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Heimvision HMD2 im Test: Outdoor-Cam mit Solarbetrieb

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Die Outdoor-Cam HMD2 bietet Personenerkennung, läuft mit Akku und lädt sich optional per Solarzelle. Wir haben die Kamera für rund 80 Euro von Heimvision getestet.

Die Heimvision HMD2 ist eine der günstigsten Überwachungskameras, die es zurzeit am Markt gibt. Sie liegt rund 7 Euro unter der Kami Wire Free Camera (Testbericht) und gute 160 Euro unter der Eufycam 2c (Testbericht) Highlights: Die Cam lädt sich über Solarzellen und speichert Daten lokal, statt in der Cloud – bei einer Cam aus China ein Pluspunkt. Wir verraten, was die HMD2 bietet und ob sich ein Kauf lohnt. Wer sich hingegen zu weiteren Cams informieren möchte, findet in unserer Themenwelt Überwachungskameras eine gute Übersicht.

Sie zeichnet Videos mit 1920 × 1080 Pixeln (Full-HD) auf, besitzt PIR-Bewegungssensor, drei IR-LEDs sowie Lautsprecher und Mikrofon. Zudem befindet sich auf der Rückseite des Kameramoduls ein Micro-SD-Karten-Slot, der zu Speicherkarten mit bis zu 128 GByte kompatibel ist. Die Kamera ist nach IP65 zertifiziert und somit für die ungeschützte Montage im Freien geeignet.

Die Micro-SD-Karte kommt auf der Rückseite der Kamera rein

Separat zur Cam gibt es noch ein Solarmodul. Dieses kostet rund 35 Euro. Ohne Solarmodul läuft sie laut Hersteller vier Monate bei etwa 10 Auslösungen pro Tag. Ob sie das wirklich erreicht, testen wir derzeit im Dauereinsatz. Wir aktualisieren den Artikel, sobald die Daten vorliegen. Ein Micro-USB-Kabel lädt die Kamera wieder auf.

Das separate Solarmodul lädt die Kamera im laufenden Betrieb. Sein Kabel ist gut 3,6 Meter lang. So hat man bei der Montage genug Spielraum beim Abstand zwischen Kamera und Solarpanel.

Mit der App HeimLife für Android und iOS richtet man die HMD2 ein. Für die Registrierung verlangt die App Land, E-Mail-Adresse, Benutzername und Passwort. Das ist vergleichbar mit der Kami Wire Free Camera (Testbericht) oder der Eufycam 2c (Tesbericht), aber deutlich weniger, als etwa Ring wissen möchte.

Nach Eingabe der Daten zeigt die App ein Plussymbol an, um neue Geräte hinzuzufügen. Sie bietet nur ein mögliches Modell, die Batterie-Kamera genannte HMD2. Im Anschluss fordert HeimLife auf, den Reset-Button für drei Sekunden an der Kamera zu betätigen. Danach gibt man das WLAN-Passwort ein und hält das Smartphone-Display, welches nun einen QR-Code anzeigt, vor die Cam. Sobald die Kamera den QR-Code registriert hat, piept sie kurz und ist verbunden. In unserem Test klappte dieser Prozess auf Anhieb und dauerte weniger als eine Minute. Die App führt in gutem Deutsch durch alle Schritte. Die App erlaubt zudem das Hinzufügen von unbegrenzt vielen Kameras.

Von links nach rechts: Schrauben und Dübel der Kamera sowie des Solarpanels

Zur Montage der magnetischen HMD2-Wandhalterung liegen Schrauben und Dübel bei. Wir empfehlen beides direkt zu entsorgen und zu vernünftigem Montagematerial zu greifen – die mitgelieferten Dübel sind einfach nur Plastikröhrchen. Wahlweise klebt man die Wandhalterung an den gewünschten Ort. Hierzu legt Heimvision der Kamera zwei 3M-Klebepads bei. Sobald die Halterung an der Wand sitzt, kann man die Kamera an dem Magneten befestigen und in die gewünschte Position ausrichten.

