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Hands-On: Amazon Kindle Paperwhite 2018 jetzt wasserdicht

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Der Amazon Kindle Paperwhite 2018 ist dünner, leichter, hat mehr Speicherplatz, kann Audible und ist wasserdicht. Wir haben den Ebook-Reader ausprobiert.

Mittlerweile ist auch unser ausführlicher Test des Amazon Kindle Paperwhite 2018 online.

Amazon aktualisiert seinen Dauer-Bestseller Kindle Paperwhite. Wir hatten bei einem Redaktionsbesuch von Amazon die Gelegenheit, den Paperwhite 2018 in einem ersten Hands-On auszuprobieren und die Amazon-Vertreter mit Fragen zu löchern.

Die Rückseite besteht nach wie vor aus gummiertem Kunststoff.

Der beliebte Ebook-Reader kommt mit einer überarbeiteten Front, die nun wie bei teureren Modellen wie dem Kindle Oasis komplett plan ist. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern sieht auch zeitgemäßer aus und lässt sich besser reinigen.

Er ist nun mit 8,1 mm in der Dicke 1 mm dünner als sein Vorgänger, was sich auch im geringeren Gewicht von 182 g in der WLAN- und 191 g in der 4G-Variante niederschlägt. Das 2017er Modell wog noch 205 g, beziehungsweise 217 g. Diese Gewichtsersparnis fiel bei unserem Hands-On zunächst nicht weiter auf. Allerdings kann sich bei langen Lese-Session jedes eingesparte Gramm positiv bemerkbar machen. Schließlich werden Kindles häufig mit nur einer Hand an der Seite gehalten, wo zusätzliche Hebelwirkungen das gefühlte Gewicht erhöhen.

Die Rückseite besteht sehr vergleichbar zum Vorgänger aus einem gummierten Kunststoff. Uns wäre hier ein hochwertigeres Material, wie zum Beispiel die beim Kindle Oasis verwendete Aluminiumlegierung, lieber gewesen. Allerdings hat die leichte Gummierung den Vorteil, dass sich der Paperwhite 2018 tendenziell besser halten lässt und weniger schnell aus der Hand rutscht. Amazon bietet allerdings nach wie vor optionale Hüllen an, um Bruchschäden zu minimieren.

Endlich wasserfest nach IPX8.

Der Amazon Kindle Paperwhite 2018 ist nun wasserfest nach IPX8. So soll das Gerät laut Amazon unter zwei Meter Wasser 60 min durchhalten, bevor Feuchtigkeit eindringt. Aber Achtung: Im Urlaub sollte man ihn trotzdem nicht ins Meer schmeißen. Die Zertifizierung bezieht sich lediglich auf Süßwasser. Salzwasser, Seifenwasser oder Säuren sind davon ausgenommen. Im Hands-On gönnten wir ihm eine kurze Mineralwasserdusche. Erwartungsgemäß war das Gerät nach dem Trocknen wieder voll einsatzfähig.

Das X in der IPX8-Zertifizierung steht für die nicht getestete Staubdichtigkeit. Im Gespräch versicherte uns Amazon jedoch, dass es wie bei den Vorgängern kein Problem ist, das Paperwhite 2018 am Strand in den Sand zu legen.

Im Vergleich zum Vorgänger verfügt der Kindle Paperwhite 2018 mit 8 GByte nun über doppelt so viel Speicherplatz. Außerdem bietet Amazon eine Variante mit 32 GByte an. Den Speicher ausschließlich mit Ebooks vollzubekommen, sollte selbst dauerhungrige Leseratten vor Probleme stellen. Richtig Sinn macht die Version mit 32 GByte Speicher vor allem für die Käufer, welche die neue Audible-Funktion nutzen und Hörbücher darauf ablegen wollen. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse besitzt der Paperwhite 2018 nicht, kann nun allerdings über Bluetooth kompatible Lautsprecher und Kopfhörer ansteuern, um darauf gespeicherte Hörbücher wiederzugeben.

Ein und dasselbe Buch kann sowohl in schriftlicher Form, als auch als Audio-Datei gleichzeitig auf dem E-Reader liegen. Nutzer gehen nun beim Lesen direkt an die Stelle des Buches, ab der vorgelesen werden soll. Amazon speichert den Lese- oder Vorlesefortschritt online und synchronisiert ihn über alle Geräte hinweg. Beim Ausprobieren mit einem Bluetooth-Speaker funktionierte das Audible Feature anstandslos. MP3-Dateien kann der Paperwhite 2018 übrigens auf konventionellem Weg nicht wiedergeben. Amazon selbst begründete das damit, dass man den Nutzer nicht unnötig mit zusätzlichen Features überhäufen und ablenken wolle, die dann ohnehin kaum genutzt würden.

Audible macht auf dem Ebook-Reader vor allem für Amazon-Unlimited-Kunden Sinn, die ausgewählte Hörbücher ohne zusätzliche Kosten nutzen. Natürlich verkauft Amazon wie gewohnt Hörbücher und die dazugehörigen Ebooks über ihren Online-Shop oder direkt auf dem Ebook-Reader. Bundles bietet Amazon jedoch auf Grund der in Deutschland herrschenden Buchpreisbindung nicht an.

Bild: Die Startseite wurde leicht überarbeitet.

Am Display hat Amazon im Vergleich zur Vorgängergeneration nicht geschraubt. Das ist nicht schlimm, gehört es doch zu den besten auf dem Ebook-Reader-Markt. Es ist 6 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 300 dpi. Einzelne Pixel sind so nicht zu erkennen, jeder Buchstabe wirkt auch in kleiner Schrift sehr scharf. Das Display spiegelt kaum und liest sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut. Auch die Blickwinkel sind nach wie vor hervorragend.

