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HTC One X+ im Vorab-Test: mehr (überflüssige?) Power

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Wenn HTC zum Herbstbeginn seine letzte Android-Neuheit des Jahres vorstellt, dann muss das Produkt rocken, denken wir uns – schließlich muss der Hersteller damit durchs Weihnachtsgeschäft. Was wir tatsächlich sehen, ist zumindest mal nicht die Neuerfindung des Rades, und es wird auch definitiv keine neue Smartphone-Ära einleiten. Auf den ersten Blick gibt es kaum Unterschiede. Das Gehäuse hat HTC beispielsweise nur in einem interessanten Detail verbessert.

Das ist zumindest nicht schlecht, denn das One X gehört optisch längst nicht zum alten Eisen. Wer sich mit dem großen Display anfreunden kann und mit der Tatsache, dass schon ganz schön große Pranken nötig sind, um das Gerät einhändig zu bedienen, sollte das X+ durchaus in die engere Wahl nehmen. Dann muss man nur noch über die etwas merkwürdige und nicht sonderlich ergonomische Form des Rahmens hinwegsehen, und schon darf man sich darüber freuen, dass der große Kritikpunkt des One X – nämlich das billige Plastik – Geschichte ist. Die Oberfläche fühlt sich jetzt besser an, wie wir finden. HTC hat zurückgefunden zum Soft-Touch-Finish, zu der gummierten Beschichtung, die wir schon von früheren Smartphones wie dem Desire her kennen. Ihr kennt diese Haptik vielleicht auch von den ThinkPad-Notebooks von Lenovo beziehungsweise IBM.

Der neue Chip hat nun vier Rechenkerne mit einer Taktfrequenz von 1,7 GHz – bisher gab es viermal 1,5 GHz. Wie bisher kommt ein Nvidia-Prozessor zum Einsatz, der nun, passend zum Gerätenamen, Tegra 3+ heißt. Allzuviel grüne Hoffnung setzen wir übrigens nicht in die Energiesparfähigkeiten des neuen Tegra 3, denn zumindest das Vorserienmodell, das wir in den Fingern hatten, kann sich ganz schön aufheizen. Nach dem Messen mit mehreren Benchmark-Programmen war das One X+ fast so heiß wie eine Tasse frisch gebrühter grüner Tee.

Immerhin, von dieser Front gibt es eine gute Nachricht: Über einen neuen Energiesparmodus lässt sich die Taktfrequenz auf maximal 1,3 GHz beschränken. Damit soll der Tegra 3+ noch genau so flott sein wie sein Vorgänger mit 1,5 GHz, sich aber nicht mehr verhalten wie ein Taschenwärmer. Das konnten wir in der Kürze der Zeit allerdings nicht ausprobieren.

Mehr Power, aber mit optionaler Handbremse: Auf Wunsch taktet der Tegra 3+ mit 1,3 statt 1,7 GHz.

Dafür kann sich aber das Ergebnis bei Vollgas-Betrieb durchaus sehen lassen: Die Leistungen, die der neue Tegra 3+ in den Testprogrammen Quadrant (ca. 7600 Punkte) und Rightware Browsermark (177.369 Punkte erreicht hat, schlagen nicht nur den Vorgänger, sondern auch die Android-Konkurrenz. Das Galaxy S3 beispielsweise schafft im Quadrant circa 5500 Punkte und im Browsermark knapp 165.000 Punkte. Nur das iPhone 5 übertrumpft das One X+ im Browsermark noch mit einem minimal höheren Wert (knapp 185.000 Punkte). Solche Werte sind indes übrigens vor Allem zum Prahlen gut geeignet – Google Maps navigiert deswegen nicht schneller, und der Browser scrollt nicht flüssiger. In der Praxis gibt es kaum Programme, die diese Mehrleistung tatsächlich zum Wohle des Nutzers ausreizen können – auch wenn die Hersteller nicht Müde werden, den Leistungsvorteil in den Vordergrund zu stellen. In wie weit 3D-Games tatsächlich davon profitieren, werden wir ausprobieren, sobald uns ein finales Testgerät vorliegt.