Beim Solarmodul ist ein zweiter Silikondeckel dabei, damit die Anschlüsse der Kamera nicht nass werden

Dem Solarmodul liegen ebenfalls Schrauben und Dübel bei, diese sind aus unerklärlichen Gründen hochwertig. Dafür fehlen die klebenden Wandsticker. Sobald man das Panel befestigt und das Kabel zur Kamera gelegt hat, entfernt man auf der Rückseite der Cam den Silikondeckel. Hier kommt nun das Kabel des Solarmoduls rein, welches eine eigene Silikonummantelung hat. So bleibt die Cam auch im Solarbetrieb wasserdicht.

Die Kamera verbindet sich per 2,4-GHz-WLAN mit dem bei der Einrichtung hinterlegten Netzwerk. Die Daten werden mit einer 256-Bit-Verschlüsselung übertragen. Das ist zumindest ein sicherer Standard, der zurzeit noch ausreicht.

Die App HeimLife hat für die HMD2 drei Menüpunkte – Live-Modus, Geschichte und Cloud. Im Menüpunkt Live-Modus bietet die App die Funktionen Gegensprechanlage, Aufnahme und Body Detection. Der Live-Modus überträgt den aktuellen Stream auf die App. Mit Gegensprechanlage aktiviert man den Lautsprecher der Kamera und kann eine Tonaufnahme vom Smartphone senden. Im Menüpunkt Aufnahme zeichnet die HMD2 ein Video mit einer maximalen Länge von 24 Stunden auf. Durch die Funktion Body Detection erkennt die Kamera Konturen von Menschen und unterscheidet zwischen Mensch, Tier und Bewegungen – etwa von Ästen im Wind. Im Test löste die Körpererkennung immer korrekt aus. Das erspart unnötige Fehlalarme. Die Push-Meldungen landen unmittelbar auf dem Smartphone. Bei der Kami Wire Free Camera (Testbericht) mussten wir hingegen bis zu eine Minute auf die Alarmmitteilung warten.

Setup Homevision HMD2 (10 Bilder)

Zuerst werden Land und E-Mail-Adresse abgefragt

Im Menüpunkt Geschichte sieht man alle aufgezeichneten Videos. Die Menge und Länge der Videos ist abhängig von der integrierten Speicherkarte oder dem gewählten, optionalen Cloud-Abo – später mehr dazu.

Über die App passt man auch die Einstellungen der Kamera an. Hier gibt man die Kamera beispielsweise an Freunde und Familie frei und stellt die Alarmintensität ein – also wie oft im Falle eines Alarms pro Minute eine Mitteilung gesendet werden soll. Zudem dreht man hier das Kamerabild bei einer Deckenmontage oder reguliert die Lautstärke des integrierten Lautsprechers. Das Ausblenden oder Ausschwärzen von Aufnahmebereichen ist nicht möglich. Man darf die Kamera entsprechend nur dort positionieren, wo sie keinen öffentlichen Raum aufnimmt. Das macht die Eufycam 2c (Testbericht) besser.

Die Bildqualität der Heimvision-Kamera überzeugt uns im Test. Bei Tageslicht sind die Aufnahmen scharf und entsprechen den angegeben 1920 × 1080 Pixeln. Die Aufnahmen sind detailliert und geben Farben naturgetreu wieder. Die Bilder sind leicht überbelichtet, was aber nicht stört.

Aufnahmen bei Licht sind überbelichtet. Dennoch ist das Bild von guter Qualität

Nachtaufnahmen mit der Cam sind scharf und ebenfalls leicht überbelichtet. Der Bildwinkel beträgt 130 Grad und ist etwas kleiner als bei Eufycam 2c (Testbericht) mit 135 Grad oder Kami Wire Free Camera (Testbericht) mit 140 Grad. Die HMD2 zeichnet in etwa einen Raum mit einer Tiefe von 4 und einer Länge von 6 Metern auf und eignet sich so beispielsweise für Garageneinfahrten oder kleinere Terrassen.

