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Honor Router 3 im Test: Wifi-6 zum Schnäppchenpreis

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Der weiße Honor Router 3 verspricht schnelles Wifi-6-WLAN für 80 Euro. TechStage testet, wie schnell der Router in der Praxis ist.

Die Huawei-Tochter Honor steigt ins Geschäft mit Wifi-6-Routern ein. Das Flaggschiff, der Honor Router 3 kostet gerade mal knapp 80 Euro und soll WLAN mit bis zu 2402 MBit/s im 5-GHz-Band und bis zu 574 MBit/s im 2,4-GHz-Band liefern. Dazu kommt eine solide Software mit zahlreichen Features. Wir testen das vergleichsweise günstige Gerät im Rahmen unserer Themenwelt zu Wifi-6-Routern. Dort sind unter anderem Tests zur Fritzbox 6660 Cable (Testbericht), dem Netgear Nighthawk RAX80 (Testbericht) oder dem TP-Link Archer AX6000 (Testbericht) erschienen.

Der mattweiße Honor Router 3 wirkt schlank, modern und minimalistisch. Im Gegensatz zum Protz-Design manch teurer Gaming-Router, etwa dem Asus GT-AX11000 (Testbericht) setzt Huawei auf vornehme Zurückhaltung. Vorne sitzt eine Status-LED. Sie leuchtet grün, wenn alles passt, und rot, wenn etwa ein Kabel falsch steckt. Der Honor Router 3 ist aber fehlertolerant genug, das Internet aus dem WAN auch über einen LAN-Port hereinzulassen, wie wir im Test überprüften. Hinten finden sich vier weiße Antennen, die sich einklappen lassen.

Ebenfalls hinten hat der WLAN-Router vier Gigabit-Netzwerkbuchsen, einen Stromanschluss und einen nur mittels Hilfsmittel erreichbaren Reset-Knopf. Die Netzwerk-Ports unterstützen maximal 1000 MBit/s. Da Wifi-6 im besten Falle mehr als ein GBit/s liefert, entsteht hier ein potenzieller Flaschenhals. Geräte mit Wifi-6 brauchen eigentlich mindestens eine Buchse mit 2,5-Gbit/s-LAN oder schneller. Bei dem Preis unterhalb von 80 Euro ist das verschmerzbar, bei einem Wifi-6-Router oberhalb 300 Euro gäbe es hingegen Punktabzug.

Honor Router 3 (5 Bilder)

Der Honor Router 3, wirkt schlank, modern, minimalistisch und kostet keine 80 Euro (Bild: Harald Karcher).

Laut Huawei steckt im Honor Router 3 ein selbst entwickelter „Gigahome Wi-Fi 6 Chipset“ mit 1,2 GHz Dual-Core-Kern. Dazu WLAN-Features wie OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access), 1024-QAM (Quadrature Amplitude Modulation), Target Wake Time (TWT) und WPA3-Security. Der Hersteller verspricht eine WLAN-Leistung von „3000 Mbps“. Das ist die theoretische Summe des Durchsatzes beider WLAN-Bänder, genauer gesagt aufgerundete 2.976 MBit/s.

Diese Werte kommen aber nur, wenn auch die WLAN-Endgeräte schon WiFi-6 alias IEEE802.11ax funken. Daneben versteht der honorige Huawei Router auch WiFi-5 alias 11ac, WiFi-4 alias 11n, sowie noch ältere WLAN-Gattungen wie 11b und 11g.

Der Honor Router 3 hat kein eigenes Modem, wir nutzen unsere bewährte AVM Fritzbox 6660. Die Testdateien kommen von einer NAS. Diese liefert Daten per 10-GBit/s-LAN, schaltet aber wie erwartet auf 1 GBit/s herunter.