Etwas schmalere Display-Ränder hätten wir uns dennoch gewünscht, denn auch die wurden nicht verändert. Ebenfalls gleich: Wieder verbaut Amazon beim Paperwhite am Rand keine physischen Tasten zum Umblättern, das geschieht wie gewohnt durch das Antippen des Touchscreens im äußeren Bereichs einer Buchseite.

Fünf an der Unterseite angebrachte LEDs leuchten das Display aus. Im Vergleich zum Vorgänger ist eine LED hinzugekommen, dadurch ist die Beleuchtung noch ein wenig heller und gleichmäßiger. Lichthöfe waren wie schon beim Vorgänger nicht auszumachen. Über einen Helligkeitssensor verfügt das Kindle Paperwhite 2018 nicht. Im Sonnenlicht muss man also nach wie vor daran denken, das Licht herunterzuregeln, um nicht unnötig Akkukapazität zu fressen.

Die Front wirkt nun deutlich moderner.

Die Akkulaufzeit soll mit sechs Wochen bei täglich 30 min gleichgeblieben sein. Hochgerechnet kommt der Paperwhite 2018 so laut Amazon auf 21 Stunden. Das wäre eine beachtliche Leistung, schließlich ist das Gerät nun jeweils etwas dünner, leichter und heller. Ob dieser Wert stimmt, wird unser ausführlicher Test des Kindle Paperwhite 2018 zeigen. Übrigens setzt der Ebook-Reader nach wie vor auf den mittlerweile schon etwas angestaubten Micro-USB-Standard statt USB-C als Ladestecker.

Der Kindle Paperwhite 2018 kennt nun Nutzerprofile. Dieses speichert Schriftart, -ausrichtung und -größe. So kann ein Profil zum Beispiel für die Nutzung auf dem Laufband besonders große und gut lesbare Schrift darstellen. Oder mehrere Nutzer definieren ihre eigenen Profile entsprechend ihrer Lese-Präferenzen. Dieses Feature und ein etwas angepasster Homescreen steht ab sofort auch für den Kindle Paperwhite der 6. Generation (2013) und neuere Kindle-Geräten zur Verfügung.

Der Amazon Kindle Paperwhite 2018 kostet in seiner kleinsten Variante mit 8 GByte Speicher knapp 120 Euro. Mit 32 GByte Speicher wechseln knapp 150 Euro den Besitzer, für die 32-GByte-Variante mit 4G LTE knapp 230 Euro. Die Vorbestellung läuft ab sofort an, ab dem 7. November will Amazon ausliefern. Neben Amazon verkauft den Paperwhite 2018 auch Media Markt und Saturn.

Amazon bietet auch wieder Hüllen an. Die Klapphüllen aktivieren den Kindle beim Öffnen und versetzen ihn beim Schließen in den Ruhemodus. Verfügbar sind drei Materialien und diverse Farben: eine Premium-Lederhülle für 50 Euro, Lederhüllen in Schwarz, Bordeaux, Rot oder Indigo für je 40 Euro und wassergeeignete Hüllen in Schwarz, Gelb oder Blau für je 30 Euro.

Amazon Kindle Paperwhite 2018,  8GB, mit Werbung (53-007317)

Kindle Paperwhite 2018 WLAN / 8 GByte / mit Werbung

Amazon Kindle Paperwhite 2018,  8GB, ohne Werbung (53-007316)

Kindle Paperwhite 2018 WLAN / 8 GByte / ohne Werbung

Amazon Kindle Paperwhite 2018, 32GB, mit Werbung (53-007322)

Kindle Paperwhite 2018 WLAN / 32 GByte / mit Werbung

Amazon Kindle Paperwhite 2018, 32GB, ohne Werbung (53-007321)

Kindle Paperwhite 2018 WLAN / 32 GByte / ohne Werbung

Amazon Kindle Paperwhite 2018, 32GB, LTE, ohne Werbung (53-007226)

Kindle Paperwhite 2018 4G LTE / 32 GByte / ohne Werbung

Der Amazon Kindle Paperwhite 2018 ist ein kleines Update der Vorgängergeneration. Etwas dünner und leichter ist er geworden, um ihn länger mit einer Hand ermüdungsfrei halten zu können. Die bessere Ausleuchtung fiel uns im Hands-On nicht groß auf. Die plane Front dagegen schon, der Ebook-Reader sieht nun moderner aus und fängt weniger Schmutz. Die Audible-Hörbuchunterstützung ist nett, allerdings werden viele wohl weiterhin andere Geräte wie zum Beispiel ihr Smartphone dafür nutzen. Richtig gut finden wir seine Wasserfestigkeit nach IPX8. Für das nächste Mal wünschen wir uns ähnlich wie beim aktuellen Kindle Oasis ein größeres Display, schmalere Displayränder, physische Blättertasten und hochwertige Materialien auf der Rückseite.

Ein Wechsel von der Vorgängergeneration ist für die allermeisten Anwender nicht nötig, vor allem weil das Display gleichgeblieben ist. Selbst mit nochmal älteren Kindle-Paperwhite-Versionen werden viele nach wie vor zufrieden sein und keinen Grund zum Wechsel sehen. Aber das will Amazon auch nicht unbedingt. Schließlich verdient Amazon an der eigenen Kindle-Hardware traditionell wenig, ihr Geschäftmodell beruht auf der Nutzung der Reader und dem Kauf von Ebooks.

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