Die Nachtaufnahmen der Heimvision sind überzeugend klar und detailreich

Tonaufnahmen zeichnet die Kamera klar und verständlich auf. Stimmen sind deutlich zu hören. Der integrierte Lautsprecher der HMD2 ist bei maximaler Lautstärke stark genug, um mit potenziellen Einbrechern zu sprechen. In einem Umkreis von fünf Metern gibt der Lautsprecher den Ton klar und deutlich wieder.

Wer seine Daten nicht lokal auf der Micro-SD-Karte der Kamera speichert, kann ein optionales Cloud-Abo abschließen. Das bietet generell den Vorteil, dass die Daten virtuell gesichert sind, sollte die Cam gestohlen werden.

Zur Auswahl stehen fünf Cloud-Pläne, die man monatlich kündigen kann und ausschließlich mit Paypal bezahlt. Die Pläne haben wir in der folgenden Übersicht zusammengestellt:

Modell Most Cost-effective Most Popular Silver Plan Platinum Plan Diamond Plan
Live-Ansicht 24 / 7 24 / 7 24 / 7 24 / 7 24 / 7
Cloud Playback Ja Ja Ja Ja Ja
Speicher Unlimitiert Unlimitiert Unlimitiert Unlimitiert Unlimitiert
Live Sharing Ja Ja Ja Ja Ja
Aufnahme Bei Bewegung 24 / 7 24 / 7 24 / 7 24 / 7
Speicher 7 Tage 7 Tage 7 Tage 30 Tage 30 Tage
Preis 29 $ / 6 Monate 69 $ / Jahr 39 $ 6 Monate 109 $ / 6 Monate 199 $ / Jahr
Preis pro Monat 4,8 $ 5,8 $ 6,5 $ 18,2 $ 16,6 $

Wir raten nicht zur Nutzung des Cloud-Services. Auf Anfrage bei Heimvision haben wir bisher keine Rückmeldung zur Datensicherheit erhalten. In den Terms of Use der Website sind wir allerdings auf folgenden Absatz gestoßen:

You understand that your content (not including credit card information), may be transferred unencrypted and involve (a) transmissions over various networks; and (b) changes to conform and adapt to technical requirements of connecting networks or devices.

In der Privacy Policy steht zudem:

We may use your personal information to send you promotional information about third parties which we think you may find interesting if you tell us that you wish this to happen.

In einem Satz: Lieber die Finger von der Cloud lassen und zur Micro-SD-Karte greifen. Dann bleibt zwar noch immer das Restrisiko, dass sich Heimvision über den privaten Account einloggt und die Daten zieht, aber diese Theorie ist zumindest durch die Privacy Policy geschützt. Dort ist nichts zu finden, dass der Anbieter im Zweifelsfall auf den Account zugreift.

Heimvision HMD2

Heimvision HMD2

Heimvision Solar Panel

Heimvision Solar Panel

Eufycam 2c

Eufycam 2c

Arlo Pro 2

Arlo Pro 2

Günstigste Angebote für Heimvision HMD2

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite.

Weitere Angebote im Heise Preisvergleich

Die Heimvision HMD2 überzeugt uns im Test vor allem aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die Cam ist solide gebaut, leicht eingerichtet und simpel zu bedienen. Der Betrieb über Akku oder Solar klappt problemlos. Manuelle Aufnahmen von bis zu 24 Stunden sind ein toller Pluspunkt.

Wir sprechen uns aber klar gegen die Nutzung der Heimvision-Cloud aus. Diese entspricht nicht dem hiesigen Datenschutz. Stattdessen empfehlen wir die Nutzung des lokalen Speichers via Micro-SD-Karte. Dann landen die Daten lokal in der Kamera.

In Kombination mit dem Solarmodul ist die Heimvision HMD2 ein solides autarkes Überwachungssystem für rund 117 Euro. Vergleichbare Modelle wie die Eufycam 2c (Testbericht) oder die Arlo Pro 2 (Testbericht) mit vermeintlich höherem Datenschutz kosten gut 130 bis 350 Euro mehr.

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