Der Honor Router 3 lässt sich per Browser am Rechner oder per Smartphone-App einrichten. Die Adresse zum Webserver des Routers lautet http://192.168.3.1. Diese führt zum integrierten Webserver mit der Konfigurationsoberfläche. In unserem Test Ende August 2020 ist diese komplett auf Deutsch übersetzt, entgegen den Testberichten anderer Medien gab es keine chinesischen Wortfetzen im deutschen Bedienermenü.

Das Graphical User Interface, die Web-GUI des Routers wirkt sachlich. Hilfetexte fanden wir knapp, aber passend. Mit Zwangsregistrierungen in einer fernen Cloud wurden wir nirgends belästigt. Viele weitere Funktionen sind in der folgenden Fotostrecke dokumentiert: Etwa IPv6, DMZ, WPS, NAT and NAPT, VPN, QoS, Anti Brute Force, Firewall, DoS Security Management, WPA2-PSK, WPA/WPA2-PSK, WPA2-PSK/WPA3-SAE und vieles mehr.

Honor Router 3: Software (88 Bilder)

Honor Router 3: Software

In unserem Testaufbau steht der Honor Router 3 wie andere Testobjekte vor ihm im Dachgeschoss, wir messen anschließend mit einem Notebook und einem Wifi-6-Smartphone jeweils an fünf Messpunkten den Durchsatz.

Testwohnung: Rechts oben zwei schnelle Zuspieler großer Testdateien (10-Gig-NAS Synology DS1618+) und flotten Internets (Fritzbox 6660). Links oben der Wifi-6-Router Honor Router 3. Ganz unten zwei Wifi-6-Endgeräte (Samsung Note10+ und Asus Flip 15), mit denen wir den Netto-Durchsatz an 5 Punkten der Testwohnung messen (Bild: Harald Karcher).

Für die erste Messung nutzen wir ein Notebook mit einem Intel AX201-Funkmodul. Der Rechner erreicht einen maximalen Durchsatz von 2x1200 MBit/s Wifi-6 = 2400 MBit/s aus zwei WLAN-Antennen, kann aber auf die älteren WLAN-Gattungen 11ac-n-g-b-a zurückschalten. An den fünf Messpunkten erreichen wir folgende Werte:

Durchsatz Honor Router 3
System Mess-1 Mess-2 Mess-3 Mess-4 Mess-5 Mittelwert
HONOR Router 3 - 2,4G 248 211 87 99 90 147
HONOR Router 3 - 5G 928 833 294 95 2 430

In der Grafik wird dabei noch schöner sichtbar, wie die Kurve abfällt:

Messung in fünf Räumen: In der roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem Honor Router 3 Router verbunden (Bild: Harald Karcher).

Bei der niedrigen, blauen Kurve der folgenden Grafik war der Laptop im 2,4 GHz Band mit dem Honor Router 3 verbunden. 248 MBit/s im gleichen Raume wie der Router und 90 MBit/s im hintersten Zimmer sind nicht schlecht. Letztere attestieren eine sehr gute Reichweite im 2,4 GHz Band. Mit dieser WLAN-Stärke lässt sich etwa VDSL-50 komplett verlustfrei und VDSL-100 nahezu verlustfrei in der kompletten Wohnung verteilen.

Bei der höheren, roten Kurve war der Laptop im 5 GHz Band mit dem Honor Router 3 verbunden. 928 und 833 MBit/s netto im ersten und zweiten Zimmer sind sehr brauchbar. Danach ging es aber steil bergab. Im fünften Zimmer war der Durchsatz schon sehr wackelig mit gelegentlichen Komplettabrissen. Ein 1000-MBit/s-Kabel-Internet lässt sich in den ersten beiden Zimmern also nahezu verlustfrei verteilen. Im fünften Zimmer surft man jedoch bei 2,4 GHz besser als bei 5 GHz. Unsere Empfehlung ist entsprechend, den Router möglichst zentral in der Wohnung aufzustellen.