Etwas verwirrend: HTC Sense 4+ hat auch die Versionsnummer 4.5.
Etwas verwirrend: HTC Sense 4+ hat auch die Versionsnummer 4.5.

Bei der Software gibt es zeitgemäße Kost: Android ist in der aktuellen Version Jelly Bean vorinstalliert, dazu gibt es eine im Vergleich zum One X leicht überarbeitete Sense-Oberfläche (Version 4.5). Große Unterschiede fallen uns hier zwar nicht auf, aber die Käufer des früheren Modells dürfen sich noch in diesem Jahr – mit etwas Glück sogar noch im Oktober – über ein Update auf den gleichen Software-Stand freuen. Auch Käufer des One S profitieren von der neuen Version, müssen sich aber wohl noch einen Monat länger gedulden. Ebenfalls neu ist die PlayStation-Zertifizierung durch Sony: Damit kann der Nutzer die PlayStation-App aus dem Google-Play-Store installieren und bekommt Zugriff auf ein Portfolio von PS1-Games. Auch wenn dem X+ im Vergleich zum Xperia Play die Gamepad-Tasten und das Steuerkreuz fehlen, freuen wir uns über die neuen Möglichkeiten.

Davon, dass HTC nun auf Gorilla Glass 2 setzt, hat der Anwender zunächst nichts: Das Gerät ist genau so dick wie der ältere Bruder. Immerhin, etwas kratzfester soll die neue Oberfläche sein. Auch die Hauptkamera auf der Rückseite ist unverändert, allerdings kommt in der Front nun eine bessere Digicam zum Einsatz: Sie löst 1,6 statt 1,3 Megapixel auf und ist aufgrund einer kleineren Blendenzahl lichtstärker. Außerdem soll der neue, rückseitig belichtete BSI-Sensor für bessere Aufnahmen im Dunkeln sorgen, da er im Vergleich zu konventionellen Bildsensoren größeren Pixel besitzt. Das macht ihn ebenfalls lichtempfindlicher – und reduziert das Rauschen. Die Hauptkamera setzt übrigens auch schon beim alten Modell auf diese Technik.

Während das HTC One X inzwischen bereits für 450 Euro über die Ladentheke wandert, listen Preisvergleichsdienste das neue Modell X+ erst ab 600 Euro, die Masse der Händler ermöglicht die Vorbestellung für 650 Euro. Erfahrungsgemäß fallen die Preise schnell, sobald das Produkt verfügbar ist – und das müssen sie auch. Denn obwohl das One X+ sicherlich ein besseres Gerät ist als das One X, gehört letzteres längst nicht zum alten Eisen – und ein Aufpreis von 200 Euro für etwas mehr Rechenleistung und ien besseres Gehäusematerial ist kaum zu rechtfertigen. Noch dazu gibt's die neue Software demnächst gratis als Update. Allerdings stehen die Laufzeitmessungen noch aus, schließlich hat das neue Modell einen um 300 mAh stärkeren Akku.

Einen Ausblick auf das HTC One X+ und weitere Infos im Detail finden sich in der folgenden Hands-on-Galerie.

HTC One X+ (9 Bilder)

HTC One X+: Frontansicht aufs 4,7-Zoll-Display

Das Samsung Galaxy S3 bekommt einen neuen Konkurrenten. Die Flunder hört auf den Namen HTC One X+ und bietet wie der Rivale aus Südkorea ein 4,7 Zoll großes Display mit HD-Auflösung.

Im Inneren des One X+ werkelt ein Vier-Kern-Prozessor mit 1,7 GHz. Es handelt sich dabei um einen Nvidia-Prozessor vom Typ AP37 Tegra 3+ auf ARM-Cortex-A9-Basis.

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