. Allerdings muss der Nutzer mit ab und auftretenden Aussetzern und Störgeräuschen in manchen leisen Passagen leben und die In-Ears immer mal wieder neu miteinander und mit dem Handy verbinden.

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