Die zweite Messung mit dem Wifi-6-Smartphone Samsung Galaxy Note10+ (Testbericht) bestätigen die Daten des ersten Tests. Vor allem die 5-GHz-Kurve war aber flacher: In den ersten Räumen kamen geringere Durchsatzwerte als mit dem Wifi-6-Laptop, dafür brachte das Wifi-6-Handy im hintersten Zimmer bei 5GHz etwas höhere Werte und keine Verbindungsabrisse. Der Grund: Der Laptop hat die Kanalbreite auf 160MHz hochgefahren, das Handy nur auf 80MHz. 160MHz-breite Kanäle funken schneller, sind aber nach hinten raus nicht so robust.

Die Messung mit dem Smartphone. (Bild: Harald Karcher)

Bei der folgenden Stromkurve waren alle Geräte mit dem Honor Router 3 verbunden, die in der Testwohnungsgrafik oben genauer eingezeichnet sind: Sprich 10-Gig-NAS und Multi-Gig-Kabel-Modem per LAN-Kabel, dazu Samsung-Handy und Asus-Laptop via Wifi-6-Funk. Im Stand-by gingen die Stromwerte bis 4,57 Watt herunter. Bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop zog der Honor Router 3 maximal 4,72 Watt aus unserer 230-Volt-Dose. Zum Vergleich: Beim ebenfalls recht neuen Netgear EAX20 WiFi-6-Repeater (Testbericht) waren es kürzlich 4,64 Watt im Stand-by und immerhin 8,22 Watt bei aktiven Downloads großer Dateien auf Handy und Laptop.

In unserem Testsetup zog der Honor Router 3 Router nur 4,57 bis 4,72 Watt aus der 230-Volt-Dose (Screenshot: Harald Karcher).

Der Preis ist einer der größten Pluspunkte für den Honor Router 3. Honor selbst verkauft ihn für knapp 80 Euro, bei Aktionen verlangten andere Händler teilweise unter 60 Euro. Damit ist er einer der günstigsten Wifi-6-Router. Die meisten Geräte in dieser Preisklasse übertragen maximal 1201 MBit/s im 5-GHz-Band, also gerade einmal die Hälfte.

Der weiße Honor Router 3 bietet modernste Wifi-6-Technik zu einem günstigen Preis unterhalb 80 Euro. Mit seinem 2x2-Stream Wifi-6 bis circa 600 MBit/s bei 2,4GHz und 2400 MBit/s bei 5GHz ist der Router ähnlich gut bestückt wie die fast dreimal so teure Wifi-6-Fritzbox 6660 (Testbericht). Letztere hat allerdings ein schnelles Kabel-Modem, LAN-Port bis 2.500 MBit/s und eine DECT-Telefonanlage eingebaut. Das hat der Honor Router 3 alles nicht.

Viel härter dürfte der Kampfpreis die Hersteller von Modem-losen Wifi-6-Routern wie TP-Link, D-Link, oder Zyxel treffen. Die haben sich schon auf den zwei bis dreifachen Preis gefreut, der wird sich jetzt kaum noch halten lassen. Lachen darf daher der Endkunde, der dank Huawei unverhofft günstig in das Wifi-6-Zeitalter eintreten kann.

Die drei LAN-Ports des Honor-Routers enden bei 100/1000 MBit/s. Damit können sie WLAN-Durchsatz-Peaks oberhalb von 1000 MBit/s zwar ein bisschen ausbremsen. Bei einem Kampf-Preis unter 80 Euro kann man das aber nicht ernsthaft kritisieren. In der Praxis erreicht der Router selbst im gleichen Raum diese Werte kaum – man verzichtet also nicht auf viel. Die Bedienung der Router-Software ist einfach, die Features trotzdem umfangreich. Dazu kommt sogar noch eine Wi-Fi-6-Zertifizierung, die bislang nur sehr wenige WLAN-6-Produkte haben, weil sie sehr teuer ist.

Insgesamt bietet der Honor Router 3 einen günstigen Einstieg in WiFi-6 mit solidem Durchsatz und sinnvoller Software, mit dem man nichts falsch macht.

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